Comunidad de Estados Latinoamericanos y Caribeños soll der Region ein neues Gesicht geben und Gegengewicht zur OAS bilden
Playa de Carmen - Die Staaten Lateinamerikas haben die Gründung
einer neuen Union beschlossen. Die Teilnehmer eines Gipfeltreffens der
Rio-Gruppe vereinbarten am Dienstag die Bildung der Gemeinschaft
Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten (Comunidad de Estados
Latinoamericanos y Caribeños). Die formelle Gründung der als CELC abgekürzten
Organisation und die Einrichtung ihrer Organe soll zu einem späteren Zeitpunkt
erfolgen.
Die neue Gemeinschaft solle "eine lateinamerikanische und karibische
Identität festigen und weltweit repräsentieren", sagte der gastgebende
mexikanische Präsident Felipe Calderón im Badeort Playa de Carmen. Die CELC soll
ein Gegengewicht zur Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) bilden, die ihren
Satz in Washington hat und maßgeblich von den USA beeinflusst wird.
Washington begrüßt Gründung
Gleichwohl begrüßte die Regierung in Washington die Bildung der neuen
Organisation. Fast alle Teilnehmer des Gipfels in Mexiko seien "feste Partner
der Vereinigten Staaten", sagte der Sprecher des Außenministeriums, P.J.
Crowley. Das Treffen in Mexiko stehe daher "im Einklang mit unseren Zielen für
die Hemisphäre".
An dem Gipfel nahmen Delegationen aus 32 Staaten teil. Nicht vertreten war
jedoch Honduras, weil die Wahl von Präsident Porfirio Lobo wegen der Entmachtung
seines Vorgängers Manuel Zelaya umstritten ist. So wurde Lobo gar nicht erst
eingeladen. (APA/apn)