Auslandsinvestitionen

Scharf und sicher, made in Kosovo

22. Februar 2010, 18:44
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    foto: rrota

    Auf dem Safe: Rrota-Chefs Hyseni (li.) und Brestovci.

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    foto: pfluger

    "Wir haben was mit Pfefferoni probiert." Paprikaverarbeitung bei Etlinger im Kosovo.

Paprika und Gurken für den österreichischen Markt, Software für österreichische Banksafes

Im Kosovo werden Paprika und Gurken für den österreichischen Markt angebaut, für österreichische Banksafes wird dort Software entwickelt. Die österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt diese Projekte.

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Wien - Als er 1993 nach Wien kam, nahm Astrit Hyseni ein paar Goldmünzen und ein Album mit Fotos aus seiner Kindheit und von seiner Familie mit. Das Fotoalbum und die Goldmünzen sperrte er in einen Safe in einer Bank in Wien. "Im Kosovo wusste man damals nie, was passieren würde", erzählt er. Dann studierte er Informatik an der TU Wien und spezialisierte sich später auf Software zur elektronischen und biometrischen Steuerung von Safes.

"Früher, in den James-Bond-Filmen, da ist einer in den Keller der Bank gegangen, um an das Schwarzgeld ranzukommen. Ein Bankbediensteter hatte einen Schlüssel, damit war die erste Sperre geöffnet, man selbst hatte den zweiten Schlüssel, das war die zweite Sperre. Mit unserer Software geht man jetzt in den Keller, legt den Finger ins Fingerlesegerät, die elektronische Bargeldgittertür öffnet sich, und dann kann man mit dem Schlüssel aufsperren. Und dann kommt man auch zu seinem Schwarzgeld", erzählt Hyseni scherzend.

Software für 600 Filialen

Astrit Hyseni arbeitet für die Firma Wertheim. Die Safesoftware entwickelt er aber im Kosovo, in einem Land, wo Bargeld eher nicht in Banksafes gebunkert wird. Die Software wird aber mittlerweile in 600 Bankfilialen in Österreich eingesetzt. Dass ausgerechnet im Kosovo Sicherheitstechnik für Österreich entwickelt wird, ist auf eine mutige Entscheidung von Wertheim und die Unterstützung der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (Ada) und der in Wien ansässigen Economic Iniative for Kosovo (Eciks) zurückzuführen. Die Ada finanziert das Projekt mit knapp 40 Prozent des Gesamtauftragswerts von 300.000 Euro.

Hyseni ist 2005 zurück in den Kosovo gegangen. Wegen der "Herausforderung und aus Heimatverbundenheit", sagt er. Er mag das "kreative Chaos" dort. Zunächst hat er mit seiner Firma Rrota ("das Rad") Comics herausgegeben, heute beschäftigt er 24 Leute. Durch das Softwareprojekt wurden sechs Arbeitsplätze geschaffen. Andere Wiener Firmen wollen nun auch im Kosovo ihre Websites entwickeln lassen. Das Fotoalbum mit den Erinnerungen an seine Kindheit hat der heute 37-jährige Hyseni aber noch immer im Safe in Wien liegen.

Eciks sucht Projekte und Investitionsstandorte im Kosovo und bringt sie mit österreichischen Investoren zusammen, auch um "durch ausländische Direktinvestitionen einen Beitrag zur Armutsminderung im Kosovo leisten", sagt Eciks-Chef Kujtim Dobruna. Die kosovarischen Bauern, erklärt Dobruna, hätten es etwa besonders schwer, weil sie nicht mit den hochsubventionierten Agrarprodukten und Nahrungsmitteln, die aus der EU importiert werden, mithalten können.

Der Vorteil an dem Modell: Die Politik schneidet an den Aufträgen - wie sonst so oft im Kosovo - nicht mit. Mittlerweile wurde auch ein Investitionsschutzabkommen abgeschlossen. Das größte Hindernis für Auslandsinvestitionen ist aber das Image des Kosovo. In Österreich ist es besonders schlecht, auch durch die Debatte um Arigona Zogaj.

Grundloser Negativruf

"Der Negativruf ist grundlos", sagt Peter Pfluger. "Aber das ist die Mentalität der Österreicher." Pfluger lässt seit 2007 Gemüse in der Nähe von Prishtina anbauen. "Die hatten dort schon Routine vom Paprika her. Und dann haben wir noch ein bissl was mit Gurken und Pfefferoni probiert", erzählt Pfluger. Der rote und gelbe Paprika wird teils im Kosovo verarbeitet, teils in Lassee in Niederösterreich, wo Pfluger sein Unternehmen hat. Das Gemüse kann bei Billa und Merkur, die Salzgurken im Zielpunkt gekauft werden. Jährlich lässt Pfluger mittlerweile 500 Tonnen Paprika im Kosovo anbauen, das Projekt wird von der Ada mit 200.000 Euro unterstützt.

