Neue Mittelschule

Schmied: "Zehn-Prozent-Grenze wird fallen"

19. Februar 2010, 11:49

Unterrichtsministerin will mehr Neue Mittelschulen und ist für gemeinsame Ausbildung der Lehrer

Bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Wiener SPÖ-Klubtagung in Rust zeigte sich Unterrichtsministerin Claudia Schmied davon überzeugt, dass die "zehn-Prozeht-Grenze" bei den neuen Mittelschulen bald fallen wird. Sie sprach sich zudem abermals für eine gemeinsame Lehrerasbildung und ein einheitliches Dienst- und Besoldungsrecht der Lehrer aus.

"Bei der Neuen Mittelschule wurde der Druck gemeinsam mit den Eltern so stark, dass sich die ÖVP nicht mehr gegen diese große, wichtige Gruppe stellen kann", sagte Schmied bei der Diskussion laut einer Aussendung. Widerstand von den konservativen Kräften wäre ein Beweis dafür, dass "wir auf dem richtigen Weg sind", so die Unterrichtsministerin.

"Schluss mit Numerus-Clausu-Denken"

Der Schulversuch der "Neuen Mittelschule" war anfangs auf zehn Prozent der Schulen begrenzt worden. Der Bedarf ist jedoch laut SPÖ wesentlich größer, weshalb die Partei für die Aufweichung dieser Grenz eintritt, die ÖVP war bisher dagegen und forderte die Minsterin dazu auf, die zehn Prozent Grenze voll auszuschöpfen, was laut Schmied bereits geschehen ist.

Schmied kritisierte zudem die "restriktive Universitätspolitik" des Koalitionspartners ÖVP. "In Zeiten, wo Österreich in Europa Schlusslicht bei der Akademikerquote ist, verstehe ich nicht, warum man den Zugang zu Universitäten beschränken will. Ich appelliere an die ÖVP: es muss endlich Schluss sein mit dem Numerus-Clausus-Denken, im Alter von neun einhalb Jahren am Ende der Volksschule und mit 19, 20 Jahren beim Universitätseinstieg", sagte die Ministerin. (red, derStandard.at, 19.02.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 93
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ride my pimp
00
22.2.2010, 13:19
pro universitas

tatsache ist: österreich braucht gar nicht so viele akademiker, wie immer behauptet wird. wo sind sie denn, die unzähligen firmen, die händeringend akademiker verschiedenster richtungen suchen?
gesucht wird hingegen vielmehr ungelerntes, billiges personal.

und: absolventen für fh-lehrgänge für hebammen, sozialarbeit und multimediadesign sowie htl-absolventen und kindergärtnerinnen zu akademikern zu machen, ist nonsense.

man soll auch aufhören, universitätsstudien (stichwort bologna) total zu verschulen.

Geh!danke
02
22.2.2010, 10:16
Diesen Unsinn mit der Akademikerquote kann man schon nicht mehr hören!

Wie mittlerweile schon jeder (außer Unserer Unterrichtsministerin) weiß, hat die Schweiz, bei urspr. ähnlicher Akademikerquote wie Österr., HTL-Absolventen zu Akademikern gemacht. Folge: die Quote stieg auf über 30 %. Die Anti-HTL-Lobby im Ministerium hat das bis jetzt verhindert, will aber ständig Politik mit der niedrigen Quote machen, absurd!
Außerdem: Was soll eine Uni-Ausbildung für VS-Lehrer verbessern? Unis erziehen bekanntlich zum Wissenschafter, und das soll gut sein für unsere Kinder? Ein völliger Unsinn!
Zur NMS: Vielleicht wartet man einmal die Evaluation dieses Schultyps ab, z.B. die nächste PISA-Studie, wo man ja die Überlegenheit des neuen Typs bereits erkennen sollte, bevor man noch mehr Schulen umstellt.

ride my pimp
05
22.2.2010, 08:17
Aus drei mach zwei und sprich gut darüber. die einsparungspolitik der frau schmied

selten hat eine platte Einsparung so viel Zustimmung in der Bevölkerung gefunden wie die Neue Mittelschule.

Beweis: Hauptschule zumindest drei Lehrer pro Hauptfach, die drei verschiedene Leistungsgruppen in kleineren Klassen unterrichten.
NMS zwei Lehrer, die eine Riesenklasse ohne entsprechende äußere Differenzierungsmöglichkeiten unterrichten und das vom Sonderschul- bis zum AHS-Niveau.

