Archäologen wollen wahren Ort der Schlacht von Bosworth gefunden haben

19. Februar 2010, 19:40

Zahlreiche Gegenstände auf einem Acker nordöstlich von Birmingham würden darauf hindeuten

London - Archäologen haben nach eigenen Angaben den wahren Ort der Schlacht von Bosworth gefunden, in der Englands König Richard III. zu Tode kam. Die Stelle sei zwei Kilometer von Ambon Hill in Leicestershire entfernt, dem Ort, der seit Jahrhunderten als Schlachtfeld gilt, erklärte das Forscherteam um Glenn Foard am Freitag.

Den Experten zufolge wurden auf dem Acker nordöstlich von Birmingham zahlreiche Gegenstände entdeckt, die darauf hindeuteten, dass dort Adlige gekämpft hätten. Richard III. unterlag 1485 in der Schlacht von Bosworth Heinrich Tudor. Die erbitterte Fehde zwischen den beiden Adelshäusern war hierdurch zunächst beendet.

Anstecknadel

Nach Foard ist der wichtigste Beleg für die Entdeckung des wahren Schlachtfeldes eine Anstecknadel in Form eines Ebers, die an das Gefolge von Richard III. ausgegeben worden war. Die silbervergoldete Nadel sei wahrscheinlich von einem Ritter getragen worden, der mit dem König den letzten Angriff geritten habe, sagte Foard im BBC-Hörfunk. "Die Nadel wurde neben einem kleinen mittelalterlichen Sumpf gefunden, in dem das Pferd des Königs ins Straucheln kam."

Der sagenumwobene Herrscher sei vermutlich in unmittelbarer Nähe gefallen. Die angeblich letzten Worte von Richard III. sind durch das gleichnamige Schauspiel von William Shakespeare in die Weltliteratur eingegangen: "Ein Pferd! Ein Pferd! Ein Königreich für ein Pferd!" (APA/Reuters/red)

Kommentar posten
18 Postings
Der Waehlerwille
 
00
20.2.2010, 15:38
"geritten habe" ?

Sitacui
00
20.2.2010, 15:08

Nach anderen historischen Berichten wurde RichardIII unabsichtlich von Blackadder enthauptet. Habe ich leider nicht auf youtube gefunden, ist aber eine witzige Episode.

Nick Tameer
02
20.2.2010, 17:48

Halten Sie es für möglich, dass es ein Video davon gibt?

Licht Der Erkenntnis
00
21.2.2010, 06:02
Leider nur schwarz-weiß und ohne Ton

aber mit Begleitmusik von der Leier

Fritz Wunderlich
00
20.2.2010, 14:43

zwischen den beiden adelshäusern, hehe
na, landläufig nannte man sie york und lancaster

Strudelteig
02
20.2.2010, 14:19



Jetzt bin ich endlich beruhigt!

Ich konnte eh schon kaum mehr schlafen, ob dieser Unsicherheit.

martial
00
20.2.2010, 14:04
Ein Königreich für ein Pferd!

Das Zitat lautet korrekt "Mein Königreich für ein Pferd / A Horse, a Horse, my Kingdome for a Horse".

Nick Tameer
01
20.2.2010, 17:18

"Kingdom" ist angeblich aber eher mit "Königswürde" als mit "Königreich" zu übersetzen, außerdem sollen seine letzten Wörter nach anderen Berichten, wozu es durchaus Anlass gegeben hätte, denn Teile seiner Truppen wechselten wohl während der Schlacht die Seite, "Verrat, Verrat, Verrat ..!" gewesen sein, und nach noch anderen Berichten, versuchte er, seinen Widersacher direkt und persönlich zu attackieren und fiel bei dieser Attacke im Getümmel, während die Waliser geltend machten, einer der Ihren habe ihn mit einer Hellebarde getötet, als er pferdelos im Sumpf feststeckte und dieser Version haben sich betreffenden (walisischen?) Forscher angeschlossen.

Aber die Leute erzählen viel.

Licht Der Erkenntnis
01
21.2.2010, 06:03
Seine letzten Worte waren wahrscheinlich: O shit

Der groBe Mann
13
20.2.2010, 10:24
Der endgültige Beweis: KEINE Pferdeknochen!

Nick Tameer
02
20.2.2010, 08:00

Ich will die Interpretation des Fundes grundsätzlich keinesfalls in Abrede stellen (die Sache mit dem Anstecker klingt schon überzeugend). Allerdings sollte man nicht allzu gläubig überlieferte Details über den Schlachtenverlauf als hinstorische Wahrheit zugrunde legen ("Ah, in der Nähe war ein kleiner Sumpf, da ist bestimmt Richards Pferd ins Straucheln gekommen!" - das klingt doch stark nach Schliemanns Verwendung der Ilias). Sache der Archäologie wäre es, solche Details durch Funde zu stützen oder zu widerlegen. Dass Richard im Sumpf (freiwillig wäre er da sicher nicht hereingeritten) stecken blieb, ist auch nur eine von verschiedenen Versionen über die genauen Umstände seines Todes.

füllhornkäfer
00
20.2.2010, 09:54

Die Argumentation hat natürlich dennoch etwas bezwingendes: man fand hier tatsächlich die Nadel im (was auch immer-) Haufen ;-)

Strukturelle Integrität
02
19.2.2010, 22:29
ich wusste nicht,

dass in mittelalterlichen schlachten grundsätzlich nur an genau einem ort gekämpft wurde, und auch niemand jemals verfolgt wurde, der sich aus der schlacht zurückzog...

füllhornkäfer
00
20.2.2010, 16:15

Sonst wärs nicht "die Schlacht von ..." sondern "die Schlacht über die Ortschaften X, Y...bis nach Z" - was für ein Alptraum für diejenigen, die das noch in der Schule pauken müssen!

Emil i Lönneberga (advocatus diaboli)
00
22.2.2010, 12:07

Die Schlacht zwischen Tours und Poitier gab es aber trotzdem, und nicht "bei".

Raphael Hythlodeus
00
21.2.2010, 14:04
noch nie von dürnkrut und jedenspeigen gehört?

Nick Tameer
01
20.2.2010, 17:32

Da schafft manchmal auch der Kulturimperialismus wohltuend Übersicht, denn z.B. die Bezeichnung "Schlacht von Waterloo" hat sich heute allgemein durchgesetzt und wird überall verstanden, wogegen die Preußen diese Schlacht noch lange (nicht etwa in Bezug auf das Bündnis mit den Engländern, sondern nach einem gleichnamigen Gutshof auf dem Schlachtfeld) "Schlacht von Belle-Alliance" nannten und die Franzosen auch von der "Schlacht von Mont Saint-Jean" sprachen.

Emil i Lönneberga (advocatus diaboli)
00
22.2.2010, 12:06

Allerdings ist die Schlacht bei Höchstätt in England die Schlacht bei Blenheim, weswegen Marlborough ein Schloss mit Namen Blenheim geschenkt bekam und Churchill in diesem englischen Blenheim geboren wurde.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.