Nachruf

Johanna Dohnal 1939-2010

21. Februar 2010 18:34
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    Eine Woche nach ihrem 71. Geburtstag starb Johanna Dohnal.

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    "Die Vision des Feminismus ist nicht eine 'weibliche' Zukunft. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn": Johanna Dohnal (hier am 8. März 2007, Internationaler Frauentag).

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    apa-Foto: helmut fohringer

    Bundeskanzler Werner Faymann mit fünf ehemaligen Frauenministerinnen.

Leitfigur der österreichischen Frauenpolitik ist tot

Wien - Johanna Dohnal war in Österreich das, was in Deutschland Alice Schwarzer ist. Eine Institution. Ein Name, der zum Synonym wurde für Emanzipation und Frauenpolitik. Aber auch eine Leitfigur, die Anfeindungen ausgesetzt war, weil sie das infrage stellte, was zu lange nicht infrage gestellt wurde, weil es für eine Hälfte der Gesellschaft ziemlich praktisch war: Das Geschlechterverhältnis mit seiner systematischen Benachteiligung von Frauen.

Johanna Dohnal war eine stolze Emanze, weil sie wusste, was Emanzipation heißt: "Befreiung von Abhängigkeiten."

Das Gespür dafür bekam die am 14. Februar 1939 als Johanna Diez Geborene von Kind an zu spüren: in ärmlichen Verhältnissen von der Großmutter aufgezogen, die Mutter leidet an Tuberkulose, eine höhere Schulbildung scheitert am Geld, also macht sie eine Lehre als "Industriekaufmann" .

Mit 17 tritt sie der SPÖ bei, mit 18 heiratet sie Franz Dohnal, mit dem sie 19 Jahre verheiratet ist, bekommt einen Sohn (sechs Wochen nach der Geburt arbeitet sie wieder) und eine Tochter, beginnt aus finanziellen Gründen mit Heimarbeit, bis sie eine Halbtagsstelle im Büro einer Spenglerei findet.

Daneben wächst ihr politisches Engagement, der Kampf um die Fristenlösung sensibilisiert Dohnal für Frauenanliegen, schreibt sie auf johanna-dohnal.at. 1973 wird sie Wiener Gemeinderätin, organisiert Selbstbewusstseinsseminare für Frauen, die auch parteiintern vielen nicht ganz geheuer sind - später wird sie sagen: "Auch sozialistische Männer sind Männer. Sie lieben die Ordnung, die ihnen jemand anderer schafft" -, 1978 entsteht auf Dohnals Initiative hin das erste Frauenhaus in Wien.

1979 holt Bruno Kreisky Dohnal als Frauenstaatssekretärin. Sie kämpft für Chancengleichheit und eigene Pensionsansprüche für Frauen, stellt Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe. 1990 konfrontiert sie Kanzler Franz Vranitzky: "Ich bin jetzt seit 11 Jahren Staatssekretärin. Als das mache ich nicht weiter. Ich will Ministerin werden." Vranitzky macht sie zur ersten Frauenministerin Österreichs - sie kämpft u. a. für Kindergartenplätze und gegen Gewalt an Frauen - fünf Jahre später degradiert er sie zur Ex-Frauenministerin. Warum? "Ich war Sand im Getriebe."

Es folgt der Rückzug ins Private, aber das Politische lebt sie auch von dort aus weiter, z. B. beim Frauenvolksbegehren.

Eine Woche nach ihrem 71. Geburtstag starb Johanna Dohnal, schon länger herzkrank, am Samstag im Weinviertel, wo sie seit Jahren mit ihrer Lebensgefährtin lebte. Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz sagte sie im Herbst 2009 auf die Frage, ob sie nicht denke, dass die anerkennenden Briefe, die sie immer noch bekam, zeigten, dass das, was sie gemacht hat, gut war: "Nein. Das denke ich nicht. Ich weiß, dass es gut war."

Ja, es war gut. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, Printausgabe, 22.2.2010)

Link: "Dohnal, eine Zumutung" (Nachruf auf dieStandard.at)

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Posting 1 bis 25 von 159
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Quer denker1
20.03.2011 11:14
Die Schäden, die von Frau Dohnal & Co. angerichtet worden, werden wir lange tragen müssen.

François Marie Arouet
23.02.2010 15:30
Sie hatte ein Anliegen und hat es mit Anstand und Kraft vertreten!

Das vedient Respekt, und überdies sei den Verstorbenen die schlechte Nachrede erspart.

Dass Ihr Anliegen an sich eine post-68-Fehlentwicklung war und ist, kann man heute leichter erkennen, als sie es noch vor 20 Jahren gekonnt hätte.

Heute muss man sagen: Quotenfrauen und verordnete Positivdiskriminierung wird den Frauen nichts bringen. Sie müssen erstmal bereit sein die Knochenjobs in Technik und Wirtschaft anzunehmen und raus aus den Sozial- und Tittytainment-Sparten.
DANN werden sie gleichberechtigt sein....so liefs auch in SKandinavien....nur so.

g'stieß
25.02.2010 11:18

zum glück kann jeder selbstbewussten, gebildeten und wirtschaftlich unabhängigen frau männliche herablassung wie ihre am a. vorbei gehen. frauen wie dohnal haben dazu beigetragen. danke!

Schreck
23.02.2010 16:58

Frauen wissen besser als Männer was Knochenjobs sind.
Männer müssen bereit sein 24/7 für Haushalt, Kinder und Familie da zusein- Keine chilligen 8h-Tage oder angenehme 40h-Wochen. Und das ohne Bezahlung.

