Jüdische Extremisten bekennen sich zu Anschlag auf Schule

9. April 2003, 14:33
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29 palästinensische Kinder verletzt - Hamas feuert aus Vergeltung für israelischen Luftangriff Rakete ab

Jerusalem - Jüdische Extremisten haben sich am Mittwoch dazu bekannt, in einer palästinensischen Schule im Westjordanland einen Anschlag verübt zu haben. Ein anonymer Anrufer bezeichnete die Explosion mit 29 Verletzten gegenüber israelischen Radiosendern als "Vergeltung für den Tod jüdischer Kinder bei palästinensischen Anschlägen". Die extremistische Gruppe, die sich "Rächer der Kinder" nennt, hatte sich vergangene Woche bereits zu tödlichen Schüssen auf einen palästinensischen Autofahrer bekannt.

Bei der Explosion in der Dorfschule von Jarba zehn Kilometer südlich von Jenin waren vier Kinder schwer verletzt worden. Zunächst hatte es geheißen, möglicherweise habe ein Schüler eine Handgranate gefunden und in einem Klassenzimmer zur Explosion gebracht. Der Gouverneur von Jenin sprach jedoch von einer "israelischen Bombe". Die Armee habe sie am Eingang der Schule platziert, sagte Haidar Irchid der Nachrichtenagentur AFP. Die israelische Armee wies die Anschuldigung zurück.

Hamas feuert Rakete auf israelische Ortschaft ab

Im Gaza-Streifen feuerte die palästinensische Untergrundorganisation Hamas eine Rakete auf die israelische Ortschaft Sderot ab. Nach Angaben von Augenzeugen geschah dies aus Vergeltung für den israelischen Luftangriff, bei dem am Dienstag ein Hamas-Kommandant und sechs weitere Menschen in Gaza-Stadt gezielt getötet wurden. Am Mittwoch wurde ein weiterer Palästinenser erschossen.

Israelische Panzer im nördlichen Gaza-Streifen

Im nördlichen Gaza-Streifen bezogen israelische Panzer Stellung, um weitere Raketenangriffe der Hamas zu verhindern. Die Streitkräfte schossen nach eigenen Angaben auf eine Gruppe von Palästinensern, die sich einem Raketenwerfer näherte. Palästinensische Ärzte berichteten, dabei seien zwei Bauern verletzt worden. Bei einem weiteren Vorfall töteten israelische Soldaten nach Angaben von Ärzten einen 21-Jährigen. Er sei neben einer Gruppe von Kindern gestanden, die die Soldaten mit Steinen bewarfen.(APA/AP)

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