Passivhäuser

Kraftwerk mit Küche, Zimmer, Bad

Günther Strobl, 17. Februar 2010, 17:08
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    foto: apg /ira nicolai

    Das von fünf Firmen aus Vorarlberg und Tirol konzipierte "Österreich-Haus" in Whistler Mountain soll Passivhausstandards zum Durchbruch verhelfen.

Wie das "Österreich-Haus" bei Olympia kommen immer mehr Häuser schon ganz ohne Heizenergie aus

Rund ein Viertel des erzeugten Stroms wird in Privathaushalten verbraucht und geht häufig in Form von Wärme förmlich beim Fenster hinaus. Immer mehr Häuser kommen schon ganz ohne Heizenergie aus.

***

Jedem sein eigenes Kraftwerk. In zehn Jahren könnte diese noch utopisch anmutende Forderung Realität sein, zumindest bei Neubauten. Laut einer Richtlinie der EU-Kommission vom Dezember 2009 sollen ab 2020 alle privaten Neubauten "Nahezu-Null-Energiehäuser" sein. Für öffentliche Gebäude soll das ab 2018 gelten.

Noch strenger gibt sich Kalifornien. In dem nach Einwohnern größten Bundesstaat der USA soll jedes ab 2020 neu errichtete Gebäude nicht nur nahezu, sondern effektiv ein Nullenergiehaus sein.

Dass energieautarke Häuser, die ohne externe Heizenergie auskommen, schon heute funktionieren, lässt sich zigtausendfach demonstrieren. Deutschland und Österreich sind dabei Vorreiter.

Das erste nach Passivhausstandards errichtete Gebäude wurde in Darmstadt errichtet. Ein schwedischer Ingenieur und ein deutscher Physiker hatten 1989 die Idee, dem abstrakten Begriff der Energieeffizienz etwas Konkretes gegenüberzustellen - ein Haus. Dieses sollte so konstruiert sein, dass es kaum Heizenergie benötigt. Seit 2001 gibt es dieses Haus. Es verbraucht tatsächlich weniger als ein Zehntel der Heizenergie eines konventionellen Gebäudes.

Forschung auf Hochtouren

Inzwischen wurde die Forschung mit erheblichem Aufwand vorangetrieben. Unternehmen wie BASF haben hunderte Mitarbeiter abgestellt, um innovative Lösungen zum Dämmen der Gebäude zu entwickeln.

"Der Trend bei uns ist ungebrochen", sagte der Geschäftsführer der IG Passivhaus Österreich, Günter Lang, dem STANDARD. Waren es anfangs insbesondere Einfamilienhäuser, die nach dem Passivhausstandard errichtet wurden, sei nun ein klarer Trend zum großvolumigen Bau erkennbar.

Was versteht man unter einem Passivhaus? In der Regel ein Gebäude, das über eine Lüftungsanlage verfügt und aufgrund seiner guten Wärmedämmung ohne klassische Heizung auskommt. Der Großteil des Wärmebedarfs wird aus "passiven" Quellen (Sonneneinstrahlung, Abwärme) gedeckt.

Ende 2009 gab es in Österreich rund 6200 Passivhäuser mit einer Bruttogeschoßfläche von rund vier Millionen Quadratmetern. Das entspricht etwa 560 Fußballfeldern. "Müsste man diese Gebäude konventionell beheizen, wäre eine Erdgassäule in der Größe eines Fußballfeldes und hoch wie der Mount Everest notwendig." Die höheren Errichtungskosten von zwei bis fünf Prozent gegenüber dem heutigen Durchschnittsstandard seien rasch amortisiert.

Falsche Effizienzberechnung

Doch es gibt auch kritische Stimmen. In einer am Institut für Gebäude und Energie der TU Graz gemachten Studie über Doppelfassaden wurde gezeigt, dass es rund 25 Jahre dauert, bis die Energie, die für die Produktion des Dämmmaterials aufgewendet wurde, über reduzierte Betriebskosten wieder eingespielt ist. Effizienzberechnungen müssten auch den Energieverbrauch einbeziehen, der bei der Herstellung von dreifach verglasten Fenstern, Dämmstoffen, Haustechnik und Lüftungssystemen draufgingen.

