Visa und Mastercard sollen Kunden 800 Millionen Dollar zurückzahlen

9. April 2003, 10:57
posten

US-Gericht: Unzureichende Information über Wechselkursgebühren

New York - Die Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard sollen ihren US-Kunden 800 Mio. Dollar (750,5 Mio. Euro) zurückzahlen. Wie ein Gericht in Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien am Dienstag (Ortszeit) entschied, informierten die Kartenanbieter nicht ausreichend über anfallende Wechselkursgebühren bei Einkäufen im Ausland. Der zuständige Richter Ronald Sabraw verlangte deshalb, dass beide Unternehmen für den Zeitraum von Februar 1996 bis heute die einbehaltenen Gelder zurückerstatten müssen.

Der Justiziar von Mastercard, Noah Hanft, bezeichnete die Entscheidung als fehlerhaft und kündigte Berufung an. Es liege in der Pflicht der Banken, durch die Kreditkarten ausgegeben würden, ihre Kunden über die Gebühren richtig zu informieren. Zudem sprach Hanft Richter Sabraw, der sich bei seiner Entscheidung auf ein kalifornisches Gesetz berufen hatte, die Zuständigkeit ab. Über derartige Fälle könne nur ein Bundesgericht entscheiden.

Visa und Mastercard sehen sich in den USA derzeit auch in einem anderen Verfahren dem Vorwurf überzogener Gebühren ausgesetzt. Dabei hatten große US-Handelskonzerne wie Wal-Mart, Sears und Safeway geklagt und eine Strafe in zweistelliger Milliardenhöhe verlangt. Beide Firmen sollen beim Einsatz so genannter Debit Cards, bei denen im Gegensatz zu Kreditkarten der bezahlte Betrag ohne Verzögerung vom Kundenkonto abgebucht wird, 1,49 Dollar pro 100 vom Kunden ausgegebenen Dollar verlangt haben. Dagegen würden von anderen Anbietern lediglich neun Cent verlangt. Visa und Mastercard haben nach Angaben der Kläger die hohen Gebühren nur wegen ihrer marktbeherrschenden Stellung durchsetzen können.(APA)

Share if you care.