ÖOC-Präsident hätte sich andere Vorgangsweise gewünscht, jetzt habe man mit dem Image des schlechten Verlierers zu leben
Whistler - Karl Stoss, der Präsident des Österreichischen
Olympischen Komitees (ÖOC), hat keine Freude mit der vom ÖSV ausgelösten Diskussion um die Bindung von Simon Ammann. "Da bin ich nicht glücklich, das muss ich
ehrlich sagen. Natürlich, wenn man glaubt, jemand verstößt gegen ein
Reglement, ist es durchaus gerechtfertigt, das einmal aufzuzeigen",
meinte Stoss am Freitagabend in Whistler im Rahmen eines
Bilanz-Gesprächs nach 7 von 16 Olympia-Wettkampftagen.
Er hätte aber bevorzugt, wenn man sich zuerst mit den anderen
Verbänden abgestimmt, an einen Tisch gesetzt und diskutiert hätte. "Aber uns
jetzt damit das Image der schlechten Verlierer umzuhängen, das ist
sehr schlecht." Einen möglichen Protest fände er nicht klug.
"Pointner (Trainer/Anm.) hat richtigerweise gesagt,
es gibt überhaupt keinen Zweifel über die Goldmedaille von Simon
Ammann, die er auf der Normalschanze gewonnen hat, das will nicht
angezweifelt werden, aber jetzt hängt uns natürlich dieses Image
nach. Und das ist nicht gut."
Die "großartigen Ergebnisse" der
österreichischen Springer in dieser Saison sprächenBände. "Das jetzt ist
entbehrlich gewesen", so Stoss. Die Bindung war am Freitag nach der
Qualifikation für das Großschanzen-Springen für regelkonform
befunden. Einem von der österreichischen Teamführung angedachten
Protest nach der Konkurrenz am Samstag wurde damit der Wind aus den
Segeln genommen.
Generell sei die erste Woche laut Stoss sportlich erfolgreich verlaufen, zu
den fünf Medaillen seien auch vier vierte Plätze gekommen, da habe mann ein paar Mal auch Pech
gehabt. "Da und dort hat es aber auch Enttäuschungen gegeben, gerade
in den Alpinbewerben war die Ausbeute magerer als erwartet. Ich messe
aber der zweiten Woche mehr Bedeutung bei, denn in den technischen
Disziplinen sind wir im Winterverlauf erfolgreicher gewesen." (APA/red)