In Österreich macht man sich unterdessen Hoffnung auf ein lukratives Exportgeschäft. Grund ist das nach Passivhausstandards errichtete Österreich-Haus, das anlässlich der Olympischen Spiele als Österreichertreff im kanadischen Whistler Mountain dient - das erste effektiv energiesparende Gebäude Kanadas.  (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.2.2010)

Kommentar posten
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Der auf der Nudelsuppen dahergschwommen is
 
00
22.2.2010, 01:45

werden die links durch google-werbung bestimmt oder wie kommt es, dass basf, welches in einen nebenabsatz erwähnt wird verlinkt ist und spannendere sachen wie das österreich-haus nicht?

Drapes Match Carpet
00
22.2.2010, 00:10
aus designgründen wird zu viel glas eingesetzt

lediglich die südseiten sollten grössere glasflächen haben, nordseitig eher oberlichten. glasflächen haben permanent einen 5x höheren wärmeverlust als wände im vergleich zu den zeitlich begrenzten energiegewinnen und sind extrem teuer. diese flächen müssen auch nicht bis zum boden reichen, da sie die nutzbarkeit der räume einschränken und man zum offenen wohnen gezwungen wird, was irgendwann nervt. also nicht einkochen lassen vom architekten der alles verglasen will um die baukosten zu erhöhen.

hast1
00
19.2.2010, 19:05
Noch strenger gibt sich Kalifornien

aber echte pioniere sind die bewohner des death valley. die benötigen schon seit immer keine energie zum heizen!

Der auf der Nudelsuppen dahergschwommen is
 
01
22.2.2010, 01:48

tja, bloß um die hitze draußen zu halten, könnte die wärmedämmung auch ganz gut helfen. klimaanlagen sind ja noch schlimmer als ölheizungen ;)

Austrialix
02
19.2.2010, 16:27
Schwachfug der TU Graz...

Absoluter Blödsinn. Graue Energie für ein Passivhaus.
Schon mal überlegt, wieviel Energie für ein konventielles Haus mit gebrannten Hohllochziegeln mit 10-15cm EPS-Dämmung draufgeht? Mein Passivhaus ist Mineralfaserfrei und mit Zellulose (Isofloc) gedämmt. In Holzständerbauweise. Ökologischer gehts kaum mehr. Unser Haus mit über 200qm Nutzfläche bedarf je qm 35kWh Strom im Jahr inkl. aller E-Geräte. Natürlich mit Solarthermie unterstützt. Konventioneller Neubau benötigt ca. 120-150kWh/a. Also bei 200qm sind dies ca. 20.000kWh Primärenergie eingespart. Das Potenzient bei 1,5 mio Wohnunge in Österreich liegt bei ca. 7 MRD Euro/Jahr! Geld das nach Russland, Arabien fliesst. 1000 Euro pro Nase und Jahr!

re flexion
10
22.2.2010, 21:43
Tja

Drum hat die "schwachsinnige" TU-Graz auch die Aufwendungen von "dreifach verglasten Fenstern, Haustechnik und Lüftungssystemen" auch noch mit einberechnet.

PS: Ein "konventioneller" Neubau mit 10-15cm EPS-Dämmung benötigt keine 120 - 150 KWH/Jahr

Austrialix
00
22.2.2010, 22:30
Bauen will er, rechnen kann er aber nicht

im 300-seiten-starken "Schweizer Energiefachbuch" des Bundesamtes für Umwelt werden alle Baustoffe mit "Umweltbelastungspunkten" berechnet. Und natürlich sind da Gläser, Mineralfasern, Beton usw alle vorhanden. Zudem benötigt eine Komfortlüftung zwischen 50 und 80 Watt und die klassische Kleinstwärmepumpe fürs Passivhaus ca. 700 Watt (Leistungsaufnahme). Aber ein Ölbrenner, ein 25 qm Heiz und Tankraum, 2 Öltanks oder ein Schuppen voller Holz und Kohle sind da sicher viel Effizienter.
Ein klassischer Neubau hat in Österreich ca. 90 kW/qm und Jahr reiner Heizungsbedarf. Dann kommen noch Warmwasser und der Haushaltsstrom dazu. sind dann nochmals 5000 kWh pro Jahr * 3 = 15.000 kWh Primärenergie.

re flexion
00
23.2.2010, 10:15
???

