Rote legen sich gegen schwarze Asylpläne quer

Nina Weißensteiner , 17. Februar 2010 20:39

Faymann erklärt Ansinnen der ÖVP, Asylwerber festzuhalten, endgültig für "undenkbar" - stattdessen wollen die Genossen ein Bundesamt für Asyl

Wien - Die SPÖ ging am Mittwoch stundenlang in sich - und danach gleich auf Konfrontation mit dem Koalitionspartner ÖVP. Im Zuge einer Sitzung des roten Parteipräsidiums erklärte Bundeskanzler Werner Faymann allem voran die von Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) erarbeiteten Asylpläne schlichtweg für "undenkbar".

Konkret lehnen die Sozialdemokraten das schwarze Vorhaben ab, alle Asylwerber, die ins Land kommen, zunächst einmal bis zu sieben Tage lang in den Erstaufnahmezentren festzuhalten. Faymann, der sich in diesem Zusammenhang auf die Bedenken von Verfassungsrechtlern berief: "Wir werden nicht zulassen, dass jeder, der bei uns um Asyl ansucht, automatisch so behandelt wird, als ob er Asyl missbrauchen will."

Rüge für Stückwerk

Eine Anhaltung von Asylwerbern ist für die SPÖ nur nach einer Einzelfall-Prüfung möglich - und auch dann nur für Fälle, wo der Flüchtling seiner Mitwirkungspflicht nicht nachkommt.

Eine Rüge gab es vom SPÖ-Vorsitzenden für das Vorgehen des Regierungspartners. Im Bereich des Fremdenwesens werde eine Gesetzesnovelle nach der anderen binnen weniger Wochen vorgelegt, wodurch nur Stückwerk herauskomme, beklagte Faymann. Immerhin sei die letzte Änderung im Asylwesen erst mit Jahresbeginn in Kraft getreten. "Es geht darum, dass man da gewissenhaft vorgeht und nicht einfach etwas auf den Tisch legt. Dieses Thema verlangt nach Ernsthaftigkeit", erklärte der Kanzler.

Eine bessere Asylpolitik

Deswegen diktierte die SPÖ der ÖVP auch gleich ihre Vorstellungen für eine bessere Asylpolitik: So erachtet es der Kanzler etwa für sinnvoll, die Verfahren zu beschleunigen. Unter anderem schwebt seiner Partei ein Bundesamt für Asyl sowie Migration vor. Dort könnten - nach deutschem Vorbild - alle Asyl- und Zuwanderungsangelegenheiten gebündelt werden, was derzeit österreichweit insgesamt 113 Stellen erledigen, vom Bundesasylamt über die Polizeidirektionen bis hin zu den Bezirksverwaltungsbehörden.

Regierungsbeauftragter für Integration

Zumindest die Befürchtungen der ÖVP, dass die SPÖ nun einen eigenen Regierungsbeauftragten für Integration - vielleicht gar in Person von Staatssekretär Josef Ostermayer, der als Vertrauter des Kanzlers gilt - anstreben könnte, beschwichtigte Faymann. Zwar vertrete seine Partei die Meinung, dass man die Bereiche Kriminalität strikt von Asyl sowie Integration trennen sollte, um es vor allem FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache nicht so leicht zu machen, diese Bereiche ständig in einen Topf zu werfen, aber: Leider habe sich da seine Partei bei den Koalitionsverhandlungen nicht durchgesetzt, bedauerte Faymann.

Für die näheren Ausführungen zum gewünschten Bundesamt für Asyl griff er dann aber doch auf das Know-how Ostermayers zurück - dieser musste bei Journalistenfragen zu der zentralen Stelle etwas aushelfen.

Eine weitere Absage erteilte Faymann der ÖVP dann für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer.

Termin fürs Kanzlerfest steht

Im roten Präsidium kamen übrigens auch Interna aufs Tapet. Von den Genossen in Kärnten etwa verlangt der Parteichef Geschlossenheit nach ihrem Parteitag am 27. März. Hintergrund: Dort zeichnet sich eine Kampfabstimmung zwischen den Kandidaten für den Vorsitz ab. Bisher bewerben sich der Villacher Bürgermeister Helmut Manzenreiter und Landesrat Peter Kaiser um den Posten. Vielfalt sei zwar etwas Gutes, erklärte Faymann dazu nur, allerdings sei dann nach der Wahl auch das Ergebnis zu akzeptieren.