Wer da von Förderung und Leistung spricht, führt seine Daseinsberechtigung als Bildungsminister ad absurdum.

erich pammer
00
22.2.2010, 09:56
märchen

woher stammt das märchen, dass in HS Klassen "zumindest 3 LehrerInnen in 3 Leistungsgruppen" unterrichten. Längst alles dem Sparstift zum Opfer gefallen und meist schon innere Differenzierung durch Zusammenlegung erzwungen

GoodieGoodie
02
22.2.2010, 09:16

Und die 2 Lehrer pro Hauptfach in der NMS gibt es auch nur für die nächsten 2-3 Jahre!

sam duke
00
22.2.2010, 06:23
mit diesem conterfeit

vor augen geht man voll motiviert an die arbeit.

lehrerlämpel
00
21.2.2010, 20:50
es muss sich etwas ändern in unserem bildungssystem

- mit abstand der größte teil der österreicher und österreicherinnen sind kronenzeitungsleser!

fritz101
00
zuallerersrt..

... "Spitzen"politiker!!

lehrerlämpel
00
21.2.2010, 18:54
es muss sich wirklich etwas ändern im bildungssystem

mit abstand der größte teil der österreicher liest die kronenzeitung!

KunstkommtvonKunst
30
21.2.2010, 18:31

Echt unfair. Fortschrittliche Kräfte müssen überzeugen und gegen Betonschädel wie die GÖD anrennen. Konservative brauchen nur nichts tun um ihr politisches Ziel (alles soll so bleiben wie es ist) zu erreichen. :-(

entwirrt
02
21.2.2010, 15:56
Realität

Die Wiener Hauptschulen (KMS) haben seit Jahren die Möglichkeit begabte Schüler nach dem AHS-Lehrplan zu unterrichten. Seltsamerweise kommen viele solcher Schüler in weiterführende Schulen und haben plötzlich Vierer und Fünfer (trotz ausgezeichneter Vor-Zeugnissen!?). Die Differenzierung dürfte also trotz 2 und 3 Lehrern in den Klassen nicht so toll funktionieren. Nun will man alle in eine Schule pferchen, wo das System doch im Kleinen schon nicht funktioniert. Selbst wenn die Differenzierung funktionierte - wo liegt der Vorteil das unter EINEM Dach abzuwickeln? Unter "verschiedenen Dächern" (KMS - AHS) klappt es doch derzeit ganz gut ...??? Alles nur wegen dem Bestreben der Gleichmacherei? Da geht dann alles den Bach runter ...

Daisy Lord
01
21.2.2010, 19:33

Dass Schüler der ersten Leistungsgruppe einer Wiener KMS in weiterführenden Schulen schlechtere Noten haben, ist nicht seltsam, sondern logisch.
Diese Schüler mögen in ihrer KMS-Klasse durchaus die besten sein und - verglichen mit den Klassenkameraden - "sehr gute" Leistungen erbringen.
Trotzdem sind sie meist schwächer als selbst schwächere AHS-Schüler...deswegen sind sie ja nach der VS in die KMS und nicht in die AHS gewechselt.

entwirrt
00
22.2.2010, 18:14

Es geht aber nicht darum, dass diese Schüler "weniger" können, wenn sie in die weiterführende Schule kommen. Sie können oft weder grammatikalisch einwandfreie Sätze schreiben (ganz zu schweigen von der RS), noch rechnen und sie können sich auch in Englisch nicht ausdrücken (weder schriftlich noch mündlich). Wenn sie also in der KMS die Besten waren, dann zeigt das, wie niedrig das Niveau dort ist (das ist KEIN Angriff auf die dort Unterrichtenden, die leisten TOLLE Arbeit!!!) und daher haben Schüler mit AHS-Niveau in solchen Klassen auch nix verloren.

