Neuartige Fallen machen sich die Neugier der kleinen Räuber zunutze - Ökosystem der australischen Insel durch menschlichen Einfluss fragil
Sydney - Katzen zählen neben Ratten und Mäusen zu den schlimmsten bioinvasiven Spezies weltweit. In Australien, das - siehe Kaninchen, Dromedare oder Agakröten - an Bioinvasoren mit explosivem Vermehrungspotenzial nicht gerade arm ist, ist dies ebenfalls der Fall, wenn auch regional unterschiedlich. Ein neues Programm zur Verringerung der Bestände an verwilderten Hauskatzen soll nun auf Kangaroo Island durchgeführt werden.
Neuartige Fallen, die neugierige Katzen mit Licht und Geräuschen anlocken, sollen
bald auf der Insel getestet werden,
wie das Forschungszentrum für Invasive Tiere am Mittwoch auf seiner
Internetseite ankündigte. Die Wildkatzen würden von Licht und Tönen in eine Röhre gelockt,
erklärte Professor Steven Lapidge im Rundfunksender ABC. Wenn Sensoren
das Tier als Katze identifizierten, werde es mit einem Giftspray getötet.
Insel-Ökosystem
Die 145 Kilometer lange und etwa 4.400 Quadratkilometer große Kangaroo Island liegt 13 Kilometer von der australischen Küste entfernt. Diese Distanz hat ausgereicht, dass der Insel einige Bioinvasoren des Festlands wie Füchse oder Kaninchen erspart geblieben sind. Nicht jedoch Katzen: Die Forscher gehen davon aus, dass in gesamt Australien mehr als 18 Millionen verwilderte Katzen leben, die von Hauskatzen abstammen. Angesichts der Größe des Landes und einer geringen Zahl von Raubtieren
konnten sich eingeführte Tierarten auf dem fünften Kontinent
ungehindert verbreiten. In abgeschlossenen Insel-Ökosystemen wirken sich die Folgen dieser Verbreitung auf die einheimische Fauna und Flora noch stärker aus.
Kangaroo Island gerät wegen seines - menschengemacht - fragilen Ökosystems immer wieder in die Schlagzeilen. Außer den europäischen wurden im Lauf der Zeit auch zahlreiche australische Festlandspezies eingeführt. So zum Beispiel Koalas, die sich im Anschluss so stark vermehrten, dass zu Sterilisierungs- und Umsiedlungsaktionen gegriffen wurde. Als diese nicht den gewünschten Effekt brachten, wurden auch Massentötungen diskutiert, was aber nicht zuletzt aus touristischen Erwägungen ein höchst umstrittenes Thema ist. (APA/red)