Libyen drohte mit Angriff auf Schweizer Botschaft

22. Februar 2010 22:30

EU-Solidarität im Streit mit Libyen: Diplomaten eilten zur Schweizer Vertretung

Der Konflikt zwischen Libyen und der Schweiz setzt die EU unter Zugzwang. Die Außenminister der Union wollen Tripolis dazu bewegen, Schengen-Bürger wieder ohne Beschränkungen einreisen zu lassen. 

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Brüssel/Tripolis - Nachdem Libyen mit dem Sturm auf die Schweizer Botschaft in Tripolis gedroht hatte, begaben sich zahlreiche EU-Botschafter, unter ihnen Österreichs Missionschefin Dorothea Auer, in die Botschaft und verhinderten damit offenbar eine Gewaltaktion. Das teilte Außenminister Michael Spindelegger am Montag in Brüssel mit.

Das Solidaritätssignal mit der Schweiz sei richtig gewesen. Libyen hatte ultimativ die Auslieferung des zu vier Monaten Haft verurteilten Schweizer Geschäftsmannes Max Göldi verlangt. Dieser stellte sich nach Ablauf des Ultimatums den Libyern. Der Konflikt geht auf die Festnahme eines Sohnes von Staatschef Muammar Gaddafi 2008 in Genf zurück-

Seit einer Woche erteilt Libyen praktisch keine Visa mehr für Bürger aus Schengen-Staaten - dies, nachdem die Schweiz ihre Visapraxis für libysche Bürger verschärft hatte. Für viele europäische Unternehmen, die wieder vermehrt mit Libyen Geschäfte machen, bedeutet dies, dass ihre Vertreter nicht ins Land können.

Der Streit zwischen Libyen und der Schweiz ist damit zu einer gesamteuropäischen Angelegenheit geworden. In der Vorwoche hatten bereits Deutschland, Italien und Malta zu vermitteln versucht. Doch bisher vergeblich. Auch die EU-Außenminister erörterten am Montag in Brüssel eine Lösung.

Die Affäre begann im Sommer 2008: Damals nahm die Genfer Polizei den Sohn von Staatschef Muammar al-Gaddafi, Hannibal, sowie dessen Ehefrau vorübergehend fest. Zwei Bedienstete der Gaddafis hatten geklagt, sie seien von dem Paar wiederholt misshandelt worden. Im Gegenzug setzten daraufhin die libyschen Behörden zwei Schweizer Geschäftsleute fest, die in Libyen für den Schweizer Kraftwerkskonzern ABB arbeiteten.

Für die Festnahme Hannibals forderte der Gaddafi-Clan eine Entschuldigung und eine Entschädigung; die Schweiz ging darauf aber nicht ein. Seither gab es verschiedene Versuche, die Krise auf diplomatischem Weg zu entschärfen, doch weder Außenministerin Micheline Calmy-Rey noch Bundespräsident Hans-Rudolf Merz konnten bei ihren Reisen nach Libyen die Freilassung der beiden Schweizer erreichen - im Gegenteil, der libysche Staatschef reagierte mit immer neuen Provokationen; so forderte er die Uno gar auf, die Schweiz als "terroristischen Staat" aufzulösen und aufzuteilen.

In Tripolis wurde einer der beiden Schweizer, Max Göldi, nun wegen illegalen Aufenthalts zu vier Monaten Haft verurteilt. Nach einem libyschen Ultimatum verließ er am Montag die Schweizer Botschaft in Tripolis und trat die Gefängnisstrafe an. Der freigesprochene Rachid Hamdani, ein tunesisch-schweizerischer Doppelbürger, konnte am Montag nach Tunesien ausreisen.

