Auflagen sinken, dem Trend trotzen Regionalblätter

23. Februar 2010 18:13
  • Die Daten für das zweite Halbjahr 2009.

  • Die Daten im Jahresschnitt 2009.

ÖAK veröffentlichte Zahlen für das zweite Halbjahr 2009 - Download

Wien - Die Verkaufsauflagen der Zeitungen tendieren nach unten - im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2008, als die Nationalratswahl Interesse weckte. Ausnahmen: Kleine Zeitung, Oberösterreichische Nachrichten, Salzburger Nachrichten.

Dem STANDARD weist die neue Auflagenkontrolle (ÖAK) 73.330 verkaufte Exemplare aus bei 57.704 Abos. Normalabos und Studentenabos konnten erhöht werden. Geschäftsführer Wolfgang Bergmann: "In einer derartigen Konjunkturlage ist es mir lieber, ein paar Prozentpunkte weniger Auflage zu haben, als rote Zahlen zu schreiben."

"Österreich" verliert

Meistverkaufte Zeitung des Landes ist weiter die "Kronen Zeitung", die in der Verkaufsauflage bei 818.154 Exemplaren lag und um 1.060 Stück zulegen konnte. Für die "Kleine Zeitung" zahlten insgesamt 278.214 Leser, ein Plus von 5.245. Der "Kurier" verkaufte 159.967 Exemplare, ein Minus von 2.504 Stück. "Österreich" hat seine Gratisauflage deutlich erhöht, "Heute" kann sich sich dennoch mit 492.806 Exemplarenals größte Gratiszeitung feiern. "Österreich" erwarben durchschnittlich 151.726 Leser, um 15.603 weniger als im Vergleichszeitraum 2008. "Österreich" weist in jener Kategorie aus, in der der Großverkauf 35 Prozent ausmacht.

Die "Oberösterreichischen Nachrichten" kauften im zweiten Halbjahr 2009 durchschnittlich 111.370 Leser, was im Schnitt ein Plus von 5.571 verkauften Zeitungen ausmacht. Die "Tiroler Tageszeitung" hatte eine Verkaufsauflage von 89.300 Stück, was ein leichtes Minus von durchschnittlich 814 Exemplaren ausmacht. "Die Presse" kauften 75.004 Leser, was ein Minus von 4.394 Zeitungen ausmacht.

Weitere Zeitungen

Die "Salzburger Nachrichten" erwarben 71.537 Leser, um 1.830 mehr als im Vergleichszeitraum 2008. Ein Plus von 994 Zeitungen verzeichneten die "Vorarlberger Nachrichten" mit einer Verkaufsauflage von 64.257 Stück. Für das "WirtschaftsBlatt" gaben 23.025 Leser Geld aus, um 1.468 weniger als im zweiten Halbjahr 2008, und die "Neue Vorarlberger Tageszeitung" kam in der Kategorie Großverkauf bis 35 Prozent auf 8.559 verkaufte Exemplare, um 55 weniger als im Vergleichszeitraum.

Bei den Wochenzeitungen verzeichnete die "Furche" einen Rückgang in der verkauften Auflage von 541 Stück und kam auf 15.315 Stück. Die "Niederösterreichischen Nachrichten" kauften um durchschnittlich 237 Leser mehr als im zweiten Halbjahr 2008, die verkaufte Auflage betrug 131.080 Stück.

Plus für "Die Ganze Woche"

Zulegen konnte "Die Ganze Woche", die 328.003 Leser käuflich erwarben, um 8.750 mehr als im Vergleichszeitraum. Zugewinne in der verkauften Auflage verzeichnete auch "tv-media" mit 227.880 verkauften Exemplaren (plus 1.609 Zeitungen). Rückgänge gab es in der restlichen News-Gruppe: Ein großes Minus verzeichnete "e-media" mit 57.736 verkauften Exemplaren (minus 21.153 Stück). "News" setzte 181.369 Stück ab (minus 16.895), "Woman" verkaufte 167.263 Exemplare (minus 7.147 Stück) und "profil" 73.587 Hefte (minus 4.293 Exemplare). (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 10.2.2010, online ergänzt mit APA)

Ein nitupsaR
 
24.02.2010 01:16

Natürlich sinken die Papier-Auflagen. Das wird auch immer so weitergehn. Dafür gewinnt online, es gibt also insgesamt nicht weniger Leser (ich denke sogar, mehr).

Print wird kleiner werden, aber es wird immer existieren, so wie Radio und Festnetz. Viele vom Personal werden halt a bisserl umschulen müssen. Das Recherchieren & Schreiben kann man kaum lernen (da muß man Talent und Interesse haben), das Medium dagegen sehr leicht umsatteln. Nicht die Form zählt, sondern der Inhalt.

gutartiger Bösmensch
24.02.2010 08:37
Ja

wobei wirklich gute Zeitungen, die sich aus der Masse hervorheben auch in solchen Zeiten durchaus gute Auflagensteigerungen haben. Wobei es in Österreich davon ja nicht wirklich viel gedrucktes gibt (Datum, profil in manchen Wochen) und Tageszeitungen eigentlich gar nicht (leider auch nicht der Standard).

oh yeah, just eat 'em!
24.02.2010 00:17

Hmmm... marketingtechnisch muss man sich schon fragen: Die Krone legt 1000 Abos zu. ABER: Allein in Linz pflastern die drei Tage lang die gesamte Innenstadt mit Keilerstandln alle paar Meter (Krone-Fest). Irgend wie stimmt da das Verhältnis Aufwand:Ergebnis nicht.

Otto Fishbine
23.02.2010 23:02
Bei Voigt . . .

. . . brennt aber auch der Hut. Wie beim "expandierenden" Fellner.

Leo N.
23.02.2010 15:39
OÖN, ein Lehrbeispiel:

Nachdem Konkurrent OÖ Rundschau von der Moser Holding inhaliert wurde und die Rundschau-Regionausgaben in belanglose Gratisblattln umgestoppelt wurden, scheint die OÖN von ihrer Regional-Offensive ganz schön zu profitieren. Was lernen wir daraus? Die Leser wollen keine Diskontmatratzen-Anzeigen, sondern INFORMATIONEN.

Terence Lennox
23.02.2010 19:45
leider..

..wird aus dieser erkenntnis selbstredend keine konsequenz gezogen. genauso nicht, wie aus der erkenntnis, dass zeitschriften wie brand eins und neon der krise trotzen. das alles ist nicht von bedeutung für die erfolgreichen verlagsmanager, die die karren an die wand fahren..

urschl
23.02.2010 14:56
und was ist

mit den Wochentiteln?

Otto Fishbine
23.02.2010 14:17
Na, da . . .

. . . kann ma jubeln: Krone (818.000) vor Heute (492.000), dann lang nix – und irgendwann der verlierende Fellner (299.000). Freu mich schon auf die tobenden Minus-Stricherln der Standard-Community (übrigens: nur 73.330 Stück, Tendenz fallend).

Rigel
24.02.2010 11:57
Fellner...

...ist mit seinem komischen blattl meilenweit von allem entfernt, was er versprochen hat. Wers geglaubt hat...

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