Aktive Sterbehilfe wird in Österreich befürwortet

17. Februar 2010, 13:25

Knapp zwei Drittel der Befragten sprechen sich dafür aus, dass ein Arzt einen Patienten auf dessen Wunsch tötet

Graz  - Aktive Sterbehilfe - die in Österreich strafbar ist - findet zunehmend Zustimmung. Dies zeigt eine repräsentative Befragung im Auftrag der Med-Uni Graz. Demnach befürworteten mittlerweile 62 Prozent der Befragten, dass ein Arzt einen Patienten auf dessen Wunsch tötet. Das sind um 13 Prozent mehr als noch im Jahr 2000, berichtete die Med-Uni Graz am Mittwoch. Eine differenzierte Diskussion darüber wünscht sich der Grazer Sozialmediziner Wolfgang Freidl.

Aktive Sterbehilfe bezeichnet die Möglichkeit, dass unheilbar Kranken und schwer leidenden Menschen der Wunsch zum Sterben erfüllt wird, indem ein Mittel verabreicht wird, das ihren Tod herbeiführt. Im Rahmen der Erhebung des Instituts für Sozialmedizin und Epidemiologie wurden 1.000 Österreicher ab 16 Jahren telefonisch befragt, wobei die Einstellung sowohl zur aktiven als auch zur passiven Sterbehilfe erhoben wurde.

Stimmungswandel im vergangenen Jahrzehnt

Dabei zeigte sich ein merklicher Stimmungswandel innerhalb der vergangenen zehn Jahre: 62 Prozent der Befragten befürworteten die aktive Herbeiführung des Todes auf Patientenwunsch. Männer treten mit 66 Prozent Pro-Stimmen etwas öfter für aktive Sterbehilfe ein als Frauen (58,5 Prozent). Bei vergleichbaren Befragungen des IMAS-Instituts in den Jahren 2000 und 2006 sprachen sich erst 49 Prozent dafür aus, hielten die Studienautoren Willibald Stronegger und Wolfgang Freidl fest.

Aufklärung fehlt

Bei einem Fallbeispiel der aktiven Sterbehilfe waren nur 58 Prozent dafür, dass der Arzt das Leben des Patienten auf dessen Wunsch hin beendet, betonte Freidl. "Hier zeigt sich, dass Aufklärung anhand von konkreten Fallbeispielen - auch wie es in den Ländern mit erlaubter aktiver Sterbehilfe wirklich zugeht - nottut", so der Grazer Sozialmediziner mit Schwerpunkt Ethik im Gesundheitswesen und dem Bereich Medizin und Nationalsozialismus.

In Österreich ist aktive Sterbehilfe verboten. Auch assistierter Suizid, sprich die Verordnung von Medikamenten, die todkranke Menschen selbst einnehmen, um damit ihren Tod herbeizuführen, ist gesetzlich nicht gestattet. Erlaubt ist die aktive Sterbehilfe in den Niederlanden (seit 2001), in Belgien (seit 2002) und Luxemburg (2009). Der Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen bei einer tödlich verlaufenden Erkrankung oder Verletzung (passive Sterbehilfe) ist in Österreich erlaubt. Wenn der Kranke also eine Behandlung ablehnt, muss der Arzt im Regelfall die Autorität des Patienten anerkennen und nach dessen Wunsch handeln. (APA)

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das glaub ich nicht...

Diese Statistik ist falsch!
Österreich ist ein lebensfreundliches Land,
katholisch geprägt und lebensfreundlich eingestellt.
Wenn die Fragestellung komisch gestellt wird kommt ein völlig gegenteiliges Ergebnis heraus.
In Österreich sind wir nicht für aktive Sterbehilfe.
Einer der vielen Statistiken die wieder einmal nicht stimmen können, wenn Leute die Umfragen machen und nur lange genug um den Brei herum reden bis sie auf das Ergebnis kommen die sie hören wollen klicken dann irgendetwas an was eigentlich nicht so gemeint ist. Genausowenig sind die Mehrheit in Österreich für Patientenverfügungen.Wir sind keineswegs lebensmüde.

Aus meiner Sicht hat STERBEN NUR mit LOSLASSEN zu tun.


Ich finde wegen Erkrankungen zu sterben ist unnatürlich.
Ebenfalls unnatürlich der Sterbehilfe leistet, der tötet.
Aber irgendwie passt -SO- das Ganze dann wieder zusammen nur, stimmt mich das NICHT FROH.

also ich will an alterschwäche sterben – GESUND und das heißt - abends einschlafen und morgens zufrieden und glücklich nicht mehr wach werden.


wollen heißt nicht können

Praktisch alle Menschen wollen auf diese Weise sterben - an Altersschwäche und im Schlaf.

