Künstliche Gummi-"Muskeln" auf Basis eines "lustigen Experiments"

22. Februar 2010, 17:06
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    foto: apa/epa

    Was für Wilhelm Röntgen (1845 bis 1923) ein "lustiges Experiment" war, mit dem er seine Zuschauer unterhielt, ist für die Wissenschafter in Linz die Grundlage für künstliche Bewegungselemente.

Linzer Forscher kreierten synthetische Bewegungselemente auf der Grundlage eines historischen Versuchs von Wilhelm Röntgen

Linz - Wissenschafter um Siegfried Bauer vom Bereich "Physik weicher Materie" der Universität Linz haben ein historisches Experiment von Wilhelm Röntgen (1845 bis 1923) mit modernen Mitteln nachgebaut und dabei funktionierende künstliche "Muskeln" kreiert. Die Arbeiten wurden in der jüngsten Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift PNAS veröffentlicht.

Ausgangsmaterial für die Versuche ist ein kleines Stück Gummiband. Es wird in einer Halterung an beiden Enden befestigt und mittels Gewichten vorgespannt. Anschließend bringen die Wissenschafter mittels Hochspannung und einer feinen Nadel Ladungen auf die Oberfläche des Naturgummis auf. "Auf der einen Seite wird positive und auf der gegenüberliegenden Seite negative Ladung aufgebracht", berichtete Bauer.

Ist die Ladung hoch genug bzw. der Unterschied zwischen Vorder- und Rückseite groß genug, ziehen sich die gegensätzlichen Ladungen an. Damit wird der Gummi dazwischen gequetscht, und in Folge dehnt sich das Gummiband aus. Wird die Ladung reduziert, geht es den umgekehrten Weg - das Stück zieht sich zusammen.

"Lustiges Experiment"

Was für Röntgen ein "lustiges Experiment" war, mit dem er Zuschauer unterhielt, ist für die Linzer Forscher die Basis für künstliche Bewegungselemente oder auch Muskeln. So konnte bereits eine Linse mit stufenlos verstellbarer Brennweite erzeugt werden. Dazu wird der Tropfen einer Flüssigkeit von einer Art Gummi-Röhrchen umschlossen und diese Hülle dann durch Hochspannung gezielt größer und kleiner gemacht. Dementsprechend verändern sich auch der Tropfen und die Linsenwirkung.

In Zukunft wollen die Forscher auch sogenannte einfache Biegeaktuatoren erzeugen, die mittels Strom und ohne Gelenke oder Scharniere bewegt werden können. Das Material dazu muss nicht immer Gummi sein, auch andere elastische Materialien wie Klebstoffe oder Silikone funktionieren. (red/APA)

werwolfi
01
23.2.2010, 14:56

linse ist gut vorstellbar.

ob man so allerdings aktuatoren zusammenbringt, die ernsthaft kraft aufbringen, muss sich weisen.

wurzen sepp
 
00
24.2.2010, 10:41
die zukunft wird es zeigen!

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