Und alle gratulierten Ammann

21. Februar 2010, 18:29
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    foto: epa/parick seeger

    Nur der eigene Schatten konnte mit dem Schweizer Simon Ammann, der nun vierfacher Olympionike ist, mithalten.

Das Springen auf der großen Schanze endete wie jenes auf der kleinen. Und daran war nicht Ammanns Bindung schuld. Im Teambewerb ist Österreich Favorit

Ja natürlich, Simon Ammann (28) mag Nordamerika. Schließlich passieren dort die tollsten Dinge in seinem Sportlerleben. Den beiden Olympiasiegen 2002 in Salt Lake City, Utah, ließ er in British Columbia zwei weitere goldene Taten folgen und sprach: „Vor acht Jahren ist es einfach herausgebrochen. Jetzt war es viel durchdachter."

Der nun erfolgreichste Schweizer bei Winterspielen zog damit in der Skispringerabteilung mit dem Finnen Matti Nykänen gleich, der aber eine seiner Goldenen mit der Mannschaft gewann. Die Schweiz hat keine Mannschaft hier. Und also ist Ammann, der auf der großen Schanze überlegen mit 14,2 Punkten vor dem Polen Adam Malysz (32) und Gregor Schlierenzauer (20) siegte, beim Teambewerb am Montag (ab 19 Uhr) keine Bedrohung für die Österreicher.
Mit der Leistung vom Samstag - der amtierende Tourneesieger Andreas Kofler wurde Vierter, Thomas Morgenstern, der Olympionike 2006, Fünfter, Wolfgang Loitzl, Tourneesieger 08/09, Zehnter - gewännen sie locker Gold.

Das Thema Bindung ist vorderhand vom Tisch. Jene von Ammann besitzt hinter den Fersen gebogene Zapfen, die dafür sorgen, dass die Skier direkt und nicht schräg zum Wind stehen. Die Österreicher legten den angekündigten Protest natürlich nicht ein, nachdem die Jury die Bindung für regelkonform erklärt hatte. Und also werden sie, die sich in der Vergangenheit immer wieder Vorteile durch Innovationen beim Material verschafft hatten, wohl an einem eigenen System basteln. War es, im Nachhinein betrachtet, gescheit, die Bindungs-Diskussion auszulösen, die in der spezifisch interessierten Welt für Kopfschütteln sorgte?, frug man Cheftrainer Alexander Pointner. „Natürlich. Ich stehe dazu, dass alles transparent dargelegt wird. So hat jeder die Möglichkeit, sich selbst ein Bild zu machen. Sonst wäre die Diskussion erst nach den Spielen gekommen, und dann hätte es berechtigt geheißen, wir sind schlechte Verlierer. Ammann ist sensationell gut gesprungen."

Glückwünsche

Und deshalb gratulierten alle Herrn Ammann mit reinen Herzen. Keiner wusste zu sagen, wie viele Meter Ammanns System bringt. Aber alle waren der Meinung, dass der Schweizer auch so gesiegt hätte. „Er hat keine Fragen offengelassen", meinte Kofler. Loitzl: „Wenn er sie nicht hat, gewinnt er auch. Und wenn er etwas gefunden hat, was ihm hilft, muss man ihm gratulieren. Das versuchen die anderen auch."

Es schien so, als wäre Gregor Schlierenzauer mit seiner zweiten Medaille nicht ganz so glücklich, wie er es mit der ersten gewesen war. „Ich bin zwar froh, aber es tut auch weh, weil mehr möglich gewesen", sagte der Tiroler, mit 32 Weltcupsiegen diesbezüglicher österreichischer Rekordler. Anton Innauer, heute Direktor der Springer und der nordischen Kombinierer, war 17-jährig bei den Spielen 1976 in Innsbruck, nachdem er als Favorit geführt hatte, Landsmann Karl Schnabl unterlegen. Überwunden? „Ich hab lange gebraucht, und heute ist es eine gute Geschichte.

Und die guten Geschichten haben einem irgendwann einmal wehgetan." Innauer holte die Goldene 1980 in Lake Placid nach. „Wenn's dann funktioniert, hast du einen Erlebnishintergrund. Mit dem Talent, das der Gregor hat, und der Professionalität, wird das eines Tages funktionieren. Dann wird er das in einem noch höheren Ausmaß genießen." Ammann hat schon bei seine ersten Spielen zwei Goldene gewonnen, ein Problem? „Ja, er wurde dann daran gemessen. Und hat zwei, drei Jahre lang schwer gelitten darunter, weil er dem Doppelgold nicht gerecht wurde."

Ist Gold für die Mannschaft Pflicht? Pointner: „Wir haben schon seit fünf Jahren die Situation, dass wir als Favoriten gelten. Jeder wird mit strahlenden Augen auf der Schanze stehen. Es wäre Tiefstapeln, wenn wir nicht sagen, wir springen um Gold." (Benno Zelsacher aus Whistler, DER STANDARD Printausgabe 22.02.2010)

 

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Gefrierflügelverpacker
01
23.2.2010, 17:14
Vergönnen wir den Schweizer

Strebern doch Ihren "Simi"...wir wissen, dass Schlierenzauer ihn jederzeit schlagen kann, und das auch schon oft genug bewiesen hat. Diesmal hatte er halt die bessere Bindung und eine gute Form. Protest wäre trotzdem unangebracht, das haben die Schweizer Streber einfach klug gemacht.