Na - und wieviele tun es? Wollen genügt nicht.

Meine 90-jährige Großmutter, die an einem Gehirntumor langsam dahinstirbt, würde oft gern sterben. Aber da kann sie loslassen, was sie will; der Körper stirbt nicht einfach, wenn man es möchte. Und er stirbt auch überaus selten so, wie man es gern möchte.

An Erkrankungen zu sterben ist heutzutage durchaus die Norm; alles andere die Ausnahme.

Können heißt nicht wollen – Wollen+Können sollen im Einklang stehen - dann gehts mit Loslassen. @Von hinterm Mond ihr Nick inspiriert *lol* ich bin eine Ausnahme. Praktisch alle Menschen wollen auf diese Weise sterben, wie viele setzen sich mit

Krankheiten, sterben auseinander, fast alle Menschen haben davor Angst Mensch denkt, Medizin wirds schon richten und jetzt auch die Sterbehilfe. Ich will, kann das für mich so nicht.

MIR is BEWUSST - heutzutage an Erkrankungen zu sterben durchaus die Norm is. Die meisten nehmen das so hin, die wenigsten interessiert –WARUM- das es so ist. Den Ärzten gibt man die Schuld die die Gesundheit nicht mehr herstellen können.

Meine Nachbarin hatte Lungenkrebs (R) + Gehirntumor, einzeln, langsam starben ihr Fuß, Hand, … ab aber sie wollte leben-konnte nicht mehr. Sie kennen wahrscheinlich das Leben ihrer Gm. Ich kannte das Leben meiner Nb,hier darüber zu diskutieren will ich u kann ich nicht. Das Sterben sagt viel aus, wie ein Mensch gelebt hat

@Von hinterm Mond

Na - und wieviele tun es?

Ich würde wieviele tun es aufs Leben beziehen, die sich fragen WOZU lebe ich.

WOZU bin ich auf dieser Welt.

KANN und WILL ich so leben WIE ich lebe - wieviele fragen sich das BEWUSST?

ich melde einmal prophylaktisch meine liebe schwieger mutter an

ich möchte auch selbst entscheiden wann ich gehe.

ich will auch nicht dahinsiechen. keinen anderen lebewesen sieht der mensch so beim leiden zu wie sich selbst.

warum werden verzweifelte, die es nicht mehr aushalten, zu so grausamen selbstmorden wie "vor den zug werfen", "in die donau hüpfen" oder sich einen "baum suchen" gezwungen, wenn es mit einer einfachen pille auch gehen würde? einschlafen und nicht mehr aufwachen, ist doch schön, wenn man sowas selbst entscheiden kann.

Du willst also, dass Depressionen mit Suizidgefährdung nicht mehr als Krankheit behandelt werden, sondern die Betreffenden zu Tode befördert werden?
Na servas!

wieso? ich rede ja nicht von anderen - sonder von mir! ich will für mich entscheiden. ich will nicht leiden und wie ich mein leiden definiere bleibt mir überlassen.

wenn ich nicht mehr selbständig essen kann, mich waschen kann, auf die toilette gehen kann...

schmerzen habe...

dann will ich entscheiden ob das für mich noch menschenwürdig ist.

ich will jedenfalls nicht den ganzen tag im heim in der scheixxe sitzen und darauf warten müssen ob mich wer putzen kommt oder nicht.

Für mich macht dein letzter Satz deutlich, dass du v.a. Angst hast vor menschenunwürdiger Behandlung, wenn du mal auf Hilfe angewiesen bist.
Das hab ich auch, aber mE beschreitet man da eben einen gefährlichen Weg, wenn man meint Euthanasie ist da die beste Möglichkeit.

die diversen menschenrechts-chartas brauch ein "recht auf tod".

Es gibt nur eine Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (nicht diverse), und zwar die der Vereinten Nationen (United Nations = UN):

http://de.wikipedia.org/wiki/Allg... chenrechte

Lesen Sie sich's doch mal durch:
http://www.ohchr.org/EN/UDHR/D... ns/ger.pdf

Ein Recht auf Tod braucht diese Charta ganz sicher nicht. Sterben und umgebracht werden können Sie ohne Menschenrechte viel leichter.

