E-Auto: Die Spannung steigt

18. Februar 2010, 16:51
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    Wie Opels Elektroauto ab 2012 tatsächlich aussehen wird, verrät der bereits mehrfach auf diversen Autosalons herumgereichte Ampera.

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    "Plattformpolitik" futuristischer Art: GM hat da eine technische Basis ersonnen, über der mannigfache Karosserieformen denkbar sind.

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    Nein, das ist jetzt kein Philips-Rasierapparat, sondern das Lademodul für den Ampera.

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    Wirklich tarnen und täuschen wollte Opel in dem Fall eh nicht wirklich, deshalb wurde diesem zum Technologie-Versuchsträger auserwählten Chevrolet Cruze ein erhellendes „Ampera" aufgemalt.

DER STANDARD durfte mit der Vorstufe von Opels erstem Elektroauto fahren - mit der Technik des Ampera, versteckt in einem Chevrolet Cruze

Opel schickt sich an, im Wettlauf um das erste serienmäßige Elektroauto ganz vorn zu sein. Schon 2012 sollen die ersten Amperas in den europäischen Auslagen stehen. Dabei ist der Ampera streng genommen ein Hybridauto. Er ist zwar für überwiegend elektrischen Betrieb konzipiert, führt aber noch einen kleinen Benzinmotor mit, der die Batterien nachlädt, wenn der Stromvorrat zur Neige geht. Dieser verlängert also die Reichweite und wird folgerichtig "Range Extender" genannt. Zum Einsatz soll übrigens der kleinste Benzinmotor aus dem GM-Werk Aspern kommen.

Die Kombination von Verbrennungsmotor und Elektromotor ist übrigens alle andere als neu. Auch dieselelektrische Lokomotiven und extrem schwere Bergwerks-Trucks erzeugen zuerst mit einem Verbrennungsmotor elektrischen Strom und treiben damit die Räder an. Es gibt keinen direkten Durchtrieb vom Verbrennungsmotor zu den Rädern. Hier allerdings nicht aus Gründen der Sparsamkeit, sondern wegen der extrem hohen Drehmomente, für die ein herkömmlicher Antriebsstrang nicht mehr realisierbar ist.

Geht es um Sparsamkeit, darf der Benzinmotor tatsächlich nur zur Verlängerung der Reichweite eingesetzt werden, also eher im Ausnahmefall, denn sobald der Benzinmotor in Betrieb geht, kommt es zu erheblichen Umwandlungsverlusten, womit der Ampera dann keinesfalls sparsamer ist als ein normaler Benziner.

Die Entscheidung zur Range-Extender-Lösung basiert auf der Statistik, dass etwa 80 Prozent der deutschen Autofahrer normalerweise nicht weiter als 50 Kilometer pro Tag fahren. 60 Kilometer weit soll der Ampera mit einer Ladung Strom kommen. Sollte sich das nicht ausgehen, tritt eben der Range Extender in Aktion.

Wir hatten nun Gelegenheit, eine der Vorstufen des Opel Ampera zu fahren, ein sogenanntes Muli (Kreuzung aus zwei Arten), einen Chevrolet Cruze, unter dessen Blechkleid die vollständige Technik des Ampera steckte. Wir sehen daraus schon, die Basis des Ampera heißt Astra, auf dem ja auch der Cruze aufbaut. Das Wesentliche ist die Bodengruppe, wo Benzinmotor, Elektromotor und Batterien so untergebracht werden müssen, dass möglichst wenig Platz verlorengeht.

Nachteil mit Vorteil

Die doch relativ geringe Reichweite hat immerhin zwei Vorteile: Die Lithium-Ionen-Batterie ist recht kompakt und dadurch auch billiger als beispielsweise bei einem Elektro-BMW mit etwa doppelter Kapazität. Sie sitzt im Mitteltunnel und vor der Hinterachse und nimmt dort kaum Platz weg. Dahinter muss ja immer noch ein ganz normaler Tank Platz haben, um im Bedarfsfall die Reichweite bis auf 500 Kilometer zu dehnen. Und vorne sitzen die Steuerungselektronik - die in punkto Volumen und Gewicht nicht zu unterschätzen ist - sowie die beiden Motoren. 

Mit den 111 Kilowatt Leistung und einem kräftigen Drehmoment, das elektromotorgemäß bereits vom Stand weg zur Verfügung steht, ergibt sich ein tolles Fahrgefühl, also vergnügliches Hochbeschleunigen ohne Zugkraftunterbrechung bis 160 km/h, wobei man durch den Wegfall des Motorgeräuschs einen neuen Zugang zu den übrigen Lärmquellen erschließt.