Wir sollten am Boden bleiben, wir haben ein unglaublich starkes und sogar junges Team, so etwas wird es nicht alle Jahre geben, siehe den Fall Malysz, Ahonnen, Schmitt, etc. Im Skispringen werden jede Saison die Karten neu gemischt...ich hoffe wir können auch in Zukunft vorne mitmischen, scheinbar leisten Pointner & Co ja gute Arbeit

turi knecht
00
Wollte Schlierenzauer also nicht gewinnen?

...und jederzeit heisst immer! Somit wollte Schlierenzauer also nicht gewinnen?

turi knecht
00
Streber?

Wie ist das mit "Schweizer Strebern" gemeint? Ist wer gewinnen will Streber? Oder ist ein Schweizer der gewinnen will ein Streber?

kbusse
 
10
23.2.2010, 14:59
Was für eine armselige Jammerei, liebe Neidgenossenschaft......

...über diese Witznummer dieses armseligen "angedrohten Protestes" lacht wirklich die ganze restliche Welt.

Wenn die Bindung protestwürdig war, warum hat man denn dann nicht ganz simpel offiziell Protest eingelegt? Das hätten die meisten verstanden, die FIS hätte entschieden und das Ganze wäre nur eine Fussnote geblieben.

Wahrscheinlich rechnete man sich angesichts des Reglements keine allzu große Chancen aus... und dann hat man halt versucht, das Ganze wenigstens als Druckmittel zu nutzen (später auch mit Presseunterstützung).

Der hat den eigenen Athleten ganz sicher ordentlich zugesetzt, v.a. nachdem die Schweizer das dann auch noch cool selbst zur Entscheidung vorlegten.

Das war wirklich ein Schuss in's eigene Knie hoch 3.

Kalvarienberg
01
22.2.2010, 18:04
Es geht auch anders:

http://tinyurl.com/yjhz6rt

HeinzPrüller
00
22.2.2010, 09:24

Ammann - der Tiger Woods des Skisprungzirkus!

Hier wie dort: Ohne Teilnahme eines derartigen Dominators wird es interessanter für die Zuseher.

jah fathead
21
22.2.2010, 08:50
Amman war in Nagano bei seiner ersten Olympiade

Salt Lake City war bereits seine 2te olympiade. Zum ersten Mal war er in Nagano dabei. Auf der Großschanze erreichte er den 39. Platz, auf der Normalschanze den 35. Platz und mit dem Team wurde er 6ter.

Also da hat der Gregor eine erfolgreichere erste Olympiade. Obwohl man dazusagen muss, das Amman vor Nagano erst bei 3 WC Springen dabei war (Plätze 15, 50 und 25).

Pirx2
11
22.2.2010, 08:24
Hat sich in Klingenthal schon angedeutet.

Zwischen den Olympiaspringen ein Geschrei starten ist stillos.

Dass die leichte Krümmung im Röhrl (seit 2 Jahren schon bekannt) eine "substanzielle" und darum eine meldepflichtige Weiterentwicklung sei (vgl. Reglement), das glaubt doch keiner.

Bald ist wieder Weltcup, und dann wird man ja sehen. Die Adler dürfen ihre Krummrohrbindung einsetzen, die die selber entwicklet haben. Wie zuvor schon.

jo eh
00
22.2.2010, 09:17

laut eurosport hat ammann die bindung zum ersten mal bei olympia eingesetzt

marc13
00
22.2.2010, 09:21

nö-klingenthal zuerst-und auch da ist er den anderen davongesprungen!

do the evolution
31
22.2.2010, 07:45
diese 2-3 meter, die die bindung laut experten bringt

kann man dem simon auch doppelt und dreifach wieder abziehen. doppelolympiasieger bleibt er dennoch.


auch wenn das theater um die technik nur von den medien und nicht von den sportverantwortlichen gemacht wird, find ich es doch ein bisschen übertrieben.

simon amann springt als einzelkämpfer bereits die ganze saison besser als das komplette österreichische team.
die siege bei olympia sind genauso verdient wie alle anderen zuvor.

SagServus
02
22.2.2010, 07:53

Wer hat denn die 4-Schanzen Tournee gewonnen?
wer hat denn die meisten Siege in dieser Saison?

do the evolution
21
22.2.2010, 09:31
und wer hat die ganze saison über den weltcup angeführt?

SagServus
02
22.2.2010, 09:51

Simon Amman mit Sicherheit nicht. Denn da gabs zwischen Schlierenzauer und Ammann immer ein hin und her wo die Führung meistens nach jedem Springen wieder gewechselt wurde.

