"Bloom Box" präsentiert: Die Zukunft der Energiegewinnung
Gregor Kucera, 24. Februar 2010, 10:16
foto: archiv
Ein innovatives Energiekonzept soll den wachsenden Stromverbrauch in den Griff bekommen helfen. "Bloom Box" wird offiziell vorgestellt.
Dezentrale Stromversorgung für Unternehmen und Private soll nach zehn Jahren Entwicklungszeit Realität werden
Am Mittwoch stellte das kalifornische Unternehmen Bloom Energy die sogenannte "Bloom Box" vor. Es handelt sich dabei um ein autarkes Energiesystem, das die dezentrale Stromversorgung ökonomisch und ökologisch revolutionieren soll.
Zehn Jahre Arbeit
"Bloom Energy" startete vor fast zehn Jahren mit seinen Entwicklungen. Das Unternehmen wurde von einem ehemaligen NASA-Mitarbeiter gegründet und hatte das Ziel, einen neuen Weg in der Energiegewinnung zu finden. Am Mittwoch sollen zahlreiche Fragen beantwortet werden. Immerhin sollen mittlerweile bis zu 400 Millionen US-Dollar an Risikokapital in das Projekt geflossen sein.
Testbetrieb
Einige "Bloom Boxes" sollen bereits im Einsatz sein und im Testbetrieb sehr gute Ergebnisse erzielt haben. Unter den ersten Testern finden sich Google, eBay, Walmart und Staples. Diese Unternehmen wollen über die "Bloom Box" ihre Rechenzentrumsinfrastruktur mit Energie beliefern.
Die wesentliche Grundidee - und somit der "Kern" der Bloombox sind Festoxidbrennstoffzellen - "Solid Oxide Fuel Cell (SOFC)" erzeugen aus Brennstoffen wie Wasserstoff, Erdgas oder auch Diesel durch Oxidation Strom. Im Vergleich zu anderen Brennstoffzellen kommen diese Modelle ohne Platin als Katalysator aus und sind damit wesentlich billiger herzustellen.
Flachzellen
Bei der Präsentation im eBay-Hauptquartier in San Jose, Kalifornien, zeigte KR Sridhar, Mitgründer und CEO von Bloom Energy, dass in der BloomBox Flachzellen, die als hohe Stapel rund um eine zentrale Achse angeordnet werden, verwendet werden. Die Festoxidbrennstoffzellen arbeiten in Normalfall bei Temperaturen zwischen 500 und 1000 Grad Celsius. Ein Nachteil der allerdings bei der Bloom Box nicht zu fühlen sein soll, wie US-Medien melden. Auch hier konnten die EntwicklerInnen ersten Bericht zufolge wesentliche Verbesserungen erzielen.
Leistungspotenzial
Die EntwicklerInnen erwarten, dass eine Box, die modular erweiterbar ist, bis zu 100
US-amerikanische Haushalte mit Strom versorgen kann. Aufgrund des geringeren Energieverbrauchs sollen sich in Europa sich bis zu 200 Haushalte mit einer Box mit Strom versorgen lassen. Derzeit liege der Preis bei 700.000 bis 800.000
Dollar, allerdings soll es auch kleinere Boxen für Privathaushalte geben, die bereits um 3.000 Dollar erhältlich sein sollen.(grex)
schon geschehen...ist an sich eine gute idee. falls es die menschheit schafft, all dieses zu realisieren, ohne dass die verschiedenheit der kulturen der erde darunter leidet.
sollte die galaktische zootheorie realität sein, wovon ich eigentlich mit 100% sicherheit ausgehe, wäre natürlich das "verschiedenheit der erde-problem gelöst", da die erde im abgeschlossenen planetenstatus seine verschiedenheit aufrecht erhält.
es müsste ein 100%iger rohstoffkreislauf etabliert werden, was technologisch heute schon machbar wäre, jedoch erst in den startlöchern steht, dementsprechend defensiv meine taktik bezüglich wertanlagen.
der prozess, das sich ein mensch tiefgrüdige fehler eingesteht ist ein hart aufzuarbeitender, dementsprechend langsam geht es der homo sapiens sapiens als globalen prozess an.
idee: unumgänglich.
ceterum censeo: lokal, biologisch, wenig fleisch, viel radeln und cadmiumfreie erneuerbare aufs dach.
Na da schlägt mein Bullshitometer aber kräftig aus!
Entgegen dem Eindruck den er erwecken will, ist das weder was neues noch sonderlich 'öko'.
Das Ding ist eine Brennstoffzelle die bei relativ hohen Temperaturen Methan (Erdgas, 'Biogas', Deponiegas) direkt in Strom umwandelt.
