Vergessene Planktonfresser

18. Februar 2010, 20:00
  • Artikelbild
    image courtesy of robert nicholls, www.paleocreations.com

    So könnte der Knochenfisch Bonnerichthys "gesiebt" haben.

Urfische siebten lange vor den Walen ihre Nahrung überaus erfolgreich aus dem Meer

Washington/Wien - Bereits lange vor den Walen haben einige Urzeit-Fische ihre Nahrung überaus erfolgreich aus dem Meer gesiebt. Die Fische lebten auf diese Weise rund 100 Millionen Jahre lang - und damit deutlich länger als bisher angenommen. Das berichten Forscher um Matt Friedmann von der Universität Oxford im US-Wissenschaftsjournal Science (Bd. 327, S. 990).

Die Paläontologen stützten sich bei ihren Analysen auf Fossilien stützten, die seit vielen Jahren in Museen vorhanden waren, dort aber nicht weiter untersucht worden sind - oder im 19. Jahrhundert falsch eingeordnet wurden.

Bis zur neuen Publikation wurde nämlich vermutet, dass diese uralten, meterlangen Knochenfische nur über eine relativ kurze Zeitspanne lebten. Damit wäre die Filtertechnik bei Fischen mit großen Körpern nur ein kleines und letztlich nicht erfolgreiches Experiment der Natur gewesen. Die Neubewertung früherer Ergebnisse zeigen jedoch, dass diese Fischgruppe tatsächlich in der Zeit von 170 Millionen bis vor 65 Millionen Jahren während des Mesozoikums lebte.

Im Laufe der Evolution "erfanden" die Wale, deren Vorfahren vom Land wieder ins Wasser zurückgekehrt waren, diese Methode dann erneut. Die heutigen Bartenwale wiederum verdanken ihren Namen kammartigen, ausgefransten Hornplatten, die sie im Maul tragen. Mit diesen riesigen "Vorhängen" filtern Wale große Schwärme kleiner Krebse und anderes tierisches Plankton aus dem Meer. Dazu nehmen sie viel Wasser mit dem Maul auf und pressen es durch die Barten wieder nach außen. Die Beute bleibt in den Barten hängen.

Bis heute filtern auch mehrere Fische ihre Nahrung aus dem Wasser, darunter der Walhai (Rhincodon typus), der größte Fisch der Ozeane. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19. Februar 2010)

Kommentar posten
12 Postings
Emil i Lönneberga (advocatus diaboli)
00
19.2.2010, 14:52

Ähh...

Die Kiemen waren urspr. ein Filterapparat.

Derfdeswoarsein
 
02
19.2.2010, 13:17
Versteh ich da was falsch? :-))

"Die Fische lebten auf diese Weise rund 100 Millionen Jahre lang..."
ich glaub ich schmeiss mich auch ins Wasser und filtere....

Nick Tameer
00
20.2.2010, 08:01

Ist das ein Leben?

Derfdeswoarsein
 
01
20.2.2010, 09:10
So gut wie jedes andere auch

Auslandswiener
01
19.2.2010, 16:56

ich hab bei dem satz auch erstmal gestutzt.

i want to live forever or die in the attempt!

h 90
00
19.2.2010, 12:17

Soweit ich weiss ist der Walhai aber kein Knochenfisch. Muss damit wohl einen anderen Weg der Evolution genommen haben.

Greyarea
 
00
19.2.2010, 14:28
ist ein knorpelfisch

h 90
00
19.2.2010, 15:21

Jo ein Hai halt

Greyarea
 
00
25.2.2010, 10:29

na sag ich doch!

Derfdeswoarsein
 
00
19.2.2010, 13:15
Trotzdem ist er ein Fisch

der groesste noch dazu

h 90
00
19.2.2010, 15:22

hat sich aber von den Knochenfischen schon vor unendlichen Zeiten getrennt, ist also nicht mit den filternden Knochenfischen nahe verwandt.

Derfdeswoarsein
 
00
20.2.2010, 02:01
Lebt aber auf die selbe Weise:

filtert das Plankton aus dem Wasser

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.