Daisy Lord
01
22.2.2010, 19:49

Stimmt....das Niveau in Wiener KMS ist erbarmungswürdig niedrig...der Großteil der Schüler wäre noch vor einigen Jahren in die inzwischen abgeschafften Sonderschulen gegangen. Dort hätten sie auch mehr Förderung gehabt, mit einer durchschnittlichen Schülerzahl von ca. 12 pro Klasse. Nun sind es 25, die meisten davon mit nichtdeutscher Muttersprache, etliche mit diversen Verhaltensdefiziten ausgestattet...und ein Lehrer alleine ist damit einfach überfordert. Von 50 Minuten, die eine Unterrichtsstunde dauert, müssen mindestens 20 Minuten für Disziplinierung und "Soziales Lernen" aufgewendet werden.
Das alles interessiert allerdings im Stadtschulrat niemanden...weil es nicht medienwirksam zu vermarkten ist.

clangi
11
21.2.2010, 20:27
dass wiener hauptschulen..

verglichen mit ländlichen wohl eher sonderschulniveau haben, während ein durchschnittliches wiener gymnasium mit einer durchschnittlichen landhauptschule keinesfalls mithalten kann bedenken sie aber schon, oder?

Ich gebs zu
24
21.2.2010, 08:38
Und dann haben wir wirklich nur mehr die Besten der Besten der Besten,

bestausgebildet and solchen Kaderschmieden wie der PH Baden oder der Uni Wien. "In Zeiten, wo" nicht einmal die Ministerin das richtige Relativum findet, Statistiken falsch liest und auf die Linie ihrer Vorgängerin umschwenkt ("Hauptsache, wir heben die Akademikerquote."), kann man (und frau) sich nur glücklich schätzen, wenn Schwätzer als Experten und Misanthropen als Personalverantwortliche dienen.

Aber Gott-sei-Dank gibt's die NMS, in der sich alle Probleme von selber lösen. Falls doch nicht, wird das Bifie sie schon statistisch wegoperieren.

lehrer
01
21.2.2010, 19:29
top oder flop

die österreichischen unis sind ja wirklich top..wer dort studiert gehört ja zur elite....laut diversen rankings immerhin auf den plätzen ab 250!!!!! in der nach oben offenen skala....

Ich gebs zu
00
22.2.2010, 09:05
Muss man hier Ironie immer rot anmalen?

sam duke
11
20.2.2010, 20:10
wer solches wählt

ist bei hartz 4 angesiedelt. und es werden, leider, immer mehr.

Heavyweather
11
20.2.2010, 18:25

In Wien geht eh schon jeder in die AHS. In die HS kommen nur noch die die nicht mehr in die Sonderpädagogik gepasst haben...oder besonders wenig begabt waren und gleichzeitig eine alte VS Lehrerin mit hohen Ansprüchen erwischt haben.
Dafür sind in jeder Unterstufe immer noch 30 Kinder pro Klasse normal.
Wie schaut es eigentlich mit der Gehaltskurve aus?

G. Lavant
23
20.2.2010, 19:15

Und zwischen AHS und HS zwängt man jetzt die NMS, damit das Schulsystem übersichtlicher wird?
Oder schlagen sie vor, die HS in Sonderschule umzubenennen, die NMS in HS ohne Leistungsgruppen und die AHS bleibt wie bisher?
Dieses System hatte man schon vor mehr als dreißig Jahren, nur dass damals die HS zweizügig als A- und B-Zug geführt wurde.
Will man etwa diese Retroversion auf neu schminken und als pädagogische Errungenschaft verkaufen?

Annemarie Veit
02
21.2.2010, 15:19

für den urbanen bereich, v.a. das rote wien, trifft ihre befürchtung völlig zu!

sinnvoller wäre es, die hs (kms) aufzuwerten und mit jenen mitteln auszustatten, die jetzt der schmied´schen nms zugute kommen.

deswegen könnten wir uns die nms locker sparen!
aber das entspricht eben nicht dem roten mainstream!

gerhard maierhofer
00
21.2.2010, 16:25

das geld für die nms ist eine aufwertung der hs. ahs nehmen ja an den nms fast gar nicht teil.

pauko
00
21.2.2010, 19:10

wie der standard bereits berichtete....95 prozent aller nms sind hs....

G. Lavant
03
20.2.2010, 17:12
Wniger Idelogie, mehr Augenmaß

"Entgegen ihrem Anspruch schafft die Gesamtschule
nicht mehr Bildungsgerechtigkeit als die Schulen des gegliederten Schulsystems. Zu diesem Ergebnis ommt eine Studie, die der Züricher Erziehungswissenschaftler Helmut Fend in einem Beitrag für die ZEIT vorstellt."
(
http://www.zeit.de/2008/02/C... g?page=all
)

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