AK kritisiert hohe Mieten in privaten Altbauten

Martin Putschögl, 24. Februar 2010 17:52
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    Rund 210.000 Wiener Haushalte sind in Altbauten eingemietet. Wer in den letzten sechs Jahren einen Hauptmietvertrag für eine solche Wohnung unterschrieben hat, zahlt laut AK überdurchschnittlich hohe Mieten.

Im Schnitt gehen 43 Prozent des Haushalts-Einkommens für die Miete drauf - Experte Köppl: "Wohnen muss leistbar bleiben"

Jüngere Arbeitnehmer-Haushalte, die in privaten Wiener Altbauwohnungen leben, sind durch die dortigen hohen Mieten überdurchschnittlich finanziell belastet. Während nämlich Mieter und Mieterinnen im österreichischen Durchschnitt 20 Prozent ihres Haushalts-Nettoeinkommens für das Wohnen ausgeben, sind es bei jenen 192 Haushalten, die für eine IFES-Studie befragt wurden, mit 43 Prozent mehr als das Doppelte. "Die Kosten für private Mietwohnungen drücken immer stärker auf die Geldbörse der Mieter", sagt Wohnpolitik-Experte Franz Köppl von der Wiener Arbeiterkammer, die die Studie beauftragt hatte.

Interviewt wurden Personen, die innerhalb der letzten fünf bis sechs Jahre in Wien in eine private Hauptmietwohnung in einem Altbau (erbaut vor 1944) gezogen sind. Rund 210.000 Mietverhältnisse dieser Art gibt es in Wien, bei insgesamt 623.000 Hauptmieten. Im Vergleich: In ganz Österreich sind es 380.000 bzw. 1,2 Millionen.

Nur 28 Prozent der Wohnungen mit Kindern

Ganz bewusst seien für die Umfrage eher nicht so gute Wohngegenden ausgesucht worden, so Köppl. Die meisten der Wohnungen befinden sich in Gürtelnähe oder außerhalb des Gürtels, im Schnitt weisen sie eine Wohnfläche von 75 Quadratmetern auf. Drei Viertel der Befragten haben zumindest Matura.

In 92 Prozent der Haushalte ist zumindest eine Person berufstätig, in 47 Prozent sind es zwei oder mehr Personen. Das durchschnittliche Haushalts-Nettoinkommen liegt bei 2037 Euro, das Durchschnittseinkommen der Befragten pro Person liegt bei 1535 Euro.

33 Prozent der Wohnungen sind Single-Wohnungen, in weiteren 37 Prozent wohnen zwei Personen, in den restlichen 30 Prozent drei oder mehr Personen. In nur 28 Prozent der Wohnungen sind allerdings Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zu finden.

"System fordert zum Missbrauch heraus"

"Die durchschnittliche Bruttomiete über alle in diesen fünf Jahren bezogenen Wohnungen betrug 682 Euro oder 9,20 Euro pro Quadratmeter", erklärt Köppl. Damit seien die Zuschläge auf den Richtwert fast schon genau so hoch wie der Richtwert selbst (in Wien derzeit bei 4,73 Euro je Quadratmeter). Besonders die Tatsache, dass ein Drittel der Befragten einen befristeten Mietvertrag hat, stößt Köppl sauer auf. "Eigentlich sollten befristete Wohnungen um ein Viertel billiger werden. Aber wovon wird der Abschlag abgezogen?" Die Vermieter könnten schlicht verlangen, "was der Markt hergibt", und für Köppl heißt das: "Das Richtwertsystem funktioniert nicht." Die Vermieter seien nämlich nicht dazu verpflichtet, die Zu- oder Abschläge zum Richtwert im Mietvertrag aufzuschlüsseln, die Mieter wüssten deshalb nicht Bescheid, wofür sie die um so viel höheren Mietpreise bezahlen würden. Dieses "absurde" System fordere geradezu "zum Missbrauch heraus", so Köppl.