Amman hat z.B. die Weltcupführung erst in Sapporo wieder zurückgeholt weil Schlierenzauer dort nicht angetreten ist.

jah fathead
01
22.2.2010, 09:35

niemand. Einmal war der Schlierenzauer vorne, einmal der Amman. Seit Sapporo ist Amman 1ter.

marc13
02
22.2.2010, 07:53

geh so ein blödsinn-wo sprang er besser als das gesamte österreichische team??? er hat im gegensatz zu schlierenzauer erst 5 siege in der saison-schlierenzauer schon 8 siege- er ist nur hinter ammann (knappe 50 punkte) weil schlierenzauer ein springen weniger bestritten hat als ammann. die beiden sind in der saison bis jetzt absolut ebenbürtig. ich muss auch sagen-ich denke nicht, dass ammann jetzt unschlagbar ist. hat man gesehen-1. dg ist er allen um die ohren geflogen-da dürfte die bindung wirklich gepaart mit einem absolut perfekten sprung und aufwind ihr übriges dazu getan haben.im 2. dg allerings war schlierenzauer nur 1,5 m hinter ammann und hatte super noten und wäre vermutlich sogar vor ihm gewesen, da simon ja gekachelt hat.

do the evolution
10
22.2.2010, 09:35
"geh so ein blödsinn-wo sprang er besser als das gesamte österreichische team???"

er ist nunmal weltcup führender, und das die ganze saison über.

und darum geht es halt mal, im weltcup...

SagServus
01
22.2.2010, 10:11
Und das die ganze Saison...

Sie müssen wohl sehr verblendet sein.

Amman verlor das erste mal des gelbe Trikot bei der 4-Schanzen Tournee an Schlierenzauer. Danach war es immer ein hin- und her zwischen den beiden.

Amman hat das gelbe Trikot übrigens zum Schluss in Sapporo wieder zurückerhalten. Genau bei dem Bewerb bei dem Schlierenzauer nicht angetreten ist.

jah fathead
00
22.2.2010, 08:52

Der Amman hat aber Willingen ausgelassen um nach Vancouver zu fliegen. Und dort hat Schlierenzauer das Einzelspringen gewonnen. Der Amman hat um 1 Springen mehr, da in Sapporo zwei Konkurenzen waren (da hat er einmal gewonnen und einmal war er 6ter glaub ich).

hp12c
11
22.2.2010, 01:39
naja, ist ja nicht so, dass keiner im ösv von der bindung wusste

soweit mir bekanng ist, wurde das system von den österreichern entwickelt - vor 2 jahren, allerdings aus welchen gründen auch immer nicht eingeführt.

Der österreichische Betreuer, der nun im schweizer Team arbeitet (Name vergessen Anm. der Red.) hat das ding einfach gedanklich mitgenommen - und der ammann hat halt draus was gemacht mit seinem team.

ist ja nicht so. dass ein nobody gewonnen hat, der jetzt 3 jahrelang nicht auf den podestplätzen gewesen wäre....

super Typ
00
22.2.2010, 13:04

Der Betreuer heißt Gerhard "Gadsch" Hofer.

Offiziell hat der ÖSV die Bindung wegen Sicherheitsbedenken nicht eingesetzt. In einer Fernsehreportage vor einigen Tagen wurde der wahre Grund aber so dargestellt: Bei der derzeitigen Technik sind die Österreicher führend. Würde man jetzt gravierende Änderungen der Technik einführen (die von den anderen natürlich übernommen würden), würde man den Vorsprung verlieren, weil mit der neuen Technik alle wieder quasi bei Null anfangen würden.

srinivasa
15
22.2.2010, 00:51
ein bisschen cheating ist das schon.

Immerhin warens bei der Vierschanzentournee mit normaler Bindung am Start und ließen somit die Katze erst bei Olympia aus dem Sack, sodass eine Reaktion der Konkurrenz nicht mehr möglich war.
Das beweist, dass diese Bindung sehr wohl einen signifikanten Vorteil bringt, der den erwünschten sportlichen Vergleich zwischen den Athleten nicht mehr möglich macht

patronenblitz
 
21
22.2.2010, 10:03
Clever...

Wie auch immer es war mit der Bindung, Clever ist es allemal, die erst kurz vor Olympia ein zu setzen, so dass die anderen nicht mehr reagieren können! Und seit doch froh, dass die Schweizer nicht als Team springen, sonst würden die ÖSV Adler noch Flügellahm werden!

SagServus
00
22.2.2010, 10:27

Die Schweizer sind im Teamspringen so gefährlich wie die Polen. Nämlich gar nicht.

Mit nur einem Ammann oder einem Malysz kommt man eben doch nicht weit wenn der Rest der Mannschaft nunmal nicht mithalten kann.

marc13
00
22.2.2010, 11:20

ich geb dir punkto schweiz recht, bei den polen aber nicht .wenn man die trainings anschaut-die polen sind auf der schanze exrem stark, auch die jungen. sie haben durchaus eine chance auf das podest heute.

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