Stadt Wien peilt Sanierungspflicht für Althäuser an

Roman David-Freihsl, 17. Februar 2010, 17:18
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    foto: ap/townson

    Durch das Einpacken der Häuser den Energieverbrauch drastisch senken: Die thermische Sanierung schlecht isolierter Häuser könnte in Wien Pflicht werden.

Derzeit wird noch geprüft, ob und wie eine derartige Maßnahme umgesetzt werden könnte

Die thermische Sanierung besonders schlecht isolierter Althäuser könnte in Wien bald Pflicht werden. Derzeit wird noch geprüft, ob und wie eine derartige Maßnahme umgesetzt werden könnte.

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Es ist nur ein kleiner Punkt inmitten des 102 Seiten starken Werkes. Doch er könnte weitreichende Folgen vor allem für die privaten Hausbesitzer in Wien haben. Es sollen "im Laufe des Jahres 2010 alle rechtlichen, technischen, organisatorisch/administrativen, sozialen und ökonomischen Möglichkeiten und Voraussetzungen" geprüft werden, steht im Wiener Klimaschutzprogramm 2 (KliP 2), das vergangenen Dezember im Wiener Gemeinderat beschlossen worden ist.

Dies klingt vor allem einmal umständlich und kompliziert - doch das Ziel ist: "die schrittweise Einführung einer verpflichtenden thermischen Sanierung des Wiener Althausbestandes" , sofern diese älteren Häuser "besonders schlechte Energiekennwerte" aufweisen.

Wenige Privathäuser saniert

Der Hintergrund: Bei der Bilanz der thermischen Sanierungen von Wohnhäusern klafft die Schere zwischen geförderten und privaten Wohnbauten weit auseinander. Denn im Bereich der geförderten Wohnbauten konnten in den vergangenen Jahren bereits 70 Prozent thermisch saniert werden - im Privathausbestand sind es allerdings erst 15 Prozent.

"Die Sanierungsverpflichtung wird kommen", ist sich der grüne Gemeinderat Christoph Chorherr sicher, der im Zuge der Verhandlungen zum KliP 2 diesen Passus hineinreklamierte. Wie genau dieses Ziel erreicht werden kann, werde noch diesen Monat in einer Arbeitsgruppe besprochen.

Rechtlich problematisch

Im Büro des Wiener Wohnbaustadtrates Michael Ludwig (SP) ist man in dieser Frage noch weit vorsichtiger: Zunächst einmal müsse man alle Voraussetzungen für einen derartigen Schritt prüfen - vor allem die rechtlichen. Denn ein Eingriff in privates Eigentum sei grundsätzlich nur bei einer Gefährdung der Sicherheit möglich. Trotzdem soll nun ausgelotet werden, ob und wie bei besonders schlechten Bauten eine Verpflichtung zur thermischen Sanierung dennoch möglich wäre.

Ungeachtet dessen hofft man im Büro Ludwig, dass etwa eine strengere Kontrolle der von der EU vorgeschriebenen Energieausweise für Gebäude noch einiges in Bewegung bringen wird. Denn einerseits haben Häuser mit einer schlechten Energiebilanz automatisch einen geringeren Marktwert - gleichzeitig werde bei Käufern und Mietern die Frage nach den Gesamtkosten - und also auch nach den Heizkosten - immer mehr ein Thema.

Neue Sanierungsförderung

Und nicht zuletzt habe auch die 2009 eingeführte neue Sanierungsförderung - die mehr und gestaffelte Fördermöglichkeiten bietet (siehe Artikel) - bereits einiges bewegt. Generell habe es von 2008 auf 2009 bei den Sanierungen eine Steigerung von 10.900 auf 17.700 betroffene Wohnungen gegeben. Im Bereich der thermischen Sanierungen habe es sogar ein Steigerung von 80 Prozent gegeben, bilanziert Ludwig-Sprecher Hanno Csisinko. Bei einer umfassenden thermisch-energetischen Sanierung von Altbauten ist eine Reduzierung des Heizwärmebedarfs um 50 bis 70 Prozent möglich.