Dazu kämen hohe Belastungen beim Bezug der Wohnung: 85 Prozent der Befragten mussten eine Kaution in durchschnittlicher Höhe von 2020 Euro hinterlegen. Und: "Wer eine Wohnung über einen Makler bezog, hatte eine um etwa zehn Prozent höhere Miete, als wenn sie ohne Makler-Zwischenschaltung gemietet wurde", so der AK-Experte. Er fordert, dass die Vermieter die Zu- und Abschläge detailliert in den Mietverträgen bekannt geben müssen, und dass diese Zuschläge maximal 25 Prozent des Richtwertes betragen sollten. Weiters sollten Grundsteuern und Hausverwalterkosten, wie etwa die Versicherung des Gebäudes, nicht mehr auf die Mieter überwälzt werden dürfen.

"Populistische Meinungsmache"

Die Kritik an der AK-Studie (Link siehe unten) von Seiten der Immobilienwirtschaft ließ nicht lange auf sich warten. "Wohnen sollte nicht für populistische Meinungsmache missbraucht werden", kritisiert Wolfgang Louzek, Präsident des Verbandes der institutionellen Immobilieninvestoren, via Aussendung. "Dass Miethäuser, deren Wohnungen dem Richtwertzins unterliegen, kaum bis gar keinen Ertrag abwerfen, ist Tatsache und resultiert daraus, dass viele Altmieter eine sehr geringe Miete bezahlen. Gerade junge Familien leiden darunter, denn ihnen steht dieser 'alte' Mietvorteil nicht zur Verfügung."

Nicht die Beschneidung der Mieten sei daher gefragt, "sondern die Modernisierung des Mietrechtsgesetzes, das unzählige für niemanden mehr nachvollziehbare Varianten an Mieten erfunden hat, ja selbst die Miete für Geschäftraum mit einem Gesetz regelt", so Louzek.

"Preisschutz relativieren"

Anton Holzapfel, Geschäftsführer des Österreichischen Verbands der Immobilientreuhänder (ÖVI), konterte Köppls Forderung, die Mieten müssten "leistbar bleiben", mit der Feststellung, dass "auch Vermieten leistbar bleiben" müsse. Die Vermieter treffe aber eine immer höhere Kostenbelastung, auch wegen teils widersprüchlicher Entscheidungen des OGH in den vergangenen Jahren zu den Erhaltungspflichten des Vermieters. Im übrigen liege der Mietaufwand von Wohnungsmietern privater und gewerblicher Vermieter im Vollanwendungsbereich des MRG in Wien unter dem Niveau von Genossenschaftswohnungen.

Auch nach Meinung Holzapfels habe "eine jahrzehntelange restriktive Mietzinsregulierung zu einem deutlichen Ungleichgewicht auf dem Markt geführt: Junge Wohnungssuchende müssen deutlich mehr an Wohnkosten aufwenden und damit jenen Aufwand zum Teil tragen, der von Mietern mit Verträgen aus der Zeit vor 1994 nicht geleistet wird." Dieses Ungleichgewicht könne nur dadurch entschärft werden, "dass der Preisschutz bei Altmietverträgen zum Beispiel im Wege einer 15tel-Anhebung relativiert wird", so Holzapfel.

Genau das würde nach Meinung Köppls allerdings eine Steigerung der Mietpreise ins Uferlose bewirken: "Die Altmieten würden steigen, aber es braucht niemand glauben, dass die Neuvermietungen dann billiger werden." (Martin Putschögl, derStandard.at, 24.2.2010)


UPDATE: ÖHGB-Reaktion

"Diese Studie erweckt ein völlig falsches Bild über die durchschnittliche Mietenbelastung, weil die gesamte Miete inklusive Betriebskosten und Umsatzsteuer erhoben und die Vermietungen bloß der letzen fünf Jahre untersucht wurden", erklärt dazu auch Friedrich Noszek, Präsident des Österreichischen Haus- und Grundbesitzerbundes (ÖHGB). Wenn die AK behaupte, die Zuschläge würden das Doppelte des Richtwertes ausmachen, so sei das "grundlegend falsch. Der Betrag von 9,20 ist nämlich als Bruttomietzins erhoben worden, hier schlagen aber neben dem Hauptmietzins, der dem Haus zugute kommt, auch die Betriebskosten und die Umsatzsteuer in Höhe von 10 Prozent zu Buche."

