Kachelöfen, gemauerte Kaminöfen oder sogenannte Kaminmöbel sorgen für Heimeligkeit in den eigenen vier Wänden
Das Feuermachen in den eigenen vier Wänden liegt im Trend. Mit Holz zu heizen ist günstig, ideal für die Übergangszeit und macht vor allem in Krisenzeiten von der Öl-, Gas- oder Stromzufuhr unabhängig. Die Auswahl an verschiedenen Modellen und Systemen ist riesig, und so führt der nächste Weg zum Hafnermeister und zu einem ersten Beratungsgespräch.
"Wenn ein Ofen nachträglich in ein Haus oder eine Wohnung eingebaut werden soll, rate ich immer, mit einem vorläufigen Gutachten des Rauchfangkehrers zu kommen. Die Dimension des Rauchfangs bestimmt die Größe des Geräts, und er stellt außerdem fest, ob überhaupt ein Einbau möglich ist", empfiehlt Hafnermeister Gregor Gschlenk dem interessierten Kunden.
Ein Kamin als Möbel
Dann geht es um die gewünschte Art der Feuerstelle im Wohnzimmer und um ihre Funktion. Soll es ein aufwändig gestalteter Kachelofen, ein fix gemauerter Kaminofen oder ein sogenanntes Kaminmöbel werden? Möbel deswegen, weil der Blechofen einfach aufgestellt, angeschlossen und wieder abmontiert werden kann, gleich einem Möbelstück. Der gemauerte Holz-Grundofen, mit Kacheln umhüllt Kachelofen genannt, wird bei optimaler Vorgehensweise im Zwölf-Stunden-Takt beheizt und liefert so kontinuierlich Wärme, bei entsprechender Größe auch für mehrere Räume. Nach ungefähr einer Stunde sind die Scheite niedergebrannt und die kleine Ofentür wird entweder händisch oder computergesteuert geschlossen.
Lodernde Flammen sieht man dann zwar keine mehr, dafür ist ein Kachelofen eine echte Heizungsalternative und wird heute beim Bau von neuen Eigenheimen oft miteinbezogen.
Schon im Vorfeld berät Hafnermeister Antonio Al-Rahal die Kunden bei der Planung: "Das Wichtigste ist der richtige Platz des Rauchfangs, am besten in der Mitte des Hauses. Die Dimensionierung des Rauchfangs ist beim Neubau leicht zu beeinflussen, für die zur Verbrennung notwendige Luft von außen muss auch gesorgt werden. Das ist ein wichtiger Punkt, da die neuen Häuser gut abgedichtet sind."
Die gemauerten Kaminöfen mit ihren großen Glastüren brauchen mehr Verbrennungsluft und liefern weniger Speicherwärme als die Grundöfen. Es gibt aber auch hier je nach Bauweise die Möglichkeit, die heiße Luft einige Zeit im System, in den Rauchzügen, zirkulieren zu lassen.
Moderne Alternative zum offenen Kamin
Dafür kann hier das Feuer stundenlang genüsslich betrachtet werden, vorausgesetzt man legt rechtzeitig genügend Holzscheite nach. Die gemauerten Kaminöfen gibt es ebenfalls in allen erdenklichen Dimensionen und Gestaltungsformen. Sie sind die moderne Alternative zum offenen Kamin. Der wird heute kaum mehr verwendet, da seine Nachteile zu groß sind. Er gleicht dem Lagerfeuer in der Wildnis. Vorne verbrennt man, und der Rücken friert, der Heizwert ist damit sehr gering, außerdem entzieht er dem Raum die Wärme, wenn er nicht in Betrieb ist.
Kaum Speicherwärme, aber vollendetes Feuervergnügen zu erschwinglichen Preisen bieten die Kaminmöbel aus Metall. Ab 1500 Euro bekommt man ein solides Gerät, bei Grund- und Kachelöfen beginnt der Spaß je nach Größe und Gestaltung bei ungefähr 7000 Euro, gemauerte Kaminöfen sind ein wenig billiger. Die fertigen Kaminmöbel sind die einfachste Möglichkeit, einen Raum zusätzlich mit Holz zu beheizen, sie sind schnell aufgestellt und müssen danach, wie auch die großen, gemauerten Öfen, vom Rauchfangkehrer endgenehmigt werden. Dazu braucht es eine Typisierung des Geräts, bei den gemauerten Öfen ersetzt ein von der Versuchs- und Forschungsanstalt der Hafner erstelltes Computerprogramm das Typenschild.
"Ich habe noch nie einen Ofen zweimal gebaut, es handelt sich hier immer um Einzelstücke, ganz individuell nach den Kundenwünschen", erzählt Gregor Gschlenk. Mithilfe von 3-D-Animationen wird der gewünschte Grundofen geplant, bevor es an den Aufbau geht. Je nach Gestaltung kann es fünf bis sechs Wochen dauern, bis die gewünschten Kacheln geliefert werden können. Manche Hafnerbetriebe verfügen über eine eigene Erzeugung. Aufgemauert ist der Grundofen oder Heizkamin dann durchschnittlich in einer knappen Woche.
Von oben anzünden
Bei einem einfachen Kaminmöbel geht der Aufbau schneller. In einem halben Tag steht die Feuerstelle auf einer Eisenplatte oder Fliesen. Antonio Al-Rahal erklärt, wie man richtig Feuer macht: "Nicht von unten, sondern von oben sollte der Holzstoß, vorzugsweise hartes Holz, mithilfe von dünnem Spanholz und einer Zündhilfe angeheizt werden. Dann brennt er ab wie eine Kerze. Damit verhindert man in der Anbrennphase 70 Prozent der Gesamtemissionen. Diese Vorgangsweise empfiehlt der Kachelofenverband." (Martin Grabner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.2.2010)