Pfluger arbeitet mit Tahir Kokollari im Kosovo zusammen. Früher seien die Bauern oft mit nur 30 Kilo Paprika 50 Kilometer zu Kokollari gefahren. Mittlerweile werden nur größere Mengen genommen. "Am Anfang habe ich 20 bis 30 Prozent meiner Gesamtproduktion im Kosovo gemacht. Heuer möchte ich 50 bis 60 Prozent unten anbauen lassen", sagt Pfluger. Und Kokollari hat sein Unternehmen im Kosovo Etlinger genannt aus Reminiszenz zu Österreich, weil er hier früher bei einer Firma namens Etlinger gearbeitet hat. (Adelheid Wölfl/DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 88
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Dani M
00
30.3.2010, 12:04
wie immer

im Beitrag wird von einer erfolgreicher Geschichte erzählt, von Enthusiasten die immer noch glauben, dass sie die Welt verändern können.

Und die Poster hier zählen schon serbische und albanische Erythrozyten..

Rrota ist ein cooles Beispiel wie man das wirtschaftlich abgeschlagenes Land besser macht. Weiter so!!

Karl Heinz dein Geld ist meins........
 
11
25.2.2010, 10:28
HMMMMMMMMM!

Wie schauts mit den rechten für die Khatolische minderheit
im Kosovo Albanien aus?

Kryeziu
81
25.2.2010, 11:54

Fragen Sie mich,wie es den Katholiken geht,in unserer umgebung können wir Katholiken seit Ende des Kosova-Krieges wieder unsere Rituale Feiern,ohne von serbischen Terroristen terrorisiert zu werden,die es nicht mal erlaubt haben Kinder in den 90* Jahren Taufen zu lassen.

CalimeroCH
23
25.2.2010, 16:03
Ich darf 3 katholische Albaner als meine Freunde bezeichnen

und ich weiss, dass sie die mosl. Albaner mehr hassen als die Serben. Das will ja schon was heissen...

edg-w
00
19.9.2010, 23:16
einfach depat

bist du Calimero

Kryeziu
00

Also wollen Sie mir damit sagen,dass ich auch dazu gehöre?
Wobei alle meine Freunde albaner sind des Muslmischen sowie des Katholischen und wir keinerlei Zeit haben bzw. zu sagen,ey schau mal ich Hasse dich weil du ein Moslem bist.
Auserdem Lügen Sie bitte nicht rum,fragen Sie doch mal Ihre Freunde was die von Nationalität sind wie ich?
Ich sage Ihnen jetzt,ja ich bin Albaner und gehöre dem Islam nicht an,was wollen Sie mir jetzt Mitteilen,ich sei kein Albaner?
Vielleicht verwechseln Sie Muslime und Serben aus Bosnien die sich Aufgrund der Religion Hassen bzw. der Kroaten.

zabeli
10
25.2.2010, 17:41
pure luege

calimero, sie sind ein luegner!
nie und nimmer werden sie einen einzigen katholischen albaner finden, der die albaner mehr hasst als die serben.
die katholischen albaner sind weither mehr aufgeklaert und nationalistisch als der rest der bevoelkerung. das beruehmte kanun (gesetzbuch aus dem mittelalter) wurde von einem katholischen adligen geschrieben und einem katholischen vater im 18. jh neu verfasst!

zabeli
00
25.2.2010, 17:34
grosses herz

einmalig in der welt, koennen nur wir alle 3 religionen (islam, katholizismus und orthodoxie) als unsere nennen und von allen dreien profitieren. sehr grosse albanischen denker und dichter waren katholiken (zB. vater gjergj fishta) und orthodoxen (zB vater fan noli).
ihr seid aber noch im mittelalter, wo die religion nachwievor die finger im politik hat und sogar federfuehrtend darin ist.

zabeli
00
25.2.2010, 17:31
kalkulierbar

ihr seid so was von boese, das kann ich mir einfach nicht vorstellen!!
ihr habt jahrzehnte langt versucht, uns auf die fundamentalistenecke zu schieben, aber bitter gescheitert (umsomehr, da jetzt vuk jeremic mit seiner nur in arabien kopftuchtragenden mutter, die fundamentalisten auf seine seiten zu zaehlen weiss).
jetzt 'entdeckt' ihr die katholiken - unter jeder guertellinie.
ich werde hier nicht erwaehnen, dass im herzen prishtinas, die groesste katholische kathedrale entsteht. erwaehnenswert ist, dass fast im jeden haushalt ein bild mutter teresas aufhaengt (in ihrem katholischer tracht), dass der praesident rugova umso mehr geliebt wurde, als es gemunkelt wurde, er waere konvertiert!

