Abbas verurteilt Israels Pläne für religiöse Stätte in Hebron

23. Februar 2010, 23:11

Palästinensischer Präsident spricht von "Provokation" - Haniyeh ruft zu Volksaufstand auf

Brüssel - Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas hat das Vorhaben Israels, zwei religiös bedeutsame Stätten im Westjordanland in die Liste des nationalen Kulturerbes aufzunehmen, als "Provokation" verurteilt. Die Europäer wüssten, "dass eine solche Provokation nicht auf positive Weise zur Fortsetzung des Friedensprozesses beitragen" könne, sagte Abbas am Dienstag nach einem Treffen mit dem Präsidenten des Europaparlaments, Jerzy Buzek, in Brüssel. Zuvor hatte Abbas vor dem belgischen Senat gewarnt: "Das kann in einem Religionskrieg enden."

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte am Sonntag dem Plan zugestimmt, das Grab der Rachel bei Bethlehem und das Grab der Patriarchen in Hebron offiziell dem schützenswerten historischen Erbe Israels zuzuschlagen. Die beiden religiös bedeutsamen Stätten liegen im Westjordanland, das von Abbas regiert wird.

Das Grab Rachels, wo der Überlieferung zufolge Rachel, die Lieblingsfrau Jakobs, begraben liegt, ist ein jüdischer Pilgerort, während das Grab der Patriarchen in Hebron sowohl für Juden als auch für Muslime eine heilige Stätte darstellt. Die Stätte ist seit dem Massaker eines rechtsextremistischen israelischen Siedlers in der Hebroner Ibrahim-Moschee 1994 unter betenden Palästinensern, bei dem 29 Palästinenser getötet wurden, in einen Bereich für Juden und einen für Muslime unterteilt. In Hebron sind die Spannungen zwischen Juden und Muslimen besonders stark.

Der Chef der Hamas-Regierung im Gazastreifen, Ismail Haniyeh, hatte die Palästinenser nach Netanyahus Ankündigung aufgerufen, sich zu "erheben", um die religiösen Stätten zu verteidigen. "Die Menschen im Westjordanland müssen mit einem Volksaufstand und praktischen Maßnahmen reagieren", sagte Haniyeh während einer Protestveranstaltung in Gaza gegen die israelische Entscheidung vom Sonntag. Die schiitische Hisbollah-Miliz warf Israel "Arroganz" und einen "weiteren Angriff auf die heiligen islamischen Stätten" vor. Auch Ägypten, Jordanien und Syrien protestierten gegen Israels Vorhaben. (APA/AFP/dpa)

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10 Postings
das gute gnu1
00
25.2.2010, 14:51
if ...

... you want german music, eat this: http://www.tagesschau.de/ausland/i... el806.html

77 88
32
24.2.2010, 20:50
Kulturerbe ...

... gefällt Abbas nicht, weil er selbst keine Kultur hat. Dieser Kasper soll lieber darauf achten, dass seine korrupte Regierung nicht in der nächsten Wahl von der Hamas überrumpelt wird. Denn dann kann das passieren, was schon einmal in Gaza passierte. Menschen flogen da wie vögel aus dem 17. Stock - von der Hamas gestoßen.

hester
03
24.2.2010, 17:41
Bewusste Provokation

Netanyahu muss ja wissen, was er tut...

Übrigens find ich es interessant, dass es gemeinsame heilige Stätten gibt, über die sich heftig streiten lässt. Dabei sollten sie ja doch das gemeinsame untersteichen.

troob
71
25.2.2010, 21:32
Gemeinsame heilige Stätten wie den Tempelberg, z.B.

@Hester

Dort hat der Waqf, der die muslimischen Bereiche verwaltet, ohne Baugenehmigung und ohne Genehmigung der Altertumbehörde mit Bulldozern und Schaufelladern Künetten durch den Boden gezogen, und meiner Erinnerung nach etwa 2000 LKW-Ladungen Aushubmaterial weggeschafft - gegen den Protest aller Archäologen.

