Schmied "ist ja gar nicht so bös"

25. Februar 2010 11:34
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    Foto: apa/georg hochmuth

    Schmied will zu gegenseiter "Wertschätzung" zurückkehren und innovative Schulprojekte "in Serie" bringen.

Die "Dialog-Tour" der Unterrichtsministerin ist laut Schmied geglückt - Menschen vor Ort werden mehr einbezogen

Wien - Neun Tage lang ist Unterrichtsministerin Claudia Schmied zwischen Mitte Jänner und Anfang Februar im Rahmen ihrer "Dialog-Tour"durch alle Bundesländer gereist, um "Störungen" im Verhältnis zu den Lehrern "auszuräumen", die beim Streit um die höhere Lehrverpflichtung im Frühjahr 2009 entstanden sind. Dies sei auch geglückt, erzählte Schmied am Mittwochabend bei einer Veranstaltung des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten. So mancher Lehrer habe seine Meinung über die Ministerin geändert und gemeint: "Na sie ist ja gar nicht so bös".

Für alle künftigen Projekte sei es wichtig, die Menschen vor Ort einzubeziehen und auf ihre Ängste und Widerstände einzugehen. Denn obwohl Schule ein "an sich sicheres System" sei - immerhin könne eine Schule nicht in Konkurs gehen -, sei es eines der "ängstlichsten und vorsichtigsten, was Veränderung angeht".

innovative Schulprojekte vom "Prototyp zur Serie"

Schmied wollte mit der Veranstaltungsreihe aber nicht nur zu einer gegenseitigen "Wertschätzung" zurückkehren. Ziel war es auch, innovative Schulprojekte zu sichten und herauszufinden, wie man diese "vom Prototyp in die Serie" überführen kann. Um ein "Muster für die Serie" zu finden, hat Schmied "Erneuerer" des Schulsystems zur Dialog-Tour geladen, Personen "mit Leidenschaft für innovative Projekte": Vertreter der Neuen Mittelschule (NMS), diverser Innovationsnetzwerke, Absolventen des Direktoren-Qualifizierungsprojekts "Leadership Academy" und Rektoren der Pädagogischen Hochschulen (PH).

Auf der Suche nach den Gemeinsamkeiten und Voraussetzungen für Schulinnovation erlebte Schmied eine Überraschung: In der Praxis hätten sich nämlich gerade jene Bedingungen als Vorteil gezeigt, die auf Druck der ÖVP für den Schulversuch NMS festgelegt wurden und die, "wenn wir ehrlich sind, eher gedacht waren, das Projekt zu bremsen". Kriterien wie die Abstimmungen am Standort hätten allerdings dazu geführt, dass die Schulen Eigenverantwortung zeigen mussten. "Dieses 'Wir wollen' ist der zentrale Punkt", so Schmied.

Schmied will bei NMS die "Grenzen sprengen"

Zu Beginn sei sogar die Obergrenze von zehn Prozent ein Anreiz gewesen, das Modellprojekt möglichst schnell einzuführen. Mittlerweile würden die Prototypen allerdings "an Grenzen stoßen, und es ist Aufgabe der Politik, Grenzen zu sprengen", pochte Schmied erneut auf eine Aufhebung der Klausel.

Ein weiteres Erfolgskriterium, das Schmied und die wissenschaftlichen Leiter der Dialogtour, die Bildungswissenschafter Wilfried Schley und Michael Schratz, festgemacht haben: Die Schule müsse weg vom Modus "Input, Input, Input", so die Ministerin. Die Schule lege immer mehr Wert auf Output, wie er mit Instrumenten wie Bildungsstandards oder der teilzentralen Matura erfasst wird. Mit welchen didaktischen oder pädagogischen Konzepten die Schüler zu ihren Kompetenzen kommen, müsse jede einzelne selbst definieren. "Schulen brauchen Luft zum Atmen", betonte Schmied, man müsse den einzelnen Standorten mehr Gestaltungsfreiräume geben.

