Kaminmöbel

Eine Feuerstelle im Wohnzimmer

Martin Grabner, 18. Februar 2010, 11:54
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    foto: apa/dpa/langenstrassen

    Kaum Speicherwärme, aber vollendetes Feuervergnügen zu erschwinglichen Preisen bieten die Kaminmöbel aus Metall.

Kachelöfen, gemauerte Kaminöfen oder sogenannte Kaminmöbel sorgen für Heimeligkeit in den eigenen vier Wänden

Das Feuermachen in den eigenen vier Wänden liegt im Trend. Mit Holz zu heizen ist günstig, ideal für die Übergangszeit und macht vor allem in Krisenzeiten von der Öl-, Gas- oder Stromzufuhr unabhängig. Die Auswahl an verschiedenen Modellen und Systemen ist riesig, und so führt der nächste Weg zum Hafnermeister und zu einem ersten Beratungsgespräch.

"Wenn ein Ofen nachträglich in ein Haus oder eine Wohnung eingebaut werden soll, rate ich immer, mit einem vorläufigen Gutachten des Rauchfangkehrers zu kommen. Die Dimension des Rauchfangs bestimmt die Größe des Geräts, und er stellt außerdem fest, ob überhaupt ein Einbau möglich ist", empfiehlt Hafnermeister Gregor Gschlenk dem interessierten Kunden.

Ein Kamin als Möbel

Dann geht es um die gewünschte Art der Feuerstelle im Wohnzimmer und um ihre Funktion. Soll es ein aufwändig gestalteter Kachelofen, ein fix gemauerter Kaminofen oder ein sogenanntes Kaminmöbel werden? Möbel deswegen, weil der Blechofen einfach aufgestellt, angeschlossen und wieder abmontiert werden kann, gleich einem Möbelstück. Der gemauerte Holz-Grundofen, mit Kacheln umhüllt Kachelofen genannt, wird bei optimaler Vorgehensweise im Zwölf-Stunden-Takt beheizt und liefert so kontinuierlich Wärme, bei entsprechender Größe auch für mehrere Räume. Nach ungefähr einer Stunde sind die Scheite niedergebrannt und die kleine Ofentür wird entweder händisch oder computergesteuert geschlossen.

Lodernde Flammen sieht man dann zwar keine mehr, dafür ist ein Kachelofen eine echte Heizungsalternative und wird heute beim Bau von neuen Eigenheimen oft miteinbezogen.

Schon im Vorfeld berät Hafnermeister Antonio Al-Rahal die Kunden bei der Planung: "Das Wichtigste ist der richtige Platz des Rauchfangs, am besten in der Mitte des Hauses. Die Dimensionierung des Rauchfangs ist beim Neubau leicht zu beeinflussen, für die zur Verbrennung notwendige Luft von außen muss auch gesorgt werden. Das ist ein wichtiger Punkt, da die neuen Häuser gut abgedichtet sind."

Die gemauerten Kaminöfen mit ihren großen Glastüren brauchen mehr Verbrennungsluft und liefern weniger Speicherwärme als die Grundöfen. Es gibt aber auch hier je nach Bauweise die Möglichkeit, die heiße Luft einige Zeit im System, in den Rauchzügen, zirkulieren zu lassen.

Moderne Alternative zum offenen Kamin

Dafür kann hier das Feuer stundenlang genüsslich betrachtet werden, vorausgesetzt man legt rechtzeitig genügend Holzscheite nach. Die gemauerten Kaminöfen gibt es ebenfalls in allen erdenklichen Dimensionen und Gestaltungsformen. Sie sind die moderne Alternative zum offenen Kamin. Der wird heute kaum mehr verwendet, da seine Nachteile zu groß sind. Er gleicht dem Lagerfeuer in der Wildnis. Vorne verbrennt man, und der Rücken friert, der Heizwert ist damit sehr gering, außerdem entzieht er dem Raum die Wärme, wenn er nicht in Betrieb ist.

Kaum Speicherwärme, aber vollendetes Feuervergnügen zu erschwinglichen Preisen bieten die Kaminmöbel aus Metall. Ab 1500 Euro bekommt man ein solides Gerät, bei Grund- und Kachelöfen beginnt der Spaß je nach Größe und Gestaltung bei ungefähr 7000 Euro, gemauerte Kaminöfen sind ein wenig billiger. Die fertigen Kaminmöbel sind die einfachste Möglichkeit, einen Raum zusätzlich mit Holz zu beheizen, sie sind schnell aufgestellt und müssen danach, wie auch die großen, gemauerten Öfen, vom Rauchfangkehrer endgenehmigt werden. Dazu braucht es eine Typisierung des Geräts, bei den gemauerten Öfen ersetzt ein von der Versuchs- und Forschungsanstalt der Hafner erstelltes Computerprogramm das Typenschild.

