Zwischenbilanz

Keine neuen Verdächtigen in Salzburg

23. Februar 2010, 17:37

Sonderprüfung für Festspiele empfiehlt Neustrukturierung im Beschaffungsbereich

Salzburg - Nach den Osterfestspielen nun die Sommerfestspiele: Wie beim österlichen Festival wurde auch bei den eigentlichen Salzburger Festspielen eine Sonderprüfung durch die Kanzlei Audit Services Austria notwendig, Dienstagnachmittag wurde diese bei einer außerordentlichen Kuratoriumssitzung debattiert.

Das Wichtigste: Während die Osterfestspiele nach den - möglicherweise auch strafrechtlich relevanten - Vorgängen rund um den technischen Leiter Klaus Kretschmer und Osterfestspielgeschäftsführer Michael Dewitte sowie nach der Doppelrolle von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) als Chefin der Karajan-Stiftung und Kontrollinstanz zumindest gesellschaftsrechtlich neu erfunden werden müssen, sind gravierende Änderungen bei den Festspielen nicht notwendig.

"Es gibt kein Indiz dafür, dass es innerhalb der Festspiele weitere Mittäter gegeben habe" , fasste Burgstaller als Kuratoriumsvorsitzende die Prüfungsergebnisse zusammen. Im Wesentlichen würden sich die diversen Zuatzverdienste auf die Person des inzwischen entlassenen technischen Direktors Kretschmer beschränken, so das Prüfergebnis. Die prüfende Kanzlei wurde am Dienstag beauftragt, ihre Untersuchungen fortzusetzen und die Tätigkeit Kretschmers in den Jahren 2002 bis 2006 zu untersuchen. Wie hoch die Schadenssumme für die Festspiele insgesamt wird, sei derzeit noch nicht abschätzbar.

Trotzdem: Ein "Persilschein" für die Festspiele ist der Prüfbericht nicht. So heißt es: "Wir empfehlen, von Zeit zu Zeit immer wieder neue Lieferanten bei Anboten einzubeziehen, damit der Anbieterkreis variiert wird." Zuletzt waren rund um die Festspiele auch Schmiergeldvorwürfe laut geworden. Vor allem im "Beschaffungsbereich" sei ein" durchgängiges Vieraugenprinzip" sicherzustellen, verlangt die Prüffirma.

Das Kuratorium hat am Dienstag jedenfalls das Festspieldirektorium beauftragt, "die Empfehlungen der Sonderprüfung umzusetzen" . Zwei Direktoriumsmitglieder wird das aber nur mehr kurz betreffen: Intendant Jürgen Flimm und der kaufmännische Chef Gerbert Schwaighofer scheiden 2010 aus. (Thomas Neuhold, DER STANDARD/Printausgabe 24.2.2010)

 

Leo N.
00
24.2.2010, 13:57
aha.

und der herr dewitte ist einfach so fristlos entlassen worden. die querbeet überhöhten spesenabrechnungen fallen unter "kann passieren". die schmiergeldvorwürfe gegen diverse mitarbeiter der festspiele sind gottgegeben. dann bin ich ja beruhigt. bleibt eigentlich nur eine frage: gibt's in salzburg eigentlich so etwas wie "ermittlungen" und "staatsanwaltschaft"?

wronskys ohren
00
24.2.2010, 11:39

nur die üblichen

Der Ursprung
01
24.2.2010, 00:56
es ist soweit

jetzt sehe ich die Aussage von Alfons Haider in einem anderen Licht - irgendiwe hat er recht.

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