"Schlussendlich sind wir alle Grüne"

Rosa Winkler-Hermaden, 21. Februar 2010 08:50

Die Wiener Grünen suchen Ideen für den Wahlkampf und binden jetzt auch externe Sympathisanten in die Planung mit ein

In einem Raum wird darüber diskutiert, ob die Grünen im Wahlkampf so wie FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache auf Clubbings gehen sollen. In einem anderen, wie man Solarenergie am besten "von der Hausfassade erntet". In einem dritten Raum, ob Cannabis legalisiert werden soll oder nicht. Es ist Samstagnachmittag und die Wiener Grünen haben ihre Zentrale im 7. Bezirk geöffnet, um nicht nur mit Parteimitgliedern Pläne für den Wahlkampf zu schmieden. Circa 100 Leute sind zum so genannten Grüncamp gekommen. Grüncamp leitet sich vom Begriff Barcamp ab. Der Ausdruck kommt aus der Web-Community und ist eine Art Vernetzungstreffen, bei dem Ideen präsentiert werden.

Einer der Initiatoren des Nachmittags ist Klaus Werner-Lobo, der bei der Wahl am 10. Oktober als Neuling für den Gemeinderat kandidieren wird. Er will mit dem Grüncamp "andocken an das, was schon an Wahlkampfplanung existiert". 

Die besten Ideen wollen die Grünen aufgreifen, unterstützen und umsetzen. Dabei gilt es auch gewisse Kriterien zu erfüllen. Zum Beispiel, soll sich die Idee in die bestehende Wahlkampfplanung einbetten lassen und mit "verhältnismäßigem Ressourceneinsatz" umsetzbar sein. "Mein Traum ist es, dass jeder selbst zum Politiker wird und jeder Gestalter seines eigenen Umfelds ist", sagte Werner-Lobo. 

170.000 potentielle Wähler

Auch die Wiener Grünen-Chefin Maria Vassilakou betonte am Samstag, wie dringend die Hilfe eines jeden einzelnen Sympathisanten sei. Denn sie alleine werde es nicht schaffen, die Menschen zu überzeugen, Grün zu wählen. Da könne sie "noch so viele Reden halten".

Vassilakou geht von einem Potential von 170.000 Grün-Wählern aus - das sind jene Wiener, die schon irgendwann einmal in ihrem Leben die Partei gewählt haben. Diese Menschen dazu zu bewegen, wieder grün zu wählen, das ist mehr oder minder auch Vassilakous erklärtes Ziel bei der Wien-Wahl: "Da haben wir dann weit über 20 Prozent." Sie wünscht sich, dass am Wahltag bei der Ergebnisverkündung im Rathaus viele strahlende Gesichter seitens der Grünen zu sehen sein werden, "und nicht nur beim Strache".

Vorwähler: Happy End vs. Never-Ending-Story

Dass die Veranstaltung nun das Happy End nach den Tumulten vom vergangenen Jahr im Zusammenhang mit den Grünen Vorwählern sei, will Vassilakou im Gespräch mit derStandard.at nicht bestätigen. Für sie ist der Austausch mit externen Sympathisanten vielmehr eine "Never-Ending-Story". Es gehe immer wieder darum, neue Menschen in die Bewegung einzubinden.

Bei den Grünen Vorwählern handelt es sich um eine Gruppe von Menschen, die sich im Internet organisiert haben, um bei der Listenwahl der Grünen stimmberechtigt zu sein. Das große Interesse sorgte für parteiinterne Debatten.

Nach der Vorwähler-Bewegung zieht Vassilakou nun aber positive Bilanz: am Ende habe sich gezeigt, dass es sich um den "nächsten Wachstumsschub" bei den Grünen gehandelt habe. Mit der Ansage "Schlussendlich sind wir alle Grüne" will sie jetzt auch die Vorwähler dazu motivieren, im Wahlkampf mitzuarbeiten.

Auch Werner-Lobo ist einer derjenigen, die bei der Vorwähler-Bewegung mitmischten. Er spricht an, dass damals nicht alles reibungslos funktioniert habe und sieht Fehler in der Kommunikation.

Jury entscheidet

Schlussendlich kommen am Samstag auch einige Ideen zustande. Eine Dame schlägt vor, einen Button mit dem Spruch "Ich bin eine Grüne, bitte fragen Sie mich warum" zu gestalten, andere wollen quasi als Gegenveranstaltung zu Straches berühmt-berüchtigten Comics zu einer "24 Stunden Comics gegen rechts"-Aktion einladen. Eine dritte Gruppe schlägt vor, im Bereich energieschonender Mobilität Akzente zu setzen: Elektroscooter und -fahrräder sollen gratis zur Verfügung gestellt werden. Eine weitere Idee ist, im Wahlkampf Beisltouren zu machen.