Und da gibt es durchwegs noch einiges zu tun: Wind-, Roll- und Knacksgeräusche bekommen eine neue Bedeutung, weil nichts mehr vom Motorsound kaschiert werden kann - und wie das ist, wenn der Range Extender in Kraft tritt, werden wir erst nach der nächsten Probefahrt wissen, an seinem Klangbild wird offenbar noch getüftelt. Das Automobil als Gesamtkunstwerk aus Geräuschkulisse und Dynamik will in diesem Fall wieder neu definiert werden. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/19.2.2010)

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    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

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    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

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    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

    Mercedes senkt mit Akribie den CO2-Ausstoß seiner E-Klasse, jedenfalls auf dem Papier

  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 50
1 2
E. Laserstrahl
00
16.3.2010, 10:25
Elektroauto der Zukunft

"Zukunft Elektroauto" ist ein interessantes Buch über Elektrofahrzeuge von der Vergangenheit bis in die Zukunft mit einer neuen Mobilität. Gesehen auf www.stirlingmotoren.at mit noch mehr alternativen...

°°__°°
00

deine slbstgeschriebene bewertung auf amazon schlägt alles !

motel
00
Akkus altern

Wenn der nach 1/2 Jahr keine 50km mehr schafft, was dann ?

Da würde ich doch 30% Überkapazität einplanen.

Bertee
10
24.2.2010, 12:56
ich wundere mich, dass

der Konkurrenz zum Thema Range Extender nichts einfällt. ich find das Konzept genial.
im Normalbetrieb wird man dadurch mit unter 2 Litern fahren. Nur bei längeren Fahrten ist der Vorteil weg, wenn keine Steckdosen auf Raststationen etc. vorhanden.
GM wird damit jedenfalls ein Bombengeschäft machen. Der PReis wird wegen der kleineren Akkus sicherlich nicht zu Hoch sein. Man hört es wären 40.000 Dollar.

nodiesop
00
22.2.2010, 12:59
der wichtigste Punkt ist

die Reichweite - unter wenigstens 300km macht so ein ding nicht sinn

molekühl
62
20.2.2010, 08:18

Wir fassen zusammen:
Opel/GM baut ein "Öko-Auto", das kaum neue Ansätze verfolgt (Gewicht etc.), und gegenüber einem koventionellen Auto unter besonderen Bedingungen eine recht überschaubare Energieeinsparung verspricht. Dafür sind etwa 15.000 Euro Aufschlag zu zahlen.
Ökonomisch sinnvoll ist das Fahrzeug nur, wenn:
A) Die verbrauchte Energie (Strom aus dem Netz) deutlich billiger ist als Benzin, weil weniger steuerlich belastet (und damit z.B. auch keinen Beitrag zur Strassenerhaltung liefert, wie durch die MöSt).
B) Die Anschaffung durch diverse "Ökoförderungen" unterstützt wird.
C) Die öffentliche Hand - als Vorbild - fleissig Amperas kauft.

Bringen wird der Kübel nichts (bzw. im Promillebereich). Aber zahlen werden wir alle.

E. Laserstrahl
70
19.2.2010, 16:08
Zukunft Elektroauto

Was sie alles über Elektrofahrzeuge wissen sollten "Zukunft Elektroauto" ein interessantes Buch auf www.stirlingmotoren.at gesehen...

nodiesop
00
22.2.2010, 13:02
das überfordert den normalen Benutzer

und interessiert eigentlich nicht - ich hab keine Zeit mich eingehend mit so einer Technik zu beschäftigen ich will funktionierende brauchbare Fahrzeuge... und sonst nix

a b1
00
19.2.2010, 13:47
Physikfragen für Volksschüler

1.) Kann der prozentuelle CO2-Anteil in der Atmosphäre steigen, ohne dass ein anderer Prozentwert sinkt?

2.) Welches Gas, vermuten Sie, sinkt demnach in seinem Anteil an der Atmosphäre?

die Geige
00
19.2.2010, 15:13
...aus O2 wird CO2

I bis
00
21.2.2010, 22:30

Glücklicherweise gibt es viel mehr Luftsauerstoff (10^15 t) als fossile Brennstoffe (ca. 10^13 t inkl. Gashydrate). Öl und Kohle werden also rechtzeitig ausgehen - bevor wir ersticken.

Harald Bruckner
00
19.2.2010, 15:43
Hallo Geige

Du verbrennst soeben Ozon - das ist eh schon so knapp!

xaver77
01
19.2.2010, 16:15
ozon = O3

nur so am rande: jeder fossile kohlenstoff (methanol, ethanol...) verbrennt mit O2 zu CO2 und H2O und ggf. zu den NOX

sliver.at
00
21.2.2010, 23:44

Informationstipp für alle Hobbywissenschaftler:

> Das chemische Gleichgewicht

randolf
12
19.2.2010, 11:45
Ja ja

Der liebe Standard hat erneut zu geschlagen. Nein, der Ampera ist tatsächlich ein Elektroauto. Es wird ausschließlich von einem Elektromotor, der glaube ich 160 PS und Newtonmeter wie ein Formel 1 Auto liefert betrieben. Ein Hybrid hat einen Verbrennungsmotor als Hauptaggregat, welches von einem Elektromotor unterstützt wird. Die Dahinter liegenden Techniken können nicht miteinander verglichen werden, da der Ampera, immer wieder aufgeladen, völlig ohne zusätzliche Fossile Brennstoffe außer die die bei der Stromerzeugung anfallen, betrieben werden kann. Ein Hybride hingegen braucht immer Sprit. Deshalb ist der Chevrolet Volt und der Opel Ampera so revolutionär. Wenn Opel den in "Passat" Größe baut und unter 35.000 Euronen bleibt dann Hut ab!

