Laut Banca d'Italia beträgt Erlös nur 35 Milliarden Euro
Mailand - Nicht hundert, sondern 35 Mrd. Euro sind nach der Steueramnestie 2009 ("scudo fiscale" ) nach Italien zurückgekehrt. Die Zentralbank Banca d'Italia hat Regierungsdaten von 95 Mrd. Euro zurückgekehrten Kapitals widerlegt, was ihr prompt den Vorwurf einbrachte, sie spiele sich als Oppositionsbank auf, wie der Minister für "Vereinfachung der Bürokratie" , Roberto Calderoli (Lega Nord), wetterte.
Der "scudo fiscale" habe zur Reinwaschung von Mafia-Geld gedient, sagt Oppositionspolitiker Elio Lannutti. Laut Banca d'Italia haben Kapitaleigner von rund 95 Mrd. Euro zwar die begünstigten Zinsen von fünf Prozent für die Rückkehr ihres Kapitals beantragt. Tatsächlich seien aber bis 15. Dezember nur 35 Mrd. Euro zurückgeflossen. Der Rest bzw. Schmuck- und Immobilienbesitz seien weiter im Ausland, vorrangig in der Schweiz, geblieben. Die Amnestie wurde bei einem auf sieben Prozent erhöhten Steuersatz bis Mitte April verlängert. (tkb, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.02.2010)