Darüber, welches Projekt auch finanziell unterstützt wird, entscheidet eine Jury. Im Laufe der kommenden zwei Wochen soll das Ergebnis feststehen. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 21.2.2010)

Link:

Grüncamp

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 219
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Mein Senf dazu
 
29.04.2010 01:38
Der wesentliche Angriffspunkt der Grünen

ist der Flirt mit den Cannabis-Usern. Die Partei soll sich nicht absichtlich Leute hereinholen, die die bestehenden Gesetze missachten. Dass nicht nur Cannabis, sondern auch Alkohol die Leistungsfähigkeit des Gehirns herabsetzt, ist kein Grund, auch Cannabis zu legalisieren, weil Alkohol leider schon ab 16 legal ist. Cannabis wird zum Unterschied von Alkohol im Körperfett gespeichert, hat also auch bei Wochenendkonsum einen Dauereffekt auf Gedächtnins, Aufmerksamkeit und Hormonbalance. Vergleicht die Halbierungszeiten von Cannabis und Alkohol im Körper und ihr begreift, warum Alkohol als Festdroge akzeptiert ist und Cannabis nicht. Cannabis wurde verboten, weil einem ägyptischen Universitätsprofessor die eingedröhnten Studenten missfielen.

niewieder nett
 
11.03.2010 18:54

einfach keinen personenwahlkampf mit der vassilakou machen. ok?

ride my pimp
26.02.2010 08:27
"Schlussendlich sind wir alle Grüne"

das zeigt nur, wie profillos die Grünen mittlerweile geworden sind. Sie wollen alle und jeden vertreten und verlieren dabei sukzessive an Glaubwürdigkeit.

Lucky Luke 1988
27.02.2010 12:55
Kaiser Wilhelm II:

Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche.

already
25.02.2010 14:44
Schlussendlich sind wir alle "Grüne"!

Ich nicht, ich bin kein Drogen-Bruder!

Pro Freistaat Kärnten!
 
26.02.2010 11:44
sondern?

ein alkolenker?

Eine Kreatur
23.02.2010 18:26
die grünen spielen wieder borg und wollen alles assimilieren ..

genau so wie in wr. neustadt, da hat es eine gruppe österreicher türkischer abstammung gewagt, eine eigene gruppierung für die gemeinderatswahl aufzustellen und schon sehen die dortigen grünen die "integration" für gescheitert ..

weil leute ihr demokratisches recht wahrnehmen, zur gemeinderatswahl als eigene gruppierung zu kandidieren und nicht sich von den grünen als "migrantInnenpartei" assimillieren zu lassen ..

solche kommentare lassen tief in die grüne seele blicken ..

Vedralo-Spiralo
23.02.2010 11:36
Die Grünen...

...sind wieder auf der Suche nach ihrer Identität. Für Gemeinderatswahlen in Wien braucht es wohl andere Themen.

Hurz!
22.02.2010 18:19
Packts as an!

Wenn alle die nur raunzen den Hintern hochkriegen, und sich, bei welcher Partei auch immer engagieren, ist die strahlende Zukunft ja nicht mehr aufzuhalten. Gratuliere! So Viele die es besser wissen ist ja schon mal ein solides Fundament für Verbesserungen. Supergneiser die außer Raunzen, und Passivität nix auf die Reihe kriegen, gibts hier ja praktisch nicht. Also Mädls und Burschen: Packts as an!

www.maennerpartei.at
22.02.2010 18:03
Wieso wurde mein Post zu diesem Artikel gelöscht?


Mir ist schön öfters aufgefallen, dass Sie Posts, die nicht der Blattlinie entsprechen, nach einiger Zeit einfach wieder löschen.

Wie hinterfotzig ist das bitte!?

Als Redaktion einer Online-"Qualitätszeitung" kann man sich ja kaum etwas dreisteres erlauben!!

The Dude
24.02.2010 17:59
Laß mich raten...

Du hälst Dich nicht an die Forenregeln? Kennst sie womöglich nicht?

Dann guckst Du hier:

http://derstandard.at/2934632/D... orenregeln

also dann ...
22.02.2010 17:08
prinzipiell JA ... unter 1 bedingung : wenn sich die grünen...wieder zu jener tollen bewegung wie in den 80igern

hinbewegen, d.h.
- eine stark ökologisch wie SOZIALE poltik verfolgt
und nicht (so wie seit 1 jahrzehnt)
zu einer speckgürtel - bobo - truppe...
mit hinwendung zur ö v p (nur der amterln...wegen) mutiert !

Woyt'sa Vadshn?
 
22.02.2010 11:45
Die Grünen sind ...

...sowieso ein 24-Stunden-Comic!

Wozu also extra eine eigene Veranstaltung???

gruenhasser
22.02.2010 10:45
grün?

"Grüne", sind sicher grün, aber leider hinter den Ohren!

Irrer Wahnsinn
22.02.2010 09:30
Na bums,

die Bobopartie sucht nach Ideen. Wie wäre es mit Graz, sobald an der Macht wurde jede linke Idee über Bord geworfen und hoppla der Neoliberalismus war das neue Zugpferd. Auch die Grünen sind durch und durch bis ins Mark der neoliberalen Wirtschaftspolitik verfallen.

