Einheitlicher Jugendschutz

Innsbruck darf nicht Ottakring werden

Rosa Winkler-Hermaden, 23. Februar 2010, 13:59
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    apa-foto: helmut fohringer

    Welchen Alkohol dürfen Jugendliche mit welchem Alter trinken? Bald soll es ein einheitliches Gesetz für alle neun Bundesländer Klarheit schaffen.

  • Spot der Bundesjugendvertretung: "Jugendschutz vereinheitlichen JETZT"

  • Enquete "Einheitlicher Jugendschutz in Österreich"

Jugendliche dürfen in Wien ab 16 Schnaps trinken, in Tirol ab 18 - Jetzt sollen die Gesetze vereinheitlicht werden, manche Länder wehren sich aber

"Worten sollen endlich Taten folgen", sagt Wolfgang Moitzi, Vorsitzender der Bundesjugendvertretung und der Sozialistischen Jugend. Er fordert die Vereinheitlichung der Jugendschutzgesetze. "Sechs Jahre nach der Vereinheitlichung des Tierschutzgesetzes, ist es Zeit, dass auch für Jugendliche einheitliche Regeln gelten."

Derzeit gibt es in den einzelnen Bundesländern große Unterschiede bei den Bestimmungen. Während 15-Jährige in der Steiermark schon um 23 Uhr zuhause sein müssen, dürfen sie in Niederösterreich bis 1 Uhr früh ausgehen. Tiroler Jugendliche dürfen erst ab 18 Schnaps trinken, Niederösterreichs Jugendliche schon mit 16. In Kärnten dürfen 12-Jährige zuhause kein Bier trinken, in Wien bei Einwilligung der Eltern hingegen sehr wohl.

Die Bundesjugendvertretung hat in Zusammenarbeit mit dem Wiener Jugendanwalt Anton Schmid einen Entwurf zusammengestellt, damit die unterschiedlichen Regelungen der Vergangenheit angehören. Am Dienstag wurde er im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert. Neben einheitlichen Regeln für Ausgehzeiten, Rauchen und Alkoholkonsum werden auch ein Aufenthaltsverbot für Jugendliche bis 18 in Sexshops, Nachtlokalen, Peepshows und Swingerclubs und ein Verbot des kleinen Glückspiels gefordert.

"Im kleinen Österreich sollten wir es schaffen"

Jugendanwalt Anton Schmid drängt auf die Vereinheitlichung, damit der Jugendschutz endlich ernst genommen wird. Pro Tag gebe es in Wien derzeit nicht einmal eine Anzeige, das zeige, wie wenig präsent das Gesetz in den Köpfen der Menschen ist. Schmid will, dass das Gesetz künftig "ein pädagogischer Handlauf für Eltern und Jugendliche" ist: "Kinder und Jugendliche sind heute mobiler denn je. Darauf sollte Rücksicht genommen werden, und nicht auf regionale Weltanschauungsunterschiede." Er pocht darauf, dass das Gesetz umgesetzt wird: "Innerhalb der EU wird es schwer sein, das zu vereinheitlichen. Im kleinen Österreich sollten wir es aber schaffen", sagt er.

Doch ganz so einfach dürfte der Prozess der Vereinheitlichung nicht werden. Zwar bemüht sich auch der in der Regierung zuständige Wirtschafts- und Jugendminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) darum und organisiert kommende Woche eine Enquete zum Thema. Bis zum Sommer will er eine Lösung finden, er hat aber mit Widerstand aus den westlichen, ÖVP-regierten, Bundesländern Tirol und Vorarlberg zu kämpfen. 

Tirol: "Bei uns nicht so schlimm wie in Wien"

Die Tiroler Jugendlandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP) will gar nicht daran denken, Kompetenzen abzugeben, sagt sie im Gespräch mit derStandard.at: "Wir müssen die Jugendlichen beschützen, die Gefahren sind groß genug." Das strenge Gesetz in Tirol helfe ihr dabei: "Man sieht, dass es Sinn macht." Kompetenzen abgeben will sie auch deshalb nicht, weil man besser entscheiden könne was für die Jugendlichen gut ist, wenn man näher an ihnen dran ist. Einzig freiwillige Vereinbarungen mit den anderen Ländern könne sie sich vorstellen, am Gesetz will sie aber nicht rütteln.

"Bei uns ist es nicht so schlimm wie in Wien", sagt sie in Anspielung auf die Gesetze beim Alkoholkonsum. Die Jugendlichen in Tirol dürfen erst ab 18 Schnaps trinken. Aus touristischer Hinsicht sieht sie aber keine Nachteile für ihr Land: "Ich glaube nicht, dass Wiener Jugendliche deshalb keinen Urlaub in Tirol mehr machen." (rwh, derStandard.at, 23.2.2010)

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NUAZO
00

im übrigen kenn ich keinen wiener jugendlichen der in tirol urlaub macht zu teuer zu weit weg und zu viele vorurteile gegenüber der hauptstadt

NUAZO
01

erstens glaub ich das jugendliche am land prinzipiell früher mi alk in berühung kommen als in wien gesetzt hin oder her. ich bin in wien aufgewachsen und hatte meinen ersten vollrausch mit 16 alle leute aus den bl die mit mir in die schule gingen haben solche erfahrungen ein paar jahre früher gemacht. ich sag nur feuerwehrfest.

lord9901
00
26.2.2010, 13:14

Also bei den Forderungen der Bundesjugendvertretung frag ich mich tatsächlich ob es hier um JugendSCHUTZ geht oder um eine von der Gastronomie gesponserte Forderung. Denn dann dürften 12 Jährige bis 22:00 unterwegs sein, na dann viel Spass. <Ironie> Bin auch dafür dass sich die Kids heute selber erziehen und Grenzen wozu, die machen dass schon </Ironie>
JA zu einer einheitlichen Regelung, aber nicht so.

