Annäherung

USA schicken wieder Botschafter nach Syrien

17. Februar 2010, 19:09

Peres zu Spindelegger: "Iran wirft Schatten über Israel", Ahmadi-Nejad "ein Bandit"

Jerusalem - Nach beinahe fünfjähriger diplomatischer Absenz schicken die USA wieder einen Botschafter nach Damaskus. Der Karrierediplomat Robert Ford, derzeit stellvertretender Missionschef im Irak, soll den Posten übernehmen. Die Nominierung wird als weiteres Zeichen der Entspannung zwischen den Amerikanern und Syrien gewertet. US-Beobachter meinten, damit könnte auch wieder etwas Bewegung in die verfahrenen Nahostpolitik von Präsident Barack Obama kommen.

In Israel dagegen bleiben Diplomaten skeptisch. Den USA gehe es bei der Entsendung weniger um die regionalen Konflikte als vielmehr um die Überwachung der syrisch-irakischen Grenze. Der israelische Staatspräsident Shimon Peres indes gab Außenminister Michael Spindelegger, der derzeit durch die Region tourt, eine Botschaft an Syriens Machthaber nach Damaskus mit: "Hört endlich auf, auf den Iran zu hören. Wir sind bereit für Friedensverhandlungen und können schon morgen damit beginnen."

Das Regime in Teheran bezeichnete Peres im Gespräch mit dem österreichischen Außenamtschef als die Wurzel allen Übels in der Region: "Der Iran wirft einen Schatten über Israel und die gesamte Region, Atomwaffen in der Hand eines diktatorischen Regimes wären eine furchtbare Kombination." Teheran verhindere einen Palästinenserstaat, weil es die Hamas unterstütze, und destabilisiere den Libanon durch die Hisbollah. Man müsse endlich klar sagen, was Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad sei, nämlich ein "Bandit und Diktator" .

Neben Peres traf Spindelegger auch Premier Benjamin Netanjahu, Außenminister Avigdor Lieberman und Oppositionschefin Zipi Livni. Sie interessierten sich vor allem für Österreichs Position im UN-Sicherheitsrat in Sachen Iran. Spindelegger erklärte, der Rat müsse handeln, Entwürfe für neue Sanktionen kursierten bereits in New York. (pra/DER STANDARD, Printausgabe, 18.2.2010)

politisch korrekt
11
17.2.2010, 23:07
Was nun?

Gestern droht der israelische Außenminister Syrien mit Krieg und heute spricht man von Frieden und Morgen überfliegen Kampfjets syrischen Luftraum.
Neue politische Strategie:bereite einen Krieg vor und Rede international von Frieden.
Netanyahu der Mann mit den Friedensbotschaften und Liebermann der Mann der Drohungen?
Frieden in dieser Region kann es nur durch mutige Maßnahmen geben.Gebt die besetzten Länder zurück und zurück zu den 67er Grenzen.Ist besser für alle Seiten. Golan zurück an Syrien,Süd Libanon an Libanon und den Palistinensern einen Überlebensfähigen Staat geben und die Gebiete welche nach 67 besetzt wurden zurück an die Palastinenser.das ist die einzige Lösung und wird auch von der internationalen Community verlangt

troob
33
17.2.2010, 23:24
Nun ja, sooo kann man auch manipulieren...

@politi

Die Rede des syrischen Außenministers Walid Moallem gegen Israel lautete:

“... Don’t test our determination,” Moallem said during a press conference in Damascus where Spanish Foreign Minister Moratinos was also present. “One day you threaten Gaza, the next day you threaten Lebanon, then Iran and now Syria.”

Moallem warned that if a war between Syria and Israel breaks out, it would be “total and take place inside your cities.”

Das war also die Drohung des israelischen Außenministers gegenüber Syrien...

Syrien drohte neuerlich, und zwar zum wiederholten Male, Israel mit Krieg.

Daraufhin (!) antwortete Lieberman, das solle Syrien eher nicht versuchen, mit einigen anderen unpassenden Kommentaren, die aber durchaus von den Angesprochen ganz richtig verstanden werden und wurden: Nicht einmal im Traum daran denken, sonst werdet ihr glauben, es sei euch der Himmel auf den Kopf gefallen.

Für mutige Maßnahmen nach ihrem einfachen Weltbild hatten die Araber vor 1948 Zeit, zwischen 1948 und 1967 Zeit, und sie hatten auch nach 1967 Zeit - sie wollten und wollen bloß nicht. Israel besetzt vom Südlibanon genau die Shebaa-Farmen, also etwa 40 km2, die laut UN völkerrechtlich zu Syrien gehören (und Israel ist sowohl mit dem Libanon als auch mit Syrien im aufrechten Kriegszustand!)

Und die "internationale Community" - was immer das sein soll - hat auch die Entwaffnung der Hezbullah verlangt - schon vergessen? Israel nicht.

Plasmaball
00
17.2.2010, 22:38
Immer noch?

Naja, die erste Ankündigung dieser Art war vor ca. 3 Monaten...wenn er zu Fuß läuft und zwischendrin ein Ruderboot benutzt ... *ratterratter* ...ja, kommt hin. Müsste Mitte Mai dann ankommen...

Makronaut
00
17.2.2010, 19:23

die aussagen vom peres kann man getrost unterschreiben.

wobei grassierender a s (als wurzel allen übels in der region) kein monopol der iranischen führung ist.

NONE
10
17.2.2010, 20:25

Klar, es ist ja nicht so als ob der Iran keine Schergen bezahlen würde die im Ausland (oder Inland) als Söldner dienen. Machen andere Länder ebenso.

Nur ist diese Ansicht extrem einseitig - zum Beispiel die Palästinenser immer mit dem Iran verknüpfen zu wollen ist eine bewusste und extrem unfaire Strategie. Abseits der Hamas gibt es keine Ansprechpartner, Abbas hat man von Israel aus bewusst isolieren wollen.

Und jetzt hinterher so einseitig zu schimpfen, das ist schon merkwürdig ... ich finde es auch erstaunlich das hier immer auf die Nuklearfrage angesprochen wird, selten jedoch auf die Situation der Menschenrechte der IRANER.

Makronaut
10
17.2.2010, 21:02

@ menschenrechte der iraner

deswegen habe ich dezidiert "führung" geschrieben.

@ hamas

die hamas wurde mit absoluter mehrheit ins pal parlament gewählt - und ballert halt gerne mit raketen und bombt erklärtermaßen gegen den friedensprozess.

ich persönlich bin recht angetan vom salam fayyad (pal mp) - der macht einen sehr pragmatischen eindruck.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.