Abtreibung: Spanien prescht vor

24. Februar 2010, 20:31

Spanien erhält eines der freizügigsten Abtreibungs-Gesetze der Welt: "Recht auf frei entschiedene Mutterschaft"

Madrid - Am Mittwoch hat der spanische Senat der bereits Ende Dezember vom Parlament verabschiedeten Reform der spanischen Abtreibungsgesetze zugestimmt. Damit erhält Spanien endgültig eines der liberalsten Abtreibungsgesetze der Welt. Gleich drei generelle Gesetzesablehnungen sowie 88 Änderungsanträge der konservativen Oppositionspartei sowie verschiedener kleinerer Parteiformationen wurden von einer knappen Mehrheit im Senat abgelehnt. Da die Gesetzesvorlage nicht verändert wurde, braucht das neue Abtreibungsgesetz nicht noch einmal vom Parlament abgesegnet werden und tritt bereits in vier Monaten in Kraft.

Die bisher restriktive Indikationsregelung wird somit durch eine Fristenlösung ersetzt, welche die bisher in Spanien verbotene Abtreibung sogar erstmals als "Recht" der Frau auf eine "frei entschiedene Mutterschaft" definiert. Zukünftig sind Abtreibungen demnach bis zur 14. Schwangerschaftswoche legal. Voraussetzung ist lediglich eine schriftliche Beratung in einem Gesundheitszentrum. Bis zur 22. Woche wird eine Abtreibung im Falle schwerer gesundheitlicher Risiken für die Mutter oder von Missbildungen des Fötus möglich sein.

Bußgeld statt Haft

Für spätere Abtreibungen ist das Einverständnis eines Ärztekomitees erforderlich. Lässt eine Frau außerhalb dieses Rahmens abtreiben, droht ihr in Spanien allerdings keine Gefängnisstrafe mehr, sondern nur noch ein Bußgeld. Nach dem bisher geltenden Recht waren Abtreibungen in Spanien verboten und nur unter sehr strikten Voraussetzungen erlaubt.

Die regierenden Sozialisten von Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero (PSOE) konnten das neue Abtreibungsgesetz im Dezember im Parlament und jetzt im Senat allerdings nur mit den Stimmen der baskischen, katalanischen und galizischen Nationalisten sowie den Stimmen der Vereinten Linken (IU) und kleinerer Regionalparteien gegen die Opposition vor allem der konservativen Volkspartei (PP) durchsetzen, nachdem die polemischste Neuregelung leicht verwässerten, die Mädchen ab 16 Jahren das Recht geben sollte, ohne Wissen oder Einverständnis ihrer Eltern abtreiben lassen zu dürfen. Um sich die notwendigen Stimmen der baskischen Nationalisten (PNV) zu sichern, einigte man sich darauf, dass Minderjährige ihre Eltern zumindest über ihre Entscheidung in Kenntnis setzen müssen.

Katholiken protestieren

Die Katholische Kirche protestierte bereits im Vorfeld energisch gegen die Liberalisierung der Abtreibungsgesetze und kündigte an, dass alle katholischen Parlamentarier, die dem Gesetz zugestimmt haben, bis zu einem öffentlichen Schuldeingeständnis nicht mehr die Heiligen Kommunion empfangen dürften. Unter katholischen Spaniern rief das neue Abtreibungsgesetz ebenfalls starken Protest hervor. Ende Oktober demonstrierten bereits rund eine Million Abtreibungsgegner in Madrid gegen die Neuregelung. (APA)

Kommentar posten
10 Postings
belgma
 
06
25.2.2010, 12:20
die katholische kirche

kann im vatikan protestieren (nur, dort wird der ruf nach fristenlösung vermutlich nicht so laut erschallen). ansonsten soll sie sich aus der gesetzgebung bitteschön raus halten.

und das unabhängig von meiner meinung zum neuen gesetz in spanien.

M L3
01
25.2.2010, 22:29
Dort brauchen sie natürlich keine Fristenlösung oder Abtreibung

Die vergewaltigten Jungs und Schüler können ja nicht schwanger werden.

Kremser
152
25.2.2010, 09:14
Spanien

gehört nicht in die EU!

anton burger
26
25.2.2010, 15:11
wohin denn dann?

Ich glaube, du bist in der minderheit. Bestes land fuer dich ist dann der Vatikan, dort gibt's genug perverse.

anton burger
00
25.2.2010, 02:59
die reaktion der katholiken

weltweit wird interessant sein und vorallem nicht lange auf sich warten lassen.

There's a zombie on your lawn.
01
25.2.2010, 14:40
Was werden die wohl machen?

Weihwasser auf Chorizo schütten?

anton burger
14
25.2.2010, 15:10
...dann waer's ja ok

leider werden die katholen damit weitermachen, kinder, vorallem jungs, zu schaenden, denn da braucht man keine abtreibung.
Jedes ding hat immer eine zweite seite.

Mathias
 
12
25.2.2010, 10:01
Gläubige

Es ist auch interessant zu erfahren, wie andere Religionsgemeinschaften darauf zu sprechen sein werden! Schließlich hat Europa bzw. Spanien mehr Gemeinschaften als nur die katholische Kirche! Soviel ich weis, ist das ungeborene Leben auch bei vielen anderen Religionen schützenswert. Darüber sollte auch mal berichtet bzw. recherchiert werden!

Stronger
11
25.2.2010, 11:30

Im orthodoxen Judentum ist Abtreibung verboten (außer bei Lebensgefahr für die Frau), allerdings spielt das keine Rolle, da der einzige jüdische Staat der Welt - Israel - den Schwangerschaftsabbruch erlaubt - und das allein zählt.

anton burger
35
25.2.2010, 10:35
religionen per se sind

ein joch fuer die menschheit, egal welche denomination. Manche sind ein wenig liberaler als andere doch grundsaetzlich sollten glaubensgemeinschaften ueberhaupt kein aeusserungsrecht haben, schon gar nicht die katholen, wo es merh verbrecher gibt als irgendwo anders. Die sollten mit ihren kinderschaendern aufraeumen, priester zu heiraten erlauben usw. Jeder normale mensch hat ein gewisses rechtsverstaendnis, dazu barucht man nicht diese heuchlerischen verbrecher, die sich nur selbst vorteile holen und leute unterdruecken wollen.

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