Briten beginnen Ölsuche vor den Falklands

23. Februar 2010, 16:33

Präsidentin Fernandez de Kirchner kritisiert UN-Sicherheitsrat - Rio-Gruppe verurteilt Resolution gegen Großbritannien an

London - Großbritannien hat trotz heftiger Proteste Argentiniens mit den Probebohrungen zur Ölsuche vor den Falkland-Inseln begonnen. Trotz argentinischer Proteste brachte die britische Desire Petroleum am Montag rund 100 Kilometer nördlich der Falkland-Inseln die erste Ölbohrung nieder. Experten zufolge können in dem Feld "Liz" bis zu 400 Millionen Barrel Öl liegen, obwohl das Risiko einer Fehlbohrung groß ist.

Die Falkland-Inseln im Südatlantik gehören zu Großbritannien, werden aber auch von Argentinien beansprucht. Die britische Regierung betonte, dass die Aktion in Einklang mit internationalem Recht stehe.

Lateinamerika-Gipfel verurteilt Bohrungen

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner bezeichnete die Probebohrungen als illegal und warb beim Lateinamerika-Gipfel der Rio-Gruppe am Montag im mexikanischen Cancun um Unterstützung für ihre Position. Die in argentinischen Medien oft als "CFK" bezeichnete Präsidentin nutzte ihre gesamte Redezeit für eine Erklärung der argentinischen Sicht auf die Geschichte der Inseln.

Sie beklagte die Untätigkeit des UNO-Entkolonisierungskommittees und kritisierte die ständig im UN-Sicherheitsrat vertretenen Staaten: "Wer einen Permanenten Sitz im Sicherheitsrat hat, kann gegen tausendundeine Resolution verstoßen, während sich die übrigen Staaten an die Regeln halten müssen." Fernandez de Kirchner geht davon aus, dass es im 21. Jahrhundert vermehrt zu Konflikten um knapper werdende Rohstoffe kommen wird.

"Den Kannibalen nicht essen"

Argentinien werde aber keinen Versuch unternehmen, die britische Ölfirma mit Gewalt an der Arbeit zu hindern, erklärte Fernandez vor Journalisten. "Wir glauben nicht an Blockaden und ähnliche Methoden," sagte sie am Rande des Gipfeltreffens, "wir haben immer kritisiert, was mit Kuba geschieht." Maßnahmne, die dem internationalen Recht widersprächen, kämen nicht in Frage. Ihr Vergleich "Das einzige, was man mit einem Kannibalen nicht tun kann, ist ihn zu essen" rief Gelächter hervor.

32 lateinamerikanische und karibische Staaten betonten bei dem  Gipfeltreffen in Mexiko die "legitimen Rechte der Republik Argentinien in dem Souveränitätsstreit mit Großbritannie.", sagte der mexikanische Präsident Felipe Caldero.

Außenminister bei der UNO

Buenos Aires forderte die britische Regierung in den vergangenen Jahren immer wieder auf, über die Malvinas, wie die Inseln in Argentinien heißen, zu verhandeln. Argentiniens Außenminister Jorge Taiana will diese Woche mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon über das Thema in New York sprechen.

Das britische Verteidigungsministerium machte am Montag klar, dass die Regierung alles Notwendige tun werde, um die Falkland-Inseln zu verteidigen. Die Inseln hätten ein legitimes Recht, die Ölindustrie in ihren Gewässern zu entwickeln, Großbritannien habe Argentinien dies verdeutlicht, hieß es.

Ein Sprecher des Unternehmens Desire Petroleum, einer Tochterfirma des britischen Ölkonzerns Ocean Guardian, versicherte, die Plattform befinde sich in britischen Hoheitsgewässern. Die Ölvorkommen in der von Großbritannien beanspruchten 200-Meilenzone rund um die Inseln werden auf bis zu 60 Milliarden Barrel (je 159 Liter) geschätzt. Damit wäre es eines der größten Vorkommen weltweit. Schon 1998 war nach Öl gebohrt worden, die Ausbeutung galt damals jedoch als nicht wirtschaftlich. Inzwischen sind die Ölpreise gestiegen.

"Imperien gehen schon unter"

Vor dem Gipfel der sogenannten Rio-Gruppe im mexikanischen Cancun erklärte Nicaraguas Staatschef Daniel Ortega am Sonntagabend, Großbritannien solle die Inseln "an ihre wahren Besitzer" zurückgeben. Er werde eine entsprechende Resolution des Gipfels unterstützen. Der venezolanische Präsident Hugo Chavez erklärte, Argentinien sei im Falle eines erneuten bewaffneten Konflikts mit Großbritannien um die Falkland-Inseln "nicht allein". Er forderte die britische Königin Elizabeth II. auf, die Inselgruppe an Argentinien abzutreten. "Königin von England, mit Dir rede ich, Königin von England, die Imperien gehen schon unter", fügte der linksgerichtete Staatschef hinzu.

