Lokal

Japan in der Holzklasse

20. Februar 2010, 11:00
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    foto: gerhard wasserbauer

    Nicht gemütlich, aber gut.

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    foto: gerhard wasserbauer

    Das neue Kojiro am Kühnplatz.

Die beliebte Sushibar Kojiro am Naschmarkt betreibt ein zweites Restaurant am nahen Kühnplatz

Das Kojiro ist längst Legende. Die winzige Sushibar an der Rechten Wienzeile gibt es seit bald zwanzig Jahren, und sie hat eine breitgestreute Gefolgschaft, die ihr in aufrechter Treue verbunden scheint. Mit gutem Grund: Tatsächlich wird der Sushireis hier merkbar sorgfältiger zubereitet als anderswo. Tatsächlich hat er stets die richtige, leicht laue Temperatur und jene ganz zarte Essigsäure, die den Schmelz der kühlen Fischquader, denen er als Sockel dienen darf, richtig satt zum Ausdruck bringen. Günstig sind die Sushibretter außerdem, der Tee ist gratis, die Lage hervorragend - da muss der Fisch nicht immer allererste Wahl sein, damit man trotzdem gerne wiederkommt.

Seit bald einem Jahr gibt es nun ein zweites Kojiro, das sich, zweimal ums Eck, in einem Kellerlokal am nahen Kühnplatz versteckt. Sushi gibt es hier natürlich, ganz andere Sachen aber auch - im Gegensatz zur Urzelle am Markt war hier Platz für eine Küche. Statt der minimalistischen Kunststoff-Stehtheke gibt es nun hölzerne Tische, Bänke, Stühle. Gemütlich ist es trotzdem nicht, bei diesen Preisen verlangt das auch keiner der zahlreichen Gäste.

Kamo Bentobox

Bei der hübsch angerichteten Kamo Bentobox ist das Tunfischmaki frisch gerollt, der Reis durchaus in gewohnter Qualität. Dazu gibt es ein paar ordentlich marinierte Sojasprossen mit geröstetem Sesam, ein Schüsselchen sehr ordentlicher Miso-Suppe und Entenbrust, die man sich zarter gebraten nicht wünschen kann - schon gar um 8,90 Euro.

Gegrillte Makrele gerät richtig saftig und zart unter der knusprigen Haut, wieder fällt der gut gegarte Reis auf - ein Spritzer frische Zitrone und etwas frisch geriebener Daikon-Rettich hätten aber traditionshalber zum Fisch gehört und das reichliche Fett entsprechend konterkariert. Weder Daikon noch Ingwer auch in der Tentsuyu-Sauce, die zu Tempura von der Ebi-Garnele gereicht wird. Die Tierchen sind zwar federleicht frittiert, sie wirken aber dennoch seltsam kraftlos - Verdacht auf sorglos gezüchtete Süßwasser-Ware. Dafür macht Maguronatto, fein gewürfelter Tunfisch mit den stark hefig schmeckenden, vergorenen Sojabohnen, die extrem klebrige Fäden ziehen, durchaus Spaß. Der Tee ist hier nicht gratis, da fällt es umso leichter, sich statt dessen ein gut gekühltes Sapporo oder Kirin zu genehmigen. (Severin Corti/Der Standard/rondo/19/02/2010)

Kojiro
Kühnplatz 4/R2
1040 Wien
Tel.: 01/585 5428
Mo-Sa 11-21 Uhr
VS EURO 2,90-5,20 HS EURO 6,50-16,9

Fotos: Gerhard Wasserbauer

Kommentar posten
16 Postings
Uncle B
10
Furchtbare Magenschmerzen : (

Heute dort Sushi gegessen. Makrele und Thunfisch waren zu dunkel und obwohl ich die beiden Fische nicht gegessen habe, jetzt fürchterliche Magenschmerzen : (

immer schön freundlich
00
26.8.2011, 13:38

in monaten ohne "r" sollte man in österreich keinen rohen fisch essen.

