Norbert Pauser

Was hat Kindesmissbrauch mit Homosexualität zu tun?

21. Februar 2010, 19:17

Betrifft: Berichte zum jüngsten Kirchenskandal

In regelmäßigen Abständen erreichen uns Berichte über aktuelle und vergangene Fälle von sexueller Kindesmisshandlung in katholischen Einrichtungen samt den damit verbundenen Beschwichtigungen und Entschuldigungen der verantwortlichen Würdenträger.

Auffallend und zugleich in hohem Maß befremdlich erscheint, dass in der Mehrzahl dieser Berichte Kindesmissbrauch und Homosexualität in einen Zusammenhang gebracht wird - nach dem Assoziationsmuster Homosexualität=Männer=Pädophilie=männliche Prostitution=abweichende Sexualpraktiken. Ich halte diese Themenvermengung für inakzeptabel.

Vor fünf Jahren war im Zusammenhang mit dem "Fall Groër" ein Interview im Standard erschienen, wo gefragt wurde, ob das Vorurteil stimme, dass der Priesterberuf attraktiv für Personen sei, die ein Problem mit ihrer Homosexualität haben. Und beflissen kam die Antwort von einem einschlägigen "Experten" der meinte, es "(...) könnte die priesterliche Lebensform für Menschen, die in ihrer sexuellen Entwicklung steckengeblieben [sic] sind, einen Schlupfwinkel darstellen. Umso wichtiger ist es, dass Skandale wie der um Groër auch tatsächlich thematisiert und aufgearbeitet werden." Wir erinnern uns noch an diesen Skandal? Groër homosexuell? Nein, denn tatsächlich war sexueller Missbrauch das Thema!

Die Geschichte wiederholt sich als Endlosschleife im Jahr 2010: In einem Bericht über die aktuellen Aufdeckungen zitiert der Standard den amtierenden Rektor jenes betroffenen Berliner Gymnasiums, der seine Kirche scharf kritisiert: "Homosexualität wird verschwiegen. Kleriker mit dieser Neigung sind unsicher, ob sie bei einem ehrlichen Umgang mit ihrer Sexualität noch akzeptiert werden."

Ein weiteres häufiges Argument für die möglichen Gründe der auffälligen Nähe der katholischen Kirche zu sexuellen Kindesmisshandlungen lässt da nicht auf sich warten. Das Zölibat (vgl. Brief unten) sei daran schuld, dass bevorzugt diese (Autoritäts-)Personen sich an Wehrlosen vergreifen. Ein weiteres Vorurteil also, dass homosexuelle Kontakte quasi als Ersatz für fehlende heterosexuelle Beziehungen dienen und somit ein durchaus veränderbarer Zustand sind, wenn nur der nötige Wille und die nötigen Umweltreize vorhanden wären.Was aber ist Homosexualität?: laut Wikipedia "eine sexuelle Orientierung bei der Liebe, Romantik und sexuelles Begehren ausschließlich oder vorwiegend für Personen des eigenen Geschlechtes empfunden werden". - Und was hat das mit Kindesmisshandlungen zu tun?

Viele Menschen erleben es als Demütigung, dass Homosexuelle mit derlei illegitimen Verkürzungen in Verbindung gebracht werden. Nun könnte man der katholischen Kirche noch eine gewisse Perfidie unterstellen und diese permanente Vermischung als durchaus absichtsvoll ansehen. Warum aber auch der Qualitätsjournalismus dieser Linie immer wieder folgt (zuletzt etwa in einer Kolumne von Hans Rauscher), bleibt unverständlich.

Lesbische Frauen und schwule Männer sind in Österreich nach wie vor Menschen zweiter Klasse, haben nicht die gleichen Rechte und sind in jeglicher Form von der Möglichkeit der Adoption von Kindern ausgenommen.

Leider wird die Tatsache allzu oft verschwiegen, dass viele homosexuelle Mitmenschen Kinder haben und in unterschiedlicher Form Familie leben, Verantwortung für einander und für andere übernehmen.

