Beistand für Tierschützer

220 Prominente zeigten sich selbst an

17. Februar 2010 14:38
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    Foto: apa/herbert pfarrhofer

    Textilunternehmer-Erbe und Tierschützer Hans Palmers (mitte): "Wenn wir versuchen, solche Leute mundtot zu machen und vor Gericht schleppen - unter, soweit ich das beurteilen kann, fragwürdigen Methoden, rüttelt das an den Grundpfeilern unserer Demokratie."

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    Unter anderem haben sich selbst angezeigt  (von li nach re) Tierschutzvereinspräsidentin Madeleine Petrovic, Heinrich Wagner, Hans Palmers und Schwester Theresia während  der Pressekonferenz zum Thema "... Dann zeige ich mich hiermit wegen Übertretung von 287ß selbst an"

Paragraf 278a - Prominente wollen auf "Justizfarce" aufmerksam machen - "Haben uns durch Engagement ebenfalls schuldig gemacht"

220 Prominente haben sich bei der Staatsanwaltschaft Wien selbst angezeigt, weil sie gegen den "Antimafia"-Paragrafen 278A verstoßen hätten. Die Aktion ist eine Solidaritätserklärung mit den 13 Tierschützern, die am 2. März in Wiener Neustadt unter anderem wegen Verstoßes gegen diesen Paragrafen vor Gericht stehen werden.

***

Wien - Die 13 Tierschützer, die sich nach jahrelangen Ermittlungen ab 2. März im Landesgericht Wiener Neustadt verantworten müssen, erhalten Schützenhilfe: 220 Prominente, Aktivisten und Privatpersonen, die einen Angriff auf Demokratie und Rechtsstaat sehen, haben sich aus Protest selbst angezeigt. Ihre Kritik richtete sich gegen den Anklagepunkt nach Paragraf 278a - der Beteiligung an einer kriminellen Organisation. Laut Staatsanwaltschafts-Sprecher Erich Habitzl sind noch keine Selbstanzeigen aufgetaucht. Auch bei der Wiener Behörde sollen am Mittwoch noch keine der 220 Selbstanzeigen vorliegen, erklärte Sprecher Gerhard Jarosch. Damit einer Selbstanzeige nachgegangen werde, müsse jedenfalls eine Beschreibung des Tatbestandes vorliegen, betonte er. Eine bloße Solidaritätserklärung reiche nicht.

Durch Engagement ebenfalls schuldig gemacht

Am Montag wurden die 220 Selbstanzeigen an die Staatsanwaltschaft Wien übermittelt. Die Anschuldigung gegen die 13 Tierschützer seien so vage, dass sie auf jeden Unterstützer einer Bewegung angewandt werden könne, erklärten die Selbstanzeiger am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Insofern habe man sich durch das eigene Engagement ebenfalls schuldig gemacht.

Umkehr der Täter-Opfer Rolle

Darunter auch jene des Schauspielers Hubsi Kramar sowie des Liedermachers Sigi Maron, die bei der Pressekonferenz schriftliche Statements übermittelten: "Eine Umkehr der Täter-Opfer Rolle hat ja in Österreich Tradition und ist besonders beliebt", kritisierte Kramer. Das Bedrohliche sei für ihn, gegen wen der Paragraf angewandt werde.

Brief an die Justizministerin

"Ich habe einen persönlichen Brief an die Justizministerin geschrieben, mit der Frage, wie sie mein Verhalten beurteilt und was ich tun soll. Denn ich habe auch in Zukunft vor mich an Kampagnen zu beteiligen", erklärte  Madeleine Petrovic, Klubobfrau der Grünen in Niederösterreich und Chefin des Wiener Tierschutzvereins. "Wenn dieses Verfahren da durchgeht, ist das der Abgesang des Rechtsstaats", urteilte Petrovic.

Kritik an Verlegung der Causa

Heftige Kritik äußerte die Politikerin an der Verlegung der Ermittlungszuständigkeit in der Causa an die Behörde nach Wiener Neustadt, die sich gegen die Tierschützer "verschworen" habe. Geschehen sei dies durch einen Kunstgriff, eine Kombination mit einem anderen Fall, so die Politikerin. Ex-Justizministerin Maria Berger habe ihr schriftlich bestätigt, dass dies nicht hätte passieren dürfen.

Justizministerium will antworten

Im Justizministerium gab es zu diesem Schreiben am Mittwoch lediglich ein knappes Kommentar: "Es wird eine Antwort geben, aber wie diese Antwort aussehen wird, kann ich noch nicht sagen", erklärte Katharina Swoboda, Sprecherin der Justizministerin.

Palmers: Grundpfeiler unserer Demokratie

Textilunternehmer-Erbe und Tierschützer Hans Palmers zeigte sich ebenfalls selbst an: "Das habe ich alles auch gemacht - und ich bin stolz darauf und stehe dazu." Er habe sich genauso wie die beschuldigten Tierschützer gegen Unrecht eingesetzt, betonte der Schweizer. "Wenn wir versuchen, solche Leute mundtot zu machen und vor Gericht schleppen - unter, soweit ich das beurteilen kann, fragwürdigen Methoden, rüttelt das an den Grundpfeilern unserer Demokratie."

