Derzeit wird mit Hochdruck an Technologien für die Einbindung von Elektroautos in das öffentliche Stromnetz gearbeitet - Besonders Dänemark ist engagiert
Dänemark treibt die Entwicklung von Elektroautos besonders intensiv voran, weil ihre Akkus als Zwischenspeicher für das schwankende Stromangebot aus Windkraft dienen sollen. Im Rahmen des Edison-Projekts erforscht deshalb ein internationales Konsortium unter anderem, wie der bidirektionale Stromfluss zwischen Auto und Netz optimal funktionieren kann.
2011 beginnt der Praxistest auf der Insel Bornholm. Es geht unter anderem um Methoden, um Elektroautos schnell aufzuladen. Siemens entwickelt zum Beispiel Schnellladefunktionen für die Akkus der Autos. Statt der üblichen 220 Volt sollen die Batterien in einem ersten Schritt mit 400 Volt und 63 Ampere geladen werden, das entspricht einem Starkstromanschluss für einen Küchenherd. Auf lange Sicht sind bis zu 300 Kilowatt Ladeleistung anvisiert, um ein Auto in etwa sechs Minuten mit Strom zu betanken.
Außerdem untersuchen die Entwickler, wie das ständige Zu- oder Abschalten von Batterien das Stromnetz beeinflusst. Die Oberschwingungen, die dabei entstehen, können das Netz aus dem Takt bringen. Dazu arbeitet Siemens direkt auf dem Forschungscampus Risø der Dänischen Technischen Universität, einem Partner im Edison-Konsortium.
Jedem Hinterrad sein Antrieb
Außerdem entwickelt Siemens derzeit Komponenten für das neue Elektroauto Greenster II, das ab Ende 2010 in Kleinserie gefertigt wird. Eine zentrale Neuerung sind die beiden Hinterräder, die jeweils mit eigenen Elektromotoren bewegt werden. So können die einzelnen Räder in jeder Fahrsituation optimal angetrieben werden. Das Differenzialgetriebe fällt weg und das Auto wird erheblich leichter.