Für die Schweiz hat die Affäre auch etwas Gutes: Das Land, das derzeit an allen Fronten unter Druck steht und als egoistischer Helfershelfer von Steuerhinterziehern gilt, erfährt die unverhoffte Solidarität der europäischen Nachbarn. So stellt es zumindest der renommierte Schweizer Publizist Roger de Weck dar: "Wäre die Schweiz Schengen nicht beigetreten, hätten EU und Bundesrepublik keinen Anlass und kein starkes Interesse daran, mit Nachdruck auf Libyen einzuwirken.

Die Schweiz erfährt Hilfe in einem Fall, den sie im Alleingang nicht meistert." Denn, so schreibt de Weck in der Zürcher Sonntags-Zeitung den Europa-Kritikern hierzulande ins Stammbuch: "Solidarität bedeutet nichts anderes, als dass es im Interesse der Klubmitglieder liegt, einen Konflikt zu entschärfen, der den ganzen Klub stört. Die Schweiz, die sich außerhalb Europas wähnt, hatte keinen anderen Ausweg, als ihren Streit mit Gaddafi zu europäisieren."  (Klaus Bonanomi aus Bern/DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2010)

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J R
26.02.2010 19:39

warum wird mit dem Kasperl überhaupt noch gesprochen? Na und wenn Europäer nicht mehr nach Lybien dürfen, who cares?

sturmy
26.02.2010 17:36
Berlusconi steht Gaddaffi sicher bei....

aiuto
27.02.2010 10:12
Ja, der zweite Wahnsinnge !

Acht 1
 
26.02.2010 12:32
Zum

...wenigen Guten in diesem Konflikt gehört das Verhalten der anderen EU-Botschafter ,die sich zu ihrem Schweizer Kollegen begaben. Selbst wenn dies auf Anweisung geschah. Respekt!

epep
26.02.2010 14:39
glauben sie libyen haette dann einen angriff gewagt?

glauben sie die waeren nicht mit samthandschuehen vorgegangen, so das sie mit 100000000%-sicherheit kein botschaftspersonal auch nur ein haar kruemmen?

wenn die eu auf ernst macht, ist libyen innerhlab von wochen bankrott, da brauchen wir noch gar nicht von militaerischen eingreifen quatschen.

Normalmensch
23.02.2010 13:25

ohne haider und hypo läuft hier nix

Rene Stangeler
23.02.2010 13:05
Bin schon gespannt

wie lange es dauern wird bis ein zivilisiertes Land Gadaffi wieder mit allem Pomp empfangen wird. Für die Wirtschaft, eh klar.
Es war schon ein Fehler Gadaffi Lockerbie "zu verzeihen".
Der Typ ist einfach ein irrer Diktator zu dem jeglicher Kontakt abgebrochen gehört. Kein Wunder dass sich Haider mit ihm und speziell auch einem seiner Söhne so gut verstanden hat.
Hut ab für die Solidarität der verschiedenen Botschafter. Die wissen wahrscheinlich wozu dieser Despot imstande ist, selbst vor Mord schreckt der Falott nicht zurück.

Kaiser Schmarren
23.02.2010 12:29

Warum man so vor Libyen buckelt? Die Sache ist doch ganz einfach gelöst: Wir geben dem Tschad ne Lieferung Toyota Pickups und n paar rostige AKs und Gaddafi wird wieder heulend zusehen müssen, wie ein paar Nomaden sein Land zerfetzen.

Jonathan Möwe
23.02.2010 12:14

Aus wikipedia:
In 2001, Hannibal attacked three Italian policemen with a fire extinguisher; in September 2004, he was briefly detained in Paris after driving a Porsche at 90 mph in the wrong direction and through red lights down the Champs-Élysées while intoxicated; and in 2005, Hannibal in Paris allegedly beat model and then girlfriend Alin Skaf, who later filed an assault suit against him. He was fined and given a four month suspended prison sentence after this incident.

Jonathan Möwe
23.02.2010 13:57

In December 2009 police were called to Claridges Hotel in London after staff heard a scream from Hannibal's room. Aline Skaf, now his wife, was found to have suffered facial injuries including a broken nose, but charges were not pressed after she maintained she had sustained the injuries in a fall.[81]

On 15 July 2008, Hannibal and his wife were held for two days and charged with assaulting two of their staff in Geneva, Switzerland and then released on bail on 17 July.