Ich lege größten Wert darauf, dass gleichgeschlechtlich l(i)e-bende Menschen nicht unablässig mit diesen traurigen Misshandlungsvorfällen in Verbindung gebracht werden. (Norbert Pauser, DER STANDARD - Printausgabe, 22. Februar 2010)

Zur Person
Mag. Norbert Pauser ist Bildungswissenschafter, Diversity-Berater und ehrenamtliches Vorstandsmitglied der agpro (aus- trian gay professionals)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 192
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klobe
 
00
23.6.2010, 01:39
Vergewaltigte knaben ==Verurteilt als Verbrecher

von priestern, erziehern und lehrern in internaten vergewaltigte knaben wurden vor gericht wegen unzucht wider der natur (homosexualität) als verbrecher zu +- 3 jahren schweren kerker (teils auf bewährung) verurteilt. die gerichte halfen den kirchlichen vergewaltigern mit ministrafen,, aber zerstörten das gesamte leben der noch heute leidenden erwachsenen männern.

ipswich
00
11.3.2010, 12:46
Einspruch

dagegen dass Hans Rauschers Kolumnen in diesem Medium als Qualitätsjournalismus bezeichnet werden.

E.J.
00

... aber wenn man eine eigene Meinung hat, hat da offensichtlich jemand was dagegen. Zufall...?

E.J.
00

Ein wichtiges Thema...

Airwin
00

Darf man da auch eine Meinung äussern?

apostata
00
beide mal geht es um sex

mit gleichgeschlechtlichen,homosex.sind keine kinderschänder, aber kinderschänder sind nicht heterosexuell

Sans Souci
00
10.3.2010, 00:27
entschuldigung, was ist denn das für ein schwachsinn!

wollen sie damit sagen, dass sich ausschliesslich männer an jungen vergehen?????????????????????? welche sexuelle orientierung hat denn ihrer meinung nach ein vater/grossvater/onkel... der ein mädchen missbraucht? ist der in ihren augen auch schwul?

Arbeiter
00
23.2.2010, 11:02
Danke, liebe Zensur, für die Veröffentlichung meiner Postings.

aber was ist los, dass einen Tag lang überhaupt Stopp angesagt war?

1116er
00
28.2.2010, 14:55
ich nehme dich mal als beispiel raus für die frage:

was sind das für poster, die immer wieder einen artikel aufrufen (oder offen lassen und aktualisieren), mit dem bangen im hinterkopf: "ist mein beitrag auch schon erschienen?"
ich vermute mal:
1. pensionist oder arbeitslos, weil normal beschäftigten leuten fehlt die zeit dafür.
2. schlimme erfahrungen in der pubertät gemacht "wird heute ein brief meiner angebeteten in der post sein? ... nö, wieder nicht"
3. von der eigenen wichtigkeit überzeugt, obwohl niemand was von seinen/ihren theorien wissen will.


aber ok, auch eine 'nebenwirkung' eines forums: es ersetzt den gang zum psycho-onkel...

Nathaniel Winerib
14
23.2.2010, 11:16

die waren gerade auf schulung in pyönyang.

Mike Poler
17
22.2.2010, 18:19

Es ist nicht der Zölibat allein, es ist die katholische Körperfeindlichkeit und das katastrophale Bild der Frau, das die Katholen haben. Darum die HInwendung im Mißbrauch zu männlichen Kindern.
Auch das ständige Jammern der Katholen, das auch andere Bevölkerungsteile Mißbrauchsverbrechen begehen lasse ich nicht gelten, da die Opferzahlen (hunderte in den Jesuitenschulen, tausende in Irland etc, etc,) von keiner anderen Verbrechergruppe erreicht wird.

Beispiel aus dem Leben: Unser Pfarrer erklärte den Kindern im Religionsunterricht es ist eine Sünde die Eltern nackt zu sehen.

isai
00
26.2.2010, 11:16
Wann war das?

Das wird doch nicht jetzt noch "gelehrt" ?
Könnte das vl. in Windischgarsten sein?

egsi
04
22.2.2010, 17:12
Das eine hat mit dem anderen dann etwas zu tun

wenn der kindesmissbrauch von einem täter des gleichen geschlechts wie das des opfers begangen wird.

dies ist ja anscheinend bei den kirchenfällen häufig der fall, sodass mandann wohl von "homesexuellem kindesmissbrauch" ausgehen kann.

w. corso
01
muß nicht sein

Kindesmißbrauch hat, glaub ich, vorwiegend mit Machtausübung gegenüber Anvertrauten zu tun.

Da Priester vorwiegend Jungs betreuen, mißbrauchen sie eben Jungs.

Würden Mädchen von Priestern betreut, würde der Mißbrauch auch gegenüber Mädchen stattfinden.

Andrerseits drängt die generell frauenfreindliche Haltung der kath Kirche ihre Repräsentanten wohl doch eher in die gleichgeschlechtliche Richtung

Settembrini
02
22.2.2010, 16:50
Es ist eine Sexualitätdie sich sich leichter vertuschen läßt ,...