medien
15
25.2.2010, 15:27
"serbische terroristen"/katholiken

- "seit ende des kosovokrieges ...wieder unsere rituale (sic!)"...? heißt das, dass vorher nicht jeder dies frei machen konnte? falls ja, sind sie schlecht informiert oder sagen die unwahrheit
- im jetzigen kosovo hat keine andere religion ausser islam eine chance, auch die albanisch sprechenden katholiken nicht, die anderen sind ja vertrieben worden
- welche "serbischen terroristen" hinderten sie ihre kinder taufen zu lassen?

Kryeziu
00

Komischer Weise kämpften Katholiken sowie Muslime Seite an Seite gegen die Serben.
Nur es lohnt sich nicht mit euch darüber zu Reden,da ich weiss,was meiner Familie in den 90*Jahren in Sachen Taufe ging und was viele Albaner auch die Muslime erleben mussten.

Komita
10
25.2.2010, 19:10

Peinlich, Peinlich - Böswilligkeit kann man aus "medien" Polemik Aussagen herauslesen.

zabeli
00
25.2.2010, 17:38
vor dem krieg

vor dem krieg, durften die albanischen katholiken (und auch andere religionestraeger albanischer nationalitaet) ihrer religion nicht nachgehen, da sie von den serbischen erpressern daran gehindert waren.
im uebrigen: in der kirche shen ndou in prishtina, jedes jahr zu weihnachten, sind mehr moslems als christen praesent...dies aus solidaritaet und liebe zu den hochgeschaetzten katholischen bruedern!

mladenovic
 
13
23.2.2010, 22:35
Adelheid wieder voll in ihrem Element,

eine Erfogsnachricht aus ihrem heisgeliebten albanischen Kosovo.

Aca Rankovic
34
23.2.2010, 20:37

scharf und sicher ist im Kosovo nur der Schuss eines UCK-Heckenschützen

Komita
10
24.2.2010, 21:21

Hatten Sie vorher rote Paprika, Tomaten oder so gegessen? Es ist nämlich schon passiert, dass man unverdaute Teile davon im Stuhl hatte und sie irrtümlich für Blut hielt.

...ich hoffe er hats überlebt und liegt nicht noch irgendwo dort im Gebüsch :)

Aca Rankovic
00
25.2.2010, 14:10

Wer ist er? Der UCK Heckenschütze?

Komita
00
25.2.2010, 19:14

Leben in der Vergangenheit - Ihnen ist aber schon bewusst, dass es die UCK seit ueber einem Jahzehnt nicht mehr gibt oder ? Oder sollte dies der erste Schritt zur serbischen Vergangenheitsbewältigung sein ?

Aca Rankovic
00
26.2.2010, 14:36

Ach so, ich dachte schon sie wurde umbenannt in Kosovo Schutzkorps...

Komita
00
26.2.2010, 15:33

Natürlich nicht - Die UCK wurde aufgelöst.

Aca Rankovic
00
27.2.2010, 13:33

aber nur pro forma

CalimeroCH
34
23.2.2010, 17:43
Es ist kein Geheimnis, dass Paprika aus dem Kosovo im Westen

sehr begehrt. Meistens wird sie in der Radiologie eingesetzt. Sie hat sogar so viel radioaktive Strahlung, dass man sich überlegt, die ersten Atomkraftwerke mit Paprika aus dem Kosovo zu betreiben. Green Power hahahahaha

zabeli
56
23.2.2010, 16:56
investieren im kosovo lohnt sich

ein toller artikel - informativ und ohne politischen background. dass sich hier unsere serbischen nachbarn, ueber die positiven entwicklungen in unserem land beunruhigt sind, ist uns nicht neu. es zeigt aber wieder ein mal (zum wiederholten male eigentlich), wie boeswillig sie sind und wie schlecht es ist, solche nachbarn zu haben.
"liebe" serben...euere zeit ist ab!

Z. Ristic
02
24.2.2010, 22:34

Paar Paprika, massive Entwicklung? Danke für den Lacher.

Aca Rankovic
14
23.2.2010, 18:15

träumt nur weiter...
je mehr, desto besser für uns

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