Gjergj_K
 
23.02.2010 11:27

Die Schweiz ist militärisch sowieso überlegen. Ein paar Bomben auf Gaddafis Palästen würde die Situation ändern. Gaddafi will ja sicher ruhig schlafen können, oder er müsste in ein Hotel ziehen.

debug the bug
26.02.2010 08:23
die gaddafis...

... haben ein problem mit hotels. die machen sie immer so grantig.

fahrenheit 451
26.02.2010 12:34

kein wunder wenn man sonst im zelt lebt

ravenna
23.02.2010 14:46
Gute Idee

Ein Ultimatum der Schweiz an Libyen wäre tatsächlich nicht schlecht. Stellt sich nur die Frage, ob Frankreich oder Italien die Überflüge genehmigen würden und ob die F18 über eine ausreichende Reichtweite verfügen.

Träumen wird man wohl mal dürfen. :-)

Sägnüt
 
23.02.2010 13:18
Paläste, Hotels...?

Er wohnt doch im Zelt.

Kaiser Schmarren
23.02.2010 12:24

Die Schweizer können vermutlich ihr Land verteidigen. Aber für offensive Tätigkeiten auf eine derartige Distanz sind die nicht vorbereitet.

Wünschenswert wäre es aber, wenn die Gaddafi erledigen würden.

Strelnikow
23.02.2010 11:18
warum schliesst man die schweiz nicht vorübergehend

aus dem Schengen-Raum aus? Da wären auch Schwarzgeldflüsse in Zeiten wie diesen leichter zu kontrollieren. Sollen sich doch diese Schmarotzer selbst verteidigen gegen Lybien mit ihrer Superarmy, die sich hinter den anderen versteckt aber nichts mitzahlt.

Lichtfreak
23.02.2010 12:16
aber nichts mitzahlt.

Nichts wissen und auch noch angeben damit!

Julian m. aus c.
23.02.2010 12:00

superarmy ....wahahaha. dieses ländlein hat 5.7mio einwohner.

schwarzgeldflüsse in zeiten wie dieser ... du musst geistig vollkommen derrangiert sein!

maboco
23.02.2010 15:02

Wohl eher 7,5 Mio. Und die Israelis sind ~5 Mio Menschen und haben eine der besten Armeen der Welt, mit der sie den Arabern seit 60 Jahren ständig eines auf die Mütze geben. ;-)

Julian m. aus c.
25.02.2010 13:24

wohl eher nicht 7,5 mio!

http://de.wikipedia.org/wiki/Liby... .B6lkerung


und diesen sandkasten mit israel zu vergleichen ist echt eine meisterleistung. wussten sie zb. das tripolis sein eigenes stromnetz hat?
das sind verschiedene welten ....!

Carlsberg-Fuzzi
23.02.2010 11:50
Toll, auch ihr sechstes, superschlaues Posting erkennt man sofort.


Das Ändern des Nicks bringt nicht, ihre Dummheit ist einfach einzigartig.

Was üben sie da eigentlich? Sie merken ja, dass niemand auf ihren Trottelzug aufspringt.

an kog
23.02.2010 11:49

Klar. Wenn der durchgeknallte Diktator droht eine Botschaft zu stürmen schließen wir das zugehörige Land aus...

Sonst noch (armselige) wünsche?

cee lo
23.02.2010 11:10

liebe schweizer lasst euch da nicht gefallen haut alle lybanesen aus eurem land sowie info das jeder schweizer der freiwillig nach lybien fährt selbst verantwortlich ist und sich der staat nicht erpressen lassen wird. botschaft in lybien auch gleich schließen...

Mostbluzer
23.02.2010 13:22
wenn sie lybien ins navi eingeben würden

würde sie nicht mal dort ankommen (libyen).

.....

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