Bei "Hohllochziegeln mit 10-15cm EPS-Dämmung" sinds aber nicht bei 90 KWH/Jahr sondern bei 30 - max.50 KWH/Jahr.

Der Rest ihrer Rechnerei ist auch nicht klar. Was soll dieses *3?

PS: Ich will nicht bauen (habe altes Haus saniert) und habe auch nichts gegen Passivhäuser. Aber mit ihren "Rechenkünsten" eine Studie (die sie anscheinend nicht einmal kennen) einfach als Schwachsinn abzutun ist nicht ernst zu nehmen.

PPS: Es gibt auch Gas!

Austrialix
00
23.2.2010, 16:25
Dämmung ist eine Sache, Energiebilanz eine Andere

Nuja - will da nicht via Blog rumätzen.
Aber die Energiebilanz eines Hauses sollte auch Ihnen geläufig sein. Wenn Sie 1 kWh Strom aus der Dose konsumieren muss (je nach Kraftwerksart) ca. der 3-fache Wert reingesteckt werden. Darum ist das Limit bei Passivhäusern bei 40 kWh/qmJahr bzw. 120 kWh/qm Jahr Primärenergie. Bei Öl/Gas ist der Faktor ca. 1,1. Bei Solarstrom müssen Sie zum Vergleich ca. Faktor 6 rechnen, wobei das "Mehr" ja direkt von der Sonne kommt, Sie aber dieses "Mehr" mit einer grösseren Kollektorfläche bezahlen. Wir sprechen von "Umwandlungsverlusten". Und ja - bei Wänden usw. ist im Endeffekt der U-Wert des Gesamtmoduls entscheidend. Was aber immer noch nichts über die DICHTHEIT aussagt. Dazu brauchz den BlowerDoorTest...

re flexion
00
23.2.2010, 21:04
Naja

dann solltens in ihren eigenen Postings sich einmal darauf einigen, welche Energien sie miteinander vergleichen. Einmal schreibens von "Primärenergie", dann von "Bedarf an Strom" usw.

PS: Wie kommens jetzt also auf *3? Gehens davon aus, dass ein herkömmlich isoliertes Haus mit Strom geheizt und ebenso Warmwasser und Kochen mit Strom passiert?

jeffk
10
22.2.2010, 19:19

klingt schon toll, nur muss man sich das erst mal leisten können;-)

Austrialix
00
22.2.2010, 22:22
ynot

der unterschied im GESAMTPROJEKT (Grund, Gebäude, Einrichtung, Planung) war unter 2% gegenüber der konventionellen Bauweise...

hast1
11
19.2.2010, 19:01

ziegelhäuser können aber erfahrungsgem. jahrhunderte lang genutzt werden. die lebensdauer ihres pappendeckelhauses ist mir nicht bekannt.

Austrialix
02
20.2.2010, 11:24
naja... holzhäuser stehen oft seit hunderten von jahren

aber das ist wohl kein argument. ebensowenig wie die wohnqualität gegen einen feuchten betonneubau...

Nadlehee
01
18.2.2010, 11:27
Strohballenbauweise

Hm, tatsächlich ist es natürlich ein Problem, wenn die Produktion der Dämmstoffe dermaßen viel Energie verschlingt und eine hohe Co2 Belastung verursacht.

Es gibt dafür aber eine Lösung: Lasttragender Strohballenbau. Ich habe über Keimblatt Ökodorf einen Informationsfilm dazu bezogen.
Da Stroh sowohl Mauerwerk als auch Dämmung in einem ist, ist der Aufwand für die "Produktion" minimal und die CO2 Belastung ebenso.