Und auf noch etwas hat sich die SPÖ am Mittwoch geeinigt: Am 11. und 12. Juni will sich Faymann bei einem Parteitag seiner ersten Wiederwahl als Chef stellen. Danach findet das rote Sommerfest, vulgo Kanzlerfest, wieder in Altmannsdorf statt.(Nina Weißensteiner, DER STANDARD Printausgabe 18.2.2010)

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Posting 1 bis 25 von 29
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TRex30M
19.02.2010 17:08

Faymann will wohl den Status Quo behalten und negiert dabei die wachsende Unzufriedenheit der hier lebenden Bevölkerung.
Damit meine ich auch die hier lebenden Migranten, die ebenfalls über die Asylpolitik unglücklich sind und gerne eine vernünftige Lösung möchten.
So wird das nix bei der nächsten Wahl für die SPÖ und wenn man sich so weiter spielt, wird Strache wirklich Bürgermeister, was mir auch nicht gefallen würde....

Sponge Bob
18.02.2010 18:32
jetzt sind dir Roten auch nicht mehr wählbar!

MarktSopherl
18.02.2010 16:10
So lange der Faymann unter Pröll Kanzler ist, wird alles zur Lachnummer!

Asylanten so lange anzuhalten bis die Identität geklärt ist, sei eine Sache.

Die herumreisen zu lassen bedeutet, keine Vorbeugung gegen geplante Verbrechen unter dem Deckmantel der Flucht eingereister Banden.

Dieser Schutz steht der Bevölkerung zu, sonst brauchen wir keine Regierung!

MBR
18.02.2010 09:51

das wurde auch zeit genossen

zkk
 
18.02.2010 09:36
hm, sie legen sich quer

aber eigentlich sagen sie nur für wen die anwesenheitspflicht NICHT gelten soll: für die, die sich kooperativ zeigen. hm, kurz nachgedacht, dh sie soll nur für die gelten, die NICHT kooperativ sind.

ok, ganz im sinne von frau bmi fekter, denn für die die sich aktiv einbringen, wäre die phase II ja gar nicht gedacht gewesen (und phase I mit anwesenheitspflicht 5-7 tage ist gemäß eugh zulässig, wird sicher noch in detailfragen mit der spö abgestimmt werden ...).

sensationell wie man aus einer konkreten zustimmung medial eine formale ablehnung konstruieren kann. ist halt ein medienprofi unser kanzler ...

bloody-nine
 
18.02.2010 09:42
du stehst a bissl auf die fekter, gell?

diese unbarmherzige eisige er*t!k, rrrrrrrrrrr!

LT81
18.02.2010 09:36
uij da wird sich die kronen zeitung aber freuen...

eowyn eowyn
18.02.2010 09:35
umgefallen

ist doch jetzt schon umgefallen siehe artikel darunter Datum 18.02 06:25

XYZ123
18.02.2010 09:21
Ablenkungsmanöver

Mit solchen Lappalien wird dem Wahlvolk der Kopf schwindlig geredet. Von den wirklichen Problemen hört man nichts aus dem Mund unserer glorreichen Politiker. Wie sieht es aus mit der Stabilität der Währung, der Wirtschaftskrise, den steigenden Arbeitslosenzahlen - und vor allem dem Budgetdefizit das wir uns sicher nicht mehr lang leisten können.

Dr. Engelbert Drollfuss
18.02.2010 08:51
Werter Herr Faymann!


Wenn Sie allen Ernstes geglaubt haben sollten, Sie wären imstande, sich den Anhaltelagern der Innenministerin entgegenstellen zu können und diese verhindern zu können, dann haben Sie sich mächtig geschnitten!

Die geschätzte Frau Innenminister wird Ihnen im Ministerrat noch die Hölle heiß machen, wenn Sie von Ihren freizügigen Anwandlungen nicht wieder Abstand nehmen. Machen Sie sich auf etwas gefasst!

Glauben Sie denn ernsthaft, wir können dieses Gesindel frei herumlaufen lassen?

Der Vizekanzler sprach jüngst von einem Konklave. Ein solches Anhaltslager für Entscheidungsträger wird Ihnen zu verpassen sein, bis Sie wieder auf den rechten Weg zurückgekehrt sind.

Aufrichtigst
Ihr
Dr. Engelbert Drollfuss

Michael Jack Dundee
 
18.02.2010 16:24

Die SPÖ ist doch im umfallen und danach kuscheln Meister, wo ist die Problematik für die ÖVP? Mag sie nicht mehr in den Medien stehen?

