Türkischer Film "Honig" erhält Goldenen Bären

21. Februar 2010, 13:18

Roman Polanski mit Regie-Preis ausgezeichnent - Keine Auszeichnung für Österreicher

Berlin - Dem Goldenen Bären schmeckte der "Honig". Mit "Bal" hat erstmals seit 46 Jahren wieder ein türkischer Film den Hauptpreis der Berlinale gewonnen. Regisseur Semih Kaplanoglu erzählt in seinem poetischen Werk, einer türkisch-deutschen Koproduktion, von einer Kindheit in einer von Zerstörung bedrohten Natur im ländlichen Anatolien. Der in der Schweiz unter Hausarrest stehende Roman Polanski wurde für seinen Politthriller "Der Ghostwriter" mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet. Die Darstellerpreise wurden nach Japan und Russland vergeben, der als Mitfavorit gehandelte Österreicher Andreas Lust ("Der Räuber") konnte keinen Bären erjagen.

"Die Jury war klasse. Wir haben relativ schnell ein Ergebnis gehabt, bestimmt schneller als jede andere vor uns", sagte Jurypräsident Werner Herzog am Samstagabend. Zur Jury gehörten auch Hollywoodstar René Zellweger und Cornelia Froboess. "Honig" ist nach "Milch" und "Ei" der Abschluss einer autobiografisch geprägten Trilogie über den Dichter Yusuf als kleinen Jungen, Studenten und alten Mann. In dem ganz ohne Musik gedrehten "Honig" spielt die Natur eine der Hauptrollen. Traumwandlerisch schöne, ruhige Bilder zeigen den Kosmos des Kindes, seine Hoffnungen, Sehnsüchte und Ängste. "Honig" bekam auch den Preis der ökumenischen Jury.

Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül gratulierte Kaplanoglu, zu seinem Erfolg. In einem Telegramm habe Gül das Niveau des türkischen Films gewürdigt, berichteten türkische Medien am Sonntag. Die Türkei freue sich mit dem Filmemacher. Silberne Bären für Darstellung extremer Lebenssituationen

Der Silberne Bär für die beste Schauspielerin ging an die Japanerin Shinobu Terajima. Sie spielt in dem Antikriegsfilm "Caterpillar" (Raupe) von Koji Wakamatsu eine junge Ehefrau, die ihren sadistischen Ehemann pflegen muss, als dieser ohne Arme und Beine aus dem japanisch-chinesischen Pazifikkrieg zurückkehrt.

Den Preis für die besten männlichen Darsteller teilen sich die Russen Grigori Dobrygin und Sergej Puskepalis. Sie spielen in Alexei Popogrebskys "How I Ended This Summer" (Wie ich diesen Sommer zu Ende brachte) zwei Männer auf einer einsamen Wetterstation in der Arktis. Für seine Kameraführung in dem Film erhielt Pavel Kostomarov einen Silbernen Bären für eine herausragende künstlerische Leistung.

Den Regie-Preis für "Der Ghostwriter" nahmen die Produzenten entgegen und richteten eine Botschaft von Roman Polanski aus: "Selbst wenn ich gekonnt hätte, wäre ich nicht gekommen. Denn als ich das letzte Mal zu einem Festival gekommen bin, um einen Preis entgegenzunehmen, bin ich im Gefängnis gelandet." Polanski droht in den USA ein Prozess wegen Vergewaltigung.

Bestes Drehbuch für chinesischen Regisseur

Den Preis für das beste Drehbuch gab es für den chinesischen Regisseur Wang Quan'an, der mit seiner Tragikomödie "Tuan Yuan" (Getrennt zusammen) die Berlinale eröffnet hatte. Er erzählt von einem Ex-Soldaten, der einst vor den chinesischen Kommunisten nach Taiwan floh und bei einer Reise in die alte Heimat seine ehemalige Geliebte wiedertrifft.

Im Bären-Rennen gingen die drei österreichischen Koproduktionen ("Der Räuber" von Benjamin Heisenberg, "Jud Süß - Film ohne Gewissen" von Oskar Roehler, "Auf dem Weg" von Jasmila Zbanic) leer aus. Den Großen Preis der Jury erhielt der Rumäne Florin Serban für sein Jugenddrama "Wenn ich pfeifen möchte, pfeife ich". Der Film wurde außerdem mit dem Alfred-Bauer-Preis gewürdigt.

Die Jubiläumsausgabe des Festivals erhielt am Ende durchwachsene Reaktionen, blieben doch viele Stars aus und präsentierte sich auch der Wettbewerb insgesamt eher durchschnittlich. Das Publikum ließ sich davon jedoch nicht abschrecken und sorgte für einen neuerlichen Rekord. Bis zum Festivalende am Sonntagabend wird in Berlin mit fast 300.000 Besuchern gerechnet. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 26
1 2
grenzen meiner sprache , grenzen meiner
00
21.2.2010, 18:03
schifoan

mit dem moretti zur berlinale, das kann doch nicht gut gehen!

jalyrie
00
21.2.2010, 17:45
Je schlimmer desto erfolgreicher ...

Ich leg hier mal zwei aktuelle Beispiele vor ...

Roman Polanski --> mehrfach ausgezeichneter Vergewaltiger

Charlie Sheen --> der "beliebte" Onkel Charlie, der chronisch alkoholisiert seine Frau verprügelt

was fällt euch dazu noch ein?