Die Betriebskosten würden in der Regel 30 Prozent des Wohnungsaufwandes betragen, die Schere zwischen Hauptmietzins und Betriebskosten würde zudem immer weiter aufgehen, so Noszek. "Überdies wurde in der Studie der AK nicht erhoben, wie viel in die Adaptierung der Wohnungen, die in bester Ausstattung waren, investiert wurde, und wie hoch die Wohnnebenkosten liegen."


Link

AK-Studie

Kommentar posten
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Drapes Match Carpet
04.03.2010 17:55
thermische sanierung beim Gründerzeitaltbau ist schwierig

bei altbauwohnungen mit stuck kann man aussen kaum dämmen. nur isolierte fenster einzubauen führt zu schimmel an den ausssenwänden.

gegenüber einem unisolierten haus hat die wohnung den vorteil, dass sie wenig aussenwände hat im verhältnis zum rauminhalt. seitlich darüber und darunter hat man in der regel beheizte wohnungen und verliert dort keine wärme. wem es zu teuer ist muss sich im altbau halt mit 18° begnügen.

immofuchs
02.03.2010 10:43
Auf den Punkt

Wenn wohnen zu teuer ist, haben die Bewohner zuwenig Geld!
Es gibt nunmehr 2 Möglichkeiten:
1) man kann Mietpreisobergrenzen und gesetzlich garantierte Billigwohngarantien zementieren. Damit wird letztlich kein Mieter reicher und die Vermieter haben keine Mittel zum investieren oder konsumieren. So verteilt man langfristig Armut.
2) Man kann Löhne und Gehälter (Netto!) so stark steigern, dass Wohnraum leistbar wird und auch die Vermieter profit machen und dann noch Arbeit durch Investition oder Konsum schaffen.
Mir persönlich erscheint die Variante 2 nachhaltig sinnvoller.

kapitän nemo
Thomas Herzig
02.03.2010 11:02

dann fangen sie am besten gleich selbst an!
zahlen sie ihren mitarbeitern 30% mehr gehalt,!

und zahlen sie auch im restaurant, im geschäft, und beim friseur mehr, damit die sich wiederum die höheren gehälter und die höheren lokalmieten leisten können

oder schicken sie ihre kinder in die privatschule,und auf die privatuni ins ausland, und zahlen sie sich ihren arzt selbst. nutzen sie keine öffentlichen parkanlagen und verkehrmittel!
schaffen wir die polizei ab, und engagieren sie sich einen privaten sicherheitsdienst.
dann kann der staat die lohnnebenkosten drastisch reduzieren

immofuchs
03.03.2010 13:42

Aus all Ihren Posts ist mir der Eindruck enstanden, dass Sie ein sozial gewissenhafter, grundvernünftiger Mensch sind.
Sozialleistungen sind ganz wichtig für sozial Bedürftige. Aber in Ö werden Zuviele in die Hilfsempfänger Rolle gedrängt.
Ich glaube weil der Faktor Arbeit viel zu starkem Abgabendruck unterliegt.
Wenn zB ein Mechaniker 12 Stunden Nettolohn aufbringen muss um sich eine eigene Arbeitsstunde ofiziell leisten zu können ist das ein Systemfehler und zwar unabhängig davon ob der Chef sich bereichert oder der Sozialstaat.
An Privatschulen, Privatversicherung etc. ist ja nichts prinzipiell Falsches solange ein gesunder Qualitätswettbewerb ausgelöst wird und es nicht zur reinen Geschäftemacherei ausartet.