Immerhin in einem nicht nur für die Juden sondern auch für die Muslime extrem sensiblen Bereich.

Es wurde die komplette Stratifizierung dauerhaft und unwiederbringlich unmöglich gemacht, es wurden kostbarste Artefakte zerstört, usw.

Wo waren ihre Proteste damals?

Wo waren die Proteste der USA und der EU?

Es ging immerhin um ein Weltkulturerbe in der Stadt, die allen drei Weltreligionen heilig sein sollte - den Muslimen ist sie es ganz offensichtlich nicht!

Ihre Bigotterie, diese Double Standards, kotzen mich an!

Die Muslime zerstören bewußt und provokant Alles, und kein Schwein macht auch nur einem Mucks!

Israel macht etwas zum Kulturerbe, und auf einmal gibt es Aufschreie der Empörung!

Schiebt euch eure Empörung gefälligst dorthin, wo es auch so braun und nach Kloake stinkend ist wie in euren Hirnen, und ebenso dunkel!

Hier geht es um nichts anderes als um klassischen stereotypen Antisemitismus - der Jud' ist schuld, weil der Jud' eben immer schuld ist...

hester
00
10.3.2010, 17:13

Interessant, was Sie alles aus meinem Posting herauslesen. Das können nicht alle. Gibt es da eine Erklärung dafür? Scheint mit eine besondere Gabe zu sein.

Com Pirx
00
Der Lichtbringer

"Israel macht etwas zum Kulturerbe."

Sie mißverstehen die Debatte ganz bewußt. Die Palästinenser regen sich in erster Linie darüber auf, dass die Israelis über das Kulturerbe-Argument Stätten für sich reklamieren, die die Palästinenser als Teil ihres künftigen Staatsgebiets ansehen.

fibiundchillie
53
24.2.2010, 11:52
Israel hat Recht mit dem, was es tut.

Hebron-Massaker in 1929 ff, im Artikel natürlich nicht erwähnt. Das ´94-Massaker hätt es ohne das ´29 nicht gegeben.

DieBo
56
24.2.2010, 09:22
Dieses Kulturerben Gedöns verfolgt ganz andere Dinge als allein diese Bauwerke zu erhalten. Das ganze Areal ist dann Eigentum und kann im Notfall grosszügig abgesperrt werden.

Besteht die Gefahr dass ein Kulturerbe beschädigt werden könnte etc kann wahrscheinlich die Uno also die Nato direkt eingreifen.

Georg Schütt
124
24.2.2010, 06:42
"Vorhaben Israels, zwei religiös bedeutsame Stätten im Westjordanland in die Liste des nationalen Kulturerbes aufzunehmen"

"Der Chef der Hamas-Regierung im Gazastreifen, Ismail Haniyeh, hatte die Palästinenser nach Netanyahus Ankündigung aufgerufen, sich zu "erheben", um die religiösen Stätten zu verteidigen."

Die Hamas fordert, jüdische religiöse Stätten zu verteidigen? In Hebron, wo die Hamas sehr stark ist? Gegen Israel ...?!

Der Wahrheit kommt näher, wer sich anschaut, was Haniyeh sagte: Er forderte eine dritte Intifada, rief zu einem Ende der Diskussionen über eine Wiederaufnahme der Verhandlungen und der Koordination mit Israel im Bereich der Sicherheit auf. Arabische und islamische Länder sollten reagieren, indem sie den palästinensischen Widerstand unterstützten, statt politische Deckung für die Aufnahme der Verhandlungen anzubieten.

d_parker
30
24.2.2010, 13:21
ad "Der Wahrheit kommt näher, wer sich anschaut, was Haniyeh sagte: [...]" - Genau, ganz im Einklang mit den Prinzipien der Hamas-Charta eben...


http://www.terrorism-info.org.il/malam_mul... harter.pdf

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