Verhandlungen

Lufthansa stockt Flüge weiter auf

24. Februar 2010, 09:30

Der abgebrochene Pilotenstreik hat den Flugplan auf längere Zeit durcheinandergewirbelt, jetzt wird wieder verhandelt

Nach dem eintägigen Pilotenstreik bei der Lufthansa am Montag fliegt das Unternehmen auch am Mittwoch weiter nach dem noch zu Streikzeiten erstellten Notflugplan. Die Lufthansa werde die Zahl der Flüge aber um etwa 400 im Vergleich zu Dienstag erweitern, sagte eine Sprecherin am Mittwoch in Frankfurt. Damit würden 1.400 von normalerweise rund 1.800 Flüge stattfinden.

Bis zum Freitag werde sich der Flugbetrieb wieder normalisieren. Auch bei den Abflügen vom Flughafen Wien Schwechat kommt es heute noch zu zahlreichen Ausfällen von Lufthansa-Flügen. Die Lufthansa begründet das nur langsame Wiederanlaufen mit den komplizierten Abläufen im weltweiten Flugnetz.

Normalisierter Flugplan am Freitag

Das Unternehmen arbeite mit Hochdruck daran, die Abläufe geordnet wieder hochzufahren, versicherte der Lufthansa-Sprecher gestern. Mit einem einigermaßen normalisierten Flugplan sei aber erst für Freitag wieder zu rechnen. Am Dienstag werde es zum Sonderplan wohl nur vereinzelt zusätzliche Flüge geben.

Am Vor-Abend hatten sich die Tarifparteien vor dem Frankfurter Arbeitsgericht auf einen Vergleich geeinigt. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte einen wichtigen Punkt in den Tarifverhandlungen fallen gelassen. Der eigentlich bis Donnerstag geplante Streik wurde nach nur einem Tag bis zum 8. März ausgesetzt, so dass nun genug Raum für neue Verhandlungen ist. Ein genauer Termin steht laut Lufthansa noch nicht fest. Es soll über Gehälter und Arbeitsbedingungen von rund 4.500 Piloten im Kernbereich des Konzern geredet werden. Die VC will aber auch weiterhin die interne Billigkonkurrenz zum Thema machen.

Rückkehr an den Verhandlungstisch

Der Piloten-Streik bei der Lufthansa ist nach dem ersten Tag des Arbeitskampfes ausgesetzt worden. Das Unternehmen und die Vereinigung Cockpit (VC) einigten sich am Montagabend vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main auf eine sofortige Rückkehr an den Verhandlungstisch. Zuvor hatten die Piloten ab Mitternacht für massive Störungen im Luftverkehr der Lufthansa gesorgt.

Bis Ablauf des 8. März darf VC nach dieser Vereinbarung nicht mehr zu Streiks aufrufen. Die getroffenen Regelungen gelten auch für Germanwings und Lufthansa Cargo. Lufthansa bietet den Piloten zwar eine Arbeitsplatzgarantie bis Ende 2012 an, will sich aber nicht darauf einlassen, deutsches Tarifrecht auch für Unternehmensteile im Ausland durchzusetzen, etwa die mit geringeren Kosten operierende Lufthansa-Italia. Die Gewerkschaft befürchtet einen sukzessiven Abbau der hoch bezahlten Lufthansa-Piloten und die Verlagerung von Arbeitsplätzen.Lufthansa und VC einigten sich vor dem Arbeitsgericht, nachdem das Unternehmen und seine Frachttochter Lufthansa Cargo Anträge auf Einstweilige Verfügungen gegen den Ausstand gestellt hatten. (APA/red)

Mehr dazu bei der Lufthansa

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 54
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helmy elsaid
 
00
24.2.2010, 10:10
STRIKE

ZUVOR hatten die piloten ab mitternacht fur massive storungen im LUFTVERKHR DER LUFTHANSA gesorgt(www.twitter.com/hlmelsaid)

John Denver
00
23.2.2010, 19:28
eigentlich...

müssten die Piloten von Cirrus, Contact Air, Augsburg Airways, Jetalliance, Vistajet & Co streiken, weil die wirklich schlechte Arbeitsbedingungen haben. Viel Arbeit, wenig zu Hause UND schlechte Gage. Da würde ich mehr Verständnis haben.

