1939-2010

Johanna Dohnal verstorben

20. Februar 2010 13:23
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    Dohnal war eine engagierte Kämpferin für Frauenrechte. Sie war auch die erste Frauenministerin Österreichs.

  • Dohnals letzter politischer Auftritt bei der Pressekonferenz zum Thema '35 Jahre Fristenlösung' im Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch in Wien am 25.Jänner 2010. Eine Langversion des Videos finden Sie auf der Homepage des Museums für Verhütung & Schwangerschaftsabbruch.

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    Johanna Dohnal konnte 1993 den Grundsatz vom gleichen Lohn für gleiche Arbeit auf legistischer Ebene im Gleichbehandlungsgesetz verankern und sie ermöglte Männern in Karenz zu gehen.

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    Dohnal: "Ich war viel zu wenig unbequem in manchen Sachen, hätte manchmal noch unbequemer sein sollen in bestimmten Fragen."

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    1980 bei einer Pressekonferenz als Staatssekretärin ... 

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    ... und bei einer Pressekonferenz mit SPÖ-Chef Werner Faymann im September 2008. Dohnals Prinzip war Einmischen in alle Belange, um die Lebenssituation der Frauen zu verbessern. Anecken und kämpfen gehörte dazu, war vorprogrammiert und oft erwünscht.

Ehemalige Frauenministerin und Ikone der Frauenbewegung wurde 71 Jahre alt

Wien - Österreichs wohl berühmteste Frauenpolitikerin ist tot. Johanna Dohnal ist in der Nacht auf Samstag in ihrem Haus im Weinviertel verstorben. Sie hatte schon seit längerer Zeit an Herzproblemen gelitten. Dohnal wurde 71 Jahre alt.

"Tief bestürzt und betroffen" zeigt sich SPÖ-Chef Werner Faymann angesichts des Ablebens von Johanna Dohnal. Die Sozialdemokratie verliere mit Johanna Dohnal "eine der großen und prägenden Persönlichkeiten ihrer Geschichte", erklärte der Bundeskanzler in einer Aussendung.

Dohnal sei Zeit ihres Lebens eine engagierte Vorkämpferin für die Rechte der Frauen gewesen: "Sie war eine Politikerin, die Großes für die Menschen in Österreich - insbesondere für die Frauen in diesem Land - geleistet hat." Ihr Leben und Wirken sei untrennbar mit der Sozialdemokratie und ihren Grundwerten der Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität verbunden: "Sie wird uns allen unvergessen bleiben."

Fischer: "Mutige Vorkämpferin"

Bundespräsident Heinz Fischer hat in seiner Stellungnahme zum Ableben von Johanna Dohnal die Arbeit der früheren Frauenministerin umfassend gewürdigt. Mit dem Tod Dohnals verliere Österreich eine "mutige Vorkämpferin für Frauenrechte und Gleichberechtigung", der sehr viele Frauen in Österreich und damit das ganze Land sehr viel verdankten.

Manches, was heute in Bezug auf die Rolle der Frau in der Gesellschaft selbstverständlich erscheine, habe in den letzten Jahrzehnten mühsam erkämpft werden müssen - "und Johanna Dohnal hat diesen Kampf um frauenpolitische und sozialpolitische Ziele mit ihrer ganzen Kraft und Persönlichkeit und ohne Rücksicht auf die eigene Person geführt". In ihrer Funktion als Staatssekretärin und später Ministerin für Frauenfragen habe sie auf eine lange Liste von Erfolgen verweisen können.

Auch nach ihrem Ausscheiden aus der aktiven Politik sei Dohnal unermüdlich für ihre Ideale und Prinzipien tätig gewesen, würdigte Fischer. "Bei ihrem 70. Geburtstag vor genau einem Jahr erlebte Johanna Dohnal noch Genugtuung, dass ihr Lebenswerk, das vielen Anfeindungen ausgesetzt war, letzten Endes ein hohes Maß an Anerkennung gefunden hat."

Ikone der Frauenbewegung

Mit dem Tod von Johanna Dohnal verliert die österreichische Frauenpolitik ihr prominentestes Aushängeschild. Auch wenn ihre Tätigkeit in der Regierung mittlerweile schon 15 Jahre her ist, wird noch immer in erster Linie mit ihrem Namen der Kampf um gleiche Rechte für Frauen verbunden. Dohnal, die von 1979 bis 1995 Jahre Regierungserfahrung sammelte, war auch die erste Frauenministerin Österreichs. Als einer ihrer Prestigeerfolge dabei gilt das Gleichbehandlungspaket, das ein gleiches Pensionsalter von Männern und Frauen an eine Reihe von Maßnahmen koppelte.

Dohnals Prinzip war Einmischen in alle Belange, um die Lebenssituation der Frauen zu verbessern. Anecken und kämpfen gehörte dazu, war vorprogrammiert und oft erwünscht. Auch in der eigenen Partei stieß sie oft an Grenzen. Letztlich war selbst ihr Abschied aus der Politik im Jahr 1995 ein nicht ganz freiwilliger, sondern erfolgte auf Wunsch des damaligen Kanzlers Franz Vranitzky (SPÖ).