Dust von Dust
05.03.2010 08:18
systemfehler korruption

die mehrkosten durch korruption fressen uns arm. ohne der bzw. weniger wäre österreich saniert und wir könnten steuern senken.
freunderlwirtschaft heisst jetzt networking und wettbewerb nur solange die eigenen leute gewinnen bzw. man schachert es sich grosskoalitionär aus.
zb. auf den energieversorgern sitzen die länder, die wollen keine konkurrenz. die höheren energiekosten sind überall drinnen. 1000er gitti zuerst finanzstadtrat in wien nun siemens chef. zb. der ulf ist von siemens.
steuerabschreibungen wie die mitgliedschaft in einem privaten verein stichwort kirchensteuer, umgekehrt gibt es hilfsbedürftige die durchs soziale netz fallen. wo sind die sozialwohnungen für obdachlose?
bis zum zusammenbruch und dann passiert es wieder...

ravenna
27.02.2010 11:16
Gönnt man dem Vermieter 3-4% ?

Die Grundfrage müsste wohl sein, ob man dem Vermieter seine 3-4% Rendite gönnt, bei einem gleichzeitig doch recht hohen Ausfallrisiko. Zumindest in dieser Größenordnung bewegen sich nämlich die Renditen, bei aktuell als Vermietobjekten zum Kauf angebotenen Wohnungen.

immofuchs
02.03.2010 10:58

Die Rendite bei einer Immobilie teilt sich in laufende Erträge einerseits und Wertzuwachs andererseits. Aus den laufenden Erträgen haben sie nach Kosten modelltheoretisch keine 3-4% (ausser sie senken mittelfristig die Qualität Ihres Objektes) sondern rd. 2%.
Der Wertzuwachs ist eine Art Inflationssicherung ( Basis Wohnbau-/Immobilienindex).
In den letzten Jahren haben die Preiszuwächse bei Wohnimmobilien ein "gesundes" Maß von 5-6% p.a.(Verdoppelung des Preises in 12-15 Jahren) gesprengt.
Man muss als Neuerwerber also sündteuer vermieten und sich gleichzeitig auf Preisstillstände vorbereiten.

Michael B
27.02.2010 18:26
Ums "gönnen" gehts ja nicht. Ich würde auch jedem Aktionär 4% Dividende "gönnen".

Wenn ein Aktionär seine Rendite nicht erreicht, kann er keine "Altaktionäre" dafür verantworltlich machen.
Da findet er sich halt damit ab. Oder er geht in die Hauptversammlung, und stellt das Management zur Rede. Die werden ihm wahrscheinlich sagen, daß der "Markt" im Moment nicht mehr hergibt.
Wenn das dem Aktionär nicht paßt, wird er die Aktien verkaufen.
Aus irgendeinem Grund ist man aber der Meinung, daß eine Immobilie, sei sie auch noch so devastiert, abgelegen oder verbaut, immer eine geschmalzene Rendite abwerfen muß.
Und deshalb kaufen viele Immobilien, auch wenn man genau weiß, daß die zu erreichende Rendite nicht wie erträumt sein wird.

Max Birnbaum
26.02.2010 23:47

Wie gelingt es Menschen mit Durschnittseinkommen in Wien lebend, überhaupt noch etwas qualitativ im Eigentum zu erwerben, wenn nicht geerbt oder innerhalb der Familie weitergeben wird. Die meisten Familien zahlen nunmal teure Altbauwohnungen mit zugigen Fenstern, schlecht sanierten Eingangstüren und nicht energiesparenden Heizmethoden. Familiengründungen und Homeoffices brauchen Ouadratmeter. Diese bieten in Wien meist nur Gründerzeitwohnungen und davon gibts genügend. Hausbesitzer und Immobilienfirmen sollen an ihrem Besitz verdienen, jedoch sollte auch der Mieter die Vorteile von energiesparend erhalten, nicht bloß lackierte Türen, Fenster und Parkett- im Sinne Altbau saniert!