...weil Kinder erst Erwachsene werden müssen, um gewahr zu werden, was mit ihnen geschah. Hostas?

Arbeiter
13
22.2.2010, 15:58
Wieviele Fälle sind bekannt, in denen sich Priester an Mädchen vergingen?

Andreas Schneider
00
25.2.2010, 07:33

... mangels gelegenheit.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
00
26.2.2010, 09:25
die fehlte nur

in der Diözese St. Pölten längere Zeit.

Arbeiter
02
22.2.2010, 15:49
In welcher Gesellschaft funktionieren eigentlich Sex, Familie, Ehe, Fortpflanzung?

Wenn wir davon ausgehen, dass eine Gesellschaft überleben will und Greise und Greisinnen jemanden haben sollen, der sie versorgt, dürfen wir von einer Priorität der Heterosexualität ausgehen. Die modernen libertären, gottlosen Gesellschaften Europas sterben aber aus. Da kann man aus fortschrittlicher Warte toben, was man will, das ist einfach Fakt. Die alte christliche Gesellschaft pflanzte sich noch fort, heuchelte aber bestimmt ganz gewaltig. An ihre Stelle tritt die islamische, die grundsätzlich den Sex befürwortet und den Mann auch ausleben lässt (Polygamie, Verstossungsscheidung) und kein Zölibat kennt. Alles keine sehr erfreulichen Konzeptionen.

1116er
02
28.2.2010, 14:47
"In welcher Gesellschaft funktionieren..."

und in welchem jahrhundert leben sie denn, dass sie die sexuelle ausrichtung eines menschen nach seiner fähigkeit, die greisen und greisinnen zu versorgen, werten???

"Die modernen libertären, gottlosen Gesellschaften Europas sterben aber aus." also mir ist eine gottlose, irgendwann mal aussterbende (=sich verändernde!!!) gesellschaft allemal lieber als eine mit fortpflanzungspflicht und auf ewige zeiten gleichbleibende.

obernegg
00
fortpflanzungspflicht

schon was von Darwin gehört ?

Die dritte Seite der Medaille
11
27.2.2010, 00:24

die 10% Homosexuellen haben durchaus ihren gesellschaftlichen- evolutionären Nutzen. Dadurch, dass diese oft keine eigenen Kinder zu versorgen haben, sind mehr Ressourcen frei, um sich direkt oder indirekt um den Nachwuchs der Verwandtschaft zu kümmern.
Sie unterstützen die Gesellschaft durch ihre Arbeitskraft und durch die Möglichkeit, sich voll und ganz auf ihre gesellschaftlichen Aufgaben zu konzentrieren, ohne viel von Familie abgelenkt zu werden.

Im Tierreich, bei Tieren, die schnell nacheinander Junge werfen, ist es zB oft üblich, dass die älteren Nachkommen eines Paares den Eltern bei der Aufzucht ihrer jüngeren Geschwister helfen. das nützt auch ihren Genen.

Beim Menschen wärs wohl dann analog der reiche, kinderlose Erbonkel.

ich selbst
 
05
23.2.2010, 11:38
auch hier wäre ein bisschen mehr wissen und fakten ganz gut

geschätzte 5-10 % der bevölkerung sind "ausschließlich" homosexuell veranlagt, kommen also für die von ihnen in den mittelpunkt gerückte "fortpflanzung" nicht in frage. dazu muss man noch bedenken, dass ein teil davon in gewissen phasen des lebens "heterosexuell" lebt und gar nicht wenige schwule und auch lesben kinder haben.
wenn die bevölkerung tatsächlich "ausstirbt", wie sie suggerieren, liegt es also bestimmt nicht an dieser minderheit. abgesehen davon, dass es homosexualität immer gegeben hat und immer geben wird, so ist eben - auch im gegensatz zu dem was sie offensichtlich glauben - die natur des menschen.
zu dem restlichen reaktionären sud ("gottlos, libertär") etc. sage ich jetzt mal nix...

obernegg
00
Erbonkel

reine Spekulation !
nach Ihrer Statistik müssten 10% aller Erbonkel Homo's sein! das glaub ich einfach nicht.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
00
26.2.2010, 09:27
was teufelst denn so??

Davon hat doch der Arbeiter gar nicht gesprochen.
Die erwähnten "funktioinell" max. 10 % würden ja auch die Bevölkerungspyramide kaum beeinflussen; zumal solange die anderen ein bissl mehr Kinder bekämen.

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