"Ich habe noch nie einen Ofen zweimal gebaut, es handelt sich hier immer um Einzelstücke, ganz individuell nach den Kundenwünschen", erzählt Gregor Gschlenk. Mithilfe von 3-D-Animationen wird der gewünschte Grundofen geplant, bevor es an den Aufbau geht. Je nach Gestaltung kann es fünf bis sechs Wochen dauern, bis die gewünschten Kacheln geliefert werden können. Manche Hafnerbetriebe verfügen über eine eigene Erzeugung. Aufgemauert ist der Grundofen oder Heizkamin dann durchschnittlich in einer knappen Woche.

Von oben anzünden

Bei einem einfachen Kaminmöbel geht der Aufbau schneller. In einem halben Tag steht die Feuerstelle auf einer Eisenplatte oder Fliesen. Antonio Al-Rahal erklärt, wie man richtig Feuer macht: "Nicht von unten, sondern von oben sollte der Holzstoß, vorzugsweise hartes Holz, mithilfe von dünnem Spanholz und einer Zündhilfe angeheizt werden. Dann brennt er ab wie eine Kerze. Damit verhindert man in der Anbrennphase 70 Prozent der Gesamtemissionen. Diese Vorgangsweise empfiehlt der Kachelofenverband." (Martin Grabner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.2.2010)

Kommentar posten
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kiwi99
00
22.2.2010, 18:37
der Umschichtungstipp jedenfalls ist ein Blödsinn

... gerade ausprobiert, der MAnn will sich doch nur wichtig machen

Norbert Müller
 
03
22.2.2010, 10:34
das ganze ist traurig..

..heute sollte man eigentlich das haus zeitgemäss dämmen, dann reichen kleinst wäremquellen aus um das haus angenehm warm zu halten. weiters solle man zeitgemässe wäremquellen einsetzten, wie z.b. wärempumpen etc..
ein holzofen im wohnzimmer sollte in der heutigen zeit wirklich nur mehr "just for fun" sein, aber zum heizen nicht mehr notwendig sein.
Ein kaminfeuer von wenigen tagen, reicht vom energiewert her aus, um ein zeitgemäss gedämmtes niedrigenergiehaus den ganzen winter warm zu halten. bei passivhausbauweise benötige ich nichteimal mehr das.
hier sollte mal wirklich ein umdenken in den köpfen der menschen stattfinden!!
es ist eurer geld welche da im offen tagtäglich abfackelt.

Michael Wagner8
01
22.2.2010, 11:40
was man nicht im kopf hat, muss man eben heizen. Vollkommen richtig!

Viele Leute verstehen es einfach nicht, dass eine Investition in Wärmedämmung weit aus mehr intelligenter wäre als in einen Ofen und die jährlichen Heizkosten.
Den Heizen tue ich nur für die nicht vorhandene Wäremdämmung, für was sonst?
Wenn ein Krug wasser mal voll ist, bleibt er auch voll, es sei denn er hat ein Leck. Heute ist man eben in der Lage Häuser zu bauen (bzw. zu sannieren), welche nahezu dicht sind.
Noch dazu ist die Investition in Dämmung mehrfach clever:
1. kosten für Wärmedämmung sind einmalig und Inflations unabhängig, heizkosten steigen über der jährlichen Inflationsrate.
2. es gibt zahlreiche Förderangebote im Bereich Wärmedämmung, für Öfen nicht..
3. im Sommer bleibs kühl, ....

1992
00
22.2.2010, 09:13
holzbriketts

Ich habe seit zwei Jahren die ideale Vorgangsweise für meinen gemauerten Kaminofen gefunden: 1 - 2 Holzbriketts (die mit Loch) in zwei, drei Teile teilen, darauf trockenes weiches Unterzündholz, anzünden mit Wachszündwürfel. Brennt sofort rauchfrei, die Holzbriketts sind so trocken, dass sie sofort anbrennen sehr große Hitze erzeugen. Wenn das gut brennt, die Buchenscheiter drauf - kein Ruß, saubere Glastüre, und der Rauchfangkehrer fragt mich, ob ich den Ofen überhaupt heize.

kiwi99
00
22.2.2010, 07:55
na wunderbar ...