Grundsätzlich kann man die Dinge nicht voneinander trennen! Das ist ein Idealbild der arbeitsteiligen Gesellschaft und führt zu Depressionen und komischen Szenarien der Selbstwahrnehmung ...

Longyearbyen
 
00
21.2.2010, 16:42
Wer nimmt die Berlinale noch ernst?

Es ist das Festival des mittelmäßigen Durchschnitts, das sich von wirklich guten Filmen wie "Die Fälscher" oder "Revanche" nur belästigt fühlt.

Hr. Wolf
144
21.2.2010, 10:03
Er hat auf brutalste Art ein Kind vergewaltigt.

Igypop
32
21.2.2010, 13:17

Ich finde, es tut nichts zur sache, dass sie ihm vergeben hat. Er hat eine straftat begangen und soll dafür bestraft werden. Bestrafung sollte ohnehin nicht wegen dem opfer, sondern wegen dem täter geschehen.

Aufklärung die fünfte
00
21.2.2010, 16:11

der sinn einer strafe ist der schutz der allgemeinheit...
dass heißt mörder vergewaltiger stellen eine potentielle gefahr für die menschliche geselslchaft dar deswegen müssen sie ja resozialisiert werden...

das heißt es ist volkommen irrelevant was das opfer denkt, sondern es zähltw as das nächste denken wird....
sind sie das nächste???

JosefGott
34
21.2.2010, 11:59

Sie waren wohl dabei?

Gigerius
36
21.2.2010, 11:10

und was hat das mit dem Preis und Regie zu tun?
"auf brutalste Art" ist ja darüber hinaus Maßlos übertrieben.
Haben sie irgendeinen Frust, den sie Ablassen müssen?

Zaubersalz
02
21.2.2010, 10:22
Sinnlos!

Mit Ihnen darüber zu diskutieren weil Sie ja ohnehin nicht verstehen was der Unterschied zwischen brutaler Vergewaltigung und Sex mit Minderjährigen ist... Aber: dafür sitzt er ja jetzt in Hausarrest! Und die Berlinale zeichnet Filme aus und sonst nix! Und Filme können "gut" sein unabhängig vom Lebenswandel des Regisseurs! Keine Angst - irgendeinen Caritas- oder SOS-Kinderdorf-Preis wird er eh nicht bekommen! Andererseits... Obama erhielt auch einen Friedensnobelpreis trotz Truppenaufstockung in Afghanistan und Raketen in Rumänien!

Mr. Zebra
00
21.2.2010, 13:14

Woher wollen Sie wissen, dass es "nur" Sex mit einer Minderjährigen (13 Jahre alt) war? Sie waren genau so wenig dabei wie der Vorposter.

Dem Rest Ihres Postings stimm ich durchaus zu.

Lukas Chen
00
21.2.2010, 14:34
Er hat im Champagner droggen gesetzt

Das Opfer war unbewusst vergewaltigt, laut des Berichts.

LCD
01
21.2.2010, 13:53

Das "Opfer" hat darüber gesprochen, ihre Mutter hat sie extra auf 18 geschminkt. Und wenn es eine brutale vergewaltigung gewesen wäre, dann hätte sie ihm nicht verziehen und darüber berichtet.
Tatsache ist, dass in den usa jeder, sex mit Minderjährigen (auch wenn beide mit dem Verkehr einverstanden sind) als Vergewaltigung zählt.

Mag Filip
46
21.2.2010, 10:18
Das Opfer hat sich mit ihm ausgesöhnt..

schon davon gehört?
Dass sich hier offensichtlich die schweizerische Justizministerin profiliern möchte, steht ausser Frage.
Auch davon gehört??

* kopfschüttel *

Hr. Wolf
63
21.2.2010, 10:49

Ihre lächerliche Rechtfertigungsversuche nerven.
Was genau verstehen Sie nicht an dem Satz:
"Er hat auf brutalste Art ein Kind vergewaltigt."?

JosefGott
24
21.2.2010, 12:00

Dieser Satz ist ihre Behauptung!

LCD
14
21.2.2010, 11:50

Ihre lächerliche Hetzkampanie nervt. Sind sie etwa persönlich betroffen?

JosefGott
12
21.2.2010, 12:01

Mr. Wolf ist verärgert weil ein anderer ihm seine Beute weggeschnappt hat... *ggg*
Rotkäppchen wachsen nicht auf Bäumen.

Alexthunder
85
21.2.2010, 05:11

sein nächstes projekt ist das remake von kids.

Ulrich Nagel
01
21.2.2010, 12:26

Kids selbst ist schon ziemlich voyeuristisch und nimmt die dargestellten Jugendlichen allzu distanzlos ernst.

LCD
11
21.2.2010, 11:48

Und, ist das etwa ein Problem?

Mag Filip
00
20.2.2010, 22:58
Ghost

Spitzen-Buch!!

Miklova Zala
 
00
21.2.2010, 17:52
buch: mag sein

film: eine katastrophe.

Tom Schaffer
00
21.2.2010, 02:37

in der tat - wie eigentlich alle bücher von robert harris.

Ulrich Nagel
00
21.2.2010, 12:28

Finde ich auch - sehr guter thrill, gute story sehr elegant geloest: Politikerschelte und Action vereint.

Warentester
115
20.2.2010, 21:10

Sein nächstes Projekt ist gerüchteweise die Neuadaption von der "Gefangene von Alcatraz" (wobei Alcatraz durch ein moderenes Gefängnis ersetzt werden soll)...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 26
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.