Fall Alijew

Kasachen geben Garantien

17. Februar 2010 19:11
  • Artikelbild
    Foto: standard/markus bernath

    Der frühere kasachische Botschafter Rakhat Alijew könnte nun doch an sein Heimatland ausgeliefert werden.

Ex-Botschafter soll seine Gefängnisstrafe unter internationaler Beobachtung verbüßen

Wien - Kasachstan hat der österreichischen Justiz formelle Garantien gegeben, dass der frühere Botschafter des zentralasiatischen Landes, Rakhat Alijew, bei einer Auslieferung nach europäischen Menschenrechtsstandards behandelt würde.

Die in Österreich geäußerten Bedenken, Alijew erhielte kein faires Verfahren, bestünden zu Unrecht, sagte Kasachstans Botschafter in Wien, Yerzhan Kazykhanow, am Mittwoch. Das Landesgericht Wien hatte 2007 eine Auslieferung des früheren Botschafters, Vizeaußenministers und stellvertretenden Geheimdienstchefs Alijew abgelehnt mit Verweis auf die Menschenrechtslage in dem Land.

Derzeit läuft ein zweites Verfahren über einen Auslieferungsantrag von Kasachstan. Dieses Mal geht es um den Strafvollzug: Alijew war in Abwesenheit zu insgesamt 40 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gerichtsverfahren fand dabei unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor einem Geheimtribunal statt.

Dem 47-jährigen Alijew werden die Entführung zweier Bankmanager vorgeworfen, die seither als verschwunden gelten, Korruption, Erpressung und die Bildung einer kriminellen Organisation. Anfang Jänner traf sich Alijew allerdings geheim mit dem kasachischen Außenminister Kanat Saudabajew in Wien, wie der Standard damals aus verlässlichen Quellen erfahren hatte. Dabei dürfte es um ein Stillhalteabkommen zwischen Alijew und der Regierung in Astana gegangen sein, die in diesem Jahr den Vorsitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) übernommen hat.

Das Treffen allein ließ Zweifel aufkommen, dass es im Fall Alijew tatsächlich um angeblich begangene Verbrechen geht und nicht eher um die politischen Ambitionen des früheren Schwiegersohns des Präsidenten, der selbst für das Amt des Staatschefs kandidieren wollte. Die Behörden versuchten 2007 auch, Alijew aus Wien zu entführen.

Straßburg lehnte ab
Kasachstans Botschafter in Wien versicherte nun, Alijew könne seine Gefängnisstrafe unter internationaler Beobachtung in Kasachstan verbüßen. Noch im vergangenen November hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg jedoch die Auslieferung eines kasachischen Staatsbürgers in sein Heimatland als einen Verstoß gegen die Menschenrechtskonvention gewertet. Ein Schutz vor Folter sei nicht gewährleistet, urteilten die Richter.

Der UN-Berichterstatter für Folter, der Österreicher Manfred Nowak, kam in seinem jüngsten Report zu einer günstigeren Einschätzung des zentralasiatischen Landes: In Kasachstan würde nicht systematisch gefoltert, Fälle von schweren Misshandlungen gebe es aber sehr wohl. Während seines Besuchs im Frühjahr 2009 seien ihm von den kasachischen Behörden zudem Hindernisse in den Weg gelegt worden. (Markus Bernath/DER STANDARD, Printausgabe, 18.2.2010)

 

 

Harald Ecke
 
11.04.2010 19:29
Wir sollten Bruno schicken

um zu machen eine Lernung von der Republik Kazachstan zum Wohle der glorreichen Austria. Der kann gleich die internationale Beobachtung in der Zelle als Gegenleistung für die Lernung von Kazachstan machen

W.Hammerl
17.02.2010 19:23

Es kann sich hier wohl nur um ein Versprechen handeln. Eine Garantie müsste von einem Dritten gegeben werden oder abgesichert sein.

Seria
17.02.2010 16:48

soll ja vorkommen, daß Leute auf der Flucht erschossen werden, andere an plötzlichem Kreislaufversagen usw

cee lo
17.02.2010 14:54

ausliefern und den tot seiner freundin aufklären.... wenn er schuld ist dann soll er in kazachstan einsitzen....

W.Hammerl
17.02.2010 19:24

Falls er ein allfälliges Gerichtsverfahren überhaupt erlebt.

Ava Tar
17.02.2010 14:35

Der britische Geheimdienst könnte Österreich ersuchen, so einen wertvollen Demokratiebringer doch lieber in Reserve vor Ort zu belassen. Für Kasachstan haben's noch keinen Allawi und keinen Karzai.

random2
17.02.2010 18:28

dh der raiffeisen-profil bericht vom dez 2009 ist also erstunken und erlogen.
der 51 bundesstaat der usa will, und österreich führt aus.
http://www.news.at/articles/... laengerung

Ava Tar
17.02.2010 19:47

ich schätze er hat, wenn nicht mehr von uns verlängert, dann eine britische Aufenthaltsgenehmigung erhalten, im Internet geisterten Meldungen über Treffen zwischen ihm und dem brit. Geheimdienst herum; und mit der entsprechenden Aufenthaltsgenehmigung ist er jetzt bei uns

bei uns und in der Schweiz ist der größte Teil seiner "zusammengetragenen" zig Millionen, außerdem wird ihn in Wien kaum jemand über den Haufen blasen. In London geht's da etwas bunter zu, man erinnere sich an Litwinenko, dem man tödliches Polonium in den Tee tat

Alles in allem eine grausliche Sache, ein Gericht gehört mit seinen Taten befaßt, es ist doch keine Lösung einfach gar kein Verfahren zu machen!!!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.