Ablenkung von innenpolitischen Problemen?

Beobachter vermuten, dass der Streit kommt den Regierungen beider Länder nicht ganz ungelegen komme. "Sowohl die britische auch als die argentinische Regierung erleben derzeit ein Popularitätstief und dieser Konflikt könnte ihnen kurzfristige Vorteile verschaffen...," schreibt die argentinische Zeitung"La Nacion". Einen Krieg wie 1982 hält Kommentator Rosendo Fragaaber für unwahrscheinlich. Nach jahrelangem Sparen seien die argentinischen Streitkräfte heute noch viel weniger als 1982 in der Lage, eine Auseinandersetzung zu führen. Und schon damals musste Argentinien eine bittere Niederlage einstecken.

Argentinien und Großbritannien streiten schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts über die Falklandinseln, die in Lateinamerika als "Las Malvinas" bezeichnet werden. 1982 ließ die damals in Argentinien regierende Militärjunta die Inseln von ihren Truppen besetzen, was einen Krieg mit Großbritannien auslöste. Die Kämpfe kosteten rund 750 Argentinier, 255 Briten und drei Inselbewohner das Leben, nach zehn Wochen kapitulierten die argentinischen Streitkräfte. Erst 1990 nahmen Argentinien und Großbritannien wieder volle diplomatische Beziehungen auf, ohne aber den Streit um die Inseln gelöst zu haben.  (red/APA)

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Horst Holger
11
24.2.2010, 22:59
der Hugo sollte lieber vor seiner Haustüre kehren

da liegt genug Schmutz! Wie lange müssen wir es noch ertragen, daß der Mensch sich mehr um Aussenpolitik kümmert, als um sein Land?!
Vielleicht sollte man erwähnen, daß er seit Jahren Konzessionen für den Abbau von Bodenschätzen billigst an die Chinesen und Russen verschleudert. Ausverkauf des Landes, die Bevölkerung wird dafür zahlen.
Eine Schande, dieser Präsident und peinlich für jeden Venezolaner!

Drexau
21
24.2.2010, 16:13
wenn die argentinier meinen, dass das gebiet ihnen gehört,

dann sollen sie doch kommen und versuchen es sich zurück zu holen.

wir haben die passende antwort jetzt schon parat.

pepitant
00
24.3.2010, 12:04
Zurück zu holen ?

Also hat es ihnen mal gehört und die Briten haben es geraubt. Es läuft einfach alles falsch, nach westlicher Logik müssten die unterdrückten Staaten der dritten Welt und Lateinamerikas in den Elitenvierteln der Metropolen der Unterdrücker wahllos möglichst viele Leute abknallen, um den Nachschub der von Politik und Wirtschaft geförderten Banditen zu unterbinden. Genau so funktioniert doch der westliche Zugang zu dem Thema, nicht wahr ?
Es ist nur das Glück der Amis und der Briten, dass viele rückständige Politiker untergeordneter Staaten die Einsicht, dass man sie niemals auf erstes Welt Niveau hochlassen wird, noch nicht verinnerlicht haben. Die anderen sind sowieso gekauft bzw. mit Hilfe westlicher Lobbies installiert.

Jetzt red i!!!
00
25.2.2010, 14:23
Ja? welche denn?

Kriecht ihr dann den Amis wieder mal in den A.... und bittet um deren Hilfe? xD

Anders kriegt ihr eh nichts auf die Reihe.

Ich bin für eine eu weite Abstimmung über den Rausschmiess der Briten.

riggo
00
24.2.2010, 16:55
freu mich schon auf ein moegliches

england - argentinien

in suedafrika heuer im sommer!!

Never
00
24.2.2010, 19:33

Das wird sicher ein spannendes Spiel ;)

wolfgang petri
32
24.2.2010, 15:57
Aufpassen liebe Argentinier!

Sonst werdet ihr noch wegen grober Menschenrechtsverletzungen in die Steinzeit zurück bombadiert. Vorher noch schnell zum Schurkenstaat erklärt.

Schrecken der braven Landfrau
00
24.2.2010, 23:00
So was macht der Folterstaat GB

doch nicht ...

Drexau
00
24.2.2010, 14:35
Rule, Britannia! Britannia, rule the waves!

ordo ab chao
41
24.2.2010, 13:05

die briten sind ja die wahren planetaren kriegstreiber, dagegen sind die usa ja die reinsten unschuldslämmer

pepitant
00
24.3.2010, 12:05
Na, sagen wir mal, sie

stehen einander nicht nach.

Glod
00
24.2.2010, 13:52
Nicht unrichtig hat mit dem Thema aber null zu tun.