Initiativen

Aber bei allen sachlichen und ideologischen Unterschieden war ihre Sachkompetenz anerkannt. Ihre großen Anliegen waren die eigenständige Existenzsicherung aller Frauen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Besserstellung von Frauen in der Arbeitswelt. Den Grundsatz vom gleichen Lohn für gleiche Arbeit konnte Dohnal 1993 auf legistischer Ebene im Gleichbehandlungsgesetz verankern. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz hat sie in der Öffentlichkeit thematisiert, gemeinsam mit Vranitzky den Kampf gegen Gewalt an Frauen und Kindern initiiert.

Auf ihre Bemühungen sind zahlreiche weitere Initiativen zurück zu führen, unter anderem die Möglichkeit für Männer in Karenz zu gehen und das - mittlerweile allgemeine - Bewusstsein, dass flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen notwendig sind. Eingesetzt hat sich Dohnal auch für Frauenquoten in Ministerien und an den Universitäten.

"Zu wenig unbequem"

Wiewohl Dohnal als streitbar galt, sah sie sich im Nachhinein fast als zu kulant an: "Ich war viel zu wenig unbequem in manchen Sachen, hätte manchmal noch unbequemer sein sollen in bestimmten Fragen", sagte sie in einem APA-Interview anlässlich ihres 70. Geburtstages. Zuletzt wandte sie sich vehement gegen eine Infragestellung der Fristenlösung. Von der Großen Koalition war sie kein Fan, ihre Wunschregierung wäre ein allein von der SPÖ geführtes Kabinett gewesen.

Dohnal wurde am 14. Februar 1939 in Wien geboren. Nach der Pflichtschule erlernte sie den Beruf eines Industriekaufmannes und arbeitete als kaufmännische Angestellte. Sie war zunächst bei den Kinderfreunden, später als Bezirksrätin, tätig. 1972 wurde sie Wiener Landesfrauensekretärin der SPÖ, 1973 Abgeordnete des Wiener Landtages und Gemeinderates. Bruno Kreisky holte sie 1979 als Staatssekretärin für Frauenfragen in die Regierung, elf Jahre später wurde - unter Franz Vranitzky - das Staatssekretariat zum Ministerium aufgewertet. 1987 wurde Dohnal auch Bundesvorsitzende der SPÖ-Frauen und stellvertretende Parteivorsitzende.

Johanna Dohnal war geschieden, Mutter zweier Kinder, und lebte zuletzt im Weinviertel. Ihre Lebenspartnerin war seit vielen Jahren Annemarie Aufreiter. Im Vorjahr wurde Dohnal der Professorentitel verliehen. (APA)

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parade isa
26.02.2010 17:55
eine großartige frau

sie hat es nicht leicht gehabt, sie war eine starke, ehrliche und ihre waffen waren klugheit, schlagfertigkeit und die verweigerung der traditionellen frauenrolle. sie war auf keinen fall eine liebe! damit mussten sich auch viele männer in der eigenen partei abfinden, ob sie wollten oder nicht. die johanna hat da nix gekannt. viel zu früh musste sie gehen.

Yes we scan
04.03.2010 10:28
Im Namen aller, die nicht ..


...leben duften, weil sie die Fristenlösung duchgesetzt hat: Schön dass es auch sie jetzt erwischt hat!

bernaschek
24.02.2010 10:41
eine ganz grosse!

erst sie hat praktisch durchgekämpft, was die männer in der sozialdemokratie 60 jahre lang theoretisch gefordert haben!

aunty
22.02.2010 14:06

eine der letzten wirklichen sozialdemokratinnen....
schade um sie.

Lectrice
22.02.2010 12:30
Danke Danke Danke Merci - man kann es nicht oft genug sagen, was Johanne Dohnal in diesem Land für Frauen (uns somit auch für Männer) geleistet hat. Die klugen Menschen haben's verstanden und nützen die Chancen gleichberechtigte Partnerschaften/Arbei

und sich als Menschen auf gleicher Ebene zu begegnen - ohne dem Prinzip des "Haushaltsvorstandes" usw. Auch wenn es in der Praxis noch hinkt und wir auch erst mit diesen neuen Möglichkeiten experimentieren und einiges "durcheinander gekommen ist", sind doch große (rechtlicht) Schritte durch Johanna Dohnal ermöglicht worden.

Nun ja, der Rest kiefelt noch immer an den alten Klischees und manche verkraften es einfach nicht, dass es nicht mehr reicht Mann/Frau sein zu wollen, sondern auch wirklich zur Frau/Mann zu reifen und sich dahin zu entwickeln. Es ist halt für viele einfacher im festen Rahmen u. Rollenbildern, als sich zu überlegen wer bin ich, welche Talente habe ich usw.
Ist auch OK - nur bitte nicht die "Freiheit" angreifen.

weisungsgebunden
22.02.2010 07:43
Warum verschwindet mein Posting 2X im Nirvana?