Wenn man das Marketingblabla weglässt und sich das Datenblatt anschaut sieht man für das momentan kaufbare Produkt folgende Daten
Leistung el: 100kW
Gasverbrauch: 0,19MWh pro Stunde bei Vollast
Kosten: 5.185-5.925€/kW
Wirkungsgrad el: 51,6%
Erdgas 13€Cent/kWh
Anlage 3kW 17.000€
Zins 5%
Laufzeit & Lebendauer 10 Jahre
263MWh erzeugt in 10 Jahren
Dazu kommt Wartung, Reparatur, Versicherung, Installation...
Wenn er die Kosten halten kann, würde die kWh >21€Cent/kWh kosten, gleich viel wie Netzstrom, unrentabel also.
wenn ich das diese Entwicklung niemals als "bullshit" bezeichnen würde.
Im Gegenteil!
Wenn man bedenkt dass kleinere KWK-Kraftwerke mit Kolbenmotoren und einem elektrischen Wirkungsgrad von ca 30% betrieben werden. Und im Lichte anderer Entwicklungen wie dieser:
http://www.heise.de/tp/r4/art... 965/1.html ("Windmethan"), der Erzeugung von Methan aus elektrischem Strom mit 60% Wirkungsgrad, Oder auch dieser:
http://www.heise.de/tr/artike... 3339.html, der direkten Wasserstoffherstellung aus Wärme ohne Elektrolyse,
halte ich die Entwicklung für EXTREM INTERESSANT und ZUKUNFTSWEISEND für eine nötige Flexibilisierung der Netze.
>Wenn man bedenkt dass kleinere KWK-Kraftwerke
>mit Kolbenmotoren und einem elektrischen
>Wirkungsgrad von ca 30% betrieben werden
Das ist auch der Grund, warum diese Dinger ausschließlich dort gebaut und betrieben werden wo es Subventionen dafür gibt, sie sind schlicht und ergreifend unrentabel und das sowohl ökonomisch als auch ökologisch
'Windmethan' ist nichts anderes als die Umkehrung der Methanverbrennung, dafür brauchen sie aber mehr Energie, als sie bei der Verbrennung erhalten haben. Nachdem bereits der Windstrom in D mit ~8,8€Cent/kWh subventioniert wird, sind die 9€Cent/kWh Kosten für das Methan völlig illusorisch.
Rein technisch geht das natürlich.
sind die extrem gute Skalierbarkeit und damit einhergehende flexible Einsetzbarkeit, sowie der extrem gute Wirkungsgrad gegenüber allem anderen auf dieser Skala.
In diesen Punkten werden Sie mir wohl zustimmen.
Und was das "Windmethan" betrifft: Sicher ist die (zu Grunde liegende) Elektrolyse keine Innovation.
Nichts desto trotz sollte man sich an den Gedanken gewöhnen, dass auch der Strompreis nicht immer der selbe ist. Trotzdem kann es Sinn machen, gerade für die Windkraft, sonst verlorengehende Überschüsse in dieser Form zu speichern, auch wenn das momentan nur mit einem Wirkungsgrad von ˜60*50=30% funktioniert. Schließlich kann der Strompreis bei entsprechender abnahme auch auf das 3-fache steigen.
Was bitte ist an den EE gut? Die Arbeitsverfügbarkeit ist mies, der Flächenbedarf ist gewaltig, sie ist weder plan noch steuerbar und wesentlich teurer als die Alternativen.
Seit wann gewinnt man Methan durch Elektrolyse?
Wenn man Windstrom, der ohnehin schon teuer ist, noch speichert, macht ihn das noch teurer. Wozu? Es gibt günstigere Alternativen
... da hab ich mich nicht klar ausgedrückt. mit den Anführungszeichen wollte ich Ihren Post zitieren.
Eine gut planbare und zuverlässige Sackgasse bleibt eben immer noch eine Sackgasse. Cradle2Cradle ist das einzige, was eine exponentiell wachsende Gesellschaft versorgen kann, auch was Energie betrifft. (Zumindest bis die Fusion funktioniert)
Welchen Sinn die "klein Box für Privathaushalte" haben soll, versteh ich nicht.
Ich brauch statt dem Stromanschluss einen Gasanschluss. Das Ding hat 50% Wirkungsgrad (eigentlich die große 100kW Einheit, eine kleine wahrscheinlich weniger). Ich brauch also statt 3000kWh Strom, 6000kWh Gas im Jahr - das ersparte mir laut e-control Tarifkalkulator derzeit etwa 100 EUR. Dafür hab ich die Investitionskosten, bin 100% CO2 Produzent, mach mich vom Gasanbieter abhängig und wahrscheinlich steigt der Gaspreis in Zukunft stärker als der Strompreis. Warum sollte sich das jemand kaufen? Oder ist Gas in den USA so viel billiger als Strom?
Die Zielgruppe werden amerikanische Vorstadteinfamilienhäuser sein, wo das AKW nebenan dank fehlender Weiterentwicklung aus den 80ern ist und das Stromnetz dank fehlender Investitionen aus den 70ern.