Erst wenn Männer bereit sind dieser schwere Knochenarbeit zu machen wird es Gleichberechtigung geben.

So hat es in Skandinavien auch funktioniert.

Pol e Mike
24.02.2010 13:22
Hausarbeit ist Knochenarbeit?

Solange die Frauen (weniger Arbeitszeit, mehr Krankenstände, frühere Pension, mehr Körperfett....) mit Hausarbeit überfordert sind, werdens in der Wirtschaft keinen Erfolg erzielen können!

Für Psychologie, Publizistik und Kunstgeschichte gibt halt nunmal niemand viel Geld aus.

Eva Ulrich
02.03.2010 06:43

Ich bin keine Hausfrau.
Aber wenn ich mir meine Tochter mit drei Kindern (1, 2 und 4 Jahre) ansehe, beneide ich sie nicht.
Sie haben scheinbar null Ahnung, was da abgeht.

François Marie Arouet
09.03.2010 10:54
Na, dann solltens ihr ein bisserl helfen,

anstatt zu posten und in Pensionistenbussen die Autobahnen zu verstopfen!

bernaschek
24.02.2010 21:30
sie sind ein revoluzzer, my dear!

sobald männer mit hausarbeit nicht mehr überfordert sind, wird es einen wirtschafts-boost geben!!!

François Marie Arouet
24.02.2010 08:53
Aber geh.....

....4h Putzfrau je Woche....die ganzen Fulltime-Hausfrauen sintzen unter tags in den Cafes und in den geschäften, während die Männer arbeiten gehen!

Schreck
24.02.2010 18:24

Ich weiß nicht in welch lieben, kleinen naiven Bobo-Welt sie leben, aber die Realität sieht anders aus.

François Marie Arouet
09.03.2010 10:55
Dann gehs mal unter tags in die Einkaufzentren und Cafes...

...wer sitzt da? Lauter "teilzeitende" Frauen, die den Müssiggang der Arbeit eben vorziehen.

Akademikeranteil gleich: lach!
PPP ist einem Technikstudium nicht gleichzusetzen!
Das ineterssiert keinen!

Schreck
23.02.2010 16:59

nur so.

Doris Altmann
23.02.2010 14:19
leitfaden
25.02.2010 11:01

trolline.

kbust
24.02.2010 12:43

herr U. ist ein A.

Eva Ulrich
02.03.2010 06:45

Ich nehme mal an, ein schwarzer A.

bloody-nine
23.02.2010 16:55
ihre ständigen

werbungen für die auslassungen dieses verbitterten gehässigen alten mannes sind peinlich.

frei raum
23.02.2010 14:14
Eine ganz tolle Frau.

PUNKT!

François Marie Arouet
23.02.2010 15:25
Frau?

DAS war aber schwer zu erkennen!

leitfaden
25.02.2010 11:01

während man bei ihren posts unschwer erkennen kann, dass sie ein wehleidiger troll sind.

Eva Ulrich
02.03.2010 06:46

Eher ein wehleidiger Tro...l.

ta tü
23.02.2010 11:51

dieses ereignis wäre doch ein anlass, wieder mal darüber nachzudenken, dass gerade dohnal ein symbol dafür ist, dass etwas bewegt werden kann. dieser wille, etwas zu verändern, ist offenbar gerade in fortschrittlichen kreisen ermüdet. es geht kaum noch darum, dinge grundlegend zu hinterfragen und umzustoßen, also ganz was neues zu schaffen. die politik lebt von rechtfertigungen und von dümmlichem verhalten gegenüber der braunen.

graeslein
 
24.02.2010 13:38



Es heißt zwar, der Wille ging vor s Werk, in der Tat hat sie allerdings wenig bewirkt. Die sogenannte Quotenfrau gibt ´s nur im öffentlichen Dienst.

Alle anderen Errungenschaften in Bezug auf Frauenrechte sind auf Brodas Initiative durchgesetzt worden, verwirklicht im StGB und im ABGB (Fristenlösung, Abschaffung der Strafbarkeit der Homosexualität, Änderungen des Ehe- und Familienrechts [der Mann ist nicht mehr das Haupt der Familie], Obsorge und Kindschaftsrecht).

Das Wegweisugsrecht prügelnder Ehemänner hatte ihre Nachfolgerin durchgesetzt. Seitdem ist Ruhe eingekehrt.

Ingrid Goeschl1
23.02.2010 08:59
Jetzt, wo Frau Dohnal verstorben ist, sehen plötzlich alle, wie recht sie mit ihren Anliegen hatte und wieviel sie bewegt hat.

Ich kann mich noch gut erinnern, wie sehr sie während ihrer Tätigkeit angefeindet wurde, der Maßanzugs-Sozialist Vranitzky hat sie - was ich damals empörend fand - zur Unzeit ihres Amtes enthoben, was vielleicht symptomatisch für den Niedergang der SPÖ und ihrer ursprünglichen Werte war.

Zu ihren Lebzeiten wurde viel zu wenig anerkannt, was sie da eigentlich im Sinne einer gerechteren Gesellschaft geleistet hat.

Als Buddhistin glaube ich aber, dass jede positive Handlung auch für den Handelnden Positives bewirkt und im Kreislauf des Seins nicht verlorengeht, und Frau Dohnal hat eben sehr viel Positives bewirkt.

graeslein
 
24.02.2010 13:40



Was genau - Ihrer Meinung nach - hatte Frau Dohnal für die Frauen durchgesetzt?

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