Osterfestspiele wie Olympia harren der Aufklärung
Salzburg - So unterschiedlich die beiden Causen auch sind: Sowohl bei den Ungereimtheiten rund um die Osterfestspielen wie auch rund um die erfolglose Salzburger Bewerbung für die Winterspiele 2014 ist die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Im Zentrum stehen nicht zurückbezahlte "Darlehen" und hohe Beraterhonorare (Olympia) beziehungsweise Vermittlungsprovisionen und Firmenbeteiligungen von Mitarbeitern (Osterfestspiele).
Da wie dort steht das Kontrollsystem zur Diskussion. In der Bewerbungsgesellschaft 2014 existierten beispielsweise zwei Rechnungskreise. Nach Darstellung von Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ), auf Wunsch von Sponsoren, um deren Interessen zu schützen. Was diese bestreiten. Dazu kommt ein Förderverein, über den ebenfalls Zahlungen abgewickelt worden sind. Angeblich ohne Zutun der Salzburger Politik.
Bei den Osterfestspielen steht - neben dem Vorwurf des Verdachts der Untreue und des Betruges gegen ehemalige Mitarbeiter - überdies eine strukturelle Unvereinbarkeit am Pranger. So war Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) kraft ihres Amtes Stiftungspräsidentin der Mehrheitsgesellschafterin der Osterfestspiele, der Karajan-Stiftung, und Kontrollinstanz in einer Person. Burgstaller hat angekündigt diese Funktionen bei der Reorganisation des Festivals zu trennen. (neu/DER STANDARD-Printausgabe, 23.2.2010)