Anonyme Wertkartentelefone

Im Schutz der rot-weiß-roten Anonymität

17. Februar 2010, 20:13

Verfassungsschutz kritisiert seit Jahren Wertkartentelefone ohne Registrierung

Der Polizei und dem Verfassungsschutz sind sie längst ein Dorn im Auge: anonyme Wertkartenhandys und USB-Sticks, für deren Erwerb keine Registrierung des Käufers notwendig sind. Da sie keine personifizierte Spuren im Netz hinterlassen, sind sie trotz höherer Gesprächsgebühren auch bei einem Klientel beliebt, das aus unlauteren Gründen anonym bleiben will.

In vielen Ländern sind Daten-SIM-Karten, die keinem Besitzer zugeordnet werden können, bereits verboten. Nicht so in Österreich, wo praktisch jede Telekommunikationsfirma anonymes Telefonieren und Surfen anbietet. Dass, wie nun beim Mord an Mahmoud Abdel Rauf al-Mabhuh in Dubai, eine heimische Telefonnummer im Zusammenhang mit Terrorermittlungen auftaucht, ist keine Premiere. Schon bei den Anschlägen von Mumbai im November 2008 waren die Ermittler auf eine österreichischen Nummer gestoßen. Allerdings handelte es sich damals um eine nicht ortsgebundene Festnetznummer, die von einem ausländischen Provider verkauft worden war.

Rufdatenanalyse

Prinzipiell können auch Wertkartenhandytelefonierer und Anonymsurfer ausgeforscht werden. Und zwar über die Methode der Rufdatenanalyse. Dabei geht es darum, zumindest einen nicht-anonymen Anschluss in den Verbindungsdaten ausfindig zu machen. Der Rest ist gute alte kriminalpolizeiliche Ermittlungsarbeit: Hausdurchsuchungsbefehl beantragen, hingehen, Zeugen befragen, Hinweise sammeln.

Ausgefuchste Ganoven verwenden Wertkartenhandys höchstens drei Tage, um das Netz der Spuren möglichst großmaschig zu halten. Läuft die gesamte Kommunikation einer Bande ausschließlich über häufig wechselnde SIM-Karten, hat es die Polizei schwer, den Kreis zu knacken. In diesen Fällen gelingt der Nachweis, wann und wo Verdächtige miteinander kommuniziert haben, wenn überhaupt, erst im Nachhinein - also zumindest zur Sicherung von Beweisen. (simo/DER STANDARD, Printausgabe, 18.2.2010)

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13 Postings
zwergleviathan
00
19.2.2010, 14:32
der ideale vorwand

um auch noch die letzten reste anonymer kommunikation von staats wegen zu unterbinden

und das beste dran ist, daß auch bei unserem Staat keiner garantieren kann, daß diese Daten nicht mißbraucht werden.

man denke an:
*) "top"-ermittler und ihre zopftragenden rotlicht-freunde,
*) betrunken autofahrende säbelschwingende Exgeneräle in Uniform und
*) Streifenpolizisten die auf die seite schauen wenn sie in Notwehr einen Minderjährigen von hinten erschiessen
*) Politiker die über ihre Vasallen Datren aus den Melderegistern abfragen wies beliebt

klar ist das denen und dem verfassungsschutz unangenehm wenn sie uns unsere Anonymität gewähren müssen.

Lange dauerts nichtmehr, dann brauchen wir auch keine Richter mehr.....

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
01
18.2.2010, 12:00
ich meine:

korrekte abrechnung, erlagscheinzahlung statt Kontoverfügungsberechtigung für providerfirmen, keine bindungsfristen u. schon tschüss wertkarte.

Meine Wenigkeit mit viel Senf
01
18.2.2010, 10:02
Den letzten Satz...

... muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen:

"... gelingt nur im Nachhinein". Ach so, wollen Verfassungsschutz und Polizei jetzt schon geplante Verbrechen unter Strafe stellen? Wenn ich mich über jemanden ärgere und - nicht Ernst gemeint - sage: "Den bringe ich um!", werde ich dann wegen Mordes verurteilt und lebenslang eingesperrt?

Wenn es um die Ausforschung eines Netzwerks geht, das man verdächtigt, Terroranschläge zu planen, ist es sch..egal, ob die Handys registriert sind oder nicht.

Ein Geheimdienst wird sich so oder so nicht einfach von der österreichischen Polizei aufhalten lassen. Dann werden halt Handys verwendet, die in 10 verschiedenen Länder ohne Rechtshilfeabkommen registriert sind!

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
18.2.2010, 04:57
Kein spam, kein kleinstgedrucktes im vertrag

u. alle laufen den kurzfristigen, billigen provider-verträgen nach.

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
01
18.2.2010, 04:55
Bindefrist maximal 1 Monat

anstatt 2 Jahre u. niemanden mehr interessieren wertkarten.

Redwraithvienna
00
18.2.2010, 12:26
Wenn dem so wäre dann müsste Bob alle wertkartentelephonierer

der republik abschöpfen ... machen sie aber nicht ...

sprich es gibt noch andere gründe für die wertkarte (kostenkontrolle bei kindern fällt mir jetzt mal auf die schnelle ein).

Strpüpl Kotu
02
18.2.2010, 02:29
Schnell kaufen...

... das werdens als nächstes verbieten.

TheNepomuk
03
18.2.2010, 00:49

Halt Stopp!

Das find ich nicht in Ordnung! Was ist mit Telefonzellen? Müssen die dann auch verboten werden weil man da anonym telefonieren kann?

Ich will ein Recht auf anonyme Telefonie.

Selbstbeweihräucherungsstäbchen
02
18.2.2010, 11:58

Österreichische Telefonzellen könnten beim Nacktscanner in Dubai auffallen.

TheNepomuk
00
18.2.2010, 12:06

hahaha :)

Der Oley
02
18.2.2010, 00:11
anonymes Telefonieren und Surfen

so muß es sein

supersepp
00
17.2.2010, 22:25
es gibt auch in deutschland sowas

und auch noch in einiegn anderen ländern. und die imei sollte man auch nicht vergessen. nur die karte wechseln hilft eigentlich gar nix. und immer ein neues telefon ist wohl ziemlich mühsam.

rorschach
02
17.2.2010, 20:25
na eh klar weil wenn sie kein österreichisches

handy ghabt hätten hättens niemals nie nicht den typen abmurksen können das wissen wir doch bitte alle schon aus zeiten des kalten krieges, ohne orange, tmobile a1 und co hätten die damaligen spione ja nie irgendwen ernorden können .....

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