"Es gibt eine gewaltige Dunkelziffer"

22. Februar 2010, 16:56

Johannes Wancata, Ombudsmann für sexuellen Missbrauch, über Pädophilie innerhalb und außerhalb der Kirche

Johannes Wancata leitet seit einem Jahr die Ombudsstelle für sexuellen Missbrauch der Erzdiözese Wien. Die Nähe zur Kirche sei weder für seine Job-Besetzung noch für die Auswahl seiner Mitarbeiter relevant gewesen, meint der Psychologe im Video-Interview. "Es wurde lange Zeit verleugnet, dass es so etwas wie sexuellen Missbrauch gibt", meint Wancata im Gespräch mit Hans Rauscher über den Umgang mit Pädophilie. Unter den acht Fällen, mit denen er im vergangenen Jahr betraut war, waren zwei Kinder  und der Rest Erwachsene. Manche Fälle seien schon vor 50 Jahren passiert und deshalb strafrechtlich nicht mehr verfolgbar. Die Opfer hätten sie bis heute nicht aufgearbeitet. Dafür, dass Missbrauch innerhalb der Kirche verbreiteter sei als außerhalb gäbe es keine gesicherten Daten. Auch eine "kleine deutsche Studie", die besagt, dass es innerhalb der Kirche weniger Fälle gibt als außerhalb, hält Wancata für nicht aussagekräftig. Wieviele Fälle es tatsächlich gibt, wisse man einfach nicht. Die 510 Anzeigen vom Vorjahr seien auf jeden Falle für ein kleines Land wie Österreich eine hohe Zahl, und: "Es gibt noch eine gewaltige Dunkelziffer". (rasch, derStandard.at, 23.2.2010)

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bellefleure
00
12.3.2010, 18:40
Bin rückfällig geworden beim schreiben..

Wie schön, dass für Kardinal Schönborn die in jüngster Zeit bekannt gewordenen Fälle von Kindermissbrauch in der kath. Kirche schon jetzt zu den "Altlasten" zählen! Wie wird der sich erst wundern, wenn die "Neulasten" dazu kommen! Ob er dann beim Interview auch noch so ruhig und selbstgefällig in seinem Sessel thront oder wird ihn dieses Erdbeben ausheben? Das einzige, das hilft, ist sofortige Aufhebung des Zwangszölibats und und kompetente Frauen als Kontrollmechanismen, sonst richtet sich's dieser präpotente Männerverein wieder und alles ist wie vorher! Ich bin keine Männerhasserin, aber wenn so gegen die Natur gelebt wird und Kinder zu Schaden kommen, kenne ich keinen Gnade und die würde es auch vor Gott, wenn es ihn gäbe, nicht geben!

Sophie Reicht
00
12.3.2010, 17:57

woas damma jetzt?

Sophie Reicht
00
12.3.2010, 17:54

zwischen Sekte und Kirche gibt es für mich inzwischen keinen unterschied mehr

Fraho
00
25.2.2010, 10:20
Die Priester und der Sex -

Gestern auf ARD - zu sehen im Web-TV
Die katholische Kirche in der Krise: Missbrauchsfälle, Übergriffe auf Schutzbefohlene. Und der Vorwurf, dass vertuscht und verschleiert wurde, statt den Opfern zu helfen. Wem nützt eigentlich der Zölibat? Was muss noch passieren, damit auch die Not der Priester erkannt wird? Und wie stark ist ein Glauben, der die Glaubwürdigkeit verliert?

http://www.wdr.de/tv/hartab... php5?akt=1

kann nur empfehlen diese Sendung anzusehen - wie sich die Kirche windet......

Ro_bert
00
28.2.2010, 22:33

Das Problem ist nicht der Zölibat, auch eine Ehe bietet keine Garantie auf ausreichenden Sex.
Selbst in der größten Not fände ich einen Job- oder Partnerwechsel sinnvoller als über Kinder herzufallen.

