Schweizer Schulideen für Wien

17. Februar 2010 17:43

Bern macht’s vor, die VP will es nachmachen: Sozialarbeiter, die an jedem Schulstandort präsent sind und nicht dem Stadtschulrat unterstehen

Wien - Womit werden die Sozialdemokraten die Wiener bei ihrer Klubklausur in Rust Bildung wird ein Thema sein, möglicherweise ist es auch das Zusammenleben in den Schulen. Seit vergangenen Herbst setzt die Stadt Schulsozialarbeiter ein. Nun kursiert im Stadtschulrat erstmals ein Konzept zu diesem Thema.

"Die Wiener Schulsozialarbeit ist das Bindeglied zwischen gesellschaftlicher, familiärer und schulischer Lebenswelt der SchülerInnen, mit besonderem Augenmerk auf die individuelle und lösungsorientierte Förderung" , heißt es in diesem Papier. Träger des Systems und damit auch Arbeitgeber der Sozialarbeiter, die nach dem Lehrerdienstrecht angestellt werden, soll der Stadtschulrat für Wien sein. Ein Punkt, den die nichtamtsführende Stadträtin Isabella Leeb (VP) schon seit längerem kritisiert: "Die Schulsozialarbeiter sollen Ansprechpartner für Schüler, Lehrer und Eltern sein. Es führt automatisch zu Konflikten, wenn sie formal Teil des Lehrerkollegiums sind."

Der Bund zahlt

Ganz abgesehen davon seien die Sozialarbeiter durch diese Konstruktion nur für Volks- und Hauptschulen zuständig. Leeb:"Auch in Unterstufen-Gymnasien gibt es Probleme. Ich kenne mehrere Fälle, in denen Betroffenen gesagt wurde: ,Die Probleme von Bundesschulen gehen uns nichts an.‘" Die Finanzierung ist hingegen sehr wohl Bundessache, das ist auch im Konzept des Stadtschulrates festgehalten.

Die VP plant für die Gemeinderatssitzung Ende nächster Woche einen Antrag mit einem eigenen Schulsozialarbeits-Konzept. Abgeschauthaben sich die Schwarzen das von der Stadt Bern - wo es übrigens per Allparteienbeschluss eingesetzt wurde. Zentral ist für Leeb, dass die Schulsozialarbeiter nicht flächendeckend, sondern zielorientiert nach bestimmten Faktoren wie Bildungsnähe der Eltern, Wohngegend und Migrantenanteil eingesetzt werden. "Das ist für mich nicht diskriminierend, damit erkennen wir einfach die Realität an."

Außerdem sollen die Sozialarbeiter in den regulären Schulbetrieb integriert werden. Die "ambulante" Betreuung, sprich die stundenweise Anwesenheit in den Schulen, habe sich laut Evaluierungen in der Schweiz als nicht so wirksam herausgestellt. Und: In Bern ressortieren die Schul-Problemlöser beim Gesundheitsamt. In Wien könnte diese Funktion die Mag Elf, das Amt für Jugend und Familie, übernehmen, meint Leeb. "Dafür muss die Stadt natürlich Geld in die Hand nehmen und das Personal aufstocken."
(Andrea Heigl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.02.2010)

f.j.neffe
 
29.03.2010 16:14
Außen noch mehr Präsenz - und INNEN?

Kann man die bereits ins Problematische vorangetriebene Auszehrung von Seele und Geist nach LEBENSSINN aufhalten und umkehren, indem man, was das Problem verursacht hat, noch perfekter perfektioniert?
Zum perfekten Unterrichtsvollzug auch noch das perfekte Begleitprogramm? Haben wir nicht bisher schon nur den Schwächen, Defekten, Störungen, Auffälligkeiten Pathologiepaläste gebaut und uns für den Menschen und seine FEINEN TALENTE hinter den Symptomen überhaupt nicht interessiert? Als Ich-kann-Schule-Lehrer geht´s mir um die schreiende NOT DER TALENTE, denen wir Güte absprechen und Würde nehmen. Die werden von immer noch einer neuen Planstelle nicht satt. INNEN ist HUNGER. Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe

Alfred Zopf
18.02.2010 07:05
Reistallierung der sozialpädagogischen Beratungsstellen und sozialtherapeutische Institute !

Vor 15 Jahren gab es noch 10 sozialpädagogische Beratungsstellen und 2 Sozialtherapeutische Institute. Diese hatten die Funktion im Bereich Schule und Kindergärten bei Auffälligkeiten beratende Unterstützung für die Familien zu geben. Es galt hier im Vorfeld drohende stationäre Fremdunterbringung zu verhindern. Der Vorteil war auch die Unabhängigkeit zum Jugendamt, obwohl die größtenteils psychotherapeutisch ausgebildeten SozialpädagogInnen im Dezernat 6 der MA 11 angestellt waren, wenns unbedingt notwendig war wurde der Kontakt zum AJF mit Zustimmung der Familie hergestellt. Warum abgeschafft: weil nicht "effizient" und messbar, Prävention ist uninteressant, bringt "nichts".

thomse
17.02.2010 22:02
tja was zahlt denn die stadt dafür???

5 euro die stunde?

dafür das die faule jugend ihren a.. bewegt und mit der langweile umgehen lernt?

tja liebe politik wenn ihr prekäre arbeitsverhältnisse schafft dann braucht man wohl sozialarbeiter weil das die eltern nicht mehr schaffen.

den reichen im staat ist wohl zu fad .. wollen wohl amerikanische verhältnisse

können sie haben aber sie brauchen sich nicht wundern wenn einmal leicht angezipfte bürgern mal vor ihren villen stehen.

besseres geldumverteilen schafft mehr zeit für familien auf ihre kinder aufzupassen


akela
18.02.2010 07:02
konzept

Sozialarbeiter an Schulen gibt es angeblich schon, nur welche Aufgaben haben sie? Da es kein Konzept gibt eine sehr fragwürdige Angelegenheit.

thomse
18.02.2010 18:04
antwort: lern und freizeitpädagogen

sind äusserst schlecht bezahlt ausser die ma11 ist drauf da gibt es aufgrund höherer tagsatze (wg zb).
mehr geld.

weisst du die in den 70er Jahren geboren, gehören zur "verlorenen" Jugend... und die meisten leben in prekären arbeitsverhältnisse... wie soll man da jugend motivieren?

ad konzepte: habe mal eines für den standard geschrieben. Antwort: wir werden uns zu weihnachten melden... bis heute keine Antwort..

naja... egal...

bzgl. konzept... naja Geld dann schreib ich das konzept... ganz einfach...

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