Manipulationsverdacht

Mal wieder eine Kampagne für die Euthanasie, bei der der STANDARD willig mitmacht. Zuerst eine "repräsentative Umfrage" (wie waren die Fragen formuliert???), dann gleich ein Universitätsprofessor, der findet, man müsse das jetzt "differenziert diskutieren"...

Wer hat's in Auftrag gegeben? Die Krankenkassen? Die PVA? Bitte um Aufklärung.

Aktive Sterbehilfe wird in Österreich befürwortet...

ja, von denen die schneller an´s erbe wollen !!

Ihre Behauptung ist einfach nur widerlich. Ich wünsche Ihnen wirklich, dass Sie niemals einen Ihnen nahestehenden Menschen leiden sehen - einen Menschen, der weiß, dass er sterben wird und früher sterben will, weil er nur mehr Schmerzen hat.

jetzt bräuchten wir nur noch die sch Kirche vom Staat trennen

und wir könnten alle menschenwürdig sterben.

entweder ist das ironie vom feinsten

oder das beeindruckendste beispiel von komplexitätsreduktion, das ich bisher gesehen habe.

Übersetzung

Nachdem die Versicherungen ein vorher unbekannt schlechtes Serviceniveau durchgesetzt haben wird es jetzt zum Standard erhoben und als Feature der Freiheit bezeichnet.

Ja ja

Darüber hinaus wäre ich noch für eine Spätabtreibung die man noch bis der Embryo 50 ist durchführen kann...

Ich kenne da ein paar die würde ich sofort in die Babyklappe stopfen. Leider sind sie dann am nächsten Tag wieder im Büro...

ich bin für sterbehilfe!

Sterbebegleitung -ja, auf jeden Fall
Euthanasie - nein, auf keinen Fall

Gerade vor dem Hintergrund einer zunehmenden Ökomomisierung aller Lebensbereiche, wird da eine Büchse der Pandora geöffnet.
Wie schnell haben da nicht alte Kranke den 'innigsten Wunsch' zu sterben, wenn sie doch unentwegt vermittelt bekommen, nur mehr eine Belastung für Famile und Sozialsystem zu sein.

Das Fallbeispiel würde mich auch interessieren.

Die Todesstrafe hätte wohl auch nahezu 100% Zustimmung, wenn man als 'Fallbeispiel' einen mehrfachen Kindervergewaltiger und -mörder bringt...

Diese Umfrage scheint höchst suggestiv geführt worden zu sein. Welche Ziele werden da verfolgt?

Ich kann Ihnen gerne ein Beispiel nennen:
Meine Großmutter, über Achtzig - die medizinische Versorgung war sehr gut. Sie wurde zu Hause von ihrem Mann gepflegt und wollte sterben. Weil sie nur mehr im Bett herumgelegen ist und nichts mehr tun konnte. Sie hatte nur mehr Schmerzen und hat darauf gewartet, dass sie endlich sterben kann.

In Fallbeispielen fällt das Ergebnis immer anders aus

...als in allgemein gehaltenen Fragestellungen - nichts anderes steht ja auch im Artikel. Und im Falle der Sterbehilfe gibt es natürlich ein Riesenunterschied zwischen der Frage, ob man es einer bestimmten Person jetzt vergönnen würde gehen zu können oder noch mehr Zeit mit ihr will, und der Frage, ob man es allgemein befürwortet, dass Todkranke überhaupt diese Option haben sollen.

Vollständige Zustimmung!

Ich möchte gar nicht wissen, wieviele depressive alte Menschen mit insuffizienter Schmerztherapie und mangelhafter Betreuung in Ländern mit aktiver Sterbehilfe getötet werden.

Aus dem komfortablen Wohnzimmer heraus diskutiert es sich sehr leicht über solche Dinge, wenn man dann aber bei einem Schwerstkranken am Bett steht, sieht die Sache schon sehr viel anders aus.

ich möchte auch nicht für andere entscheiden

sondern für mich und ich würde jederzeit sofort - auch jetzt wenn jemand herinkommen würde und mir ein rechtlich bindenden schriftstück vorlegen würde - unterschreiben ,daß ich im falle eines unfalles oder einer krankheit mein tod eintreten wird und ich nur noch im bett liegen und schmerzen ertragen kann bis endlich die erlösund kommt, sofort durch aktive sterbehilfe umgebracht werden möchte.

ich will niemand anderen überzeugen,daß dies gut oder schlecht ist - aber für meinen körper möchte ich selbst darüber bestimmen können und das wird mir per gesetz verboten und ich empfinde das als verletzung meiner persönlichkeit.

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