Fraho
00
@Ro_bert Zölibat und Pädophil

wer sagt denn, dass beides in direktem Zusammenhang steht, ABER ein pädophiler Mann hat kein Problem Kath. Priester zu werden bzw. zu bleiben, sehr wohl aber ein Mann der "normale" Gefühle hat.
NUR das ist die Heuchelei der kath. Kirche - und wie schon so oft erklärt, es absolut keinen Grund gibt diesen Zölibat aufrecht zu erhalten, der im 2. Jahrtausend nur deswegen geschaffen wurde um möglichst viele Reichtümer anzuhäufen.
Heute muss sich der Papst und die fanatischen "Christen" fragen lassen, ob sie überhaupt verantworten können, dass man geweihte Priester vom Priesteramt entlässt, nur weil diese ein NORMALES Familienleben führen wollen und durch dieses menschliche Verständnis immer mehr Pfarrren verwaisen. Daher weg mit Zölibat!

Ro_bert
00

Das Zölibat ist genauso sinnlos wie Inquisition und Kreuzzüge, für mich passt alles zusammen.

Ich war selbst in einem katholischen Kinderheim, auch ohne Mißbrauch die reinste Hölle.
Die Kirche ist nun mal ein Tummelplatz für Sadisten und andere Perverse.

Henriette Loderer
 
00
9.11.2010, 13:04
Nicht nur die christliche Kirche

die weit grössere Gefahr geht vom Islam aus. Mädchen werden zwangsverheiratet und genitalbeschnitten und haben weder als Töchter noch als "Ehefauen" die allergeringste Möglichkeit sich dagegen zu wehren. Auch eine ungehorsame nicht fügsame Ehefrau zu züchtigen ist nach islamischem Recht durchaus legitim.
Diese Praktiken werden auch in Österreich häufig praktiziert aber reden darüber darf man natürlich nicht.

Zukunftsoptimist
02
24.2.2010, 22:45
Nach all dem, was ich in letzter Zeit

aus leidigem Anlass erfahren habe, ist das Problem keines der Kirche, sondern der Gesamtbevölkerung. Die Dunkelziffer, die für Fachleute so dunkel nicht ist, dürfte so groß sein, dass es mit den zur Verfügung stehenden Mitteln (Psychotherapeuten, Polizei, Staatsanwälten, Jugendämter) nicht bewältigt werden kann. Die Behörden und Gerichte igeln sich daher ein und werden nur in Extremfällen (Tötung, schwere Körperverletzung, lange Freiheitsberaubung), in denen Wegschauen unmöglich geworden ist, tätig. Alles andere wird unter den Teppich gekehrt und jene Personen, die so etwas aufzeigen, als böswillig oder geistesgestört denunziert und von der Gesellschaft geächtet. Kein Wunder, dass selbst Opfer Vorfälle nicht oder erst nach Jahren anzeigen

Henriette Loderer
 
00
9.11.2010, 12:53
Wie recht Sie haben

ist natürlich äußert schwierig dieses Thema. Wenn Eltern oder Erziehungsberechtigte kein Gefühl dafür entwickeln was Moral, Anstand und Rechtschaffenheit bedeuten. Besonders heikel ist das Thema wenn es um unmündige Minderjährige aus dem vom Islam bestimmten Umfeld geht. Da werden oft noch minderjährige Mädchen zwangsverheiratet und somit gilt diese weit verbreite Spielart von Kindesmissbrauch nicht als solche, denn das Mädchen ist ja jetzt eine "verheiratete Ehefrau"
Es gibt nur 2 Möglichkeiten - mehr staatliche Kontrolle und weniger Privatsphäre oder alles so belassen wie es ist. Selbst wenn Zwangsehe in Österreich verboten ist, dann erfolgt diese eben im Ausland.

Ro_bert
00
28.2.2010, 17:33

Mal schaun ob richtige Zahlen die Zensur passieren:
Ich hab gelesen daß in den USA 30% der Kinder missbraucht werden.
Da wird so mancher Entscheidungsträger ebenfalls vorbelastet sein.

Zukunftsoptimist
00
28.2.2010, 21:55
Ich weiß nicht ob

man sagen soll leider oder glücklicherweise gibt es auch für die 30% nur vage Vermutungen. Wenn man aber die Mauer des Schweigens in Ansatz bringt, die sich um fast jeden Fall von Missbrauch bildet (und das unter Anwendung aller Mittel), dann kann etwas dran sein. Schrecklich die Vorstellung, dass unter denen, die zur Bekämpfung dieses Übels aufgerufen wären, nicht wenige Täter sind, die alles dransetzen, um die Fälle zu vertuschen.
Aber: was tun dagegen? Als unvermeidlich hinnehmen? Den aussichtslos scheinenden Kampf aufnehmen? Die Opfer selbst sind dabei nicht wirklich hilfreich: sie sprechen - wenn überhaupt - zu spät, wenn sie in sehr jungen Jahren missbaucht wurden, sind ihre Angaben überhaupt problematisch.