Andererseits wenn sich eine Arbeitnehmergruppe zuviel gefallen läßt, merkt das der Arbeitgeber und presst weiter. Die LH-Piloten verhindern das gleich im vorhinein. Auch was wahres dran.

ÖBB
11
23.2.2010, 17:29

Mehr Rechte für Arbeiter, Angestellte und Pensionisten! Daher uneingeschränkte Solidarität mit den Streikenden die dafür kämpfen.

Aloysius
02
23.2.2010, 17:42

ja das Streikrecht ist wichtig und die Möglichkeit der gewerkschaftlichen Organisierung auch.

Hier ist das Problem aber, dass eine deutsche Gewerkschaft Forderungen hat, die über Deutschland hinausgehen und das ist rechtlich nicht möglich. Deshalb hat die Richterin der Gewerkschaft links und rechts eine runtergehauen und das ganze dann "Vergleich" genannt, um die Gespräche nicht zu belasten.

In Deutschland haben die Arbeitnehmer Stimmrecht im Aufsichtsrat, auch bei der Lufthansa. Dort wurde entschieden eine Tochter in Italien aufzubauen oder die Aua zu kaufen. Und die Arbeitnehmervertreter haben zugestimmt.

Die Piloten sind nicht das Management. Sie dürfen für bessere Bedingungen streiken, sich aber nicht zum Management machen.

ostap_bender
 
00
23.2.2010, 16:24
nieder mit der routine auf opernbühnen

kann mich noch gut erinnern wie ich vor paar jahren als die checkin automaten aufgestellt wurden, und da auch noch paar freundliche mäderl standen zum erklären, eine gefragt habe warum sie dies macht...
sie bkommt grosse augen, fragt mich zurück, wie ich das meine, und naja so frag ich sie halt wiederum, wo sie meint zu arbeiten, wenn die leuten sich dann alle selbst einchecken...
als gewerkschaftsführer wäre ich von anfang eine fusionierung eingegangen, checkinautomat und mein baseballschläger, um danach eine feindliche übernahme zu probieren, nämlich meine baseballschlägercomp. mit sämtlichen verantwortlichen managern....

Aloysius
00
23.2.2010, 15:13
deutsches Tarifrecht gilt in Deutschland und außerhalb von Deutschland gilt eben ein anderes Tarifrecht

Die VC braucht eine Richterin, um dieses Territorialprinzip zu begreifen. Sie können nicht in Deutschland streiken, um die Bezahlung bei italienischen Tocherfirmen zu verändern. In Italien gilt italienisches Recht und kein deutsches

Dieser Wunsch die Globalisierung zurückzudrehen und wieder ein Wirtschaftssystem wie vor 30 Jahren zu haben, ist schon lustig. In Österreich arbeiten viele Ostdeutsche in der Gastronomie und es fliegen AUA und Swiss Maschinen nach Deutschland. Das ist halt so

Generell werden seit der Abkehr von der "Tarifeinheit" in Deutschland immer mehr Streiks zu einem Rechtsstreit über die "Verhältnismäßigkeit". Der Gesetzgeber sollte das Streikrecht präzisieren. Arbeitskämpfe sollten nicht vor Gerichten entschieden werden

Christoph Sch.1
110
23.2.2010, 14:23
Erschreckend!

Wenn ich mir diese Postings durchlese, wird mir klar warum die Situation in der Arbeitswelt heute immer schlechter wird! Solitarität ist ein Fremdwort, jeder der auch nur einen Cent mehr verdient als ich, hat das nicht verdient und ist ein fauler Gewerkschaftsbonze, der sein armes Unternehmen samt den fleißigen Aktionären und Managern abzocken möchte. Denn wenn es mir nicht gut geht, kann ich mich nur besser fühlen, wenn es allen Anderen noch schlechter geht. Nur weiter so! In zehn Jahren arbeiten wir dann alle 12 Stunden täglich für 500€ netto. Und dann braucht endlich niemand mehr irgendjemand etwas neidig sein.

Allmächtiger Satan
01
23.2.2010, 14:50

Das Gras in Nachbars Garten hat noch nie grüner als das eigene sein dürfen, sein Pool nicht größer als der eigene, der Fernseher schon gar nicht, der Urlaub nicht weiter weg - und wenn er dann noch dazu mehr verdient, dann geht das sicher nicht mit rechten Dingen zu.

