Mobile-CliniQ macht Handy zum Telemedizin-Tool

19. Februar 2010 08:14
  • Artikelbild
    Foto: archiv

Bezieht per Bluetooth Daten von Blutdruckmess- oder EEG-Geräten - Mobile Healthcare muss einfach sein

Auf dem Mobile World Congress sind neben publikumswirksamen Smartphones auch Technologien zu finden, die nicht so glamourös wirken, aber großes Anwendungspotenzial haben. So stellt das israelische Unternehmen Aerotel Medical Sytems  die Applikation Mobile-CliniQ vor. Damit sammelt das Handy Daten von Vitalsensoren vor Ort, um sie an Gesundheitszentren zu übermitteln. So kann eine effiziente mobile Gesundheitsfürsorge bereitgestellt werden.

"Bei Mobile Healthcare gibt es viele interessante Entwicklungsbemühungen in aller Welt, nicht zuletzt auch in Deutschland. Aber Israel ist bei der kommerziellen Umsetzung von Lösungen führend", sagt Ofer Atzmon, Aerotel VP Business Development, im Interview. Sein Unternehmen setzt dabei mit seiner Lösung auf Einfachheit als Schlüssel zum Erfolg in einem Markt, der großes Potenzial hat.

Ärztliche Beratung immer und überall

"Mobile-CliniQ ist keine schicke App, um auf dem iPhone zu gefallen, sondern einfach und zuverlässig", meint Atzmon. Die Handy-App bezieht dabei via Bluetooth Daten beispielsweise von Blutdruckmess- oder EEG-Geräten, um sie mittels GPRS an das Gesundheitszentrum zu übertragen. So wird existierende Infrastruktur genutzt und das mit einem Protokoll, das auch in Regionen ohne große ausgebaute 3G-Netze funktioniert. Ärzte können daher praktisch immer und unabhängig vom Aufenthaltsort des Patienten Beratung anbieten.

Wichtig ist aus Aerotel-Sicht, dass der Patient sich mit all dem nicht genauer auseinandersetzen muss. "Viele Unternehmen machen den Fehler, ihren Schwerpunkt auf Technologie statt Usability zu legen", meint Atzmon. Neben Mobile-CliniQ stellt Aerotel mit dem Connect-Cell auch einen Datenhub für die Heimbetreuung vor. "Meine Vision ist, dass Menschen eines Tages ein tragbares System haben, dass durchgehend ihren Gesundheitszustand überwacht und Daten an eine ferne Einrichtung übermittelt", sagt der Aerotel-VP.

Deutschland schwieriger Markt

Mobile Healthcare ist ein Einsatzgebiet, das großes Potenzial hat, das Gesundheitswesen arbeits- und kosteneffizienter zu gestalten. Doch obwohl Aerotel bisherige Produkte auch in Deutschland vertreibt, zielt man mit Mobile-ClinQ eher auf andere Märkte ab. Das hänge damit zusammen, dass ein Anbieter eines telemedizinischen Angebots Verträge mit den Krankenkassen aushandeln müsste, so Atzmon. "Das Produkt ist besser für Märkte geeignet, in denen privat bezahlte Gesundheitsversorgung akzeptierter ist", meint er.

Dabei hat Aerotel einen starken Deutschland-Bezug, da in den Produkten des Unternehmens vielfach GSM-Module des Münchner Anbieters Cinterion zum Einsatz kommen. In Sachen Forschung und Entwicklung im Bereich mobiler Gesundheitsversorgung seien die Aktivitäten in Deutschland sehr interessant, betont Atzmon. Aerotel habe daher auch Kontakt zu Einrichtungen wie den entsprechenden Fraunhofer-Instituten oder dem Karlsruhe Institue of Technology. "Leider hinkt Deutschland aber bei der praktischen Nutzung von Telemedizin etwas hinterher", so der Aerotel-VP abschließen. (pte)

Nilpferd
19.02.2010 11:04

Und ich hab auf den ersten Blick Mobile-Cintiq gelesen T^T

Wacom do something!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.