Ro_bert
00
28.2.2010, 22:41

Wußten Sie daß der gute alte Freud bereits auf der richtigen Spur war, jedoch bei seinem besten Freund damit Unverständnis geerntet hat, und sich daraufhin gesellschaftlich kompatiblere Theorien ausgedacht hat?
Später stellte sich heraus daß dieser Freund selbst Täter war.
Nachzulesen bei Alice Miller.

LinksSchreiber
01
24.2.2010, 12:47
Die Kardinals-Domäne des sexuellen Macht-Missbrauchs ist weder der öffentliche Raum noch die Kirche,sondern die Summe der nicht-öffentlichen oder privaten Innenräume,

die familienartig strukturiert sind. Eine Kultur, die den Fetisch des Privategentums über alle anderen Werte stellt, wird das Missbrauchs-Problem nie in dien Griff bekommen.

Die libidinöse Ökonomie des Inzests und die egalitäts-vergessene Wirtschaft des Privaten basieren auf demselben Fundament.

Wie viele etablierte Frauen (und Männer) hatten ein sexuelles Verhältnis mit einer Autoritätsperson (dem Vorgestetzten, dem Lehrer, dem Trainer, dem Therapeuten, dem Betreuer ad infinitum), aus dem sie zumindest keine Nachteile hatten, das jedoch als problematisch zu beurteilen wäre? Eine Unzahl.

Diese Strukturen werden auch von den FeministInnen nicht in Frage gestellt. Warum wohl?

Henriette Loderer
 
00
9.11.2010, 13:12
Sie haben völlig recht

Aber es gibt nur 2 Lösungen, weniger Privat- und Intimsphäre, mehr Überwachung oder alles bleibt, wie es ist.
Aufgeklärt wurde und wird ja laufend, nur was bringt es? Leute die mit Sexualität nicht umgehen können oder deren Vorstellungen Grenzbereiche bei weitem überschreiten, aber vor allem religiös induziertes Sexualverhalten können dadurch mit Sicherheit nicht beeinflusst werden.

Zukunftsoptimist
00
danke, nein, wußte ich nciht.

Aber allmählich erfasst mich das Grausen. Gibt es noch "normale" Leute?

Henriette Loderer
 
00
9.11.2010, 13:14
Ja schon

nur von denen hört und sieht man nichts.

Zukunftsoptimist
00
24.2.2010, 22:46
no geh,

und was war in der Mühl-Kommune?

LinksSchreiber
00
24.2.2010, 12:23
Es wird die HEILIGE FAMILIE als elementarste Keimzelle der strukurellen Gewalt und jeder Form des Machtmissbrauchs leider nicht in dem Maß dekonstruiert und kritisch in Frage gestellt,

das für eine wahrhaft aufgeklärte Form der Kultur notwendig wäre.

Auch Frau Schwarzer und Co. haben die Schuld auf sich zu nehmen, sich vor dieser unbedingten Notwendigkeit gedrückt zu haben.

Das neomoralistische Aburteilen
der sexistischen Verdinglichung "der Frau" duch "den Mann" ist KLAR ZU WENIG.

Auch die vulgärfeminstische Standard-Aburteilung der sexuelllen "Belästigung" im öffentlichen Raum taugt nichts, um den Missbrauch zu verhindern, der in den privaten Innenräumensie Statt findet. Dieser sexistische Moralisus ist vielmehr gegen die Idee der Exogamie gerichtet.

Das Gender-Paradoxon: Je mehr neofudamentalistisch herummoralisiert wird, desto krasser imponiert die gesellschaftliche Zuwachs der Perversion.

Johann Hunger1
00
24.2.2010, 10:40
Das sechste Gebot, wurde von der Konsumgesellschaft abgeschaft!

Frauen wie Frau Donal und Schwarzer klagen schon länger die Werbung an, und die sind nicht in der Kirche, sondern ausgetreten, leider, denn solche Frauen braucht die Kirche!