Andere runterziehen ist halt immer einfacher als selbst aufsteigen.

Allmächtiger Satan
14
23.2.2010, 11:59

Für die üblichen Neidhammeln hier, die meinen sie verdienen zuwenig und Piloten zuviel:

http://www.lufthansa-pilot.de/

240 Ausbildungsplätze gibt's heuer. Wer sich nicht bewirbt, ist selbst schuld und darf seinen eigenen Neid fressen.

John Denver
00
23.2.2010, 19:24
nicht für alle

bewerben kann man sich. Ein leichter Schritt ist es nicht, mit Familie und Freundeskreis und sämtlichen sozialen Strukturen in Österreich dann nach Deutschland zu gehen. Bei 5-Tages-Trips gefolgt von oft nur 2 OFF-Tagen bleibt dann die restliche Lebensqualität auf der Strecke. Die Heimat sieht man nur mehr selten.

Geld ist nicht alles, dennoch bin ich es den Lufthanseaten voll und ganz vergönnt, jedem ist was anderes wichtig. Lebensqualität für einen mitten im Leben stehenden Menschen, dem soziale Kontakte wichtig sind, schaut anders aus. Nein, ich bin nicht durchgefallen, hatte 2007 die Chance und bin NICHT zum DLR gegangen. Österreich ist auch schön.

tramezzino
20
23.2.2010, 15:32

"Es gibt nicht viele Traumjobs. Einer ist mit Sicherheit Pilotin oder Pilot bei Lufthansa. Sie wählen einen Beruf, der Sie herausfordert. Ein Leben lang. Und wir bringen Sie in nur zwei Jahren ganz nach vorne! "

was auf der hp nicht draufsteht: stewardessen pempern gratis !!!

Allmächtiger Satan
00
23.2.2010, 15:57

Sie würden wohl den ersten Tag der Selektion mit ziemlicher Sicherheit nicht überstehen.

tramezzino
00
23.2.2010, 19:51

ich wollte auch nie pilot werden (automechaniker übrigens auch nicht).

paul poll
00
23.2.2010, 22:05

Ja, es muß auch Rauchfangkehrer geben.

paul poll
00
23.2.2010, 19:06

Na geh, so streng?
Stimmts etwa nicht?

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
10
23.2.2010, 13:42
da seh ich nur

ausbildungsplätze für gewerkschaftler...

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
23.2.2010, 22:58
ps

natürlich ist eine starke, konstruktive gewerkschaft wertvoll. Seltsam ist, wenn eigentlich nur höchstprivilegierte lufthansapiloten so einen background haben dürfen...

Allmächtiger Satan
02
23.2.2010, 13:47

Na, dann sterben Sie halt arm. Aber nicht meckern.

caffènoir
20
23.2.2010, 11:55

Ich fliege auch nur airberlin-niki

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
23.2.2010, 13:43
überall

nur mehr russen...

Bezirksrad
04
23.2.2010, 11:53
Oiso, ich flieg nur mit unserm Nicki.

Da tun die Leut immer so schön paschn, wenn er in Mallorka aufschlagt. Und seine Leute sind mit Mindestlohn zufrieden und desswegen hochmotiviert.

Aloysius
00
23.2.2010, 15:26

die deutschen Air Berlin Piloten werden von der selben Gewerkschaft vertreten. Die haben letztes Jahr einen Tarifvertrag unterschrieben, der schlechtere Bedingungen als bei der Lufthansa vorsieht.

Kontrahent1
00
23.2.2010, 14:10
Aber nix gegen die Thai-Maderln

seinerzeit auf der Langstrecke. Die haben zu noch weniger Lohn beim Stop auch noch die Häuseln geputzt.

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
23.2.2010, 13:45
bei der guten alten öst. aua

hat man noch landung zum aufschlagen gesagt - aua eben.

dermartino
12
23.2.2010, 10:28

Eine Frage:
Woher kommts eigentlich, dass Lufthansapiloten mit ein paar Jahren Dienstzeit und auf Langstrecke ca. so viel verdienen wie die Bundeskanzlerin?

Ist das durch Tradition erklärbar? Der Job an sich ist ja wohl eher Handwerk.

Von der Ausgangsposition zu streiken ist schon ziemlich dreist.

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