Dementsprechend ist durch die gesteigerte Sanierungstätigkeit auch die Umweltbilanz verbessert worden. Konnte im Jahr 2008 durch die thermische Verbesserung von Wohnhäusern ein Ausstoß von rund 260.000 Tonnen CO2 eingespart werden - so waren es 2009 bereits 280.000 Tonnen CO2.

Problem: Gründerzeithäuser

Probleme gibt es vor allem durch die "technische Herausforderung" bei Gründerzeithäusern, so Csisinko - wegen der gegliederten Fassaden. Insgesamt gibt es in Wien rund 30.000 Häuser, die in der Gründerzeit errichtet worden sind. Im Wohnbauressort schätzt man, dass bei rund 40 Prozent dieser Bauten eine Sanierung sinnvoll wäre. Einen dringenden Bedarf, die Energiewerte zu verbessern, gebe es bei rund 500 bis 600 Gründerzeithäusern.

Vor allem in den Gründerzeitbauten stellt sich überdies auch die Frage der Finanzierung einer umfassenden Sanierung, die durch die Förderung nur abgefedert werden kann. Daher soll im Hinblick auf eine mögliche Sanierungspflicht im Vorfeld auch die soziale Frage einer derartigen Maßnahme abgeklärt werden. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.2.2010)

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energie_fuchs
02
18.2.2010, 20:59
... und die haustechnik

das thema, wo es meiner meinung nach mit wenig geld viel effizienzsteigerung gibt!
rohrleitungen dämmen, oder dafür sorgen, das alle heizkörper richtig durchflossen werden = fehlender hydraulischer abgleich und oft die ursache dass im winter im EG diverser gründerzeithäuser die fenster offen stehen, weil die Heizkörper glühen, während es in den oberen stockwerken nicht und nicht warm wird, aber auch die regelmässige anlagenwartung, usw.

Poldi Fesch
00
20.2.2010, 23:14
???

hae ? Ich wohn auch in so einem Ding, aber wie ich meine Heizung einstell hatauf die meines Nachbarns keinen Einflusz

Franz Stefan
02
23.2.2010, 09:56
... hatauf die meines Nachbarns keinen Einflusz

Naja, wenn Sie ordentlich aufdrehen, freuen sich ihre Nachbarn darüber, dass sie weniger heizen müssen. ;-)

Poldi Fesch
00
23.2.2010, 12:57
:)) ich

hab da einen Hof dazwischen

sweetmaker
 
00
22.2.2010, 05:36
sie heizen wahrscheinlich mit einer therme in der whg

energie_fuchs meint zentralheizanlagen im keller.

2 pair of shoes

Poldi Fesch
00
22.2.2010, 10:06
offensichtlich,

ich dachte aber, die Heizung im Keller gaebe es nur fuer 4 - max 6 Whghaeuser

sweetmaker
 
00
22.2.2010, 12:24
ich kenns aus zinshäusern saniert in den 80ern

wg. oben genannter probleme ist man davon (zum glück) wieder abgekommen.

Poldi Fesch
00
22.2.2010, 13:37
:) a vastehe

ich hab das Ding geerbt, ist aus den 60ern aber heizt u. heizt u. heizt

Dust von Dust
00
22.2.2010, 12:52

ich überlege eine hauszentralheizung mit einzel wohnungsanschlüssen und wärmezähler für jede wohnung. auf diese art hat man auch diese probleme nicht weil jeder die temperatur in seiner wohnung selbst steuert.

das eigentliche ziel ist die vollklimatisierung...

S. Enfspender
02
18.2.2010, 18:44
Nicht nur sog. Althäuser sind betroffen! (Teil 2)

Abgesehen von der Steigerung des Marktwertes des Objekts amortisieren sich diese Kosten hinsichtlich der Heizkostenersparnis erst in mehreren Jahrzehnten (außer der Ölpreis steigt ins Unermeßliche). Darüber hinaus ist die errechnete Senkung des Wärmebedarfs (der ja auch nicht unwesentlich vom individuellen Verhalten der Wohnungseigentümer bzw. -mieter abhängt) ein ziemlich theoretisches Rechenexempel, dessen Wahrheitsgehalt sich erst im langjährigen Praxisbetrieb erweisen wird.

