Teamchef hinterfragte im Zuge einer neuerlichen Argumentationsrunde bezüglich Ivanschitz-Nichtberücksichtigung die Qualität der Bundesliga
Wien - Auf der Suche nach Erklärungen für die
Nichtberücksichtigung von Andreas Ivanschitz macht sich Dietmar Constantini nun ganz neue Gedanken. Der Teamchef sinniert über die Qualität der
deutschen Bundesliga. In der Donnerstag-Ausgabe des "Sportmagazin" rekapituliert der Tiroler noch
einmal die Zeit, als er in der WM-Qualifikation auf Ivanschitz
verzichtete, obwohl der bei Mainz groß
aufspielte.
"Vor dem Litauen-Match (Anm.: 10. Oktober 2009/2:1 für
Österreich) war Ivanschitz das bestimmende Thema: was er gesagt
hat, was ich gesagt hab. In der Phase war er bei Mainz wirklich gut.
Nur muss sich die deutsche Bundesliga auch hinterfragen: Da kommt
ein Österreicher, der fast keine Vorbereitung mitgemacht hat, ein
Jahr vorher nicht viel gespielt hat und nach zehn Runden Bester der
Scorerliste ist", meint der Tiroler.
Die Aussagen wurden in Deutschland mit Verwunderung registriert. Der Mainzer Manager Christian Heidel fragt in der "Allgemeinen Zeitung": "Heißt das
nun, dass Red Bull Salzburg bei uns mit 15 Punkten Vorsprung
Tabellenführer wäre?" Und Trainer Thomas Tuchel findet die Angelegenheit "lustig". Da komme ein Österreicher und qualifiziere mit dem Sager "da kommt ein Österreicher" die ballesterischen Qualitäten seiner Landsleute im allgemeinen ab. "Was
soll ich von der Abfälligkeit halten?", fügte Tuchel an. Ivanschitz selbst wollte
sich zur Sache nicht äußern.
Constantini gibt den Kader für das Testspiel am 3. März im Wiener
Happel-Stadion gegen Dänemark am kommenden Mittwoch bekannt. Ob
Ivanschitz und Garics dabei sein werden, ließ der Teamchef offen. In
diesem Zusammenhang berichtete die "Allgemeine", dass Ivanschitz "vorläufig nominiert" sei, von der Mainz 05 in Kenntnis gesetzt worden sei. Laut Heidel sei das aber auch bei den vergangenen Länderspielen der Fall gewesen. Letztlich fand sich der 49-fache Teamspieler dann jedoch nicht im Kader. Heidel zu dieser Vorgangsweise: "Ich weiß ja auch nicht, was in Österreich normal ist und
was nicht."
Bild.de befand, dass in Mainz über den "Dösi-Trainer" nur noch gelacht werde. Und bemerkte einen Schwachpunkt in einem weiteren Constantini-Sager. Dieser habe behauptet, Ivanschitz so oft wie keinen anderen beobachtet zu haben. Fragt bild.de: "Hat er andere Kandidaten dann gar nicht gesehen? Denn bei Mainz guckte er seit Sommer nur ein einziges Mal zu..."
Im "Sportmagazin"-Interview äußerte sich Constantini aber nicht
nur über Ivanschitz, sondern auch über György Garics. "Garics hat
ein Problem: Er weiß alles - mehr als jeder Trainer. Würde er sein
Wissen auf den Fußball umlegen, wäre er noch bei Napoli, glaube
ich." (red)