Probier ichs halt ein drittes Mal (sinngemäß):
Sie wurde mit Häme und Hass überschüttet wie keine andere, musste Anfeindungen der niedrigsten und widerlichsten Art standhalten- und hat standgehalten und ist ihrer Vision weiterhin gefolgt.
Sie hat sich ganz für ihre Werte, ihre Vision einer gerechteren Welt eingesetzt und vieles in Kauf genommen, um der Allgemeinheit zu dienen- das genaue Gegenteil von "Politikern" à la Grasser, Scheuch und Konsorten,deren Programm darin besteht,fesch zu sein und abzusahnen.
Gäbe es mehr PolitikerInnen von ihrer und weniger von der anderen Sorte,sähe die Welt anders und besser aus.
Siehat allen Frauen Mut gemacht,überhaupt allen Menschen,die sich für eine gerechtere und lebenswertere Welt einsetzen.
Danke!

Schrumpfschlauch
23.02.2010 09:00
Und der Schöne Vranz zog die Notbremse ...

la pasionaria
25.02.2010 09:23

genau, und hat damit den untergang der sozialdemokratie eingeleitet
leider
was kann man von einem banker auch erwarten

A.B. Artig
 
24.02.2010 10:43

Na Sie kiefeln ja immer noch schwer an dem, was Dohnal an Verbesserungen geschafft hat.

MarioV
22.02.2010 11:07

Und hat sich schon zu Lebzeiten in den Geschichtsbüchern huldigen lassen.
Dabei Attacken gegen den Verfassungsgerichtshof geritten, die sich selbst ein Jörg Haider nie getraut hätte.
Aber manche sind gleicher.

MarioV
22.02.2010 07:34

Hat schon jemand Stermann und Grissemann informiert das sie, im Gegensatz zum Fall Jörg Haider, die Huldigungen diesmal nicht auf die Schaufel nehmen dürfen, da sie sich sonst weitaus mächtigere Leute zum Feind machen?

la pasionaria
25.02.2010 09:24

haider hat sich selbst nicht ernst genommen

pater hirni
22.02.2010 12:06
derfäkalo hat schon wiedereinen neuen nickname.

MarioV
22.02.2010 15:06

Ist schon gut.

Schrumpfschlauch
23.02.2010 09:02
Die übliche Diffamierung?

A.B. Artig
 
24.02.2010 10:44

Werdens nicht hüsterisch! Hier wird diskutiert!

Alexander75
22.02.2010 12:03
Wenn denn? die Ostküste? Die meinen sie doch sicher?

weisungsgebunden
22.02.2010 20:40
Nein, die große weltumspannende Emanzen- Verschwörung

die überall an den Schalthebeln der Macht sitzt und jedeem Männchen, das nicht spurt,das Schwänzlein abschnippelt...
So ungefähr scheint sich das in Maskulinisten- Gehirnen darzustellen...

MarioV
23.02.2010 07:20

Ein netter Versuch, kritisches Hinterfragen zu delegitimieren.
Aber wirkungslos.

la pasionaria
25.02.2010 09:25

leider werden sie sich mit den (er)folgen der frauenministerin abfinden müssen
je schneller, desto besser
ansonsten werde sie noch länger leiden müssen

weisungsgebunden
23.02.2010 15:03
Ein sich kritischen Hinterfragens befleißigender Maskulinist ist ein Oxymoron

MarioV
24.02.2010 07:34

Maskulisten sind die wachen und hellen Beobachter der Gesellschaft schlechthin.
Darum sind sie ja auch so unbeliebt.

A Voice
28.02.2010 19:39
Was 'n

mit Ihnen passiert?

weisungsgebunden
27.02.2010 01:18
Ähnlich wach e und helle Beobachter der Gesellschaft wie die Mitglieder des Ku- Klux- Klans

Menschen, die ihre privilegierte Stellung verlieren,reagieren darauf oft auf eine Weise,die lächerlich oder abstoßend oder beides zugleich ist:
Sie lamentieren über das "ihnen zugefügte Unrecht",das darin besteht,dass ihre bisherigen Untertanen jetzt die gleichen Rechte besitzen wie sie und sind empört ob der Zumutung,dieselbigen jetzt als Mitmenschen betrachten und behandeln zu sollen.
Sie halten verbissen an ihren alten Titeln und Privilegien und an ihrer "gottgegebenen" Überlegenheit fest.
Und im schlimmsten Fall versuchen sie, Terror gegen ihre einstigen Sklaven und insbesondere deren Anführer auszuüben,sie zu bedrohen,herabzuwürdigen,sie zu Monstern zu stilisieren und ihnen die Menschlichkeit abzusprechen.

la pasionaria
25.02.2010 09:26

aber geh...

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