Wieviel Demokratie ist es bitte?
18.02.2010 08:49
Die SPÖ fällt eh um

Ist im Text schon angedeutet und vom bisherigen "Fremdenrechtsgesetzespaket" belegt.

In diesem ist der umgefallene Darabos seit vielen Jahren und Novellen eingeschnürt und mit ihm die gesamte ehemalige Sozialdemokratie.

Heute: brown noses.

Denken soll weh tun!
18.02.2010 07:51
Das Verfahren ist nicht so wichtig.

Wichtig ist, dass man SOFORT feststellt, ob jemand bereit ist, an der Bearbeitung seines Falles mitarbeitet. ZB ob jemand seine Personalien angibt.
Wer das nicht macht sollte noch am selben Tag in Schubhaft kommen.

Navajo
18.02.2010 08:50
Denken soll wehtun

Daran gedacht, dass jemand, der in seinem Heimatland staatliche Autorität als etwas durchaus bedrohliches erfahren hat, zunächst Scheu hat, ebenjener zu vertrauen, haben Sie wohl noch nicht?

dieter van teese
18.02.2010 14:14

die befragungen können ja auch alternativ angehauchte mitarbeiterinnen diverser organisationen mit selbstgestrickten jäckchen bei einer tasse lindenblütentee durchführen.

glaub nicht dass die betroffenen diese als "staatliche gewalt" wahrnehmen würden.

;)

Denken soll weh tun!
18.02.2010 09:08
Und wie stellen Sie sich das dann vor?

Er sagt nicht wer er ist und wo er herkommt.
Aber jedenfalls will er Essen, ein Zimmer, Geld und eine Aufenthaltsgenehmigung.
Da weiß man dann wenigstens, wofür man Steuern zahlt...

Navajo
18.02.2010 10:20

Es ging hier um Ihr SOFORT und Ihre Schubhaft AM SELBEN TAG.

major grubert
 
18.02.2010 08:49
kein problem

i bin der huba franzl reicht doch so wie sie es schreiben, oder?
ist ein schmerzfreies leben nicht was schoenes, nicht wahr?

Kathi777
18.02.2010 07:32
Gut

Ich stimme der spö vollkommen zu!asylanten sind nicht automatisch kriminell!jeder der das behauptet sollte einmal in ein asylzentrum gehen und die asylanten nach ihren tragischen lebensgeschichten fragen.tipp an strache: probleme im heimatland der flüchtlinge bekämpfen mit dem geld,das er für seine propagandafeste verwendet!vorarlberg

Hubert Ungeist
18.02.2010 07:26
Als VP wäre ich dafür so ein Integrationsamt zu machen

und dieses der SP zu überlassen.

Egal was die VP macht, es wird ihr sowieso als faschistisch, fremdenfeindlich und sonstwas ausgelegt - macht die SP dasselbe dann ist es gut.

Wenn das wirklich so ist, dann hat halt die SP DIE Kompetenz für Asyl und Migration - sie soll es halt machen

bloody-nine
 
18.02.2010 09:40
ganz offensichtlich tickt

die övp aber anders: die wollen die integrationsagenden mit gewalt bei ihrem innenministerium halten, damit sie weiter mit knallharten sicherheits-sprüchen und ausl*nder-raus-rhetorik einen auf dicke hose machen können.

es gibt nämlich mehr dumpfe angst-lust-beisser und xenophobe in österreich als liberale humanisten.

Chien de Pique
19.02.2010 00:47

Warum verliert Fekter aber dann so massiv an Vertrauen und hat die ÖVP ihren Umfragen-Vorsprung auf die SPÖ verspielt?

Wieviel Demokratie ist es bitte?
18.02.2010 04:24
Mit ein paar Mouseclicks

und einem guten Kopiergerät kann man sich als Regierung alle guten Reformen Europas für *alle* Ressorts (Asyl, Bildung...bis Verfassung/Verwaltung) vom nördlichsten Skandinavien bis zum südlichsten Portugal zusammenstellen und hat Ende des Jahres ein modernes, flottes, kostengünstiges Österreich.

Wenn man will und selber keine Ideen hat.

spa2
17.02.2010 23:17

eigentlich sollte das ja von vornherein selbstverständlich gewesen sein, aber simma froh, dass sie in sich gegangen sind.

Der Lindwurm und der Schmetterling
17.02.2010 21:43
ENDLICH!!

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