Ingrimm
12
25.2.2010, 15:17

Jupp, die Jugend muß geknebelt, gebrochen und Systemtauglich gedrillt werden. Hände falten, Goschn halten für alle!

-e!-
00

ihre motivation in ehren, besoffene kinder seh ich trotzdem nicht so gerne...

donquichotesenior
01
25.2.2010, 12:23
Es gibt nur eine Lösung - auch im Interesse der Verwaltungsreform:

Auflösung der unnötigen Landtage und des unnötigen Bundesrates. Diese Einrichtungen mit ihren Versorgungsposten gehören möglichst bald abgeschafft.

viennacalling
11
25.2.2010, 10:30

wien darf nicht kärnten werden!

Ravenspower
01
25.2.2010, 01:54
Chicago darf nicht Ottakring werden

: )

Mon Gole
43
24.2.2010, 15:39
Und bei der Vereinheitlichung ..

einigen wir uns wahrscheinlich auf die schärfsten Gesetze.

Hinter der sogenannten Bundesjugendvertretung steckt laut meiner Recherche aber keine öffentliche Institution, sondern die kath. Kirche (siehe Whois jugendvertretung.at) - Darf sich eine private Organisation einfach so als Bundes??? bezeichnen?

Dieses Interesse der Kirche an Kinder und Jugendlichen sollte die Eltern stutzig machen. Sie zeigen nicht ihr Gesicht und interessieren sich wiedermal für Kinder und Jugendliche.

Bin für Alkohol, Zigaretten, Pornographie ab 16 und Religion sollte aufgrund der vielen Pädophiliefälle erst ab 18 erlaubt werden.

Jasoisdes
10
25.2.2010, 15:44

eine der besten Meldungen die ich hier jemals gelesen habe!

vollste Zustimmung!

Festnetzwiederanmelder
12
25.2.2010, 09:00
Religion erst ab 18...

wieher! xD

Empire CPSIII
01
24.2.2010, 12:37
Hihi

die Schlagzeile ist aufjedenfall super. Als jemand der einen in Ottakring lebenden Tiroler kennt reizt es mich gerade sehr mir ein T-Shirt mit dem Spruch zu basteln X)

captain future
00
24.2.2010, 12:28

Wenn ich als jugendlicher Steirer also - sagen wir am Semmering - zu Fuss nach Niederoesterreich gehe, kann ich nach 23h nicht mehr zurueck in die Steiermark. Ab 1h darf ich aber auch in Niederoesterreich mich nicht mehr alleine aufhalten. Muss ich bis zum naechsten Morgen auf der Grenze stehenbleiben?

Jasoisdes
00
25.2.2010, 15:46

ja ...bitte haargenau auf der markierten Grenze (der rote Strich!) stehen! sonst ist es illegal!

benjohnson1988
40
24.2.2010, 12:26

Ottakringer Lokalpatrioten ernähren sich nur vom feinsten, dass der Hieb zu bieten hat: 3x täglich 16er Blech, Mannerschnitten und Milde Sorte.

Gerd Huber1
 
00
24.2.2010, 12:01
Alkohol mit 18, wählen mit 16

komisch, wie das Senken des Wahlalters einfach war

Wildcat
22
24.2.2010, 11:28
wo ist das problem?


die jeweils schärfste regionalregelung für das bundesgebiet übernehmen.

kiwi fish
 
00
24.2.2010, 11:23
ottakring darf nicht innsbruck werden!

der fön wäre ja nicht auszuhalten...

checkmate
01
24.2.2010, 11:14

Die Tiroler Jugendlandesrätin will wohl nicht zum AMS..... andere Argumentationen fallen ihr da anscheinend nicht ein, als "Bei uns is ois supa"

Natürlich ist es ein Schwachsinn, in jedem Bundesland andere Jugendschutzregelungen zu treffen, noch dazu, da eh nicht exekutiert wird.

Graf Cagliostro
02
24.2.2010, 11:03
Was bringen die Gesetze wenn sie nicht exekutiert werden?

maruh
01
24.2.2010, 11:00

Jugendliche dürfen in Wien ab 16 Schnaps trinken, in Tirol ab 18....

ähm,...
http://help.gv.at/Content.N... 40250.html

?!

ana hot imma des bummerl
00
24.2.2010, 14:23
Interessanter Link

Vor allem folgende Formulierung gefällt mir:

Kinder und Jugendliche ab dem vollendeten 16. Lebensjahr dürfen gebrannte alkoholische Getränke und Mischungen, die gebrannte alkoholische Getränke enthalten, unabhängig davon, ob sie vorgefertigt sind (z.B. Alkopops) oder selbst hergestellt wurden, nicht erwerben oder konsumieren.

Demnach darf man in Tirol nur Schnaps trinken, wenn man jünger als 16 ist. lol

Londo Mollari
 
00
24.2.2010, 11:48
steht genau so drinnen

dein freund horsti
00
24.2.2010, 11:34
help. gv.at ist falsch ...

... guckst du
http://www.tirol.gv.at/themen/ge... ueberblick

P Reb
03
24.2.2010, 11:00

Ich bin für ein generelles Drogenverbot vor 18 (incl. Alkohol und Tabak) aber die Praxis sieht leider ganz anders aus: "Das strenge Gesetz in Tirol" ... lächerlich, ich habe große Teile meine Jugend in Tirol verbracht, im Vergleich zu Wien trinken Jugendliche dort früher, viel mehr und regelmässiger als Gleichaltrige in Wien. Ich würde sogar behaupten das "Komasaufen" ein neues Wort für althergebrachte tiroler Tradition ist ^^

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