NoComment
02
19.2.2010, 15:19

*hüstel*

http://de.wikipedia.org/wiki/Hybr... ler_Hybrid

mag wiki nicht die quelle der weisheit sein, so ist das dort geschrieben für dieses thema trotzdem richtig.

und noch bzgl. "drehmoment wie ein formel1": es gibt kaum einen motor der weniger drehmoment entwickelt als ein formel 1 motor, systembedingt, denn immerhin zählt hier höchstdrehzahl und damit MUSS das max. drehmoment sinken (da umgekehrt proportional zur drehzahl).

Stefan Weilhartner
 
00
10.5.2010, 07:03
Drehmoment

ist nicht umgekeht proportional zur Drehzahl.
Es sinkt nur deswegen, weil der Motor bei höheren Drehzahlen nicht mehr so effizient ist.
Das Drehmoment wäre zufällig genau dann umgekehrt proportional zur Drehzahl, wenn ein Motor bei jeder Drehzahl gleich viel PS hätte, das ist aber nicht so.
Das geniale (eigentlich ein alter Hut) beim E-Motor ist, daß er von Drehzahl 0 weg ein sehr hohes Drehmoment hat. Deswegen braucht man hier schonmal keine Kupplung. Genau das ist die Schwachstelle eines Verbrenners, die man mit Tricks wie einem Turbo etwas ausbügelt um damit kleinere Hubräume zu ermöglichen und damit sparsamer zu sein.

randolf
00
19.2.2010, 15:55
Ja ja

Wenn es das damals schon gegeben hätte, dann hätte Hahn von dort alles raus kopiert. Ich habe sämtliche Grundlagenforschung mittels Wiki betrieben. Mit ein paar zusätzlichen Referenzen, die Aufgestellte Behauptungen untermauern können, also genau so gut oder schlecht wie jede andere Quelle auch...

black jack
00
19.2.2010, 13:33

Der Ampera funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie dieselelektrische Lokomotiven schon seit Jahrzehnten gepaart mit Akkus, die eine Reichweite von rund 60 km ohne Verbrennungsmotor garantieren sollen. Die ersten praxistauglichen Dieselloks wurden dieselelektrisch betrieben (Dieselmotor - Generator - Strom - E-Motor an den Achsen). In D tüftelte man auch an die hydraulischen Dieselloks, die sich dann in Mitteleuropa durchsetzten (Dieselmotor - hydraulischer Wandler - Getriebe - Kardanwellen - Achsen).

ME ist der Ampera ein Hybridauto (halt ohne direkten Antrieb durch einen Verbrennungsmotor; aber die bei weitem meisten der immer elektrischen 500 km der Antriebsräder werden durch einen Verbrennungsmotor mit Generator gewährleistet).

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
04
19.2.2010, 07:38
Nicht schlecht!

Reichweite bis 500 km - endlich praxistauglich! Aber für echte Langstreckenfahrer ohnehin noch keine Alternative.
Bleiben nur noch zwei grosse Fragezeichen: Erstens der Preis (um 50.000 Euro können's ihn sich z.B. behalten), und ob die Politik nicht wieder mit einer "besonnenen" Abkassieraktion daherkommt. Denn wenn man nur für den (sehr kleinen) Benziner Abgaben zahlen muss, wird es hoffentlich nicht so schlimm sein...

kapitän nemo
04
19.2.2010, 04:59
ich glaube dass sogar mit rangeextender der antrieb sparsamer ist

denn der rangeextender motor arbeitet immer im optimalen wirkunsbereich, was man von einem verbrennungsmotor im normalen fahrbetrieb, vor allem im stadtverkehr nicht behaupten kann.
auf der autobahn im 6.gang dahingleten mag der direkte antrieb über verbrennugnsmotor effizienter sein, und allen anderen fahrbedingungen, denke ich aber, ist der indirekte antrieb mit E-motor dazwischen trotz 10%-15% umwandlungsverlust effizienter.
ideal wären aber radnabenmotore (am besten an jedem der 4 räder), dann können kardan und differential ebenfalls weggelassen werden.
anstatt eine abs, und eps welche mechanisch in bremsen und motor eingreifen, können die die 4 e.motore und deren kraftverteilung separat elektronisch angesteuert werden

Parkschwein
11
19.2.2010, 11:50

wenn ein serieller hybrid - und nichts anderes ist ein e-auto im range extender betrieb - so super effizient ist, warum betreiben dann die hersteller nen riesenaufwand um nen parallelen hybrid zu bauen?

NoComment
01
19.2.2010, 11:44

schön dass sie das glauben, aber es ist anders. die verluste bei der umwandlung in strom und der pufferung in der batterie (es geht ja nicht der ganze erzeugte strom sofort in den e-motor, denn sonst würden's mit umgewandelt 50ps net weit kommen bergauf, daher muss der auch die batterien laden) sind viel zu hoch.

Jessas Na
00
19.2.2010, 12:10

kann man "viel zu hoch" auch in zahlen fassen?

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