150.000 Menschen aus ihren Wohngebieten geflüchtet
Sanaa - Bei den Kämpfen zwischen der Armee und schiitischen
Aufständischen im Norden des Jemen sind nach Angaben einer
Menschenrechtsorganisation seit August 187 Kinder getötet worden. Sowohl die
Houthi-Rebellen als auch eine Pro-Regierungs-Miliz hätten Kindersoldaten
eingesetzt, beklagte die Kinderschutzorganisation SEYAJ am Montag. 71 Prozent
der getöteten Kinder seien bei den Kämpfen getötet worden, die restlichen seien
aus Mangel an Nahrung oder Medikamenten gestorben. Die Organisation hatte die
Studie in Zusammenarbeit mit dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF erstellt.
In dem sechsjährigen Konflikt hatte die Armee am 11. August eine Offensive im
Norden des Landes begonnen. Auf beiden Seiten kämpften laut SEYAJ hunderte
Kindersoldaten. Nur drei Prozent der Kinder in der Region hätten Zugang zu
Bildung. Am 12. Februar trat in der Region ein Waffenstillstand in Kraft.
Rebellenführer Abdulmalik al-Houthi hatte im September 2004 die Nachfolge seines
von der Armee getöteten Bruders Hussein al-Houthi angetreten und sich selbst zum
"Amir al-Muminin" (Führer der Gläubigen) ausgerufen. Die Rebellen kämpfen für
die Wiedereinsetzung der zaiditischen Herrscherdynastie im Jemen, die 1962 durch
einen Militärputsch gestürzt worden war. Die Kämpfe hatten nach Angaben von
Hilfsorganisationen bis zu 150.000 Menschen in die Flucht getrieben. (APA)