Bei den Falklands haben die Briten eine leere Insel besiedelt und diese bis heute verteidigt.

Was ist so schlimm daran?

olala olala
10
24.2.2010, 15:23

mhm. gibt ja sicher noch einige unbesiedelte inseln auf diesem planeten .....

Glod
00
24.2.2010, 15:32
Ja, theoretisch geht das immer noch:

http://en.wikipedia.org/wiki/Terra_nullius

Ist heutzutage halt schwer unbewohnte Inseln zu finden die von niemanden beansprucht werden.
(Den gab es bei den Falklands zwar, aber der britische Anspruch war älter als der von Argentinien, also bleibt es sich wurscht)

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
35
24.2.2010, 12:56

Der Standard sollte endlich aufhören Chavez als Linksgerichteten zu bezeichnen. Der Mann ist nichts mehr als ein chauvinistischer Autokrat, der seinen Größenwahn auslebt. Mit echte sozialistischer Politik und Demokratie hat das nichts zu tun.

raff1
23
24.2.2010, 12:39
"Wer einen Permanenten Sitz im Sicherheitsrat hat, kann gegen tausendundeine Resolution verstoßen, während sich die übrigen Staaten an die Regeln halten müssen."

Fernandez de Kirchner ist also auch schon draufgekommen.

Fritz Wunderlich
01
24.2.2010, 19:52

gegen welche genau soll jetzt großbritannien verstoßen haben???

F S 3
36
24.2.2010, 12:12
Und wieder lag das FS3 richtig! - Bereits 2004 schrieb das FS3 um die WAHREN GRÜNDE für den Falklandkrieg…

…Glaubt ihr im Ernst,daß GB wegen ein paar Schafen einen teuren Krieg vom Stapel ließ?War on Error,Folge 710:"OIL"
http://derstandard.at/plink/154... 55/1622237

Um die Falklands befinden sich RIESIGE Ölvorkommen (warum glaubt ihr,war der ganze Zirkus damals-wg. "ein paar Schafen"?)…
http://derstandard.at/plink/209... 12/2961134

GB hat beileibe nicht "gepeakt"-b.d.Falkland-Inseln gibt es am Festlandschelf rauhe Mengen Öl…
http://derstandard.at/plink/299... 21/7396336

…Der Falklandkrieg um "Liebe-Käse-Eirkuchen" wurde um d.Sicherung d.Besitzrechte d.Erdölvorräte am Festlandsockel geführt(geschätzte 15 Mrd.Barrel)-auch eine Alternative,die es sich b.d.dztg.Preisen am Weltmarkt "auszahlt" z.fördern…
http://derstandard.at/plink/308... 11/7904165

Fritz Wunderlich
11
25.2.2010, 11:00

hehe, 1982 haben das schon ganz andere kaliber behauptet, als du zwerg

sterngucker
 
22
24.2.2010, 15:20
Ölvorkommen?

Wer weiß, vielleicht ist das ja nur eine Tarnung, und in Wirklichkeit wollen sie Plasma fördern, damit sie dann den Birkelandstrom teuer verkaufen können.

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
02
24.2.2010, 12:54

Das Problem an ihrer Theorie ist, dass nicht das UK den Krieg angezettelt hat sondern die argentinische Militärdiktatur. Außerdem ging es auf beiden Seiten wohl eher darum von innenpolitischen Problemen abzulenken als um das Öl per se. Dazu kommt, dass die Bewohner der Insel mehrheitlich Briten sind und auch für den Verbleib beim UK gestimmt haben.

Makronaut
00
24.2.2010, 13:15

...details...

der mann, der zuviel wußte...
12
24.2.2010, 11:24
Geschichte wiederholt sich...

Vor 28 Jahren hatte die damalige Militärjunta in ARG daheim massive Probleme und hat zwecks Ablenkung ihre vermeintlichen Ansprüche auf die Falklands militärisch durchzusetzen versucht und dabei ordentlich Prügel bezogen.

Frau Fernandez de Kirchner ist zwar keine Militärdiktatorin aber auch keine Demokratin. Sie raubt die eigenen Pensionskassen und die argentinische Nationalbank aus, um ein bankrottes Staatswesen irgendwie noch zu finanzieren, richtet das Land weiter zugrunde und möchte den Argentiniern anscheinend weismachen, all diese Probleme mit möglichen Einkünften aus der Förderung von Erdöl, das den Argentiniern nun mal nicht gehört, lösen zu können.

So einfach ist das. Falls sie Lust auf neue Prügel hat, soll sie nur kommen.

Johann Hunger1
95
24.2.2010, 10:55
Briten beginnen mit dem Diebstahl vor den Falklands!

So müsste nach meiner Meinung die Überschrift lauten.

SmithWinston
00
24.2.2010, 15:38

Ahnung von Geschichte hast du keine,oder?

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