Hubert Ungeist
22.02.2010 09:08
Also bei der Auswahl der Kandidaten

hat das ganz anders geklungen.

kiwi99
22.02.2010 08:53
is das alles nicht ein bißl knapp?

Jetzt erst Ideenfindung, dann Abstimmung, in 14 Tagen das Ergebnis und dann noch für den Wahlkampf schön verkaufen .... Kindergeburtstag, Betriebsausflug, ok, aber eine Wienwahl sollt man doch schon früher zum Planen beginnen...

Helmut.Hromadnik
 
22.02.2010 07:36
......"In einem dritten Raum, ob Cannabis legalisiert werden soll oder nicht. ".....


Absurde gesetzeslage :

CANNABIS macht, laut expertenmeinung, NICHT SÜCHTIG und ist trotzdem STRENGSTENS VERBOTEN.

Die SUCHTGIFTE NIKOTIN und ALKOHOL sind hingegen LEGAL.

Was wäre demnach, ginge es um vernunft und nicht um geschäftsinteressen, zu tun ?





§83SPG
22.02.2010 08:36

Gar so harmlos ist der Stoff aber auch nicht, wie sie tun. Gerade bei (ewig)Jugendlichen sieht man genug "Waachgrauchte".
Nach meiner Erfahrung zeichnen sich viele Fachleute nur durch den massiven Konsum als Experten aus.

Helmut.Hromadnik
 
22.02.2010 08:56
Gäbe es für minderjährige ein rauchverbot,

sähe die sache völlig anders aus.

Zu rauchen beginnen die meisten wegen des GRUPPENDRUCKS in schulen und an orten und in lokalen, wo sich jugendliche treffen.

Denn wer will schon nicht "IN" sein ?

So kommt auch cannabis unter die jugendlichen.

Wäre THC nur unter aufwändiger vorarbeit ( zb. in bäckerei ) zu konsumieren, wäre die situation eine ganz andere.

Zur klarstellung, ich bin nichtraucher und habe THC noch in keiner form probiert.

Walter Wolf
22.02.2010 07:54
legalize kinderdröhnung?

äh, mit verlaub: diese argumentation verstehe ich nicht. meine tochter erzählt mir, dass sich an ihrer schule die leute ab 12/13 massenhaft mit joints zudröhnen. und jetzt die frage: ist das "gesünder" als zigaretten? eindeutige expertenmeinung: NEIN. und was das süchtigmachen betrifft: hier sind sich die experten zumindest uneins. und wenn ich meine tochter frage meint sie, dass diejenigen, die in ihrer klasse vor jahren damit angefangen haben, nicht mehr "runterkommen" von dem zeugs.

niewieder nett
 
11.03.2010 19:00

1. kommt man runter von dem zeugs
2. muss cannabis nicht zwingend inhaliert werden
3. hab ich mir mit 13 am land durch alkohol millionen gehirnzellen zerstört und mich gruselts heute noch hier und da wenn ich an diese zeiten denken.

nicht falsch verstehen aber eine legalisierung muss und soll auch nicht für minderjährige gelten.
gefestigte jugendlich können schon mal was trinken oder kiffen ohne abhängig zu werden. aber wenn was illegal ist - wer solls einem erklären?

Der Frosch mit der Maske
22.02.2010 10:08
Missbrauch gibts bei jeder Droge

und bei 12/13 jährigen die sich schon dauernd "zudröhnen" stimmt ja wohl sowieso grundsätzlich was nicht. Ich nehm auch an, dass die auch schon fleissig Alkohol konsumieren, und wenn sie sonst an nix rankommen schnüffeln sie wahrscheinlich Klebstoff oder sonst irgendwas.
Und das Cannabisverbot scheint ja in dem Fall auch nichts zu bringen, weil die 12/13 jährigen ja scheinbar trotzdem ohne Probleme an das Zeug kommen (und wer weiss was der Dealer sonst noch alles im Angebot hat).

Helmut.Hromadnik
 
22.02.2010 08:27
Wissen sie,

dass wir WELTMEISTER im rauchen sind ?

Das wird die krankenkasse bald in den ruin treiben.

Cannabis kann auch anders konsumiert werden, als in joints.

"nicht mehr runterkommen" kann auch heißen nicht runterkommen wollen, das ist aber nicht unbedingt mit "sucht" gleichzusetzen.

Es ist einfach "IN" zu rauchen, und dem "gruppendruck" können leider nur die wenigen individualisten widerstehen.

Sollten die contra cannabis experten recht haben, kann ich mich ihrer meinung natürlich nur anschließen.

Hubert Ungeist
22.02.2010 09:11
"nicht mehr runterkmmen wollen" ist bereits Sucht..

weil zu 99% nur Ausrede, ich könnt ja eh aufhören wenn ich wollte.

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