peter schlesinger
27.02.2010 18:39
das Problem das Sie anreissen wird spätestens

der nächsten Regierung gewaltig auf den Kopf fallen wenn sie nicht jetzt die Weichen stellen. Jahrzehntelang verhinderte die SP eine Anhebung der Mieten, erst als die Gemeinde Wien selbst ihre Häuser nicht mehr erhalten konnte, wurden Mieten aber nur gering angehoben. Heute subventioniert die Gemeinde mit vielen Mrd. (Sockel)Sanierungen, doch in einigen Jahren sind wieder Reparaturen notwendig, was wird die Gemeinde dann machen.
Die Jugend muß heute das bezahlen, was die Altmieter in vielen Jahren profitiert haben.

Dust von Dust
27.02.2010 10:31

wenn du die kreditkosten in relation zur miete kalkulierst. was kostet der kredit und was zahlst an miete. betriebskosten hast in beiden fällen, deshalb nur die reine miete hernehmen und bedenken, dass du am ende eigentum hast und keine miete mehr zahlst.

laut beispielrechnungen rechnet es sich nur wenn du jahrzehnte in einer wohnung bleibst >20-30 jahre

Elisabeth68
26.02.2010 18:10
Migration

an den hohen Mieten in den Ballungsräumen ist die Migration schuld. Zuwanderer strömen in die Städte und brauchen Wohnraum. Das heisst wir bezahlen Zuwanderung nicht nur mit unserem Beihilfen und Sozialsystem sondern auch mit unseren überhöhten Mieten. Mit eigenen Kindern ginge das billiger.

Drapes Match Carpet
04.03.2010 17:44
migranten führen auch zu starken wertänderungen

eigentum in einer "schlechten" gegend wird gnadenlos entwertet

immofuchs
02.03.2010 11:09
Haben Sie Ihr eigenes post gelesen und verstanden?

Sie machen für die hohen Mieten einen gesteigerten Bedarf (in Ihrem post durch Migration) verantwortlich und meinen ein höherer Bedarf durch eigene Kinder ist billiger?
Das verstehe ich nicht.
Bitte erklären Sie mir warum Migrantenfamilien die bedeutend "dichter" wohnen als "Einheimische" die Mieten stärker erhöhen als eigene Kinder.

Michael B
27.02.2010 18:20
Eigene Kinder bleiben ja in der elterlichen Wohnung, bis sie 50 sind.

ravenna
27.02.2010 11:18
Genau

Die Kärntner sollen wieder nach Kärnten verschwinden. Die sind verantwortlich für die hohen Mietpreise.

Sagan
 
27.02.2010 18:59
an ravenna :

wieso sind "die Kärntner" daran schuld ????

Michael B
26.02.2010 16:41
Die Spekulation der letzen 20 Jahre hat die völlig irrationale Erwartung geweckt,

daß man mit Immobilien 12-20% Rendite im Jahr erwirtschaften könne. Was dabei herausgekommen ist, sieht man am besten am Branchenriesen "Immofinanz". Diese "Gewinne" entstanden nur durch die ständige bilanzmäßige Aufwertung von bestehenden Gebäuden. Dabei wurden auch völlig leerstehende Büros und Wohnungen, die nie einen Cent Mieteinnahmen abwarfen, ständig mehr "wert" und "erwirtschafteten" dadurch Gewinne.

Die wenigen, die wirklich mit Immobilien verdienen, sind 1.) Leute, die schon billige Objekte BESITZEN, und 2.) Freunde von Grasser & Co, die um einen SPOTTPREIS zehntausende Wohnungen aus öffentlichem Besitz "privatisieren" konnten.
NUR da ist wirklich eine fette Rendite drinnen!