Eignungsprüfung für Lehrer

Die anwesenden Lehrer und Direktoren hätten außerdem wiederholt für ein klares Leitungsbild für Direktoren plädiert, in dem ihre Pflichten und Rechte definiert werden. Außerdem müsse das Lehrerbild neu gedacht werden, die Pädagogen bräuchten neben Unterricht, Vor- und Nachbereitung Zeit für Schulentwicklung. Schmied befürwortete außerdem erneut die Einführung von Eignungsprüfungen für Lehrer, immerhin würden innovative Schulen vom Engagement einzelner Persönlichkeiten leben. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 46
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guteluise
 
03.03.2010 13:04
die armen poster und -innen hier

sind wohl alle schwer gezeichnet von 14 wochen ferien bei 14 monatsgehältern ...
bei all dem leiden, das aus ihren beiträgen schreit, wünscht man ihnen von herzen eine handarbeitslehrerin-ministerin zurück

smid
03.03.2010 07:55
A. Sieberer
01.03.2010 08:53

Besonders die Lehrer, die täglich in der Klasse stehen, merken, dass unsere Bildungslanschaft dringend Veränderungsbedarf hat. Doch die Lehrervertretung hat NICHTS Konstruktives zu dieser Veränderung beizutragen. Im Gegenteil, man pocht auf ersessene Rechte (erworben würden wohl mehr aktiven Beitrag voraussetzen!) und Einzementierung der derzeitigen Situation.
Trotz vieler engagierter Lehrer findet diese Haltung immer mehr Eingang in die Schulen, Bewahren und Verteigien sind die großen Themen. So kann man eine zukunftweisende Bildungslandschaft nicht gestalten.
Die Lehrer(vertreter) und die Chefin treffen sich in ihrer offensichtlichsten Haltung : Mehr Schein als Sein!

Ich gebs zu
27.02.2010 12:10
Nicht, dass mir das Erlebnis abgeht,

aber irgendwie hätte ich schon gerne gewusst, welche Auswahlkriterien man erfüllen musste, um zu den Goodwilltour-Besucher/inne/n zählen zu dürfen.

erich pammer
28.02.2010 11:41
ganz einfach

ich wurde eingealden weil ich die leadership academy besucht habe (eine ausbildung für direktoren) der rest meist weil sie führunsgpositionen im schulsystem haben (inspektoren, koordinatoren...)

Dani L
25.04.2010 20:17
ich wurde auch eingeladen

und bin "einfache" Hauptschullehrerin. Arbeite aber bei einem net-1 Projekt mit.

Ich gebs zu
28.02.2010 14:38
Ich weiß jetzt nicht, ob ich mich deshalb für Sie freuen

soll.

Mir scheint, als ob sich die Top-Down-Strukturen verfestigen sollen.

woswoasios
27.02.2010 15:04
auf jeden Fall...

nicht kritisch sein und ja nicht hinterfragen, sondern begeistert hinter der BM stehen.

asinus
26.02.2010 20:59

Der Output wird aber immer armseliger werden, wenn sich Fr. Minister mit ihren meist sehr unausgegorenen Ideen (falls man das so nennen kann) durchsetzt. Sie hat auch noch genug Verschlechterungen für die Lehrer im Köcher.

asinus
26.02.2010 20:57

Billige Propagandatour, gespickt mit Schlagworten.

96%
26.02.2010 17:03

"Schmied will zu gegenseitiger 'Wertschätzung' ZURÜCKKEHREN"
als ob sie die jemals hatte.

papafritz
26.02.2010 12:58
Böse ist Sie vielleicht nicht, aber... ?

Zum Thema "Propaganda für die neue Mittelschule" habe ich einen Artikel gefunden:
http://www.mpib-berlin.mpg.de/en/instit... nuip__.htm

A Voice
26.02.2010 10:38
Ui

das wird die Gerwerkschafter aber gar nicht freuen.

Quasselmodo
26.02.2010 11:12
Das Was?

Ich finde weit und breit kein Was, sondern nur heisse Luft. Wenn man es als Fortschritt werten mag: heisse Luft immerhin ohne penetranten Gestank, aber unverdrossen mit Eigendünkel parfümiert.

mountaineer
26.02.2010 09:47
Eigenlob-Monolog-Tour beendet

mountaineer
26.02.2010 09:43
Wien. "Eigenlob-Tour" erfolgreich.

Wien. Schmiedsche "Eigenlob-Tour" erfolgreich. Die Frau Bundesministerin Claudia Schmied hat sich auf einer österreichweiten Tour, auf der sie sich weitgehend selbst interviewt hat, wieder ordentlich gelobt. Auch konnte eine von ihr in Auftrag gegebene Umfrage, bei der das Ergebnis der gezielten Suggestivfragen bereits von vornherein feststand, präsentiert werden. Die faulen und unfähigen Lehrer haben der APA zufolge gehörig applaudiert und der strahlenden Figur der Bildungspolitik gehuldigt, zumal bekanntlich die Neue Mittelschule bereits vor der flächendeckenden Einführung ein Riesenerfolg werden wird. Mit Schmied freuen sich ihre Geschwister Seppi und Deppi und auch die Eltern, Hubert und Franz.