Dagmar Rehak Wien
 
12

Ich möchte bekanntgeben, dass ich ab jetzt täglich dort hin gehe:
www.ebi-vienna.at

Nicolai Wsewolodowitsch
00
20.7.2011, 16:26
hmmm!

hat das nicht früher tschunke oder so geheissen? das ist doch das auf diesem gewerbeparkplatz? jetzt heissts offenbar anders...

Dagmar Rehak Wien
 
01

Tut mir Leid, dass ich mich erst jetzt melde, Herr Wsewolodowitsch, ich war im Libyen-Krieg und hatte wenig Zeit.
Wie es früher geheißen hat, weiß ich nicht. Aber ja, es ist dort ein großer Gewerbeparkplatz, nebst dm, Fressnapf und McDonald's DriveIn (und ein Fleischer glaub ich).

Fritz Wunderlich
00
15.7.2011, 16:15

verdammt

derinderinderinderin
00
22.6.2011, 13:51

leider kein vegetarisches sushi

Dagmar Rehak Wien
 
01
22.6.2011, 15:37

Stimmt. Da ist überhaupt fast nix vegetarisch.

Mann oder Frau? Was darfs sein?
02
15.12.2010, 00:58
Ebi-Garnele

Ebi heißt Garnele.

KristallpalastMittelEbeneBewohner1
02
18.3.2010, 21:28
eindeutig

DAS BESTE SUSHI Lokal in ganz WIEN (Österreich)!

wer echtes Sushi essen möchte (von einem japanischen Sushi Meister gemacht) -> geht dort hin...

das Kojiro ist übrigens auch das 1. Sushi Lokal in Wien..

Rene Stangeler
60
23.2.2010, 13:43
Der Fisch muss also nicht allererste Wahl

sein um wiederzukommen? Was denn sonst soll zum Wiederkommen animieren. Der Gratis-Tee? Das Kirin (Schwechater auf japanisch halt).

Sorry, aber wenn nur der Reis unterm Fisch gut ist das ein bisserl wenig.
Wie auch immer, gutes Sushi oder gar Sashimi hab ich Österreich noch nie bekommen.Ein echter Sushimeister würde den Fisch den er in Ö. verarbeiten soll wohl nicht mal mit der Beisszange angreifen. Da ist jede Sushi-Platte aus dem Supermarkt oder Bentobox vom Bahnhof um Welten besser als das in Ö. angebotene.
Preiswerter noch dazu.

Zeit wirds wieder nach Japan zu reisen.

ChesneyB
00
26.8.2011, 12:41

"Preiswerter noch dazu."

Bei den hohen Lebenserhaltungskosten in Japan? Das soll ich glauben?

ChesneyB
00
26.8.2011, 12:40

"Ein echter Sushimeister würde den Fisch den er in Ö. verarbeiten soll wohl nicht mal mit der Beisszange angreifen."

So? Da hab ich anderes gehört. Nämlich daß sich Japaner wundern, daß sie zu dem Preis in Österreich so guten Fisch bekommen. (Was auch daran liegt, daß man in Japan beim Thunfisch zwischen der Seite, auf der der Fisch beim Transport liegt und der anderen unterscheidet - da gibt es einen wesentlichen Qualitäts- und Preisunterschied. Letzteres in Österreich eben nicht.)

Legibus solutus
01

die japaner werden mit einem raunzer wie ihnen sicher a grosse freud haben ^^

rougemarie
17
22.2.2010, 20:24

Wer Tunfisch liebt isst ihn nicht. Sonst gibt´s ihn bald nicht mehr.

Lukas Chen
01
20.2.2010, 14:41
Kreatives Gericht

Das Bild der bunten Sushi in einer weissen Servierteller mit dunkelbrauner Soya-Sosse kuenstlich darueber gestreut, sieht aus wie ein modernes Kunstwerk von einem Meister.

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