Hebens meinen schönen Schwedenofen zum Kaminmöbel deklariert. Das ganz hübsch ist aber ineffizient und ergänzend zur Heizung verwendet werden soll.
keine Ahnung die Affen
Das Stück war billig, kommt aus Ungarn, ist von Hornbach und in den letzten 10 Jahren, hat es mich um einige 100er von Wienstrom autarker gemacht!!!

Stefan Fadinger
00
21.2.2010, 17:13

ich heize so ein (wenig rauch, schnell warm)

ein paar seiten zusammengeknuelltes zeitungspapier (vorzugsweise grossformat)
ein paar feine fichtenspreisseln
ein paar kleine trockene fichtenscheiteln
dann anzuenden (brennt schnell an, wenig rauch)
sobald die fichtenscheiteln odentlich brennen ein paar kleine trochene buchenscheiter drauflegen, die brennen dann auch schnell an
nachdem die fast heruntergebrannt sind zwei drei normale buchenscheiter
wenn beim einheizen des kaminofens sich das glas mit russ beschlägt, dann macht man wa falsch

ad vocem
02
20.2.2010, 15:26
*staun*

"Nicht von unten, sondern von oben sollte der Holzstoß, vorzugsweise hartes Holz, mithilfe von dünnem Spanholz und einer Zündhilfe angeheizt werden."


Ähm ... ?!?

Kann der Herr Hafnermeister da mal ein Video auf Youtube stellen, wie er sich das vorstellt?

Habe jetzt seit mehreren Jahren einen Kaminofen zuhause stehen, der gerade jetzt wieder täglich im Einsatz ist. Aber von OBEN anzünden hab ich noch nie probiert, schon gar nicht bei Hartholz!

Wie geht das dann beim Nachlegen? Muss ich den Ofen dann auf den Kopf stellen, damit die Glut oben ist, oder wie??

Karl Heinz dein Geld ist meins........
 
00
21.2.2010, 23:41
Funktioniert bestens!

Diese Methode ist Uralt ich mache es immer so.

Videos auf Youtube gibts jede Menge davon

prusiner
00
20.2.2010, 17:23
oben anzünden

geht super mit sehr wenig Rauchentwicklung

ein paar Scheiter Hartholz, darauf ein paar Fichtenspreissl und mit so einem Anzünder aus Paraffin-Holzwolle; Feuerchen brennt dann schön nach unten und es raucht kaum wie sonst, wenn "klassisch" unten angezündet wird.

Muss ich das verstehen?
00
21.2.2010, 12:46
geht super?

gerade probiert - geht gar nicht

Offenbar mache ich massiv etwas falsch.

Hartholzscheite reingelegt - oben Weichholz daraufgelegt - Weichholz angezündet - Weichholz verbrannt - Hartholz angekohlt - Flamme aus

Aber geraucht hat's wenig, stimmt.

prusiner
00
21.2.2010, 17:40
mhh ..

Ofen und Ofen ist offenbar ein Unterschied,

bei uns geht´s definitiv immer problemlos (von oben)
(unser Oferl hat eine automatische Verbrennungsregelung)

ad vocem
01
20.2.2010, 18:26
Naja ...

... unser Ofen hat einen zylindrischen Brennraum, der sehr schmal und hoch ist. Stehend gehen zwei bis max drei lange Scheite rein. Das schau ich mir an, wie die von oben zu brennen beginnen sollen.

Da müsste ich den Ofen ja komplett vollstopfen, damit ich oben stirnseitig noch was drauflegen kann.

Aber wurscht - viel kann ich bis jetzt nicht falsch gemacht haben. Der Kamin ist bei jedem Kehren sauber wie ein Babyhintern - so falsch können die Emissionswerte also nicht sein ...

jumpingjack flash
00
20.2.2010, 20:43

ja, schlechte und kleine brennräume sind ein krampf. am besten wär man kann ein ordentlich langes scheit längs hineinstecken. wie etwa bei vielen ordentlich gesetzten kachelöfen, manche eisenöfen können es auch - wie etwa die "hässlichen" jotuls. dafür bessere brennwerte bzw. längere brenndauer und weniger sägeschnitte.

Schurke!
02
20.2.2010, 16:38
wüsst ich auch gern

wir heizen schon seit ewig mit holz. und ich kanns mir auch nicht recht vorstellen. der luftstrom zieht ja die flamme automatisch nach oben. wie soll da ein zünden von oben funktionieren? tipps und tricks werden gerne entgegengenommen und umgesetzt...

hobit y
00
20.2.2010, 19:49
Also ein bisschen Theorie vom Holzheizen...