wmartinw
26.02.2010 15:51
bin einer dieser halsabschneiderischen Vermieter

Habe meine Studentenwohnung gekauft, mit Nachbarwhg. zusammengelegt und komplett neu saniert, parifiziertes Albauzinshaus (Richtwertmiete gilt)! Vermiete unbefristet um 690 € brutto (kalt) für 70 m² (Lift, 9. Bez., kein Balkon, 2. Stock). Vermieterbetriebskosten: 235 €; zusätzlich anteilig: 900 € Renovierung(2009), 3.000 €(Kellerkomplettsanierung (2010); leere Rep.rücklagenkonto, thermische Sanierung noch nicht erfolgt.....damit ist das private Vermieten trotz deutlich über Richtwert kaum kostendeckend, da die alte Substanz (1890) hohe Erhaltungskosten fordert, die natürlich nicht weiterverrechnet werden. Für Gewinn fällt EK-Steuer an. Die Investkosten der Wohnungszusammenlegung werden sich über Vermietung kaum amortisieren.

immofuchs
02.03.2010 11:26
kleines altes haus?

und die Hausverwaltung dürfte auch recht listig sein. Aber abgesehen davon:
bei Ihren Dimensionen führen sie eher keine USt ab. Sie erlösen aus Ihrer Wohnung also EUR 5.460 p.a. nach den angeführten Reperaturen bleiben für 2009 und 2010 rd. EUR 7.000,-- . Jetzt fragt sich nur wieviel Sie für Ihre Wohnungen (inkl. Renovierung) bezahlt haben. Bis EUR 120.000 wärs ganz OK.
Die unbefristete Vermietung war eher sozial als kaufmännisch lobenswert.

Michael B
26.02.2010 16:34
Ihr Rechenbeispiel sagt uns leider nichts über die wirklichen Kosten aus.

Weder findet man die Anschaffungskosten, noch die Laufzeit der Rückzahlungen.
Wie schaffen Sie es, dabei noch einen Gewinn zu erwirtschaften, für die Sie Einkommensteuer zahlen müssen?
Prinzipiell würde ich nur dort investieren, wo ich in absehbarer Zeit eine Rendite zu erwarten hätte.
Allerdings müßte man sich das VORHER ausrechnen...

chavs on the run
26.02.2010 19:18

ek, da abschreibungen stark reguliert, und nicht den wirtschaftlichen tatsachen entsprechen

Michael B
27.02.2010 18:31
Was schreibt man an einem Gebäude langsamer ab, als es sich abnützt?

Bauen Sie alle 5 Jahre neue Fenster ein?
Oder alle 7 Jahre einen neuen Parkettboden?
Die Menschen sind von den ständigen "Investitionsprämien" und Modellen zur "vorzeitigen Abschreibung" verwöhnt, die man den Unternehmern nachgeworfen hat, um "die Wirtschaft anzukurbeln". In Wirklichkeit wurden dadurch natürlich nur diskret die Einkommensteuer reduziert, was einem Unselbständigen niemals möglich wäre.

Baerald
01.03.2010 16:35
Äh - diese kurzen Abschreibungsmöglichkeiten

müssens mir für Vermietungen aber einmal zeigen...
In Wahrheit beginnt das bei grunds. 10 Jahren bis hin zur Restnutzungsdauer des Hauses; und das können schon mal 67 Jahre werden, wenns blöd läuft. Die Beträge, die dann im Extrem als jährliche Abschreibungen rauskommen, sind weniger wert als das Papier auf dem sie stehen...

peter schlesinger
28.02.2010 13:06
ich habe eine Wohnung gesehen, die ein

in Privatkonkurs gegangener Mietnomade hinterlassen hatte: hier war praktisch alles was es in einer Wohnung so gibt neu zu machen. Von den Fenstern, die nicht mehr in den Angeln waren, über z.T. herausgerissene Parketten, bzw. Chemikalien auf den Holzboden geschüttet, Armaturen überdreht, Gips in den Abflüssen, herausgerissene Stecker. Die Küche so verdreckt, daß man sie nur erneuern konnte. In dieser Wohnung mußte man praktisch alles erneuern um sie wieder vermietbar zu machen. Sie sehen, manchmal braucht es gar nicht 7 Jahre um einen Frußboden zu erneuern.

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