Österreich

Produktion brach um zehn Prozent ein

24. Februar 2010, 14:32
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    grafik: apa

Die Krise hat sich 2009 vor allem im Investitionsgüterberich ausgewirkt, moderater fiel der Rückgang bei Konsumgütern aus

Wien - Die Krise hat sich im produzierenden Bereich in Österreich im Vorjahr deutlich niedergeschlagen. Der Produktionsindex sank im Jahresdurchschnitt 2009 gegenüber 2008 um 10,1 Prozent, geht aus Daten der Statistik Austria hervor. Stark getroffen war vor allem die Industrie mit einem Minus von fast 12 Prozent (11,8 Prozent). Im Bauwesen gab es dagegen nur einen Rückgang um 2,5 Prozent. Massiv getroffen waren Investitionsgüter, während der Rückgang bei den Konsumgütern vergleichsweise moderat ausfiel.

Nach Verwendungskategorien gereiht sank der Produktionsindex (EU harmonisiert, arbeitstätig bereinigt) im Jahresdurchschnitt 2009 bei den Investitionsgütern um 18,3 Prozent. Bei den kurzlebigen Konsumgütern gab es dagegen nur einen Rückgang um 2,9 Prozent, bei den langlebigen Konsumgütern von 3,3 Prozent. Bei den Vorleistungen wurde ein Minus von 14,8 Prozent verzeichnet, bei der Energie waren es minus 4,1 Prozent.

Stärkstes Minus bei Investitionsgütern

Im Dezember 2009 lag der Produktionsindex (arbeitstätig bereinigt) um 4,6 Prozent unter dem Wert von Dezember 2008 und um 0,8 Prozent unter November 2009. Bei der Industrie gab es im Jahresabstand einen Rückgang um 4,2 Prozent, im Bauwesen um 5,3 Prozent. Nach Verwendungskategorien gab es ein leichtes Plus von 0,9 Prozent bei den kurzlebigen Konsumgütern. Das stärkste Minus wurde mit 9,1 Prozent bei den Investitionsgütern verzeichnet.

Im Vergleich zum November 2009 konnte die Industrie im Dezember ein leichtes Plus von 0,3 Prozent verzeichnen. Am Bau gab es einen Rückgang um 5,3 Prozent. Gestiegen ist der Produktionsindex im Vergleich der beiden letzen Monate des Jahres bei den kurzlebigen Konsumgütern (+1,7 Prozent), bei den Vorleistungen (+0,6 Prozent) und minimal auch bei den Investitionsgütern (+0,1 Prozent). Rückläufig waren dagegen die langlebigen Konsumgüter (-2,5 Prozent) und Energie (-0,7 Prozent).

Industrie der Eurozone mit Auftragsplus

Die Industrie in der Euro-Zone ist dank der französischen Abwrackprämie mit Schwung aus dem Rezessionsjahr 2009 gegangen. Die Aufträge legten im Dezember gegenüber dem Vormonat unerwartet um 0,8 Prozent zu, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte. Vor allem die Nachfrage nach Investitionsgütern stieg kräftig. Von Reuters befragte Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang von einem Prozent gerechnet. Das starke Plus im November von 2,7 Prozent wurde bestätigt.

Experten warnten allerdings vor allzu großem Optimismus: Die Zahlen gäben wenig Aufschluss darüber, wie es im laufenden Jahr weitergehen werde. Insbesondere Autos dürften weniger stark gefragt sein, wenn die Abwrackprämie in Frankreich auslaufe: "Was wir in Deutschland gesehen haben, ist ein deutlicher Rückgang der Nachfrage zum Jahresende", sagte HSBC-Expertin Astrid Schilo. "Das Bild in Frankreich dürfte ähnlich aussehen." Im Dezember hatten die Hersteller von Autos und anderen Investitionsgütern in der Euro-Zone sieben Prozent mehr Bestellungen erhalten als im November.

Im Jahresvergleich legten die Aufträge im Dezember kräftig um 9,5 Prozent zu - und damit deutlich stärker als erwartet -, nach einem revidierten Rückgang von 0,6 (zunächst 0,5) Prozent im Vormonat. Volkswirte hatten für Dezember einen schwächeren Zuwachs von unter 8 Prozent erwartet. Im Gesamtjahr 2009 brachen die Aufträge krisenbedingt um 22,6 Prozent ein.

Die Aufträge geben Aufschluss über die künftige Produktion. Die Euro-Zone hat sich im dritten Quartal 2009 aus der Rezession gelöst. Das Wachstum hat aber zum Jahresende schon wieder an Fahrt verloren. (APA)

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20 Postings
Überwachungskamera1
00
25.2.2010, 07:17
tja, liebe bosse

weniger am golfplatz rumtreiben und champagner saufen dafür mehr in die hände spucken und denken

KristallpalastMittelEbeneBewohner1
01
24.2.2010, 21:22
jaaa...


noch weniger konsumieren...

Bergdolm
12
24.2.2010, 18:41
Dennoch wurden viele Investitionsgüter exportiert

was natürlich bedeutet, dass mit den exportierten Maschinen und Anlagen "im Ausland" Konsumgüter produziert werden, die dann auch unsere Märkte überschwemmen.
Aber so ist das eben in einer dynamischen Marktwirtschaft.