278a "Gesinnungsparagraf" -  "Justizfarce" aufhalten

Als Moderator der Veranstaltung trat Versicherungskaufmann Boris Lechthaler in den Vordergrund. Auch er hat sich selbst angezeigt. "Wer eine Bewegung ideell, finanziell unterstützt oder auch nur ein T-Shirt kauft, macht sich laut der jetzigen Auslegung unter Umständen eines Verbrechens schuldig. Man muss diese "Justizfarce" aufhalten, 278a wird als "Gesinnungsparagraf" gewertet", erklärte der Oberösterreicher.

"Alle Vorwürfe würden auch auf mich zutreffen"

Unter den 220 Selbstanzeigern befanden sich neben kirchlichen Vertretern auch die Büroleiterin des "Vereins Gegen Tierfabriken" (VGT), Maria Griebl. In der Causa wurde auch gegen sie ermittelt. Die Behörde stellte das Verfahren dann ein. Fünf ihrer Kollegen sind noch angeklagt. "Wie willkürlich die Auswahl ist, ist ganz offensichtlich. Alle Vorwürfe würden auch auf mich zutreffen." Griebl sieht in dem Vorgehen der Justiz eine "ernsthafte Bedrohung der Demokratie".

Ähnlich beurteilte es Tom Putzgruber, Obmann des Salzburger Tierrechtsverein "Respektiere". Auch gegen ihn wurden Erhebungen geführt und fallen gelassen. Putzgruber hat die Wiener Neustädter Behörde wegen ungerechtfertigter Durchsuchung und Nicht-Retournierung von beschlagnahmten Gegenstände angezeigt.(APA)

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mrheli
20.02.2010 10:17

DIe sollen sich gleich selbst einsperren und nie wieder blicken lassen! :-D

kathi baum
22.02.2010 11:41
SIE klingen so

als wären sie bereits in ihrer eigenen ENGSTIRNIGKEITeingesperrt!

- zum glück gibts aber auch leute, wie z.b. die jungen, engagierten tierrechtsaktivist_Innen die versuchen in ihrem leben...MIT ihrem leben was zu verändern!!!!
SCHADE, dass ihnen jetzt "unsere" durchgeknallte justiz das leben und ihre existenzen zerstören will!!!!
hier ist solidarität gefragt!
- und unterstütrzung:
http://www.vgt.at/actionale... /index.php
...ihr seid nicht allen!!!!!
kathi baum

hiergeborener
19.02.2010 15:09

ab in die u-haft.

Maria Lacina
22.02.2010 09:16
was..

hast denn angestellt?

Walter Tiefenthaler
19.02.2010 00:39
reine publicityaktion...

...die sollen sich auch gleich wegen dem diskriminierenden homosexuellenparagraphen 207 (ex-209) selbst anzeigen, dann geht das in einem aufwasch...

Oz 1980
19.02.2010 00:14

Könnte man Mitglieder diverser Glaubensgemeinschaften nicht ebenfalls nach dem §278a anklagen, da gäbs grad (wiedermal) einen Anlassfall...

schlitzohr2
18.02.2010 20:10
Owa aufm Kaas habns net aufpasst?!? Der is eahna durch die Lappen gongan. Na guat, man kann net überall sein…

kathi baum
18.02.2010 19:24
super aktion!!!!!

- neben der grossartigen solidarität brauchen die 13 beschuldigten aktivist_Innen jetzt aber auch geldspenden.
keineR der beschuldigten wird während dem monsterprozess arbeiten gehen können (müssen sie ja statt ihren lohnarbeiten nachgehen zu können stumpfsinnigerweise ständig im gerichtssaal sitzen...)
- wie die leute während dieser zeit ihre rechnungen und mieten zahlen sollen, wie ihre familien ernähren sollen ist den anklagebehörden EGAL,
(DAZU kommen noch die horrenden anwält_Innenkosten...)- ein verbrechen was diesen engagierten leuten da angetan wird!!!!!
spenden bitte unter:
http://www.vgt.at/actionale... /index.php
SOLIDARITÄT!!!!!!
kathi baum


Walter Tiefenthaler
22.02.2010 01:52
warum sollen ehrbare menschen fuer solche spinner aufkommen...?

der wiener tierschutzverein, die familie palmers und die katholische kirche investieren doch sicher gerne in die aktion dieser wohlstandskinder.

Gilgamesh
19.02.2010 13:28

Warum sollte man Pöbel unterstützen???

