Nachlese

"Eberau wird mit Nein stimmen"

Saskia Jungnikl, 20. Februar 2010, 11:52
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    foto: apa/pfarrhofer

    Die Stimmung ist nicht mehr so geladen, wie bei den ersten Versammlungen. Die Eberauer wissen, wie sie abstimmen werden.

Die Bürgerinitiative rief zu ihrer letzten Versammlung, die Menschen waren sich einig: Kein Erstaufnahmezentrum in Eberau - eine Reportage

Beendet wird die Versammlung volkstümlich theatralisch. In einer Diashow werden Fotos aus der Gemeinde gezeigt, musikalisch unterlegt von Rainhard Fendrichs "I am from Austria". Damit man sehe, wie schön wir es hier haben und "was auf dem Spiel steht", sagt Manfred Weiß, einer der beiden Verantwortlichen der Eberauer Bürgerinitiative. "Die haben gedacht, wir sind so am Sand, wir nehmen alles, was man uns anbietet", sagt Günther Krobath, der andere. Maria Fekter hat sich verrechnet.

Die Beiden wissen, wovon sie reden. Seit Wochen sind sie von Haus zu Haus gegangen, um Stimmen zu sammeln gegen Fekters Plan ein Erstaufnahmezentrum in Eberau zu bauen. Nun haben sie zur letzen Versammlung gebeten, vor der Volksabstimmung am Sonntag.

Etwa zweihundert Menschen kommen zu dem Treffen in den Turnsaal der ansässigen Hauptschule Josefinum. Die Stimmung ist entspannt und zuversichtlich, der Tenor klar: Das Aufnahmezentrum von bis zu dreihundert Menschen sei zu groß für die Gemeinde, für den Ort, der unter der Woche lediglich 150 Einwohner hat. Die Sicherheit sei gefährdet, zu wenig Polizei eingeplant. Die Wut auf die verantwortlichen Politiker ist zu spüren.

Die Eberauer haben sich längst entscheiden - Sie wissen was sie wollen. Es bleibt kein Zweifel, wie die 995 Wahlberechtigten abstimmen werden: Mit einem Nein zu einem Asylerstaufnahmezentrum in ihrer Gemeinde, mit einem Nein zu Fekters Versuch, Eberau das Zentrum ohne öffentliche Diskussion aufzudoktrieren.

"So springt man mit Bürgern nicht um"

Am 19. Dezember verkündete Fekter öffentlich ihren Deal mit dem Bürgermeister der Gemeinde, Walter Strobl. "So springt man mit Bürgern nicht um", sagt ein älterer Herr mit vor Ärger rot gefärbtem Gesicht. "Die sind über uns und unsere Rechte einfach drüber gefahren, dass lassen wir uns nicht gefallen." Es ist unwahrscheinlich, dass die Eberauer bei einer offenen Diskussion für ein Asylzentrum gestimmt hätten - die Stimmung wäre aber deutlich besser. Drohanrufe gebe es nun beim Bürgermeister, die Menschen in den Dörfern fühlen sich hintergangen. Ein Riss ziehe sich durch die Gemeinde, sagen viele. 

"Vergeben und vergessen"

"Wir stimmen über einen geeigneten Standort ab", sagt der zuständige Kreisarzt Gert Moser. "Nicht darüber, ob man Verfolgten Hilfe bieten soll." Er wäre allein zuständig für die medizinische Versorgung der Asylanten - zusätzlich zu seiner sonstigen Arbeit. Ein Pensum, dass sich nicht machen ließe und das zeige, wie "wenig durchdacht das alles ist." Moser schließt mit einem Aufruf zur Versöhnung, denn "vergeben und vergessen ist auch eine Art der Bewältigung." Er kriegt nach der Rede stehende Ovationen.

"Würde das Zentrum kommen, die Zahl der Bevölkerung würde um sechzig Prozent ansteigen", sagt Initiator Manfred Weiß. "Unsere wirtschaftsschwache Region wird zu einer toten Region, die Jungfamilien werden ausbleiben und es werden keine Kinder mehr geboren."

"Dürfen uns nicht blenden lassen"

Der Ankündigung Fekters, man werde für Aufenthaltspflicht bei den Asylsuchenden sorgen, glaubt man nicht: "Wir dürfen uns nicht blenden lassen", ruft Zweitinitiator Günther Krobath: "Das ist kein Gefängnis." Es fehle an Infrastruktur, den Menschen würde "fad werden." Eine funktionierende Integration werde durch den raschen Wechsel der Personen nicht ermöglicht.