Michael Tfirst
 
02
24.2.2010, 08:17
Katholischer Erzbischof droht Justizministerin

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, wirft der Justizministerin nicht nur falsche Tatsachenbehauptungen vor, sondern stellte ihr auch ein Ultimatum.

Innerhalb von 24 Stunden müsse sie ihre Äußerungen zum kirchlichen Missbrauchsskandal korrigieren, was an diesen falsch sein soll, machte er allerdings nicht deutlich:


http://www.heise.de/tp/blogs/6/147137


MfG
Michael Tfirst

Michael Tfirst
 
01
24.2.2010, 07:26
Jetzt aber schnell wieder zurück zum Ausgangspunkt (für die zurzeit herrschende Diskussion): In einem deutschen Jesuitencolleg hat es vor einem Monat begonnen. Das hat dann eine Dimension angenommen, die bisher nicht zu ahnen war mit Selbstmorden

von Opfern, usw).

Und täglich kommen neue Meldungen wie folgt dazu und sie hören nicht mehr auf:

…..Neu dazu kamen zwei ehemalige Heime der Salesianer Don Boscos in Augsburg und Berlin. Ebenfalls betroffen seien ein ehemaliges Kinderheim der Vinzentinerinnen im oberschwäbischen Oggelsbeuren. Das Maristen-Internat in Mindelheim. Ein früheres Franziskaner-Internat bei Hanau. Vorwürfe gebe es weiterhin gegen frühere Mitarbeiter des Franz-Sales-Hauses in Essen, einer renommierten Behinderteneinrichtung. In einem Internat der Franziskaner-Minoriten soll es sexuelle Übergriffe gegeben haben……

Details:

http://michaeltfirst.blogspot.com/2009/08/s... stuhl.html


MfG
Michael Tfirst

Michael Tfirst
 
01
24.2.2010, 04:35
Zurück zum Ausgangspunkt für die zurzeit herrschende Diskussion: In einem deutschen Jesuitencolleg hat es vor einem Monat begonnen. "Das hat dann eine Dimension angenommen, die bisher nicht zu ahnen war" (Selbstmorde von Opfern, usw).

Und täglich kommen neue Meldungen wie folgt dazu und sie hören nicht mehr auf:

…..Neu dazu kamen zwei ehemalige Heime der Salesianer Don Boscos in Augsburg und Berlin. Ebenfalls betroffen seien ein ehemaliges Kinderheim der Vinzentinerinnen im oberschwäbischen Oggelsbeuren. Das Maristen-Internat in Mindelheim. Ein früheres Franziskaner-Internat bei Hanau. Vorwürfe gebe es weiterhin gegen frühere Mitarbeiter des Franz-Sales-Hauses in Essen, einer renommierten Behinderteneinrichtung. In einem Internat der Franziskaner-Minoriten soll es sexuelle Übergriffe gegeben haben……

Details:

http://michaeltfirst.blogspot.com/2009/08/s... stuhl.html


MfG
Michael Tfirst

he4db4ng0r
10
23.2.2010, 23:35

ich bin erleichtert, dass zumindest diese zwei herren seriös und unaufgeregt über dieses thema sprechen. ansonsten kommt ja meistens nur blindes pädophilenbahsing. pädophile sind schlecht und damit basta. so wird sich dieses problem aber nicht lösen.

platz, hirsch!
02
23.2.2010, 19:50
was ich immer noch nicht verstehe:

warum sind die kolleginnen in diesen institutionen (und ich meine nicht nur die kirche, sondern jede institution in der kinder betreut werden) nicht langsam hellhörig und achtsam? wie kann es sein, dass immer noch so viele perverse mit kindern in kontakt sind und das so lange niemandem auffällt! es muss doch kollegen geben, die nicht in tuschelei und verhaberung oder abwehr verharren sondern mit offenen augen durch die welt ihrer institutionen gehen!?

das ist doch bitte kein neues thema mehr und jeder, der mit kindern professionell zu tun hat, sollte wissen, wie man anzeichen von sexuellem missbrauch bei kindern sehen und hören kann. kein kind verhält sich unauffällig, wenn es gerade opfer von (sexueller) gewalt ist.

AUGEN AUF!!

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