Wenn man Holz verbrennt, dann verbrennt man einerseits Holzgas und andererseits die Holzkohle. Holzgas entweicht dem Holz sobald es - je nach Holzart in einem unterschiedlichen Temperaturbereich - erhitzt wird. Verbrennen tut das Holzgas aber nur, falls es sich im richtigen Mischungsbereich Temperatur,Sauerstoff,Holzgas befindet. Falls die Temperatur zu gering, zu wenig Sauerstoff oder auch die Holzgaskonzentration zu gering oder zu hoch ist strömt das Holzgas im Normalfall über den Rauchfang ins Freie und ist dort ein Luftschadstoff. Deswegen soll das Feuer von oben angeheizt werden! Hat auch den Vorteil das der Ofen wärmer wird und die Luft sauberer bleibt.

Schurke!
00
21.2.2010, 01:01
immer noch unklar

also wir verwenden einen küchenholzofen der nebenbei noch eine ganze etage mitheizt. der brennraum ist zwar tief aber nicht besonders hoch. der abzug der brennkammer ist hinten/oben, die luftzufuhr übers rost von unten. normales anheizprozedere ist unten etwas papier, dann ein wenig trockenes astwerk/pockerl und oben buchenholz. die anheizzeit ist wenn alle luftklappen offen sind wenige minuten.
anheizen von oben hab ich aber noch nie geschafft. der luftstrom zieht ja die flamme rauf und damit brennt das zündwerk oben ab und die scheite unten bleiben kalt. irgendwelche praxisnahen ideen?

Poldi Fesch
00
20.2.2010, 23:09
ungeklaert bleibt

aber, mit wievielen Streichhoelzern ich mir die Pratzen verbrennen musz, damits brennt

ad vocem
00
20.2.2010, 19:58
Ja eh ...

Das ist schon alles klar!

Aber warum der Ofen (bzw das Holz) schneller auf Temperatur kommen sollte, wenn ich es von oben anheize ist mir noch immer nicht klar.

hobit y
00
20.2.2010, 21:21
nicht unbedingt schneller, aber wärmer..

Das der Ofen schneller auf Temperatur kommt, würde ich so auch nicht erwarten - hängt aber sicherlich auch von der Wahl des Holzes ab. Wenn ich klein gehacktes harziges Weichholz verwende, brennt es von unten schneller.
Bei Hartholz (speziell Eiche) braucht es schon sehr hohe Temperaturen, um die für eine Flamme notwendige Holzgaskonzentration entstehen zu lassen. Diese sind in einem kalten Ofen mit einem kalten Rauchfang mit durchschnittlichen Anheizholz nicht sofort vorhanden. Daher ist Anheizen von unten in der Regel nicht zu empfehlen.

jumpingjack flash
00
20.2.2010, 21:49

je weniger gas unverbrannt rausgezogen wird, desto besser bzw. schneller wird es warm.
dazu gehört auch dass genügend sauerstoff vorhanden ist.

Alter Knacker
00
20.2.2010, 11:26

das Glas schaut nur kurze Zeit so schön aus, dann verrusst es und man muß es jeden Tag putzen.

ad vocem
01
20.2.2010, 18:19
Dann heizen sie falsch!

Hab das auch schon öfter von Leuten gehört, die einen 8kW Ofen einem 15m² Gemeindebau-Wohnzimmer stehen haben - und den dann immer komplett drosseln, weil es ihnen sonst zu warm wird. Klar rußt der Ofen dann, wenn er nie richtig auf Temperatur kommt und nie richtig zieht.

(btw: ALLE der üblichen Kaminöfen haben zw. 6kW und 8kW - ohne die richtige Kubatur funktioniert sowas einfach nicht!)

Außerdem gibt es viele Billigteile um 400 EUR aus dem Baumarkt - die unterscheiden sich in Sachen Luftführung und Regelung wirklich enorm von einem gscheiten Ofen!

Unser Ofen hat ein sehr großes Fenster - und das putze ich max. 2-3 Mal pro Saison. Bei fast täglichem Betrieb!

jumpingjack flash
00
20.2.2010, 20:30

oder schlechtes heizmaterial (feucht) oder schlechter zug wegen druckverhältnissen in der wohnung (klima, lüftung), kaltem schornstein, undichten anschlüssen usw.

Alter Knacker
00
20.2.2010, 18:28

meine Öfen sind ja alle total überdimensioniert, aber das haben ja die Ofenverkäufer so empfohlen. Andererseits würde ja dann der Brennertopf viel früher kaputt gehen.

s semmerl
01
20.2.2010, 17:40

einmal gut einschulen lassen beim einheizen - wenn ein ofen gut geheizt wird verrußt die scheibe nicht, putze bei meinem ofen 1 - 2 mal pro saison das sichtfenster

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