Die Politik hat in Eberau versagt, eine sachliche Annäherung an das Thema von Anfang an unterbunden. Die Emotionen der Menschen drücken sich vor allem in Angst aus, die genährt wird durch Informationen der bevorzugten Kronen Zeitung und durch Landespolitiker, die Asylwerber mit Kriminellen gleichsetzen, als hätten sie keine höhere Verantwortung. "Eberau wird mit Nein stimmen", sagt Weiß am Ende der Veranstaltung. Er hofft auf neunzig Prozent, glaubt an achtzig. "Wir sind vielleicht ein kleines Zeichen dafür, dass man doch die Möglichkeit hat, über sich selbst zu entscheiden und dass man das nicht anderen überlassen sollte." (nik, derStandard.at, 20.2.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 208
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Schluß mit der Bagage!
12
21.2.2010, 22:05
Jetzt fehlt nur noch,

dass sie dengrenzdebilen Birgamoasta mit einem nassen Fetzen davonjagen!

drtunk
14
21.2.2010, 22:02

Schade das so ein Bereicherungslager im 7.-9. Bezirk undenkbar ist. Den Aufschrei der GrünInnen will ich mir jetzt gar nicht ausmalen......

Loonquawl
10
21.2.2010, 22:32

ich hätte nix dagegen.

ad vocem
00
21.2.2010, 21:16
btw: Was passiert eigentlich ...

.... mit dem Grund, den der Fekter-Vasall den Ortsansässigen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen abgeluchst hat? Gehört der jetzt dem Bund? Oder bleibt der Strohmann jetzt drauf sitzen?

luchmhor
00
21.2.2010, 21:02

Das Ergebnis dieser Abstimmung wird die Grundstimmung zum Thema Ausländer / Asyl in der österreichischen Bevölkerung widerspiegeln. Nicht nur ob EAZ ja oder nein.

Niessl, Strache und Fekter haben hand in hand diese Stimmung geschürt.

Walter Kaiser
00
21.2.2010, 21:57
In dem Fall wars die Fekter ganz alleine.

Dümmer kann man sowas nicht angehen.

lehrerlämpel
51
21.2.2010, 20:40
man sollte das aufnahmezentrum trotz eines "nein" dort bauen

- als erzieherische maßnahme sozusagen. die ausländerfeindlichen proleten in österreich müssen langfristig umerzogen werden!

Schluß mit der Bagage!
02
21.2.2010, 21:59
Warum sagst du das nicht im Versammlungssaal, du Memme!?

Der Beobachter3
01
21.2.2010, 21:53
gute Idee!!

Dem Bürgermeister und dem Pfarrer gehört der Friedensnobelpreis verliehen! Diese dörflichen Kleingeister müssen umerzogen werden!

Lumpy
02
21.2.2010, 21:41
schwachkopf

der einzige prolet, der hier weit und breit zu finden ist, sind sie selbst. wären sie jemals dort gewesen, wüßten sie es besser. sie sind ein geistig armer mensch - erfreuen sie sich an ihrem posting - am besten audrucken und zuhause neben ihr volksschulzeugnis hängen.

Schluß mit der Bagage!
01
21.2.2010, 22:00
Richtig

nur solche Proleten siezt man nicht!

sensibel
30
21.2.2010, 20:37
Bereits mehr als 1500 Menschen sagen JA zu einem Asyl-Erstaufnahmezentrum in ihrer Umgebung!

Für ein Asyl-Erstaufnahmezentrum in meiner Umgebung!
Mehr als 1500 JAsyl-emails an landeshauptleute wurden schon verschickt!

JAsyl - auf Facebook:
http://www.facebook.com/group.php... 9903635775

Die Mail-Aktion:
http://fensterpolitik.at/page.php?cat=7

nobody (likes the records that i play)
03
21.2.2010, 22:07
gratuliere

einwohnerzahl österreich: 8.376.761 (4. Q 2009)

da können's richtig stolz sein auf ihr hauptschulprojekt mit 1.500 teilnehmern (die nicht einmal im selben ort wohnen)

Schluß mit der Bagage!
00
21.2.2010, 22:01
Ja klar ich bin auch für ein Aufnahmelager in meiner Umgebung

gleich drüben in Kärnten wärs mir recht!

luchmhor
01
21.2.2010, 20:46

Wenn alle 1500 aus einer einzigen, rel. kleinen Gemeinde kommen würden hätts auch Sinn.

ich bins nur
00
21.2.2010, 20:36

"wir stimmen über einen geeignten Standort ab," aber, "das ist kein Gefängnis" und "es würden keine Kinder mehr geboren" und überdies würde den Asylanten "fad werden weil die Infratsruktur fehlt".
Niessl - Dörfler, wo liegt der Unterschied?

hui buh
00
21.2.2010, 20:03
Herr Häupl könnte sich alle zehn Fingerchens lecken,

wäre bei der Wiener Umfrage bez. UBahn, Kampfhundeführschein etc... eine derart hohe Wahlbeteiligung gewesen, wie in Eberau.