S. Enfspender
04
18.2.2010, 18:38
Nicht nur sog. Althäuser sind betroffen! (Teil 1)

Die am schlechtesten gedämmten Objekte sind nicht die Gründerzeithäuser, sondern die sogenannten "Neubauten", die in den 30 Jahren zwischen 1960 und 1989 gebaut wurden. Am Zustand dieser Häuser, die (wenn sie zentralbeheizt sind) oft nicht einmal Notkamine haben, ist der Gesetzgeber aufgrund der damals bestehenden Bauordnung schuld. Daher müßte der Gesetzgeber im Minimum für eine überaus großzügige Förderung für die thermische Sanierung dieser Bauten sorgen. Ich kenne ein Objekt aus den Siebzigerjahren, das derzeit umfassend mit Kosten von 1 Mio EUR thermisch-energetisch saniert wird, von denen zwei Drittel von den Wohnungseigentümern aufzubringen sind.

Quim Barreiros
00
21.2.2010, 18:48

Ich wohne in so einem Gebäude, wir haben zum Glück einen richtigen Kamin. Mittlerweile ist es saniert und besser gedämmt, was es sehr angenehm macht.

Ich kann mir aber vorstellen, dass die Sanierung solcher Häuser, wenn sie keiner finanzstarken Eigentümergemeinschaft gehören, schwer ist.

heute ist fast morgen
11
18.2.2010, 18:11
Wenn sie schon beim Gesetze ausdenken sind

sollen sie doch idealerweise gleich den Winter verbieten.

Viel praktischer.

Hernals
00
21.2.2010, 20:30
Winter verbieten

Super!

Soph Isticus
14
18.2.2010, 18:00
um dem herrn chorher und anderen rechtlich ein bisserl auf die sprünge zu helfen:

bei sämtlichen dieser 30,000 häuser soll ein amtliches thermisches Gutachten erstellt werden. wozu bezahlen wir den magistrat denn?

dann wird der durchschnittliche Wärmedämm/Isolierwert ermittelt und eingestuft.

Wer das Haus nicht auf Best-Kategorie (vergleichbarer Neubau) bringt, rutscht ab und kann für die mietobjekte nur noch kat b an zins verrechnen.

fertig! das wärs. rechtlich jederzeit machbar, wenn der wille vorhanden ist.

motorsport
23
19.2.2010, 19:52
eine gute idee

gleichzeitig koennte man dann auch alle bestehenden mietvertraege kuendigbar machen (mit einer sechsmonatigen frist). wuerden die wohnungen dann marktgerecht vermietet dann wird die sanierung auch finanzierbar werden.

Poldi Fesch
21
20.2.2010, 23:16
bissi dummi

o. nur Spekulant ?

Dust von Dust
01
18.2.2010, 18:24
das kann sich die gemeinde wien nicht leisten!

die ist der grösste vermieter in der stadt...

Heavyweather
01
19.2.2010, 23:24

Die saniert eh schon und hebt gleich die Mieten an...

Birgit Englitsch
 
00
25.2.2010, 15:31
Wär mir noch nicht aufgefallen...

...dass die saniert.
Ich hab meine Fenster erst getauscht bekommen als ich mit Gericht gedroht habe, obwohl die so undicht waren, dass sich die Vorhänge bei Wind draußen gebauscht haben, obwohl die Fenster ZU waren. Wenn so eine Regelung kommt, dann ist Wiener Wohnen sicher ausgenommen per Sonderregelung wie bei so vielen Dingen.

Soph Isticus
22
18.2.2010, 17:53
zumindest der Dachboden kann 100% isoliert werden, was bei einem Gründerzeit Altbau schon mal 15-20% Ersparnis ausmachen kann.

max ritz
01
19.2.2010, 17:36
und wer soll das bezahlen

der Mieter oder der Vermieter?

Poldi Fesch
12
20.2.2010, 23:17
es zahlt

IMMER der Mieter, ist wie mit dem Arbeitgeberanteil. Das Mascherl ist wurscht

max ritz
21
21.2.2010, 14:28
darf ich Ihnen für 2-3 Jahre mein Haus überlassen

natürlich auch mit den Einnahmen aber auch mit den Pflichten und dann werden Sie sehen was die Mieter alles bezahlen!

Poldi Fesch
12
21.2.2010, 16:07
sorry,

bezahlten die Mieter nicht alles, waer die Huette im Konkurs

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