Organisation

Spiele als "PR-Desaster"

18. Februar 2010, 11:55
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    foto: apa/epa/gentsch

    Die Fans sind in Form, die Organisatoren weniger.

Man spricht bereits von den "schlechtesten Spielen" aller Zeiten - Organisatoren verärgert über Berichterstattung

Vancouver - Vancouver erlebt seinen mildesten Spätwinter seit 114 Jahren, aber die Olympia-Macher müssen sich warm anziehen. Die Serie der Pannen, Missgeschicke und Fehler will einfach nicht abreißen - und damit auch nicht die Kritik. Der britische "Guardian" glaubt schon jetzt, dass Vancouver 2010 den Titel der "bisher schlechtesten Spiele" verdient hat. Auch bei den kanadischen Medien genießen die Organisatoren kaum einen Heimvorteil. "Wieder ein PR-Desaster", schrieb die "Montreal Gazette", nachdem 28.000 Fans wegen aufgeweichter und rutschiger Böden von den Snowboard-Wettbewerben ausgesperrt worden waren. 

"Warum diese Inkompetenz?"

Und das waren noch längst nicht alle Neuigkeiten von der Debakel-Front. Gleich drei Eismaschinen fielen in der Eisschnelllauf-Arena aus, beim Biathlon gab es irritierende Start-Fehler, und ein Wasserhahn, der plötzlich verrückt spielte, machte die Rennrodelbahn nass. "Das ist doch beschämend", sagte Norbert Baier vom Internationalen Biathlon-Verband (IBU). "Warum diese Inkompetenz?" Auch die Diskussion über das olympische Feuer hinter einem heruntergekommenen Maschendrahtzaun, wie es ein kanadischer Reporter formulierte, will einfach nicht verstummen - auch wenn die Veranstalter glauben, dass sie eine gute Lösung gefunden haben.

Die örtlichen Organisatoren und auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) sind zunehmend irritiert und verärgert über die Kritik und machen "gelangweilte" Journalisten verantwortlich. "Es ist wohl nicht genug los für Euch, Leute", schimpfte IOC-Mitglied Richard Pound. "Zu sagen, dass die Olympischen Spiele schlecht organisiert sind, ist schlicht töricht." Auch VANOC-Chef John Furlong hat allmählich genug. "Alles läuft gut", sagte er. "Die Stimmung ist ziemlich euphorisch. Wir hatten Kleinigkeiten hier und da, um die wir uns kümmern mussten. Aber wenn man das Gesamtbild sieht, haben die Athleten hier ein fantastisches Erlebnis."

"Nicht richtig und fair"

Furlong findet vieles, was er in den Medien liest, "nicht richtig und fair". Aber das ändert nichts daran, dass Olympia 2010 schon seinen Namen weg hat: "Glitch Games", die Pannen-Spiele - und das zusätzlich zu dem dauerhaften Schatten, den der Unfalltod auf der Rodelbahn hinterlassen hat. Neben dieser Tragödie verblassen alle anderen Fehler und Missgeschicke, aber die Medien lassen gleichwohl nicht locker. Da gab es den Computerfehler bei der Eröffnungsfeier, der die Skulptur mit dem olympischen Feuer drei- statt vierbeinig machte, dann das leidige Transportproblem. Und immer wieder schlug das Wetter Kapriolen, zwang zu Wettkampf-Verschiebungen.

"Nichts scheint richtig zu laufen", schrieb die Londoner "Times" und war überzeugt davon, dass die Sommerspiele in der englischen Metropole 2012 "nicht schlechter werden können als die in Vancouver". Der "Guardian" sah die Spiele "auf einem Abfahrtslauf vom Desaster zur Katastrophe". Pound reagierte verärgert. Bei allen Spielen gebe es Probleme, sagte der Kanadier, und im Vergleich zu Lake Placid (1980) oder Turin (2006) laufe die Arbeit des VANOC wie geschmiert. "Ihr hättet mal in Lake Placid sein sollen. Danach hat in Olympia-Kreisen lange der Witz kursiert: Wenn etwas vermasselt wird, dann ist es in Lake Placid organisiert worden."

Ruf angeschlagen

Aber das tröstet die Ausrichter in Vancouver wenig. Der Ruf scheint angeschlagen, und so etwas lässt sich bekanntlich nur schwer ändern. Schon sprach eine britische Zeitung von einem Fluch, der über den Spielen liege. Da hilft auch das bunte Fan-Treiben auf den Straßen wenig, eine Olympia-Partystimmung, die, so sieht es aus, ganz Vancouver erfasst hat. Davon, beklagte jedoch Furlong, "redet aber kaum einer". (APA/dpa)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 97
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Wolfi-WA
00
28.2.2010, 11:30

Tja und Sotschi lässt grüssen, die machen das ganze dann noch schlimmer!
Salzburg hätte es in Hand gehabt!

Huan Sanchez
 
00
26.2.2010, 15:46
Beleidigtes Empire

Klar das die Englische Presse negativ berichtet, ist schon beschämend wenn ein so stolzes Volk wie die Briten bis dato mit gerade Mal einer Medaille beehrt wurde ;)

northbound01
00
19.2.2010, 12:32

lol, die englaender haben mit ihrem 400 000 pfund logo ja schon gezeigt auf was wir uns dort einstellen duerfen.