Und nun können mich alle Gutmenschen, Linkslinken, Rechtstreue negativ bewerten, ich finde Sachbeschädigung und Drohung von Seiten der "Tierschützer" keineswegs als ehrenhaft...

kathi baum
22.02.2010 11:31
von welchgen konkreten sachbeschädigungen schreiben sie da???

bei 5 aktivist_Innen steht offenbar nur noch der § 278a zur anklage, konkrete straftaten werden DENEN jedenfalls KEINE mehr vorgeworfen!!!! (eingestellt (weils völlig grotesk wäre!) z.b. brandstiftung, sachbeschädigung u.a. beim tiroler künstler und vgt akrivisten chris moser) 13 leute (darunter obige person) stehen ab 2 märz vor gericht. und soweit ich weiss mind. 5 von ihnen ausschliesslich wegen § 278a, "vorgeworfen" werden den leuten da handlungen im rahmen legaler kampagnentätigkeit (ausgelegt soll ihnen das als "legaler arm" einer "kriminellen doppelstrategie " werden!!!!! - gehts noch lächerlicher und boshafter bitte??????? WO leben wir denn???????? solidarität mit den betroffenen tierrechtsaktvist_Innen!!!!!!!!!! k.b.

kathi baum
22.02.2010 11:01
WER

WER von den aktivist_Innen hat sich denn bitte konkret einer derartigen STRAFTAT wie sie sie hier so polemisch anführen zu schulden kommen lassen?????
ist es nicht so. dass den Tierrechtsaktivist_Innen vielmehr NICHTS konkretes mehr angelastet wird, ausser der (von vielen seiten!) äusserst umstrittene "mafia/terror"-paraGRAF (nicht zu verwechseln mit den grafs vom kleider bauer die diese hexenjagd nach vesch. quellen überhaupt erst angeleiert haben sollen!) § 278a.
dem künstler und vgt-aktivisten aus tirol chris moser wird ausschliesslich dieser § vorgehalten, ebenso dem vgt-obmann martin balluch und mind. einer weiteren person.
-diese starfanträge sind unzensuriert und kommentiert veröffentlicht unter: www.vgt.at
SOLIDARITÄT!!!!
kathi b.

Maria Lacina
22.02.2010 09:20
mein..

rotes Stricherl hast eh schon. Eine katholische Nonne (unter anderem) als Poebel zu bezeichnen, zeugt schon von einer gravierenden geistigen Verwahrlosung. Igitt!

KurtEcker
21.02.2010 17:47

wer weiss, ob derartige poster nicht viel eher zum pöbel zählen.grübel.

hoffe ihre ehre wird gebührlich im altersheim gefeiert.
übrigens hat der staat die lainzer schwestern wieder entlassen und sozial integriert.
ich bin sicher, dass sie ab nun ehrenhaft betreuen und pflegen.

Andreas Mittermayer
19.02.2010 22:22
Sie sind armselig!

Ringweltler
19.02.2010 07:31

Richtig, bin ganz Ihrer Meinung! Nur dieses "Innen" macht es schwer, Ihr Posting schneller zu lesen.

Rudolf Mentär
18.02.2010 18:19
"ein knappes Kommentar"

Es heißt "DER Kommentar".
http://www.duden-suche.de/suche/abs... l_id=89751

Ringweltler
19.02.2010 07:32

naja dann müsste es aber der/die KommentarIn korrekt geschrieben werden ;-)
(mach mich nur über diese neue lächerliche gender-sprache lustig, sie haben eh recht)

gosha79
22.02.2010 23:44

"Diese NEUE Gendersprache"...haha. Wo waren Sie denn die letzten 15 Jahre bitte? Nicht so sehr auf dieser Welt oder ;-)

Ringweltler
23.02.2010 07:24

bitte nicht weinen, baby - es wird alles gut.

in meiner firma ist diese gendersprache noch lange kein thema ... also vo wegen 15 jahre ...

jopa
25.02.2010 19:16

na wenn s in ihrer firma noch lange kein thema is, dann KANN es "diese gendersprache" ja überhaupt noch keine 15 jahre geben!

scheint sich um ein höchst fortschrittliches unternehmen zu handeln....

Ringweltler
26.02.2010 07:49

Fortschrittlich sind auf jeden Fall - aber wir sind auch ein Unternehmen mit über 95% Männeranteil.

gosha79
23.02.2010 12:14

Wie kommst du auf weinen Schnäutzelchen, ich amüsiere mich über sowas prächtig :-)

Erwin Brandstetter
18.02.2010 18:13
Volle Unterstützung

Manche Tierschützer haben aus meiner Sicht verkehrte Prioritäten. Haustiere sind keine Menschen und 1 Kind ist wichtiger als 1000 Hunde.

Aber diese Initiative kann ich nur unterstützen. Die Jäger-Mafia aus ÖVP und Raiffeisen missbraucht ausgerechnet den Anti-Mafia-Paragraphen um unliebsame Gegner zu vernichten. Eine unfassbare Sauerei.

valentinapuma
18.02.2010 20:38
>1 Kind ist wichtiger als 1000 Hunde.

Da fehlt "FÜR MICH".
Oder maßt du dir an, diese deine Wertigkeit anderen aufzwingen zu wollen?

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