Der abgebrochene Pilotenstreik hat den Flugplan auf längere Zeit durcheinandergewirbelt, jetzt wird wieder verhandelt
Nach dem eintägigen Pilotenstreik bei der Lufthansa am Montag fliegt das Unternehmen auch am Mittwoch weiter nach dem noch zu Streikzeiten erstellten Notflugplan. Die Lufthansa werde die Zahl der Flüge aber um etwa 400 im Vergleich zu Dienstag erweitern, sagte eine Sprecherin am Mittwoch in Frankfurt. Damit würden 1.400 von normalerweise rund 1.800 Flüge stattfinden.
Bis zum Freitag werde sich der Flugbetrieb wieder normalisieren. Auch bei den Abflügen vom Flughafen Wien Schwechat kommt es heute noch zu zahlreichen Ausfällen von Lufthansa-Flügen. Die Lufthansa begründet das nur langsame Wiederanlaufen mit den komplizierten Abläufen im weltweiten Flugnetz.
Normalisierter Flugplan am Freitag
Das Unternehmen arbeite mit Hochdruck daran, die Abläufe geordnet wieder hochzufahren, versicherte der Lufthansa-Sprecher gestern. Mit einem einigermaßen normalisierten Flugplan sei aber erst für Freitag wieder zu rechnen. Am Dienstag werde es zum Sonderplan wohl nur vereinzelt zusätzliche Flüge geben.
Am Vor-Abend hatten sich die Tarifparteien vor dem Frankfurter Arbeitsgericht auf einen Vergleich geeinigt. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte einen wichtigen Punkt in den Tarifverhandlungen fallen gelassen. Der eigentlich bis Donnerstag geplante Streik wurde nach nur einem Tag bis zum 8. März ausgesetzt, so dass nun genug Raum für neue Verhandlungen ist. Ein genauer Termin steht laut Lufthansa noch nicht fest. Es soll über Gehälter und Arbeitsbedingungen von rund 4.500 Piloten im Kernbereich des Konzern geredet werden. Die VC will aber auch weiterhin die interne Billigkonkurrenz zum Thema machen.
Rückkehr an den Verhandlungstisch
Der Piloten-Streik bei der Lufthansa ist nach dem ersten Tag des Arbeitskampfes ausgesetzt worden. Das Unternehmen und die Vereinigung Cockpit (VC) einigten sich am Montagabend vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main auf eine sofortige Rückkehr an den Verhandlungstisch. Zuvor hatten die Piloten ab Mitternacht für massive Störungen im Luftverkehr der Lufthansa gesorgt.
Bis Ablauf des 8. März darf VC nach dieser Vereinbarung nicht mehr zu Streiks aufrufen. Die getroffenen Regelungen gelten auch für Germanwings und Lufthansa Cargo. Lufthansa bietet den Piloten zwar eine Arbeitsplatzgarantie bis Ende 2012 an, will sich aber nicht darauf einlassen, deutsches Tarifrecht auch für Unternehmensteile im Ausland durchzusetzen, etwa die mit geringeren Kosten operierende Lufthansa-Italia. Die Gewerkschaft befürchtet einen sukzessiven Abbau der hoch bezahlten Lufthansa-Piloten und die Verlagerung von Arbeitsplätzen.Lufthansa und VC einigten sich vor dem Arbeitsgericht, nachdem das Unternehmen und seine Frachttochter Lufthansa Cargo Anträge auf Einstweilige Verfügungen gegen den Ausstand gestellt hatten. (APA/red)