Die Volksfront von Judäa
00
22.2.2010, 14:42
ich seh in dem london 2012 logo einen blowjob

hihihi, ja mein humor is zieml. infantil, na und? :p

PhilippForsthuber
00
25.2.2010, 15:26

Infantil mag sein, aber ich werde das Logo ab jetzt nie wieder so sehen, wie es eigentlich gedacht war ;)
Ahja, und mir gefaellts :)

X Pat
 
00
19.2.2010, 17:28

Die Englaender haben so eine Angst davor, dass ihr Olympischen Spiele in die Hose gehen (womit sie wahrscheinlich recht haben werden), dass sie Vancouver schlechtreden muessen, um im Vergleich nicht so schlecht auszusteigen.

Empfindlich
02
19.2.2010, 07:42
Es gibt aber auch Gutes

Super finde ich, dass sie alle Bewerbe am Abend oder in der Nacht durchführen, damit man in Europa diese auch sehen kann. Frag mich nur, was diese Unmenge an Flutlicht wohl kostet ...

X Pat
 
00
19.2.2010, 17:30

Was in Vancouver am Abend und in der Nacht stattfindet, kann sich in Europa nur anschauen, wer die ganze Nacht aufbleiben will/kann. Alle Sportarten finden zu ihren angestammten Tageszeiten statt (Alpin am Vormittag, Eiskunstlaufen am Abend, etc).

Captain Smoker
00
20.2.2010, 00:04
Gegenironie?

Empfindlich
00
19.2.2010, 17:55
ach so

AlCarioca
 
04
19.2.2010, 00:07
Weitere Probleme:

1) Einblendungen der Zeiten bei den Schirennen, die selbst mit Lupe nicht einmal zu lesen sind. Spannung damit genau null.

2) Die Website funktioniert der Live-Ticker nicht immer, wie z.B. gestern beim Rodelgold der Linger-Brüder.... und zwar zwei Stunden lang!!! Was kostet es eigentlich, da einen Praktikanten (oder volunteer)ein paar Stunden hinzusetzen, der die Ergebnisse manuell eingibt? Aber man hat's ja wieder fancy machen müssen.

3) Viele Nachrichten erscheinen auf der offiziellen Webseite langsamer, ab und zu bis ein paar Stunden verspätet. So z.B. beim tödlichen Rodelunfall.

Oh, Canada...

Empfindlich
00
19.2.2010, 07:38
kurbelt die Wirtschaft an

na, wenn Sie die Zeit nicht lesen können brauchens einen größeren Schirm. Und das ist nur gut in Zeiten wie diesen, so gesehen kurbeln die Spiele nicht nur die kanadische Wirtschaft an sondern sind ein Wachstumsmotor für viele Länder.
Andererseits ist den meisten die Zeit eh wurscht, hauptsache wilde Stürze.

gutartiger Bösmensch
01
19.2.2010, 07:06
Zu 1.)

das ist ein häufiges Problem mit Texten die für HDTV designt sind - die sind auf einem SDTV schwer zu lesen. Aktuelle Konsolenspiele haben das ständig.

Nit Picker
 
00
22.2.2010, 07:50

Stimmt. In meinem Multimediaprojektionssaal mit 5 Meter breiter Leinwand kann ich das Problem nicht nachvollziehen.

werwolfi
00
18.2.2010, 22:29

das bei der eröffnungfeier war ein computerfehler?

naja, selber schuld - das auslösen von den 5 ausklapptrümmern per computer und nicht mit einer simpleren hardware (stichwort: schalter ;o) zu machen...

aber das problem sind eher die sportstätten:
der rodelunfall war natürlich der weitaus schlimmste, aber der wassergraben, in den die tschechische langläuferin gestürzt ist, ist auch kein lercherl, und da hätte es nur ein paar strohballen gebraucht. angeblich war die stelle ja auch im vorfeld schon vielfach kritisiert worden, genutzt hat's nix.

*das* hätt ma in salzburg auch zammbracht.... ;oP

Ivan Fedorov
00
18.2.2010, 22:08
==McMurphy==
00
18.2.2010, 20:18
die kritik

aus london ist ausgesprochen ungeschickt.

die engländer können froh sein,
wenn das ende ihres loches das ende des loches der anderen trifft.

...aber vielleicht wollen sie auch nur "vorbauen"....

politisch verfolgt
00
18.2.2010, 19:32
innsbruck 1976

welch ein land, was für männer.

Gerhard Eigner
01
18.2.2010, 18:07
london wird sicher lustig

bin gespannt was die tabloids dann schreiben...

Hairy Tongue
00
18.2.2010, 17:51

geh, is doch eh bei allen spielen so - wann und wo war denn der letzte perfekt ablaufende internationale bewerb dieser größenordnung?

duke box
03
18.2.2010, 19:30

fußball em 2008

m ko
00
19.2.2010, 07:40

Also ich kann mich da an eine Panne mit der Fernsehübertragung erinnern, ich glaube da ist der Strom beim Übertragungszentrum ausgefallen und es gab kein Backup-System...
http://www.spiegel.de/sport/fus... 21,00.html

Peter Binder
30
18.2.2010, 16:45
Lillehammer...

...wird es wahrlich keines mehr, aber gegen Turin muss sich Vancouver wirklich nicht verstecken. Was mich überrascht ist das eig. in jedem Bewerb den ich bis jetzt verfolgt hab für nordamerikanische Verhältnisse ordentlich Fans und Stimmung waren.

Standarddurchschnittsposter
03
18.2.2010, 16:23

Furlong? Dachte der sei in einem chinesischen Zoo.

Helios 2 7
03
18.2.2010, 15:42
"AHA, also bei denen auch!"

"... laufe die Arbeit des VANOC wie geschmiert!"


;-)


mfG

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