Unterrichtsministerin will mehr Neue Mittelschulen und ist für gemeinsame Ausbildung der Lehrer
Bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Wiener SPÖ-Klubtagung in Rust zeigte sich Unterrichtsministerin Claudia Schmied davon überzeugt, dass die "zehn-Prozeht-Grenze" bei den neuen Mittelschulen bald fallen wird. Sie sprach sich zudem abermals für eine gemeinsame Lehrerasbildung und ein einheitliches Dienst- und Besoldungsrecht der Lehrer aus.
"Bei der Neuen Mittelschule wurde der Druck gemeinsam mit den Eltern so stark, dass sich die ÖVP nicht mehr gegen diese große, wichtige Gruppe stellen kann", sagte Schmied bei der Diskussion laut einer Aussendung. Widerstand von den konservativen Kräften wäre ein Beweis dafür, dass "wir auf dem richtigen Weg sind", so die Unterrichtsministerin.
"Schluss mit Numerus-Clausu-Denken"
Der Schulversuch der "Neuen Mittelschule" war anfangs auf zehn Prozent der Schulen begrenzt worden. Der Bedarf ist jedoch laut SPÖ wesentlich größer, weshalb die Partei für die Aufweichung dieser Grenz eintritt, die ÖVP war bisher dagegen und forderte die Minsterin dazu auf, die zehn Prozent Grenze voll auszuschöpfen, was laut Schmied bereits geschehen ist.
Schmied kritisierte zudem die "restriktive Universitätspolitik" des Koalitionspartners ÖVP. "In Zeiten, wo Österreich in Europa Schlusslicht bei der Akademikerquote ist, verstehe ich nicht, warum man den Zugang zu Universitäten beschränken will. Ich appelliere an die ÖVP: es muss endlich Schluss sein mit dem Numerus-Clausus-Denken, im Alter von neun einhalb Jahren am Ende der Volksschule und mit 19, 20 Jahren beim Universitätseinstieg", sagte die Ministerin. (red, derStandard.at, 19.02.2010)