Geht da nichts voran, haben die eigentlich keine andere Wahl als zwischen kein Strom (an bestimmten Tagen) oder selbsterzeugtem Strom. Für Biogas muss sich noch was finden, ev. die Massentierhaltung oder die Landwirtschaft.
Weil der Wirkungsgrad gute 20% über dem hier:
http://tinyurl.com/y8ntsaa liegt.
Da braucht nur noch der Preis einigermaßen stimmen, und so schnell wie Verbrennungsmotoren werden diese Zellen allemal im Preis fallen.
Das Gas macht man dan selbst aus Biomasse und Solarstrom. Ist wie eine Akku zu behandeln das Ding.
Man kann sein Gas auch selbst im Biomeiler erzeugen.
Es läuft ja nicht nur mit Erdgas.
Wenn es für den Hausgebrauch unter 1000€ kostet...(3000$ für Amis..also 1500$ für unseren Stromverbrauch).
Wenn die Sonne nicht scheint verwendet man dann eben weniger Strom aus Biogas.
Ein Viehzuchtbetrieb kann ganz schön viel Gas/Strom erzeugen.
Ok, dass das Ding ein effizienterer, wartungsärmerer Ersatz für einen Gasgenerator sein könnte ist mir schon klar. Das ist ja offensichtlich auch die Anwendung, in der es bereits erprobt wird.
Biomasse: da fehlen mir noch die Angaben über den Gesamtwirkungsgrad um es mit einer herkömmlichen Anlage vergleichen zu können.
Worum es mir aber Eigentlich ging, ist die angepriesene Anwendung für Einzelhäuser, mit der Vision, dass es in Zukunft kein primäres und sekundäres elektrisches Verteilnetz mehr braucht, weil jeder Haushalt selbst seinen Strom erzeugt - das ist doch wirklich Unsinn, oder?
Und mit Solarstrom Gas zu erzeugen, um es später wieder in Strom umzuwandeln ist zumindest für den normalen Anwender auch eine Schnapsidee.
wenn das wirklich stabil läuft könnte das dem Elektroauto zum Durchbruch verhelfen. Ein Akku für z.B. 40 km für Alltag und dieses Ding + Gastank für weitere Fahrten.
das "elektroauto" braucht keinen "durchbruch" sondern nur automobilkonzerne ..
die ihre fix und fertig durchgeplanten, serienreifen und alltagstauglichen 100% elektroautos produzieren ..
werden sie aber nicht, weil sie sich dadurch nur ins eigene fleisch schneiden - wir erinnern uns: "die automobilindustrie verdient ihr geld nicht mit dem verkauf von neuwagen, sondern durch ersatzteile, wartung und andere dienstleistungen"
zu dumm, dass elektroautos wesentlich wartungsärmer, robuster und weniger ersatzteile brauchen als fahrzeuge mit verbrennungsmotoren ..
deshalb auch der hybrid-müll, der von manchen konzernen ausgeworfen wird ..
ein tip - sehen sie sich einfach an, was serienreife elektroautos schon vor 8 jahren konnten ..
light zigaretten. sie bringen uns zwar weiter um, aber es hört sich gut an.
man hängt sich ein neues (grünes) mäntelchen um, und schon ist alles gut.
genau darum werden sie auch produziert werden, um im Prinzip genauso weiter zu machen wie bisher. nicht die Antriebstechnik, sondern der ausufernde Individualverkehr egal ob mit Benzin, Diesel, Gas oder Strom betrieben ist das Problem.
Man kann sich auch bei vager Informationslage sofort und ohne weitere Recherche grenzenlos mokieren.
Im Endeffekt soll das Ding ja anscheinend eine hocheffizientes Minnikraftwerk ("doppelten Wirkungsgrad bei 60 Prozent weniger Emissionen") sein mit variabler Befeuerung sein.
Ausserdem:
"...Vielmehr ermöglicht gerade die Umkehrbarkeit es der BloomBox, am Tage mit Wind- und Sonnenergie Wasserstoff und Sauerstoff zu generieren und zu speichern, aus denen sie nachts oder bei Windstille Energie erzeugt."
(heise http://tinyurl.com/ykas567)
es gibt leute, die schon seit mehr als einem jahr an einer zelle arbeiten, die NUR für die speicherung von strom von zb. photovoltaik anlagen gedacht ist ..
da dürfen mit einem recht kärglichen budget dahinwurschteln, obwohl das der wesentlich zielgerichtetere ansatz ist ..
bis jetzt raunzt doch die energiewirtschaft andauernd (nein, eigentlich nicht, denn die schalten einfach ihre kraftwerke ein oder aus, sie haben ja genug davon), dass strom nicht zu speichern ist .. vielleicht sollten sie die frage zu dem "außerdem" an die energieversorger richten, die seit weit mehr als 100 jahren NICHTS in richtung speicherung von elektrischer energie getan oder geforscht haben ..
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