Alfred Moosbrugger
26.02.2010 09:35
Schmied ist schon jetzt der große bildungspolitische Wurf!

Man hat innerhalb eines Jahres den Lehrerüberschuss beseitigen können und rechnet mit einem eklatanten Lehrermangel in den nächsten Jahren. Eignungstests sind obsolet, denn man wird ordentlich zu tun haben, überhaupt irgendjemand zu finden, der sich noch diesem Staat als Lehrer wird andienen wollen. Z. B.: 2009 haben sich beim LSR für Oberösterreich sage und schreibe drei Absolventen für das Unterrichtsfach Deutsch an AHS/BHS gemeldet. Man sucht händeringend.
Kein Wunder: die Ausbildung ist anspruchsvoll und dauert lange, wenn man dann mit Mitte zwanzig fertig ist, ist man der Buhmann der Nation und verdient in etwa so viel wie ein Maurerhilfsarbeiter.
Die BM hat einem vor Dienstantritt bereits Faulheit und Reformunwilligkeit attestiert

Quasselmodo
26.02.2010 09:44
Aber, aber!

Bitte nicht mit sachlichen Argumenten die Jubelmeldung torpedieren! Das könnte zum nächsten Kompetenzauswurf der Frau Schmied führen!

Alfred Moosbrugger
26.02.2010 09:01
Fragen rhetorischer Natur:

Ist Schmied Bildungsexpertin?
Kann Schmied mit Menschen/Mitarbeitern umgehen?
Ist Schmied kompetent in Finanzfragen?
Ist Schmied kompetent in kulturellen Fragen?
Ist Schmied aufrichtig zu den Bürgern und verurteilt sie verfrühtes Eigenlob?
Ist sie frei von ideologischer Verblendung?
Ist sie ein Gewinn für die Sozialdemokratie?

Alle Fragen unbedingt mit NEIN zu beantworten.

Österreich braucht Schmied wie ein Alkoholiker ein Schnapserl.

Alfred Moosbrugger
26.02.2010 08:56

Schmied mutet an wie ein holländischer Anfänger im Skifahren, der ein Skirennen bestreiten soll, auf der Strecke mehrmals stürzt und sich im Ziel die Zeit, die er für die Abfahrt braucht, dann selbst mit einträgt und sich die goldene Medaille umhängt.
Dem Publikum wird dann via Medien der Olympiasieg verkündet, obwohl das Rennen noch gar nicht zu Ende ist, weil der zweite Durchgang erst kommt.
Wenn das Publikum nicht klatscht, ist der Skifahrer aber beleidigt...

clangi
27.02.2010 08:19
selten einen derart guten vergleich gelesen!!!!

mountaineer
26.02.2010 08:53
So macht man das!

Zuerst alle beleidigen, dann ein paar unausgegorene Hauruckaktionen und verkünden, dass man das Bildungssystem von heute auf morgen auf Vordermann bringen wird, dann sich selbst die angeblichen Ergebnisse attestieren und sich dann selbst bauchpinseln.

So macht das eine in Bildungsfragen vollkommen unbeschlagene Dame mit einem Hang, ihren Mitarbeitern gegenüber schon einmal ausfällig zu werden, die noch dazu nicht rechnen kann.

Ideologisch verbrämte Naivität!

Echter Lorbeer wird von Dritten verliehen, "Frau" "Schmied"!

ride my pimp
26.02.2010 08:43
die Divergenz zwischen PR und Wahrheit

"Wien - Neun Tage lang ist Unterrichtsministerin Claudia Schmied zwischen Mitte Jänner und Anfang Februar im Rahmen ihrer "Dialog-Tour"durch alle Bundesländer gereist, um "Störungen" im Verhältnis zu den Lehrern "auszuräumen", die beim Streit um die höhere Lehrverpflichtung im Frühjahr 2009 entstanden sind. Dies sei auch geglückt" --> toll, dann kann man ja endlich den nächsten Anlauf auf die Erhöhung der Lehrverpflichtung machen.

Und übrigens: Aufnahmeprüfungen und Selektion wird man in den nächsten zehn Jahren nicht brauchen - man wird froh sein, wenn man überhaupt Junglehrer bekommt, die sich solche Chefs wie Schmied antun werden.

stuffy
26.02.2010 06:48
Stimmt

Schmied ist nicht bös - sondern einfach nur du.m und u.fähig!

systemfehler1
26.02.2010 06:17
Es wied über Fr.Schmied berichtet,

und wieder findet sich ein Grüppchen Loser-LehrerInnen zum bashen ein.
Das Euch net fad wird.
Nix besseres zu tun?

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