Ich bin überzeugt, dass der Einbruch, der im Land (Ö)verbliebenen Investitionsgüter ganz gewaltig war - und auch zukünftig weiter rückläufig sein wird, zumal jetzt bereits gewaltige Überkapazitäten vorhanden sind. Da "Massenfertigungen" nahezu komplett Richtung Osten (zuerst Ungarn, Tschechien, Polen ... - dann Indien u. China) ausgelagert wurden, wird sich auch zukünftig nichts daran ändern.

Dass der "Westen" relativ bald zur "industriellen Wüste" verkommt, klingt extrem unpopulär - kommt aber der Wahrheit sehr nahe.

Meerwelle
20
24.2.2010, 22:53

Ich glaube, wir werden alle sterben.
Wuha, ich fürcht mich schon so!

Hatstone
00
25.2.2010, 00:18
1. Ja, so ist das eben! 2. Fürchten hilft nichts!

3. Dieser Beitrag ist flüssiger als Wasser!
4. Ich denke Bergdolm wird leider recht behalten!

Ivan Bukov
00
24.2.2010, 17:26

Na no na net!

system1
20
24.2.2010, 14:12
für die rückläufigen sparten ein tipp:

marketing und werbung! von selbst fliegen einem die tauben eben nicht mehr in den mund. so einfach ist das.

Ivan Bukov
01
24.2.2010, 17:34

Wenn Unternehmen keinen Zugang zu Krediten haben koennen die Investitionsgueterhersteller Marketing machen soviel sie wollen, bringen wirds trotzdem nix....

RZugDZug
00
24.2.2010, 22:01

Wenn Unternehmen keine Ersatzinvestitionen vornehmen, oder die Produktionskapazität aufstocken müssen, wegen steigender Nachfrage, dann brauchen's auch nicht investieren und den Kredit sowieso nicht ;-)
Blöd ist halt die Anlageninvestitionen sind ein Vorlaufindikator für die Industriebeschäftigung und das Ganze schaut nicht gut aus.

RS69
 
00
24.2.2010, 17:22

Das ändert nichts daran, dass bei Überangebot nicht alle verkaufen können - mehr Werbung und Marketing hilft einzelnen.

Wenn's alle machen, ist wieder alles so wie zuvor - ausser sie werben so viel, dass durch das Marketinggeschäft diese Leute mehr konsumieren, und so die Wirtschaft ankurbeln.

Wir könnten aber auch einen Stein nehmen, uns den gegenseitig verkaufen, und jedesmal den Preis um 10% erhöhen. Dann werden wir beide Reich und die Wirtschaft wächst auch.

lessismore
00
24.2.2010, 21:44

Cool! Sie müssen sich allerdings rechtzeitig umschauen, daß am Schluß der Staat den Stein kauft, zum vollen Wert des letzten Kaufs plus zehn Prozent. Steinepaket! SO macht man Geld ...

myschkin
10
24.2.2010, 16:44

einen der unproduktivsten Sektoren aufblähen, schöpferische Kraft vergeuden - unsinnig.
Würde im Gegenteil diesen Sektor komplett streichen und die freiwerdende Kraft sinnvoller nutzen, zum Beispiel, dass alle weniger für die Gesellschaft arbeiten und mehr Zeit für sich zur Verfügung haben.
Das kann man ausweiten.

sterngucker
 
01
24.2.2010, 17:10
Völlig d'accord

Es ist unfreiwillig komisch, wenn dieselben Leute, die ständig gegen Bürokratie wettern und nach Vereinfachung der staatlichen Verwaltung schreien, auf dem privaten Sektor am liebsten die ganze Wirtschaftsleistung auf Branchen konzentrieren wollen, die aus volkswirtschaftlicher Sicht pure Bürokratie und Verwaltung sind: Banken, Finanzwirtschaft, Werbung, Marketing, etc.

Würde man aufhören, diese reinen Systemerhalterfunktionen als große Wertschöpfer mißzuverstehen, dann würde man schnell erkennen, daß die Bürokratie in der Privatwirtschaft mindestens ebenso kräfteraubend ist wie die staatliche.

Ivan Bukov
00
24.2.2010, 17:28

"...die aus volkswirtschaftlicher Sicht pure Bürokratie und Verwaltung sind: Banken, Finanzwirtschaft, Werbung, Marketing, etc."

Woher haben sie das?

sterngucker
 
01
24.2.2010, 20:31
Aus Theorie und Praxis

Ivan Bukov
00
25.2.2010, 09:27

Tolle Quelle...

sterngucker
 
02
24.2.2010, 15:15
Klar, darauf sind die rückläufigen Sparten bis jetzt nicht gekommen

Und Marketing und Werbung erzeugen nicht nur die nötigen Bedürfnisse, sondern gleich auch das dafür notwendige Einkommen aus dem Nichts.

Haben Sie schon einmal daran gedacht, Consultant zu werden? Oder sind Sie schon einer?

Ravenhorst
02
24.2.2010, 14:25
Werbungskosten

Ihr Tip ist schon richtig, aber viele Unternehmen haben eben das Geld für Werbungskosten nicht mehr.

Nah&Frisch
00
24.2.2010, 22:01
... sie meinen wohl Werbekosten .., weil Werbungskosten sind wohl was anderes.

Kahuna
00
24.2.2010, 22:36
Ned gscheiteln, Sie wissen schon, was er meint

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