Darüber hinaus sind solche Häuser komplett ohne Heizung zu realisieren. Nicht mal ein Umluftsystem braucht es.
Ohne Komforteinbußen wohlgemerkt.

Ich beschäftige mich schon seit Jahren mit Passivhäusern. Die Häuser im Lasttragenden Strohballenbau scheinen mir das Nonplusultra zu sein.

Infofilmchen gibt es auch auf Youtube.

luke skywalker
00
18.2.2010, 21:09
Googeln Sie ein wenig.


Die Herstellungenergie von Wärmedämmung für ein Einf.Haus liegt in der Größenordnung 1000-2000 Liter Erdöl.
Das hat man nach 1/2 Jahr bis 1 Jahr an Energieeinsparung hereingebracht. Das ist ja praktisch vernachlässigbar gegenüber den >30 Jahren Lebensdauer.

z.B. Mitte

http://www.quadlock.de/Daemmen_m... 030818.pdf

helmut wiesel
00
19.2.2010, 12:38

naja. dass der Ersteller dieser Schriftstückes, der Verband der Hersteller von Dämmstoffen aus Styropor bzw. EPS-Hartschaum in Deutschland das sagt, verwundert jetzt aber nicht. Oder ?)

Nadlehee
01
19.2.2010, 12:13

Ok, ich war da ungenau. Es geht natürlich nicht nur um die Dämmstoffe, sondern um die gesamte Haustechnik und die Baumaterialien gesamt. Ich beziehe mich damit auf die zitierte Studie der TU-Graz. Bei Benutzung von Styropor braucht es freilich noch klassische Wände.
Im lasttragenden Strohballenbau spart man sich klassisches Mauerwerk, Zement und Beton und das bedeutet eine enorme Verbesserung der Ökobilanz.

So habe ich das gemeint.

Der Seppl
 
00
18.2.2010, 17:42

Ein Freund von mir hat sich solch ein Haus gebaut, es ist jedoch leider so, dass diese Art der Isolierung die Gesamtkosten um 30% nach oben getrieben hat.

Lehmputz, Holz statt Ziegel und größere benötigte Grundfläche waren die Hauptposten.

Nadlehee
00
19.2.2010, 12:05
Trotzdem...

Hm, das Haus deines Freundes ist nicht im lasttragenden Strohballenbau errichtet. In Österreich ist meines Wissens lasttragend nicht erlaubt. (Leider!)
Es muss somit ein Gerüst aus Holz(stelzen) errichtet werden, das dann mit Stroh ausgefüllt wird.
Dadurch entstehen Mehrkosten.
Aber selbst bei den 30% Mehrkosten: Nach spätestens 10 Jahren haben sich die wohl amortisiert. Ab diesem Zeitpunkt kann sich ihr Freund ins Fäustchen lachen, da er mit sehr sehr niedrigen Heizkosten aukommt.
außerdem kann er ein sehr gutes Gewissen haben, er hat sich für eine sehr umweltfreundliche Bauweise entschieden.

prusiner
00
18.2.2010, 13:48
naja

Heizungsloses Passivhaus ohne Lüftungssystem wird eher nicht hinzukriegen sein, mit oder ohne Strohballen.

Nadlehee
00
19.2.2010, 12:07
Doch ist möglich

Das dachte ich auch, aber es geht, solche Häuser existieren, auch ohne Lüftungssystem.
Und das auch in gebirgigen, exponierten Lagen.

zuzler
02
18.2.2010, 09:54
Was ist mit den Bürohäusern?

Jedes neu errichtete Bürohaus hat fast ausschl. eine Glasfassade. Ist das auch Energie effizient?

Kapitalismus Luege
00
18.2.2010, 08:53
der Wald im Hintergrund stoert

der gehoert auch wegbetoniert.

meineMeinung
00
18.2.2010, 08:51

ein leistbares Niedrigenergiehaus wär mal was!

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