Rechnungshof-Kritik

Pflegefall Pflegegeld

25. Februar 2010, 17:46

Rechnungshof deckt ineffiziente Verwaltung auf

Wien - Der Rechnungshof (RH)regt an, dass der Nationalrat die gesetzlichen Bestimmungen über das Pflegegeld rasch ändert, sprich: vereinheitlicht. Das Grundproblem: "Es existiert keine umfassende Absicherung gegen das finanzielle Risiko der Pflegebedürftigkeit. Mit der Gewährung des Pflegegeldes ist nicht sichergestellt, dass die notwendigen Pflegeleistungen angeboten werden, leistbar sind bzw. auch tatsächlich qualitativ hochwertig erbracht werden."

Die Detailprobleme verschärfen die Situation noch: Mehr als 280 Stellen sind für die Verwaltung von Pflegegeld zuständig, es gibt große Unterschiede bei der Vollziehung und die Anspruchsberechtigten müssen im Extremfall 137 Tage auf die Zuerkennung des Pflegegeldes warten - in Wien warten 70 Prozent mehr als drei Monate.

Der RH fordert auch, dass die Gutachten zur Einstufung des Pflegegeldanspruchs nicht von den behandelnden Ärzten erstellt werden dürften. Derzeit sind die Gutachten uneinheitlich und zum Teil mangelhaft, kritisiert der RH.

Das Sozialministerium antwortete auf die Kritik, dass es eine durchschnittliche Verfahrensdauer von 60 Tagen anstrebt. Dieses Ziel verfolgt auch Grünen-Sozialsprecher Karl Öllinger: "Bundesweit einheitliche Qualitätsstandards für die Gutachten in Pflegegeldverfahren und eine kürzere Verfahrensdauer dürfen nicht auf die lange Bank geschoben werden. Es muss auch klare Regelungen dazu geben, welche Ärzte in Pflegegeldverfahren begutachten dürfen; die Pflegegeldeinstufung sollte vorwiegend von diplomierten Pflegekräften durchgeführt werden. Diese können den Pflegebedarf aufgrund ihrer Ausbildung besser einschätzen als Ärzte, die ausschließlich die medizinischen Bereiche überprüfen sollten" , fordert Öllinger.

Öllinger unterstützt das Ziel des Sozialministeriums, ein One-Stop-Prinzip einzuführen, sodass künftig nur mehr eine Stelle für Pension und das Pflegegeld zuständig ist. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 26.2.2010)

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11 Postings
rH44
00
26.2.2010, 12:29
und in weiterer Folge die Pension

rH44
00
26.2.2010, 12:24
....mit mehr als 280 Stellen

kann es also nicht am Personalmangel liegen.
Nur, der Stempel "abgelehnt" muss ja auch
irgendwie begründet werden. Vielleicht nimmt
sich die PVA hierfür mehr Zeit und werden somit
Pflegegeldkosten eingespart.

mediview
 
00
26.2.2010, 11:02
Im Detail...

"Mehr als 280 Stellen sind für die Verwaltung von Pflegegeld zuständig...". Frage mich, warum bei uns manches immer so verkompliziert wird? Will keiner seine Pfründe aufgeben, oder wo steckt der Teufel im Detail?http://mediview.wordpress.com/

rH44
00
25.2.2010, 23:35
...und meine Erfahrung dazu

3 Gutachter "Spezialisten" die keine Zeit hatten um sich Befunde oder für mich lebensrettende Röntgenaufnahmen anzusehen.
Die erste Begutachtung 4 MONATE nach einer
Fehldiagnose (Brustkrebsrezidiv wurde nicht erkannt,
erst bei d.nächsten Kontrolluntersuchung und dann bereits mit Metastasen).

Walter Fenz
12
25.2.2010, 12:30
Und wieder einmal zeigt die Ärzteschaft, daß

die Einkommen aus der Gutachtertätigkeit jeglichen Gerechtigkeitssinn sowie die Moral vernebeln.

In Deutschland gibt es dafür professionelle Gutachter, die nichts anderes (mehr) machen.

Hier ist der Gesetzgeber aufgerufen, dieses Gutachterchaos endlich zu bereinigen und der Ärzteschaft endlich wieder einmal ihre Grenzen aufzuzeigen.

f gut
11
25.2.2010, 19:18
.....Herr Walter Fenz............

.......bitte, Sie kennen sich in aller Welt in allen ärztlichen Angelegenheiten extrem gut aus.
...........posten Sie doch in ausländischen Foren, das ist Ihre WelFür Österreich sind Sie viel zu gut, Österreich ist Ihre Kommentare nicht wert, posten Sie in ausländischen Foren!
Austria is tooooooo small for youuuuuuuuuuuuu!

Marie, da liegt a toter Fisch im Wasser!
00
26.2.2010, 19:12
Mag sein..

aber in dem Punkt hat er schon recht!

Sarepta
01
25.2.2010, 20:18
hahaha keine Sorge, macht das Affal e schon!

nur dort will ihn auch keiner haben ;-)

pehl
00
25.2.2010, 12:24
Meine eigene Erfahrung dazu...

mit der PVA: Nur positiv! Hier wurde sowohl mein Antrag auf Pflegegeld als auch dann die Erhöhung der Pflegestufe innerhalb 30 Tagen abgewickelt und das Geld mit der Pernsion zum nächsten Ersten ausbezahlt. Kompliment!

gata0810
00
26.2.2010, 08:27
Glückwunsch...

... da sind Sie sicherlich einer der wenigen Personen, die dieses Glück hatten. Meine Erfahrung: Antrag gestellt, 3 Wochen später ist ein Brief gekommen mit der Info, dass der Antrag angekommen ist, wiederum 2 Wochen später ist ein Brief gekommen mit der Info, dass der Antrag nun an eine Sachbearbeiterin zur Bearbeitung weiter geleitet wurde. So sind schon mal 5 Wochen ins Land gezogen, ohne dass irgendwas passiert ist. Ich warte weiter und hoffe sehr, dass der Patient das noch erlebt.

system1
01
25.2.2010, 12:28
ihr sachbearbeiter war

ein ferialpraktikant....

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