Ravenspower
01
21.2.2010, 19:55
Dieses Asylzentrum sollte in Wien gebaut werden

denn lt. vielen postern hier bringt ein solches asylzentrum viel positive wirtschaftskraft in die region. wenn es so ist - bitte sofort in WIEN ein weiteres bauen. gerne auch noch zehn weitere.

dann hätte der rest österreichs seinen frieden und die wiener/innen hätten ihren unschätzbaren mehrwert durch die neubauten.

freilich - man hätt dann wohl auch ein bisschen mehr kriminalität, speziell im bereich drogenhandel etc. aber das macht nichts. ein paar weitere drogendealer fallen in wien gar nicht auf. sind ja schon so viele vor ort.


CC79
00
21.2.2010, 21:35
Wenn du deine

Aussagen wissenschaftlich und rational und ned nur aus einem inhärent xenophoben Bauchgefühl heraus belegen könntest, würdest du nicht so wie ein rechtes A*l*ch rüberkommen.

Peterk K
01
21.2.2010, 18:57
Wer A sagt, muss auch für B sorgen

und der Bund hat nun mal die Aufgabe und das Recht diese Entscheidung zu treffen. Normalerweise gibt es ein Angebot und wenn dies nicht angenommen wird, dann gibt es Enteignung und den Minimalpreis. So wird das bei der Eisenbahn, bei Strassen etc. gemacht.

Nur jetzt, wo die SPÖ zwar immer laut A ruft, aber aus wahltaktischen Gründen für B nicht sorgen will, gibt es eine Volksbefragung. Populismus pur und schlimmer als jener, den sie normalerweise kritisiert, weil er auch noch zum Thema "Ausländer & Asyl" stattfindet!

Sollen die anderen Gemeinden, wo dzt. Aufnahmezentren sind und wo vorher nicht gefragt wurde, nun auch gefragt werden, ob sie sich dieser entledigen wollen?

lehrerlämpel
20
21.2.2010, 18:26
am heldenplatz jubelte die menge.

sie würde heutre wieder jubeln.

Schluß mit der Bagage!
02
21.2.2010, 22:02
Du bist rothaarig und du fühlst dich schon immer unverstanden, stimmts?

pauko
00
21.2.2010, 18:20

ich versteh die bewohner eberaus natürlich....wäre ich einer von ihnen würde ich mich auch betrogen fühlen...
aber eines muss man sagen....ein aufnahmezentrum in einer wirtschaftlich schwachen region wäre sicher nicht falsch....die gründe wieso es nicht gebaut wird sind einfach...
die landtagswahlen und
die ausländerangst (geschürt von der fpö)
zum abschluss:
traiskirchen ist durch ein aufnahmezentrum auch keine hochburg des verbrechens geworden..;)

Hitecut
00
21.2.2010, 17:40
Verschwendung von Steuergeld...

Was sollen solche Volksbefragungen überhaupt, wo man das Ergebnis sowieso schon im Vorhinein weiß? Das ist doch nur wieder eine erbärmliche Ausweichpolitik, mit der notwendige Entwicklungen verhindert werden. Wahrscheinlich wird das jetzt zur Standardpolitik. Jeder unangenehmen, unpopulären Entscheidung wird ausgewichen, indem man das Volk befragt, das - no na - immer zu seinem eigenen kurzfristigen Vorteil entscheiden wird. Aber Hauptsache man macht sich nicht unbeliebt... Wofür brauchen wir eigentlich noch Politiker, wenn diese unwillig bzw. unfähig sind Politik zu machen und Entscheidungen zu treffen?

lehrerlämpel
40
21.2.2010, 17:25
man sollte das aufnahmezentrum trotz eines "nein" bauen,

und das nächste mal die bevölkerung in solchen dingen nicht mehr befragen, sonst wird ausländerfeindlichkeit bei uns noch "normaler" als sie ohnehin schon ist.

heimat bist du großer söhne (und töchter)!

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